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Testbericht

9. Dezember 2014
Am 29. September 2013 sah Redakteur Jens Dralle schwarz: Kurz nach dem Tanken im österreichischen Steinhäusl und dem trägen Hochfahren des Navigationssystems erschien auf dem Bildschirm des Audi A6 Avant ein dunkles Feld, wo sonst Straßen und Landschaften Orientierung bieten. Militärisches Sperrgebiet? Terra incognita? Landeplatz für Außerirdische? Nichts dergleichen, der graue Audi hatte einfach mal einen schlechten Tag – ach was, ein paar Sekunden lang keine Lust, immer effizient und unauffällig den Musterschüler zu geben und dann doch nur wieder als Streber dazustehen. Es blieb – das sei vorweg gesagt – die einzige kurze Laune, die sich der Audi A6 Avant seit Dienstantritt in der Redaktion Ende Oktober 2012 über 100.000 Kilometer leistete. Ansonsten machte er sich höchstens mal durch vorlautes Piepsen beim Öffnen der Tür mit laufendem Motor oder Hinweisen wie "Service fällig" und "Bremsen prüfen" bemerkbar. Auch in den gelben Karten, die jeden Testwagen als Fahrtenbuch begleiten, blieb die Spalte für Bemerkungen auffällig leer. Neben den üblichen Betankungen und Ölstandsmessungen gibt es fast nur Hinweise auf Wagenwäschen, Saugen und saisonbedingte Reifenwechsel.

Audi A6 Avant mit 313PS und 650Nm Drehmoment
Dabei hat der fast fünf Meter lange Kombi mit dem Dreiliter-Biturbo-TDI und serienmäßigem Allradantrieb einiges erlebt, war viel auf Langstrecken unterwegs, oft mit mehreren Passagieren und Messausrüstung, bisweilen sogar mit Oldtimern oder Booten im Schlepptau. Schon wegen seiner Zuglast (gebremst 2.100 kg) und der unerschütterlichen Traktion fand der Audi A6 Avant viele Anhänger, aber noch mehr begeisterte alle Fahrer sein enorm druckvolles V6-Triebwerk. Die beiden stufenweise rotierenden Turbos sind so perfekt aufeinander abgestimmt, dass die Wucht von 313PS und 650Nm Drehmoment in jeder Lebenslage für ansatzlosen, fein dosierbaren Schub sorgt.Außerdem lassen die zarte Standgas-Aussprache und die locker erreichbaren 5.200 Umdrehungen fast vergessen, dass hier ein Diesel mit bis zu 2,2 bar Ladedruck arbeitet. Sogar das Nageln wird von einem Soundaktuator mit gegenphasigem Schall in einen etwas künstlichen, aber im Dynamic-Modus herrlich wummernden V8-Klang verwandelt. Dann hält auch die Achtstufen-Wandlerautomatik des Audi A6 Avant die Gänge spürbar länger, während sie gewöhnlich schnell und unauffällig in die höchste Fahrstufe wechselt. Gut so, denn 140km/h mit nur 1.600/min dämpfen sowohl das Innengeräusch wie den Verbrauch.

Audi A6 Avant im Durchschnitt mit 9,0 l/100 km
Von 6,1 bis 11,2 Liter Diesel pro 100 km reicht das Spektrum, der Durchschnittswert über die gesamte Laufzeit (9,0 l) verdient für einen derart starken und großen Zweitonner Respekt, zumal die Dauertest-Rivalen in dieser Klasse durchweg schwächer und nur zweiradgetrieben waren. Nicht ganz so schonend ging der Audi A6 Avant mit den Bremsen um, denn bereits mit gut 38.000 Kilometern auf dem Tacho mussten neben allen Belägen auch die hinteren Bremsscheiben ausgetauscht werden. Bei 83.000 km war dann eine Rundumsanierung der sehr effizienten Stopper fällig, die mit 1.563,68 Euro den größten Posten auf der Serviceliste ausmachte.

Dynamischer Zweitonner
Den Verschleiß an Sommer- und Winterreifen im 18-Zoll-Format kann man hingegen als niedrig bezeichnen: Der Goodyear Efficient Grip hatte nach 42.640 km noch 20 Prozent Restprofil, die beiden Sätze Dunlop Winter Sport 3D zeigten – bei geringerer Laufleistung – ähnlich wenig Abnutzung bei sehr angenehmem Federungskomfort. Hier wirkt sich die Kraftverteilung auf alle viere ebenso positiv aus wie bei den agilen, äußerst sicheren Fahreigenschaften, die weit mehr draufhaben, als sich im normalen Straßenverkehr realisieren lässt. Selbst im Slalom und Iso-Wedeltest kaschiert der Audi A6 Avant geschickt seine Pfunde, folgt akkurat und nur leicht untersteuernd der elektromechanischen Lenkung und zeigt dabei kaum Wank- oder Seitenneigung.All das ist nicht zuletzt ein Verdienst der 1.950 Euro teuren Luftfederung, die nur selten ein zartes Poltern durchlässt und ansonsten fast alle Unebenheiten geschmeidig aufsaugt. Eine unbedingte Empfehlung verdienen ebenso die angenehm straffen, gut konturierten Sportsitze des Audi A6 Avant, das inzwischen serienmäßige adaptive Xenon-Licht sowie das Assistenzpaket mit Einparkhilfe, Spurassistent und automatischer Geschwindigkeitsregelung, die das Fahren in der Kolonne deutlich entspannter und sicherer macht. Für das optionale MMI-Navigationssystem konnten sich jedoch nicht alle Nutzer erwärmen: Es fährt langsam hoch, irritiert trotz vieler Tasten mit zahlreichen Untermenüs und erinnert mit seinen holprigen, synthetischen Sprachansagen an längst überwunden geglaubte Zeiten.

