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Testbericht

Klaus Lockschen/SP-X, 13. Juni 2012

Als der Schweizer Nicolas Hayek vor gut zwei Jahrzehnten sein Lieblingsprojekt mit dem Konzept Smart, damals noch City Coupé genannt, vorstellte, sollte es ein Kleinstwagen sein, angetrieben von Elektromotoren direkt an den Rädern. Projektpartner Daimler-Benz weigerte sich, der Swatch-Gründer stieg aus und überließ den Stuttgartern seine Idee. Eile mit Weile, dachte sich Daimler und hat jetzt, nachdem seit 2007 die erste Elektro-Smarts zu Testzwecken gebaut wurden, serienmäßig die Elektrifizierung des Kleinstwagens umgesetzt. Die Produktion des Smart Fortwo Electric Drive ist, wenn auch ohne Radnabenmotoren, im Werk Hambach angelaufen, im Spätsommer kommt der Wagen in den Handel. Damit ist Smart auch der erste deutsche Hersteller eines rein batterieelektrischen Serienautos.

Beim Preis muss sich der Käufer des Mini-Stromers auf einen satten Aufschlag gefasst machen. 23.700 Euro, damit rund 10.000 Euro mehr als für den Benziner, sind auf den Tisch zu legen, will man Fahrzeug samt Akku sein Eigen nennen. Das Cabriolet kostet noch einmal rund 3.000 Euro mehr. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann den Batterieflitzer auch ohne das Lithium-Ionen-Paket ordern und den Hochvolt-Akku stattdessen für 65 Euro im Monat mieten. „sale&care“ nennt Daimler dieses Finanzierungsmodell, bei dem das Gewährleistungsrisiko für die Batterietechnik beim Hersteller bleibt. Über zehn Jahre hinweg wird dem Nutzer garantiert, dass der Akku einen bestimmten Leistungswert erbringt. Kunden, die sich für das Auto ohne Akku entscheiden, zahlen dann knapp 19.000 Euro für das Coupé und 22.000 für das Cabrio.
Der elektrische Smart ist ein Smart, wie man ihn kennt - innen wie außen. Jede Farbe ist möglich, auch das Angebot von Brabus tailor made lässt sich nutzen. Im Fahrzeuginneren zeigen sich auf den ersten Blick keine Unterschiede zur Version mit Verbrennungsmotor, nur Uhr und Drehzahlmesser sind gegen Instrumente zum Ladezustand und dem Energiefluss der Batterie getauscht.

Im Vergleich zum Vorgängermodell, von dem lediglich rund 2.000 Autos aus dem Produktionsprozess herausgenommen und in Handfertigung quasi nachelektrifiziert wurden, hat der jetzige Fortwo Electric Drive deutlich an Leistung zugelegt. Der Motor, ein Produkt aus einem Joint Venture mit Bosch, bringt es im Dauerbetrieb auf eine Leistung von 35 kW/48 PS und in der Spitzenlast auf 55 kW/75 PS. Er liefert ein maximales Drehmoment von 130 Nm. Damit schafft der heckgetriebene, immerhin 900 Kilogramm schwere Flitzer 125 km/h Spitze und zieht fast mit den konventionellen Brüdern gleich. Durchaus agil und leichtfüßig ist der Smart in der Beschleunigung: aus dem Stand wird bereits nach 4,8 Sekunden Tempo 60 erreicht. Da macht die Stadtfahrt Spaß. Binnen 11,5 Sekunden liegt die 100er Marke. Bei der Vorserienversion vergingen in dieser Standarddisziplin noch fast 27 Sekunden.

Und auch bei der Reichweite hat der Autobauer zugelegt. Statt zuvor 120 sollen nun 145 Kilometer möglich sein, bis der 175 Kilogramm schwere Akku, der sich im Sandwichboden befindet, eine Ladestation braucht. Die Verweilzeit an einer Haushaltssteckdose beträgt sieben Stunden. An einer Wallbox oder öffentlichen Ladestation muss sechs Stunden pausiert werden. Schneller geht es mittels Hochvolt-Schnellladung. Dann ist der Ladevorgang in weniger als einer Stunde erledigt.

Bei Elektroautos ist die Klimatisierung ein heikles Thema. Dank eines intelligenten Isolationssystems soll sich die passende Temperierung des Innenraums jedoch nicht allzu negativ auf die Reichweite auswirken. Die serienmäßige Klimaanlage lässt sich während des Ladevorgangs auch per Internet oder Smartphone zur Vorklimatisierung ansteuern.

Zu genauen Produktionszahlen zum Elektro-Smart hält sich die Daimler-Tochter bedeckt. Nur so viel gibt sie bekannt: fünfstellig für sämtliche Märkte soll sie sein. Man darf gespannt sein.

Ganz im Zeichen der Zeit wird der Smart Fortwo nun als elektrisch angetriebener City-Flitzer gebaut und ist damit auch das erste rein batteriebetriebene Serien-Elektroauto eines deutschen Herstellers. Die Kunden haben die Wahl, ob sie den notwendigen Akku kaufen oder mieten.

Fazit
Ganz im Zeichen der Zeit wird der Smart Fortwo nun als elektrisch angetriebener City-Flitzer gebaut und ist damit auch das erste rein batteriebetriebene Serien-Elektroauto eines deutschen Herstellers. Die Kunden haben die Wahl, ob sie den notwendigen Akku kaufen oder mieten.

Quelle: Autoplenum, 2012-06-13

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