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Testbericht

21. Juli 2015

Ab September zu haben
Die wichtigsten Fakten zuerst: Die dritte Generation des Honda Jazz startet im September zu Preisen ab 15.900 Euro. Der kompakte Japaner blickt dabei auf eine erfolgreiche Geschichte zurück: Seit 2001 entschieden sich in Europa 781.000 für das Modell.

Stärken weiter ausgebaut
Glaubt man den Umfragen des Herstellers, liegt das vor allem an den inneren Werten – und hier haben die Ingenieure neben einigen optischen Auffrischungen hier und da und einem neuen Motor auch am meisten Arbeit investiert. Der Platz ist gewachsen – in jeglicher Richtung. Die um 95 Millimeter gestiegene Länge kommt vor allem dem Passagieren und dem Gepäck zu gute. Das Ladevolumen wurde auf 354 Liter vergrößert. Vorne sitzt man jetzt 20 Millimeter weiter auseinander. Hinten stiegen Bein- (+ 115 Millimeter), Knie- (+ 65 Millimeter) und Schulterfreiheit (+20 Millimeter). Das Platzangebot liegt damit auf dem Niveau einer Mercedes S-Klasse. Aber genug der Zahlen, wie fühlt sich das an?

Wir waren mit dem neuen Honda Jazz (ab 15.900 Euro) auf einer ersten Probefahrt rund um Frankfurt unterwegs.

Der Jazz ist geräumig
In zwei Worten: ziemlich groß. Der Jazz ist geräumig. Auch als knapp zwei Meter großer autoplenum.de-Tester sitzt man auf der Rückbank komfortabel – und das, obwohl der Vordersitz maximal nach hinten gestellt wurde. Die Kopffreiheit ist großzügig. Wie ein Kompaktwagen fühlt sich das nicht an, eher zwei Klassen größer. Einzig auf dem Beifahrersitz schränkt das Handschuhfach ab einer Größe von 1,80 Zentimeter die Kniefreiheit ein.

Variabler Innenraum
Dazu kommt der variable Innenraum mit einem Gestühl, das sich in jeglicher Richtung verschieben und verstellen lässt. Insgesamt stehen vier Varianten zur Wahl:

  • „Utility“-Modus: Der Klassiker. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 60:40 eben nach vorne umlegen. Die Besonderheit: Im Jazz entsteht so eine komplett ebene Ladefläche mit einer Länge von 1.505 Millimeter (80 Millimeter mehr als beim Vorgänger) und einem riesigen Ladevolumen von 1.313 Liter.
  • „Tall“-Modus: Das überrascht: Die Sitzfläche der Rückbank lässt sich ebenfalls senkrecht nach oben klappen. So entsteht vom Boden bis zum Dach eine Stauraumhöhe von 1.280 Millimetern, z.B. zum Transport von Topfpflanzen oder ähnlichem.
  • „Long“-Modus: Hier wird die Lehne des Beifahrersitzes und die dahinterliegende Rückbankhälfte umgeklappt. So lassen sich Gegenstände mit einer Länge von 2,4 Metern problemlos verstauen – sicher nicht nur für Surfer interessant.
  • „Refresh“-Modus: Die Lehnen der beiden Vordersitze lassen sich eben nach hinten umlegen. So kann man zum Entspannen auf der Rückbank sitzen und sprichwörtlich die Füße hochlegen – oder ein Nickerchen halten.

Die Verstellung erfolgt kinderleicht. Auch ohne vorher in der Anleitung zu stöbern, bekommt man alles problemlos hin. Die hohe Variabilität ist allen Jazz-Varianten gemein. Ansonsten lässt es sich aus drei Ausstattungsvarianten, zwei Getriebearten und leider nur einem Motor auswählen.

Flachgelegt: Der Innenraum des Honda Jazz bietet unzählige Verstell-Möglichkeiten. Da kann man schon mal ins Grübeln kommen, wie man sein Gepäck am besten verstaut.

Unser Testwagen
Auf dem Fahrtermin waren wir mit dem Jazz in der höchsten „Elegance“-Variante mit 102 PS starkem 1.3 Liter Vierzylinder-Benziner und Automatik-Getriebe unterwegs. So ausgestattet startet unser Modell bei 19.750 Euro.

