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JAGUAR 2013

Lange, fast vier Jahrzehnte, dauerte der Schritt vom "E" zum "F". Die Namensfindung erforderte viel Kraft, war dann aber doch ganz logisch und historisch konsequent. Weil C-Type, D-Type und E-Type schon den Mythos Jaguar vorbestimmten, behielt man in Castle Bromwich das mit den Buchstaben bei: F-Type heißt der kommende Sportwagen. Der machte den Besuchern schon mal im Herbst 2011 auf der IAA als Concept Car C-X16 den Mund wässerig. So wässerig, dass Jaguar schon Monate später auf der New York Auto Show verkündete, den schmucken Jag mit Stoffkapuze in Kürze in die Produktion zu schicken.
In Kürze zeitlich, und kurz im Sinne von Bug bis Heck: Der Jaguar F-Type baut kompakter als der XK. Leichtgewichtiger fällt er dank Vollalubody aus. Die von Hause aus verordnete Aludiät und die Zweisitzigkeit passen – ganz im Sinn alter Sportwagen – prächtig ins Konzept.
Und der Traum scheitert nicht am Preis. Deshalb brodelt im Motorraum kein V8-Motor, sondern leichtere Sechszylinderaggregate. 280 bis 380 PS sollen diese leisten. Spitzengeschwindigkeiten von 280 bis 300 km/h lassen sich daraus ableiten. Daher verwundert es kaum, dass Jaguar kurze Zeit nach der Openair-Variante auch ein F-Type Coupé mit frivolem Heckschwenk in die Kehren schickt. Die Kraftübertragung erfolgt über die Achtgangautomatik auf die Hinterräder. Wahrscheinlich jault hierzu, früher oder später, auch der Roots-Kompressor.
Die noch getarnten Prototypen sind schon auf der Piste. Das verät auch schon mehr über das intime Cockpit: Klassische Rundinstrumente, Jaguars Dreispeichen-Sportvolant, Sportsitze und ein großer Navibildschirm über dem Fahrer und Beifahrer trennenden Kardantunnel finden sich hier. Wurde die Studie C-X16 noch über die seitlich angeschlagene Heckscheibenöffnung beladen, verschafft in der Serienversion eine konventionell öffnende Heckklappe dem Gepäck den Zugang.
Der Zustieg fällt zum Preis auf Boxster-Niveau leichter als im teureren XK. „Ab 50.000 Euro” sind eine erste Hausnummer. Im Herbst präsentiert Jaguar den F-Type auf dem Pariser Autosalon. 2013 ist der historisch konsequente Schritt vom E- zum F-Type dann endlich, nach langer Zeit, vollzogen.

Jaguar und Tradition? Im Fall der Vorgeschichte des neuen Jaguar F-Type eher: ein Verschlafen von Geschichte und Tradition – Dem Sportwagen XK120 folgten der C- und D-Type. Noch heute gilt Jaguars E-Type als einer der herausragenden Höhepunkte von Jaguars Historie. Problem dabei: Der E-Type lief schon Mitte der 1970er in der Produktion aus und kein Nachfolger trat in seine Fußstapfen.
Echte Sportwagen? Das barocke Jaguar XJS Convertible, das etwas groß geratene XK8 Cabrio sowie die Cabrioversion des erfolgreichen Jaguar XK gefielen und gefallen sich eher in der Rolle des gediegenen 2+2 Cabrios. Jaguar XF und der XJ machten es dem Traditionalisten schwer, Jaguars Tradition wiederzuerkennen. Damit ist nun Schluss. Jaguars neuer F-Type ist von gestern, ohne von der Performance ein Gestriger zu sein. Und wenn man vom Sexappeal eines Autos spricht, dann bemerkt man diesen hier schon im rein statischen Zustand. Die klassischen, leicht zum Fahrer geneigten Analoginstrumente umgarnen den Blick. Der Schaltknüppel macht Lust auf Fahrt. Nur wenige Drehregler und Schalter lenken den Pilot vom Wesentlichen ab. Bei geöffnetem Verdeck und deaktivierter Klimaanlage verschwinden die Lüftungsdüsen, ohne den tief geschnitten Cockpitausschnitt zu durchkreuzen.
Vom Bug bis zum Heck betrachtet, ist der Jaguar F-Type mit 4,47 Meter Länge kompakter als das Sportwagen-Urmeter Porsche 911.
Weder Türgriffe noch Heckspoiler zersäbeln die Linie, da beide nur wenn notwendig ausfahren. 30 Zentimeter kürzer als ein XK und heftig breit, wirkt der Sportsgeist noch eindrucksvoller. Und mit seiner Alukarosse und 1,6 Tonnen Fahrzeuggewicht macht es der "Jag" starken Motoren (340, 380 oder 495 PS) leicht. Der S-Version des Sechszylinders glückt mit 127 PS Leistung pro Liter Hubraum ein neuer Spitzenwert in der Literleistung. Und nicht nur dort. In 4,8 Sekunden steht, gemanagt von der Achtstufen-Automatik vom ZF, Tempo 100 an. Kurz darauf liest man die Spitzengeschwindigkeit von 275 km/h auf dem Tacho. Mit dem Kompressor-V8 gelingt der Spurt mit aktivierter Launch Control in 4,0 Sekunden (ohne: 4,3 s). Der Sound der Sechs- und Achtzylinder lässt sich vom Cockpit aus regeln – sexy. Genauso das Adaptiv-Fahrwerk ("spitzere" Lenkung, fixeres Schalten, schnellere Gasannahme). Und das zu einem Preis, bei dem ein Carrera Cabrio oder ein offener Aston Martin nicht mithalten können: 73.400 Euro für die Basisversion. 99.900 Euro für den 300 km/h schnellen F-Type V8 S und das im Frühjahr 2013. Nächster Streich, ganz in Jaguars Tradition: das F-Type Coupé im nächsten Jahr. (Lothar Erfert)