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Neuer Porsche 918 Spyder

Das Schild „SOLD OUT“ kann man in der Ferne schon erkennen, obwohl die Prototypen gerade noch in der finalen Erprobungsphase rollen. Mit den letzten Prototypen, deren ungewöhnliche Tarnung historische Porsche 917 Rennfahrzeuge zitiert, beginnt die Endabstimmung des neuen 918 Spyder. Dabei geht es im Besonderen um die Feinabstimmung des Verbrennungsmotors und der zwei unabhängigen E-Maschinen.
Die ersten Ergebnisse der Fahrversuche erfüllen schon die hochgestellten Erwartungen, die in den offenen Zweisitzer der Supersport-Klasse gesetzt wurden. 770 PS und 750 Nm sind ohne Zweifel ein Pfund, das sich gewaschen hat. Trotzdem kommt der Bolide dank der Plug-In-Hybrid-Technik auf Verbrauchswerte im Bereich von drei l/100 km – schreibt Porsche.
Der Stuttgarter Sportwagenhersteller schlägt auch mit anderen spektakulären Lösungen neue Wege ein: mit dem Monocoque aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CfK), der vollvariablen Aerodynamik, der adaptiven Hinterachslenkung oder der oben mündenden „Top Pipes“-Abgasanlage.
Noch mehr ist nun auch schon bekannt. Der Lithium-Ionen-Akku aus 312 Einzelmodulen liefert genug Strom für 25 rein elektrisch zurückgelegte Kilometer mit einer Geschwindigkeit von 150 km/h. Ist der Akku ganz leer gesaugt, dauert es drei Stunden an der Steckdose, bis der Stromlieferant wieder voll im Saft steht. Mit dem extrem erdverbundenen Schwerpunkt und einer Gewichtsverteilung von 43:57 ist der teuerste Zuffenhausener hochgradig prädestiniert für die ganz mutigen Kurven. Mit weniger als 1,7 Tonnen Gewicht hält ihn davon auch wenig zurück. Auch nicht in unter drei Sekunden auf Tempo 100 zu stürmen oder mit 325 km/h voran zu donnern. Wenn etwas doch zurückhält, dann betrifft es den Preis und eine schon bestehende Limitierung: 768.000 Euro soll Porsches gewagtester Sportwagen kosten. Nur 918 Exemplare werden gebaut. Der 918 Spyder wird im September 2013 im Stammwerk Zuffenhausen in Produktion gehen. Wer zuerst bestellt, fährt zuerst. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Das Schild „SOLD OUT“ kann man daher in der Ferne schon ziemlich deutlich erkennen. (Lothar Erfert)



(Vorschau aus 2010)
Vision oder Illusion?

Visionen zu haben, ist gesund, hält jung. Der Porsche 918 Spyder ist sehr jung und zu verdammt schön, um nur Studie zu bleiben: eine optische Überraschung, ein Augenschmauss, ein zu Emotionen anfeuerndes Gedicht aus einer anderen Zeit.
Irgendwie James Dean, aber trotzdem modern: Der rund 500 PS leistende V8-Motor wird von Elektromotoren (Gesamtleistung: ca. 218 PS) unterstützt, und die geballte Kraft über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) und einen elektrischen Allradantrieb auf die Straße transferiert. Ob das wirklich so geschieht, wie von Porsche behauptet, darf ein kritischer Mensch jedoch hinterfragen: 320 km/h Spitze, 3,2 Sekunden bis 100 und dann auch noch 3 Liter/100km Minimalverbrauch, wie geht das zusammen? Lösungansatz: Nie alles gleichzeitig und gemeinsam – klar.
Der rund zwei Zentner schwere Lithium-Ionen-Akkusatz (Speicherkapazität: ca. 5,1 kW/h) wurde zwischen Motor und Tank hinter den zwei Schalensitzen platziert. Gedopt wird der 1,5-Tonner aber nicht allein vom an Bord generierten Strom, der auch dadurch gewonnen wird, dass beim Abbremsen elektrische Energie gewonnen und der Batterie zugeführt wird, sondern durch jede simple Steckdose: “Plug-In-Hybrid”, der Prius III lässt grüßen, nennt sich so etwas.
Der Umsteller für die vier Betriebsmodi sitzt am Lenkrad. Im Modus “Sport Hybrid” gehts eher dynamisch als primär ökonomisch zu. Im noch schärferen Rennmodus soll der Porsche Hybrid die Nordschleife dann in extrem flotten 7,30 Sekunden bügeln. Soll. Probiert hat es noch keiner. Im Elektromodus stehen dann die drei Liter Super auf dem Programm. Probiert hat es noch keiner, aber … Zweifel? Ach was. Einer schönen Frau glaubt man ja auch alles.
Rein elektrisch bewegt, ist der offene Zweisitzer ein noch ziemlich zahnloser Tiger: 25 Kilometer lassen sich so mit einer Akkufüllung zurücklegen – eine Runde Nordschleife plus ein paar Kilometer Reserve. Den Nachfolger des Carrera GT (zwischen 2003 und 2006 rund 1.300 Mal produziert) umschwebt damit also noch so manche Illusion. Dass nur Visionen wirklich weiterbringen, beweist er aber ganz genauso. Denn irgendwann wird der 918 Spyder so oder ähnlich in Serie gehen. Und das ist fraglos so schön wie das ganze Auto. (le)