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Neuer Mitsubishi i-Miev

Monacos Staatsoberhaupt Prinz Albert II fährt Kleinwagen – Hat die Wirtschaftskrise bis nach ganz oben durchgeschlagen, wenn schon der Adel von Geburts Gnaden Miniautos fahren muss? Mitnichten. Die ersten vier Mitsubishi mit dem schon brutal kryptischen Namen i-MiEV („Mitsubishi innovative Electric Vehicle“) wurden im November 2009 an Prinz Albert II übergeben. Doch Fahrer Prinz greift in Zukunft wohl eher selten in die Lenkradspeichen.

Die geleasten i-MiEV sollen bei den örtlichen Behörden und Institutionen des Fürstentums eingesetzt werden, unter anderem bei der Post, der monegassischen Telefongesellschaft und dem heimischen Stromversorger SMEG. Monaco will dadurch, ohne das Kohlendioxidschleudern wie Ferrari oder Rolls-Royce abgestellt werden, den CO2 Ausstoß im Land senken und so einen „großen Beitrag zum Umweltschutz“ leisten – naiv?

Trotzdem steht der in Japan seit Sommer 2009 verkaufte 3,40 m-Mini für etwas Gutes ein: Nicht für die ökologische Verruchtheit von vier Zylindern, sondern für abgasfreie 22 Lithium-Ionen-Akkus (im Fahrzeugboden), die unzweifelhaft für den Beginn der E-Moderne stehen: das erste Elektroauto in Großserie.

64 PS und 180 Nm - klingt ja nicht viel. Aber das für einen Kleinwagen doch erhebliche Drehmoment steht beim Elektromotor grundsätzlich schon sehr früh – fast sofort – zur Verfügung. Das reicht für 130 km/h Spitze. Man spürt aber auch genauso flott, dass der mit einem stufenlosen Wechselgetriebe verbandelte 1,1-Tonner kein überzeugter Sportsmann ist. Wegen der 16,2 s bis 100 km/h, oder wenn der Pilot nach ca. 120 km Reichweite partout keine Steckdose findet und vom Auto zwangsweise auf stand-bye geschaltet wird. Die Dosen gibt es zwar heute in jeder Garage, aber nicht jeder hat eine. Und auf Reisen? Das Laden dauert sieben Stunden. Über einen Drehstrom-Anschluss ließen sich zwar vier Fünftel der Akkukapazität in einer halben Stunde nachtanken, doch das kommt erst in Zukunft – Tankstellen verkaufen heute vor allem Benzin. Und Bier. Beides nützt dem tanklosen Japaner noch herzlich wenig.

Dem leisen E-Motor – Achtung Fussgänger! – tut gut, dass er beim Rollen und Bremsen selbst zum Generator wird und den Akku lädt, und dass sich der Eco-Modus zuschalten lässt (reduzierte Leistung: 24,5 PS). Wenn jedoch weitere Verbraucher neben dem Elektromotor eingeschaltet werden (Licht, Scheibenwischer, Radio, AC), geht es dem Aktionsradius ziemlich an die Wäsche: Eine mit voller Leistung arbeitende Air Condition verringert den Fahrtradius um ca. 20 %. Echt sparen lässt sich auch – noch – nicht. Bei einem Grundpreis von 34.000 Euro. Und ganz so sauber und ökologisch, wie oft angenommen, ist ein Elektroauto dann doch nicht, denn der Strom kommt aus dem (C02 pustenden) Kraftwerk. Um Strom für 100 km Fahrt zu produzieren, werden daher mindestens 70 g CO2 freigesetzt – was heute jedoch immer noch konkurrenzlos wenig ist. Das kostet den Verbraucher schmale 3,50 bis 4 Euro alle 100 Kilometer. Der neue Mitsubishi ist damit fraglos der mutige Schritt in die richtige Richtung. In Japan sind die ersten 1.400 schon ausverkauft. Probefahrt bekommt man versprochen unter: www.imiev-probefahren.de/microsite.html. Nach Deutschland kam der elektrifizierte Viersitzer als Linkslenker aber erst im Januar 2011. Im Februar 2012 kommt nun das Facelift.(le)