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Testbericht

26. Oktober 2004
München, 26. Oktober 2004 – Nach dem Motto „Gegen das Vergessen“ hat uns die Kleinstwagenschmiede Smart zum Vergleich gebeten: Eines der ersten Smart City Coupés, Baujahr 1998, gegen das aktuelle Modell aus dem Jahr 2004. Eine Gegenüberstellung, bei der die Siegermarke bereits fest steht.

Der Anlass: Seit Beginn der Smart-Zeitrechnung vor sechs Jahren wurde der Stadtfloh kontinuierlich weiterentwickelt. Die aktuellen Versionen heißen Fortwo Coupé und Fortwo Cabrio. Nicht nur die Namen, auch viele technische Details wurden seit dem Ur-Smart verändert. Unser direkter Vergleich zwischen alt und neu bringt alle Unterschiede klar ans Licht.

Feinschliff innen und außen Die optischen Änderungen sind außen wie innen dezent: Modifizierte Front- und Heckleuchten und neue Stoffe im Innenraum sorgen für mehr Frische. An zahlreichen Stellen kann man zudem eine bessere Verarbeitung entdecken. Die Sitze sind dank erhöhter Seitenführung etwas bequemer. Das aufpreispflichtige Sport-Lenkrad im neuen Fortwo ist wesentlich griffiger.

Luxus in der kleinsten Hütte Neben einer besseren Grundausstattung bekommt der Kunde für den aktuellen Fortwo auf Wunsch noch mehr Komfort: beheizbare Sitze, Tempomat, Navigationssystem, Seitenairbags in den Sitzen und eine elektrohydraulische Servolenkung waren anno 1998 nicht zu haben. Das neue Sonderzubehör lässt sich Smart aber gut bezahlen. Der Grundpreis von immerhin 11.060 Euro für das Smart Fortwo Coupé Pulse mit 61 PS kann so um viertausend Euro steigen. Mit Tuning-Zubehör von Brabus lässt sich der Preis nochmals toppen.

Mehr Sicherheit dank ESP Bemerkenswerter als die verlängerte Liste der Sonderausstattungen sind die spürbar verbesserten Fahreigenschaften beim Smart. Neben einer komfortableren Abstimmung der Federung bietet der Smart anno 2004 als herausragende Verbesserung das Stabilitätsprogramm ESP. Das serienmäßige Regelsystem macht den flotten Zweisitzer deutlich sicherer. Selbst bei hoher Kurvengeschwindigkeit fährt man im aktuellen Modell angstfrei und souverän ums Eck, während man im alten Smart in schnellen Kurven deutlich früher vom Gas muss.

Idiotensicher Dafür gibt der Ur-Smart eine klare Rückmeldung im Grenzbereich und damit auch ein Gefühl dafür, wann er ausbrechen könnte, was er bei regennasser Fahrbahn auch gern mal macht. Für den Fahrer kaum spürbar, wird im Neuen die Geschwindigkeit vom nicht abschaltbaren ESP stets auf ein sicheres Niveau runtergebremst. Die echte „Grenzerfahrung“ wird so von moderner Technik verhindert. Wer sich nicht von der Elektronik einbremsen lassen möchte, hat beim neuen Smart schlechte Karten. Dafür ist sein Fahrverhalten fast idiotensicher.

Fette Gummis Zur besseren Straßenhaftung tragen außerdem neue, aufpreispflichtige Breitreifen auf schicken Alus bei. Vorne 175er- und hinten 195er-Reifen sorgen für mehr Verbundenheit zum Asphalt. Sie gehören beim Smart Fortwo Coupé Pulse bereits zur Serienausstattung. Die schmalen 135er-Gummis des alten Smart können da optisch und fahrtechnisch nicht mithalten. Die bessere Straßenhaftung kostet jedoch bei Anschaffung und Unterhalt einige Euro mehr.

