Testbericht

Wolfgang Gomoll, 13. November 2014
Der Audi Q3 verkauft sich gut. Dennoch bekommt der Kompakt-SUV eine Modellpflege verpasst, die eine neue Optik und modernere Motoren beinhaltet.

Alle drei bis vier Jahre kommen Automobil-Marketingmanager, die für eine Modellreihe verantwortlich sind, ins Schwitzen. Dann müssen die findigen Verkaufstalente Argumente finden, um ein Facelift eines Vehikels als Neuigkeit und Weiterentwicklung anzupreisen. Egal, wie marginal die Veränderungen auch sein mögen. Das führt bisweilen zu abstrusen Wortkreationen und Argumentationsketten. Dann wird von Lichtkanten, Tornado-Linien und Heckleuchten geschwärmt, die sich kaum verändert haben. Beim neuen Audi Q3 ist es ähnlich: Die optischen Änderungen sind überschaubar, wirken aber dennoch. Der Singleframe-Kühlergrill ist jetzt dreidimensional gestaltet und hat neue Chrom-Liedschatten, die die oberen Ecken des Trapezes mit den Scheinwerfern verbinden. Dieser Gestaltungskniff des neuen Chef-Designers Marc Lichte verleiht der neuen Generation des Ingolstädter SUVs tatsächlich eine markantere Präsenz.

Es ist ja nicht so, als ob der aktuelle Q3 nicht mehr gefragt wäre. Bis Anfang November hat der Ingolstädter-Flaniermeilen-Kraxler in diesem Jahr einen Verkaufszuwachs von 30 Prozent zu verzeichnen. Seit 2011 entschieden sich rund 400.000 Autofahrer für kleinen Q. Immerhin 60 Prozent der Besitzer wollen die Quattro-Version, die beim 2.0 TDI mit 150 PS 1.950 Euro teurer ist, als der Fronttriebler. Angesichts solcher Zahlen würden bei manchen Konkurrenten in Paris schon die Sektkorken knallen. In Ingolstadt ist das kein Grund eine Modellpflege auf die lange Bank zu schieben. Zumal man das SUV auch technisch aufpeppen will.

"Der neue Audi Q3 hat durch die Bank neue Motoren erhalten", freut sich der technische Projektleiter Michael Zeilinger. Im VW-Konzern-Duktus heißt das, dass das Auto die aktuelle Diesel- und Otto-Motorengeneration mit den Kennziffern EA 211 (Benziner) und EA 288 (Selbstzünder) spendiert bekommen hat. "Das bedeutet mehr Leistung und bis zu 17 Prozent weniger Verbrauch. "Dabei erreichen wir auch die Abgasnorm EU 6", erklärt Zeilinger. Die "Ultra-Versionen" sind die Spritsparmeister in der Audi-Q3-Riege. Der 2.0 TDI Ultra leistet 150 PS und verbraucht 4,4 Liter pro 100 km, was einem CO2-Ausstoß von 114 g/km entspricht. "Damit sind wir in dieser Leistungsklasse Benchmark" strahlt Zeilinger stolz. Zu verdanken ist dieser Minimalismus neben dem neuen Aggregat, rollwiderstandsarmen Reifen und einer Tieferlegung per S-Line-Fahrwerk um zwei Zentimeter. Wer einen Benziner-Motor im Ultra-Modell will, bekommt den bekannten 1,4 TFSI-Motor mit Zylinderabschaltung und einen Durchschnittsverbrauch von 5,5 l/100 km.

Diese beiden Varianten sind sicher keine Spaßbremsen, aber der Top-Diesel zaubert dem Fahrer schon öfters ein Lächeln auf die Lippen. Allerdings sind für diesen Genuss mindestens 39.850 Euro fällig. Die Kombination aus 184-PS-Diesel (135 kW) und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe steht dem rund 1,4 Tonnen schweren SUV sehr gut zu Gesicht. Das Aggregat dreht willig hoch und schlägt dank eines maximalen Drehmoments von 380 Newtonmetern auch einen vernünftigen Beschleunigungs-Punch. In 7,9 Sekunden ist die 100-km/h-Grenze geknackt und bei 219 km/h setzt der Luftwiderstand dem Vortrieb ein Ende. Auf der Straße macht der Q3 Spaß. Die Lenkung ist direkt, wenn auch mitteilsarm. So lässt sich das SUV sehr präzise um die Ecken zirkeln. Auf Landstraßen kommt der Quattro-Antrieb besonders gut zur Geltung. Trotzdem erreicht der Ingolstädter Kraftprotz nicht ganz die Schärfe und Kompromisslosigkeit des BMWs X1. Dennoch, die Kurven bereiten Freude und die Spurstärke lässt manchen Pkw-Fahrer blass um die Nase werden.

Das klappt auch mit vier Erwachsenen. Raum ist im 4,39 Meter langen Kompakt-SUV genug. Auch hinten sitzen großgewachsene Menschen bequem und im Kofferraum, der Volumen von 460 Litern bis 1.365 Litern hat (bei umgelegten Rückbanklehnen), findet auch ein Großeinkauf Platz. An der Haptik, den Materialien und der Verarbeitung des Innenraums gibt es ohnehin wenig zu mäkeln. Diese Qualität hat bei Audi Tradition. Die Oberflächen fühlen sich gut und wertig an und die Spaltmaße sind klein. Da fällt das archaisch anmutende Infotainment-System mit waagrecht herausstehenden Drehknopf und tiefen Monitor, der sich in einem altertümlichen auffälligen Plastikgehäuse befindet, richtig auf. Da wird es wohl erst bei der nächsten Q3-Generation geändert werden.

Drei Benziner und vier Diesel stehen zum Marktstart ab Februar 2015 zur Auswahl. Mit Preisen ab 29.600 Euro für den 1,4 TFSI Ultra haben die Ingolstädter 700 Euro draufgepackt. "Xenon-Scheinwerfer und die ausziehbare Gepäckraumabdeckung sind ab sofort Serie im neuen Q3", erklärt Techniker Zeilinger die Preissteigerung. Optional gibt es fast alles, was das Herz begehrt. Sogar LED-Heckleuchten kosten 300 Euro Aufpreis, beheizbare und anklappbare Außenspiegel schlagen mit 200 Euro zu Buche und die neuerdings optionale elektrische Heckklappe 490 Euro. Auch wenn der Q3 meistens in der Stadt bewegt wird, hat das Wort der Kunden doch Gewicht. Beim neuen Q3 findet man ist ein Zelt in der Ausstattungsliste, das perfekt zum Q3 passt und auch die Heckklappe nutzt. Das war beim GTI-Treffen am Wörthersee erstmals zu sehen und fand großen Anklang. Ihr Wunsch ist uns Befehl heißt es in Ingolstadt. Macht dann 1.390 Euro bitte.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: press-inform, 2014-11-13

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