Testbericht

Sebastian Viehmann, 16. März 2011
Jurassic Park trifft Tomorrow Land: Der Cadillac Escalade Hybrid ist ein schweres Schlachtschiff mit üppigem Luxus. Dank Hybridmodul entfallen aber die Weinkrämpfe an der Tankstelle.

5,1 Meter lang, zwei Meter breit, 2,8 Tonnen schwer und reichlich Ecken und Kanten – das ist der Cadillac Escalade. Amerikanischer geht nicht, der große Caddy ist das perfekte rote Tuch für SUV-Hasser. Wenig überraschend ist der Verbrauch des 409 PS starken V8-Motors. Der Escalade prasst mit dem Sprit, im Stadtverkehr fließen sogar 20 Liter durch die Leitungen. Mit Hybridantrieb an Bord sieht die Sache aber ganz anders aus: 11,1 Liter pro 100 Kilometer lautet der offizielle Durchschnittsverbrauch. In der Stadt, wo der Elektromotor oft mithelfen kann, sind es im Schnitt 11,6 Liter – satte 8,4 Liter weniger beim normalen V8.

Es ist durchaus möglich, die Werksangaben auch in der Praxis zu erreichen, wenn man den Gasfuß etwas im Zaum hält. An der Zapfsäule muss man sich zudem über den richtigen Sprit keine Gedanken machen. Der Escalade schluckt Benzin, Bioethanol (E85) oder jede beliebige Mischung beider Kraftstoffe.

Wenn man das Gaspedal beim Anfahren behutsam bedient, setzt sich der Escalade Hybrid rein elektrisch in Bewegung. Auch im Segelbetrieb schaltet sich der Verbrennungsmotor ab. Ein Diagramm auf dem Navigationsdisplay informiert über die aktuelle Energieverteilung des Hybridsystems. Es besteht aus einem V8-Motor mit 337 PS, einem 83 kW (113 PS) starken Elektromotor, einem Hybridgetriebe mit variabler elektronischer Übersetzung und der Hybridbatterie. Der Wagen hat permanenten Allradantrieb und eine Differenzialsperre für die Hinterachse. Bei Vollgas aus dem Stand hat der Caddy eine deutliche Anfahrtsschwäche, spurtet dann aber in immerhin 8,4 Sekunden von 0 auf 100 Km/h.

Das Getriebe hat auch noch vier festgelegte Stufen, die man mit Knöpfen am Automatikhebel ansteuern kann. Diese Knöpfe befinden sich allerdings ungünstig platziert auf dem Wählhebel, welcher in klassisch amerikanischer Manier am Lenkrad befestigt ist. Besser gefällt das restliche Cockpit mit viel Leder, schicken Holzzierleisten und einem enormen Platzangebot. Einige Details wie die umständliche Bordcomputerbedienung allerdings zeigen, dass der Escalade trotz der neuen Hybridoption an sich kein taufrisches Auto mehr ist.

Trotz geballter V8-Power und elektrischer Unterstützung erreicht der Hybrid nur eine Höchstgeschwindigkeit von 170 Km/h. Eigentlich ist das ganz gut so, denn für eilige Fahrten ist der schwere Escalade eindeutig das falsche Auto. Der Geländewagen legt sich recht schwammig und mit spürbarer Wankneigung in die Kurven. Bei der Lenkung wünscht man sich mehr Zielgenauigkeit.

Wenn es ums gemütliche Cruisen geht, ist man im Escalade dafür perfekt aufgehoben. Der Wagen fährt nicht einfach über Bodenwellen, es gleitet über sie hinweg. Fahrer und Passagiere lümmeln sich behaglich in ihre Ledersessel und lassen die Landschaft an sich vorüber ziehen, während der Rest der Welt respektvoll zum Escalade aufblickt. Der Cadillac ist kein Auto, mit dem man den Streit um einen Parkplatz aufnehmen möchte. Das macht fraglos die Faszination dieses großen Ami-Schlittens aus. Weniger faszinierend ist die Fläche, die der Wagen nun mal zum Parken braucht. Nettes Details am Rande: Die Trittbretter, über die man den Luxus-Kraxler entert, sind gegen Aufpreis elektrisch ausfahrbar.

Der Escalade hat drei Sitzreihen und bietet bis zu acht Personen Platz. Die Zuladung beträgt 673 Kilogramm. Gerade für einen Hybriden, bei dem die schweren Batterien oft Nutzlast fressen, ist das ein guter Wert. Bei voller Bestuhlung ist der Kofferraum mit 98 Litern winzig, bei versenkter letzter Reihe stehen 478 Liter zur Verfügung. Baut man die hinteren Reihen aus, hat man maximal sogar 3084 Liter Gepäckraum.Der Escalade Hybrid kostet 83.490 Euro und ist nur in einer Version (Sport Luxury) zu haben. Gegenüber dem normalen V8-Modell bedeutet das einen Aufpreis von 7500 Euro. Die Differenz ist damit deutlich kleiner als zum Beispiel bei den Hybrid-Versionen des BMW X6 oder VW Touareg. Dort muss man die Hybridtechnik mit unverschämt hohen Aufschlägen bezahlen.

Für die Serienausstattung des Cadillac gilt: Alles drin, alles dran – extra kosten nur die elektrischen Trittbretter, das DVD-System für die Fond-Passagiere und Speziallacke. Zur Serienausstattung gehören unter anderem Nebelscheinwerfer, Glasschiebedach, elektrisch verstell- und beheizbare Ledersitze, Tempomat, elektrische Heckklappe, Rückfahrkamera, Niveauregulierung, Dreizonen-Klimaautomatik, DVD-Audio-Anlage und Navigationssystem. Was dem Cadillac allerdings fehlt, sind mittlerweile in gehobenen Klassen gängige Assistenzsysteme wie Abstandsregeltempomat, Totwinkelassistent oder Spurwechselwarner.
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Quelle: press-inform, 2011-03-16

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