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Testbericht

Jürgen Wolff, 16. Januar 2015
Darf\\\'s ein bisschen mehr sein? Ende September vergangenen Jahres hat Skoda den neuen Fabia vorgestellt. Frisch zum Jahresauftakt legen die Tschechen die Kombiversion nach.

Die Eile hat einen Grund: Vier von zehn verkauften Skoda Fabia sind bisher Kombi gewesen. Und Imelda Labbé, Sprecherin der Geschäftsführung von Skoda Deutschland, zweifelt nicht daran, dass es auch künftig so sein wird. Nach dem Octavia ist der Fabia in Deutschland die erfolgreichste Modellreihe von Skoda. Weltweit wurden allein von den ersten beiden Generationen des Fabia Combi rund 1,1 Millionen Stück verkauft, fast 300.000 davon in Deutschland. Ohnehin hat die tschechische Tochter des VW-Konzerns gerade einen Lauf: Zum ersten Mal in ihrer 119jährigen Geschichte wurden 2014 mehr als eine Million Skoda verkauft. Allein in Deutschland lag der Zuwachs bei 8,5 Prozent.

Beim neuen Fabia hat sich Skoda kräftig aus den diversen Baukästen des Mutterkonzerns bedient - das sorgt dafür, dass man viele Komponenten, Aggregate und Systeme bereits aus anderen Marken und Modellen der Wolfsburger kennt und auch im Kompaktsegment immer öfter anbieten kann, was bis vor kurzem noch Privileg der Mittelklasse war.

Beispiel Multimedia und Konnektivität. Dazu heißt das Zauberwort "modularer Infotainment-Baukasten". Der Fabia bringt auf Wunsch auch in der Kombi-Version nun die MirrorLink-Technik mit. In der Theorie lässt sich damit das eigene Smartphone auf dem Display des Bordcomputers "spiegeln" und sich die diversen Apps von dort auch nutzen. "Der Fabia wird zum rollenden Smartphone," verspricht Imelda Labbé.

In der Praxis ist das System dann aber doch noch höchst verbesserungsbedürftig. Das fängt damit an, dass sich längst noch nicht alle Smartphones koppeln lassen - Apples iPhone etwa findet derzeit noch keine Verbindung unter dieser Nummer. Und selbst, wenn das Smartphone passt, garantiert dies noch keine überzeugenden Ergebnisse. So brach bei unserer mehrstündigen Ausfahrt in Südfrankreich mehrfach die Verbindung zwischen Smartphone und Fabia ab, es kam immer wieder zu kompletten Abstürzen des Systems - nicht gerade erquicklich, wenn die Navigation mitten im Kreisverkehr den Dienst quittiert. Dazu kommen mittlerweile Assistenten wie City-Notbremsfunktion, Berganfahrhilfe, Tempomat, elektronische Differenzialsperre, Müdigkeitserkennung, Parksensoren und mehr.

Das wichtigste Argument für den 4.257 mm langen und 1.732 mm breiten Skoda Fabia Combi sind allerdings nicht die elektronischen Gimmicks, sondern der Platz, den er mitbringt. Schon im Passagierabteil fühlt man sich keineswegs beengt. Die Vordersitze lassen sich auch für größere Passagiere weit genug nach hinten schieben, das Lenkrad ist in Neigung und Tiefe gut verstellbar. Und auch in der zweiten Reihe finden zumindest zwei Erwachsene ordentlich Platz. Die Sitze vorne sind straff, bequem und bieten ausreichend Seitenhalt. Ablagen gibt es nach Skoda-Art reichlich, dazu eine Reihe einfacher, aber nützlicher Kleinigkeiten, die mittlerweile fast schon Kultstatus erreicht haben - etwa der Kleinkram-Zaun aus Plastik im Kofferraum oder der Eiskratzer in der Tankklappe.

Richtig Platz gibt es im Laderaum. Schon im Normalzustand sind es 530 Liter, 50 Liter mehr als bisher. Nach dem Umklappen der im Verhältnis 40:60 geteilten Rücklehnen wächst der Platz auf bis zu 1.395 Liter. Zum Vergleich: Der Seat Ibiza ST kommt auf 430 bis 1.164 Liter, der Renault Clio Grandtour auf 443 bis 1.380 Liter und der Mini Countryman auf 350 bis 1.170 Liter Laderaum. Gegenstände bis 1,55 Meter lassen sich gut verstauen. Beim neuen Fabia Combi ist die Ladefläche des Kofferraums mit 960 mm zudem etwas breiter geworden und die Ladekante liegt 26 mm tiefer. Unter der hoch öffnenden Ladeklappe haben Zeitgenossen bis 1,90 Meter Scheitelhöhe Platz.

Von den ständigen Optimierungen im Konzernregal haben auch die Verbräuche profitiert. Im Schnitt, so Imelda Labbé, verbrauche die neue Combi-Generation bis zu 17 Prozent weniger Kraftstoff, nicht zuletzt auch dank Start-Stopp-Automatik und Bremsenergie-Rückgewinnung. Das Leistungsspektrum der Benzin-Motoren reicht vom TSI mit 55 kW/75 PS bis zu flotten 81 kW/110 PS. Der neue Dreizylinder-Diesel liefert zwischen 55 kW/75 PS und 77 kW/105 PS. Für die normale Alltagsarbeit reicht das Portfolio allemal. Der 1,4-Liter-Diesel treibt den Kompakt-Kombi ausreichend flott voran, um auch auf der Autobahn gut mithalten zu können. Er könnte nur ein bisschen spontaner am Gas hängen. Der 1,2 TSI-Benziner geht da dynamischer ans Werk. Ein harmonisch schaltendes Doppelkupplungsgetriebe (DSG) ist für jeweils einen Diesel und einen Benziner optional bestellbar.

Je nach Reifenwahl fährt sich der gegenüber seinem Vorgänger um 50 Kilogramm auf eine knappe Tonne abgespeckten Fabia Combi unterschiedlich komfortabel. Einmal schluckt er Unebenheiten großzügig weg, mit härterem Geläuf poltert er dagegen schon mal eher unwillig. Insgesamt aber taugt der Tscheche, dessen Spurweite um drei Zentimeter verbreitert wurde, nicht nur für die Stadt und den Nahverkehr. Auch längere Touren und Familienausflüge sind kein Problem. Bei den Händlern steht der neue Skoda Fabia Combi ab dem 24. Januar. Die Preise starten für den Einliter-Benziner mit 75 PS bei 13.090 Euro, das wären 400 Euro mehr als das bisherige Einstiegsmodell mit 70 PS. Am teuersten ist der 1,4-Liter-TDI mit 105 PS, der ab 19.220 Euro zu haben ist. Der gefahrene 1.4 TDI mit DSG-Getriebe und 90 PS kostet ab 20.020 Euro.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2015-01-16

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