Spritziger und komfortabler Besonders punkten kann der Smart Baujahr 2004 dank der Neuerungen bei Motor und Getriebe. Mit dem auf 61 PS erstarkten Dreizylinder fährt sich der Autozwerg spürbar spritziger und spaßiger. Zu verdanken hat der turbogeladene Dreizylinder die zusätzliche Leistung einer Hubraumsteigerung von 599 auf 698 Kubikzentimeter.

Im Sprint stärker geworden Beim Sprint sieht der 98er-Smart entsprechend alt aus: 17,2 Sekunden benötigt der 54-PS-Zwerg mit Softip-Schaltung von null auf 100 km/h. Die 61 PS des Neuen brauchen in Verbindung mit dem Automatikgetriebe nur 15,5 Sekunden. Auch beim Zwischenspurt hat der Neue trotz Automatik die Nase vorne. Bei der elektronisch abgeregelten Endgeschwindigkeit liegen beide ungeachtet der sieben PS Leistungsunterschied mit 135 km/h gleich auf. Der Alte braucht nur etwas mehr Zeit, sie zu erreichen.  

Schneller schalten mit mehr Komfort Klasse beim Smart ist weiterhin das seit jeher erhältliche automatische Schaltprogramm Softouch mit der Option, Gänge auch manuell zu wechseln. Für eine schnellere manuelle Gangwahl sind besonders die seit 2001 angebotenen Schaltwippen hinterm Lenkrad sehr hilfreich. Ebenfalls für schnelleres Schalten sorgt die 2003 neu eingeführte Kick-down-Funktion. Bei durchgetretenem Gaspedal schaltet sie sogleich um zwei Gangstufen runter.

Hilft am Berg Seit 2003 ist der Fortwo außerdem mit dem Anfahrassistenten AAS ausgestattet. Diese Innovation bietet ähnlichen Komfort wie ein Drehmomentwandler in Automatikgetrieben. An Steigungen bleibt der Smart somit zunächst stehen und rollt nicht sofort zurück, wenn man den rechten Fuß von Gas oder Bremse nimmt. Vor allem im Stadtverkehr ist diese Neuerung eine deutliche Verbesserung.

Das Nicken bleibt Das von vielen als störend empfundene Smart-typische Nicken in den Schaltpausen ist auch mit dem überarbeiteten Getriebe trotz diverser Änderungen geblieben. Immerhin, der aktuelle Smart schaltet etwas schneller und das Nicken ist somit weniger ausgeprägt. Durch geschicktes Fahren lässt sich dieses Phänomen übrigens nahezu ganz vermeiden: Kurz vor dem Gangwechsel braucht man einfach nur vom Gas herunterzugehen und die höhere Gangstufe kann ohne ein Vor- und Zurückwiegen der Insassen eingelegt werden. Vielleicht keine perfekte Lösung, aber in jedem Fall eine, mit der es sich leben lässt.
Technische Daten
Motor Bauart:Reihen-Benzinmotor
Hubraum:698
Anzahl Zylinder:3
Leistung:45 kW (61 PS) bei UPM
Drehmoment:95 Nm bei 2.000 - 4.000 UPM
Preis
Neupreis: 11.060 € (Stand: Oktober 2004)
Fazit
Der Smart Fortwo bietet wesentlich mehr Fahrspaß und bessere Fahrleistungen als noch die ersten Exemplare anno 1998. Technik und Ausstattung wurden geschickt und effizient verfeinert. Dazu gehört auch eine in zahlreichen Details verbesserte Verarbeitungsqualität. Schließlich wurden Komfort- und Sicherheitsausstattung umfangreicher. Viele attraktive Extras sind aber nur gegen Aufpreis zu haben.

Alles in allem also eine bemerkenswerte Evolution beim ohnehin schon erfolgreichen Auto-Zwerg. Mittlerweile ist der Kleine eine etablierte „Größe“ auf unseren Straßen. Mit zahlreichen Optimierungen dürfte Smart dafür gesorgt haben, dass dies vorläufig so bleibt.(mh)

Quelle: auto-news, 2004-10-26

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