Hohe Variabilität, wenig Vorwärtsdrang
Das Fahrwerk des Jazz ist über jeden Zweifel erhaben und schluckt alle Herausforderungen von Innenstadt und Landstraße komfortabel. Die 102 PS des neuen 1,3 Liter VTEC-Benziners lesen sich auf dem Papier zwar gut, auf der Straße ist man dagegen mit gefühlten 20 PS weniger unterwegs. Der Motor bietet 123 Nm Drehmoment und zieht über den gesamten Drehzahlbereich sauber hoch, nur eben nicht sehr spektakulär. Im Verkehr und auf der Autobahn kann man so zwar ohne Probleme mitschwimmen – das Überholen erfordert dagegen ein gewisses Maß an Vorausplanung.

Das Honda-eigene stufenlose Automatikgetriebe bietet zwar den Komfort, nicht mehr selbst schalten zu müssen, braucht aber gefühlt ebenfalls noch eine weitere Gedenksekunde bis es voran geht, was der Spritzigkeit nicht gerade dienlich ist. Schneller klappt das Runterschalten mit den Schaltpaddles am Lenkrad.

Wer auf den Komfort eines Automatikgetriebes verzichten kann, greift im Honda Jazz besser zum Handschalter.

Geschwindigkeit und Verbrauch
So schön – so unspektakulär. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller für die Automatik-Version mit 183 km/h an. Das Rennen von 0 auf 100 km/h absolviert der Jazz laut Honda in 12,3 Sekunden. Den Verbrauch geben die Japaner mit 4,6 Litern auf 100 Kilometern an. Wir konnten die Angaben auf dem Fahrtermin nicht überprüfen, nach der Testrunde zeigte die Anzeige aber einen Verbrauchswert von um die 6,5 Liter Super an, was eher realistisch sein dürfte.

Innenraum, Entertainment und Sicherheit
Trotz der Eleganz im Namen bietet der Innenraum viel Hartplastik, wenn man vom schicken Dekor einmal absieht. Die höchste Ausstattungsvariante rollt serienmäßig unter anderem mit Lederlenkrad, Start/Stopp-Automatik sowie einer automatischen Klimaanlage vom Band.

Ebenfalls Serie: Das für Smartphone-User fast schon intuitiv zu bedienende Honda-Connect Entertainment- und Navigationssystem, das über einen 7 Zoll Touchscreen in der Mitte der Armaturenbretts bedient wird.

Sicherheit wird bei Honda ebenfalls groß geschrieben: Serienmäßig gibt es in allen Varianten einen City-Notbremsassistenten, und bremst bis 32 km/h den Wagen bei einer drohenden Kollision automatisch ab. Ab der Ausstattungsvariante „Comfort“ sind ohne Aufpreis ebenfalls ein Kollisionswarnsystem, eine Verkehrszeichenerkennung, eine intelligente Geschwindigkeitsregelung sowie ein Spur- und Fernlichtassistent an Bord.

 Das Entertainment-System mit großem 7 Zoll-Touchscreen ist in der von uns gefahrenen „Elegance“-Version Serie im neuen Honda Jazz.

Fazit
Für den Jazz sprechen drei große Pluspunkte: Variabilität, Platz und Sicherheit. Für das Geld kann man mit wenigen Autos so viel machen. Wer darauf seinen Fokus legt, sollte zugreifen. Motor und Getriebe sind okay, aber nicht besonders. Andere Modelle bieten hier deutlich mehr Fahrspaß. Die spannendste Position im Jazz ist daher hinten rechts. Beifahrerlehne umklappen, Füße hochlegen, entspannen und das Fahren schön dem Mitfahrer überlassen.

Pro: Hohe Variabilität, viel Platz für Passagiere und Gepäck, viele Sicherheitsfeatures serienmäßig
Contra: Kein besonders spritziger Motor, gewöhnungsbedürftiges Automatik-Getriebe 

Technische Daten Honda Jazz Elegance 1.3 VTEC CVT-Getriebe

Länge/Breite/Höhe 3.995 mm/1.694 mm/1.550 mm
Radstand 2.530 mm
Wendekreis 10.8 m
Leergewicht ab 1.098 kg
Zuladung - kg
Anhängelast (gebr./12 %) - kg
Kofferraumvolumen 354 – 1.314 l
Tankinhalt  40 l

 

Leistung 102 PS
Drehmoment 123 Nm bei 5000 u/min
0–100 km/h (Werksangabe) 12,3 s
Höchstgeschwindigkeit (Werksangabe) 182 km/h
Verbrauch (Werksangabe) 4,9 l/100 km kombiniert
CO2-Ausstoß aus Kraftstoff (Werksangabe) 114 g/km

 

Preis ab 19.750 Euro
Testwertung
3.5 von 5
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