Audi A6 erfüllt Euro-6-Abgasnorm
Die Nachbesserung beim frisch gelifteten Audi A6 Avant bringt hier hoffentlich Abhilfe, und der auf 320PS erstarkte Biturbo-TDI erfüllt nun die Euro-6-Abgasnorm bei einem um 0,3 l/100 km gesenkten Normverbrauch. Selbst die Materialanmutung im Innenraum wurde nochmals gesteigert, was angesichts des generell sehr guten Qualitätseindrucks entbehrlich scheint. Denn sowohl dem Lack wie dem Interieur sind die vielen Kilometer kaum anzusehen, es gibt weder lose Teile noch durchgesessene Polster, und die Karosserie wirkt so steif und passgenau wie am Tag der Auslieferung. Da ahnt man zumindest, wo das viele Geld steckt.Dabei sind die 61.400 Euro wirklich nur als Basispreis zu verstehen. Wie im Testwagen lassen sich leicht weitere 20.000 Euro für Extras versenken, die beim Wiederverkauf zwar erwartet, aber kaum honoriert werden. So darf man für den gerade eingefahrenen Audi A6 Avant nur 46,2 Prozent des Neuwerts bei der Trennung erwarten. Doch wer will sich schon von so einem Musterschüler trennen, der auch noch ein echter Kumpel ist.

So beurteilen automotorundsport-Leser den Audi A6
Bis heute habe ich mit meinem Audi A6 Avant rund 120.000 Kilometer ohne Mängel und Probleme zurückgelegt. Das Auto ist ausgewogen und ausreichend komfortabel, die Steuerung des MMI logisch und übersichtlich. Mit dem Quattro-Antrieb konnte ich ganz sicher über vereiste Straßen und durch Schneewehen fahren, wobei der Diesel-Verbrauch bei zurückhaltender Fahrweise zwischen 6,0 und 6,5 Litern auf 100 km schwankt. Frantisek Simak, CZ-25228 CernosiceIch fahre seit November 2011 einen Audi A6 Avant 2.0 TDI. Nach dem ersten Winter war eine Wischwasserdüse verstopft und wurde gewechselt. Ansonsten hatte ich keinerlei Probleme mit dem Auto, es knarzt, quietscht und klappert nichts. Auch ein Turboloch gibt es nicht mehr, die Leistung entfaltet sich sehr gleichmäßig. Dabei hört sich der Motor eher nach einem Alfa Romeo der 70er-Jahre als nach einem Diesel an. Fabrice Rossetti, CH-8134 AdliswilMein Audi A6 Avant 3.0 TDI mit dem Biturbo-Diesel hat nach neun Monaten 55.000 Kilometer auf dem Tacho, und bisher gab es keinen einzigen Schaden oder Fehler. Die WLAN-Verbindung funktioniert ebenso perfekt wie der Fernlichtassistent, und die Lenkung, die bisweilen als zu lasch bezeichnet wird, kann man über die Fahrwerkseinstellung im Bordmenü ganz nach Bedarf etwas strenger oder sanfter auslegen. Sowohl mit dem Wagen wie mit der Werkstatt bin ich insgesamt sehr zufrieden. Thomas Englbrechtsmüller, 80335 MünchenBereits seit zwölf Jahren fahre ich jetzt den Audi A6 Avant, und wie bei den Vorgängern war beim aktuellen 2.0 TDI nach knapp 100.000 Kilometern die Abgasrückführung defekt. Zeitgleich war auch die Kupplung verschlissen und musste ausgewechselt werden. Außerdem funktioniert die Koppelung mit dem Handy nicht, mehrere Abstürze pro Tag sowie miserabler Empfang mit schlechter Sprachqualität sind normal, und im Navi für über 2.000 Euro fehlen Straßen und Tankstellen, die schon seit Jahren fertig sind. Positiv: sehr sparsam, kein Ölverbrauch und zuverlässig. Ernst Sailer, 89257 BellenbergNach 15 Monaten und bisher 45.000 Kilometern ohne Probleme und Störungen bin ich mit meinem Audi A6 Avant Biturbo-TDI außerordentlich zufrieden. Mit Luftfederung und 20-Zoll-Rädern ist der Komfort sehr gut, die Motorleistung ausgezeichnet und die Verarbeitung über jeden Zweifel erhaben. Der Verbrauch liegt bei 8,1 l/100 km, doch der Bordcomputer rechnet nicht ganz korrekt. Jörn Deichmüller, 31542 Bad NenndorfDer Audi A6 Avant 2.0 TDI ist seit vielen Jahren mein erster Fronttriebler und hat meine Vorurteile gegenüber dieser Bauart wieder bestätigt: Schon bei leicht feuchter Fahrbahn drehen die Vorderräder beim Anfahren hilflos durch. Ansonsten ist das Auto wie der Vorgänger absolut zuverlässig und das ideale Langstreckenfahrzeug. Im gemischten Betrieb liegt der Verbrauch bei 6,2 l/100 km, minimal sogar bei 4,6 Litern. Hinzu kommen der gute Komfort, die intuitive Bedienung und die Platzverhältnisse, die vorn wie hinten auch für Großgewachsene reichen. Andreas Hensing, 22761 Hamburg
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-12-09

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