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Testbericht

7. August 2011

Schön eigentlich, dass sich die Berichterstattung über ein neues Auto nicht mehr auf das jahrzehntelang übliche "größer, stärker, aber auch schwerer" beschränken muss. Seit ein unsichtbares Gas namens Kohlendioxid zu einem dominanten Bestandteil unseres Lebens wurde, ist bei der Automobil-Entwicklung auch wieder Fortschritt zu verzeichnen, von dem der Kunde wirklich etwas hat. Der Kraftstoffverbrauch sinkt auf breiter Front. Beim neuen Audi A6 Avant, so verkünden die vom Hersteller genannten Daten, ist der Durst gegenüber dem gewiss nicht verschwenderischen Vorgänger um bis zu 18 Prozent zurückgegangen. Das Gewicht spielt dabei eine entscheidende Rolle. Rund 70 Kilogramm konnten am Audi A6 eingespart werden dank einer Karosserie, die zu 20 Prozent aus Aluminium besteht. Feinarbeit an sämtlichen zur Verfügung stehenden Motoren kommt dazu –- außerdem natürlich ein serienmäßiges Start-Stopp-System, das im Normzyklus 0,4 Liter/100 km einspart.

313 PS bei 6,4 Liter Verbrauch Ein Generator, der in Schub- und Bremsphasen kinetische in elektrische Energie verwandeln kann, trägt weitere 0,2 Liter bei. Kleine Schritte, aber sie summieren sich zu einem eindrucksvollen Gesamtergebnis – beispielsweise zu einem allradgetriebenen, 313 PS starken Audi A6 Avant mit Achtgang-Automatik, der im NEFZ-Zyklus nur 6,4 Liter/100 km zu sich nimmt. Der Motor, der das zuwege bringt, ist ein neuer Top-Diesel, der im Gegensatz zu seinen schwächeren Brüdern gleichen Hubraums von zwei Turboladern unter Druck gesetzt wird. Der kleinere der beiden übernimmt im unteren Drehzahlbereich die Arbeit, ab 3.500 Umdrehungen übergibt er an ein größeres Exemplar. Heraus kommt dabei im Audi A6 Avant ein urgewaltiges Drehmoment von 650 Nm, das in einem weiten Bereich zwischen 1.450 und 2.800/min zur Verfügung steht und – das zeigt schon der erste Fahreindruck – für ebenso souveränen wie komfortbetonten Vortrieb sorgt. Dieses verrät, dass man es mit einem Diesel zu tun hat, während die Geräuschentwicklung das recht erfolgreich kaschiert. Denn der stärkste 3.0 TDI besitzt im Audi A6 Avant erstmals einen so genannten Sound-Aktuator, der in einen Bypass der Auspuffanlage integriert ist: ein kleiner Lautsprecher, der unerwünschte Geräusche mit einem Gegenschall überlagert – ähnlich wie jene aktiven Kopfhörer, mit denen man sich auf einer Flugreise einen künstlichen Ruheraum schaffen kann.

Tanz vor der Heckklappe des Audi A6 Avant Was man von einem Audi erwartet – erst recht in dieser gehobenen Klasse – ist vorhanden: mustergültige Qualität etwa, da muss man nicht viele Worte verlieren. Ebensowenig wie über die zahlreichen Assistenzsysteme, die dem derzeitigen Stand der Technik entsprechen. Neu dagegen die Nummer "Jetzt trete ich ihn in den Hintern". Wer sich, schwer beladen mit Supermarkt-Einkäufen und ohne freie Hand, dem Heck des Audi A6 Avant nähert, muss unterhalb des Stoßfängers nur "ein bestimmtes, definiertes Bewegungsmuster" ausführen, damit ein Bewegungssensor den Befehl zum Öffnen der Heckklappe gibt. Gefordert wird eine Kickbewegung, deren perfekte Beherrschung geübt werden sollte, will man nicht vor den Augen der Umwelt dastehen wie jemand, der für einen Cancan-Auftritt im Moulin Rouge übt. Ist die Klappe erst einmal offen, steht im Audi A6 Avant ein stattlicher Kofferraum zur Verfügung, der 565 Liter zu fassen vermag, wenn die Rücksitze in ihrer aufrechten Position verbleiben. Eine niedrige Ladekante (63 Zentimeter) erleichtert das Beladen, zum Befestigen des Gepäcks dienen vier Verzurr-Ösen, die sich in den im Boden eingelassenen Schienen ganz nach Bedarf verschieben lassen.

Luftfederung für mehr Fahrdynamik Werden die Lehnen der Rücksitze umgeklappt, was mühelos mit einem Zug an den seitlich in der Verkleidung angebrachten Tasten erfolgt, wächst der Gepäckraum des Audi A6 Avant auf 1.680 Liter. Weil nur die Lehnen, nicht aber die Sitzflächen beweglich sind, entsteht allerdings keine ganz ebene Ladefläche. Gegen Aufpreis kann man den Audi A6 Avant auch mit Luft- statt der serienmäßigen Stahlfederung bekommen. Adaptive Dämpfer sind dann ebenfalls an Bord, womit der Fahrer zwischen einer komfortbetonten oder sportlich-straffen Abstimmung wählen kann. Das Options-Fahrwerk bringt fahrdynamische Vorteile sowie eine Niveauregulierung, die das Absinken des Hecks bei hoher Zuladung verhindert. Es fehlt also an nichts, und schon deshalb bietet der neue Audi A6 Avant alle Voraussetzungen, ähnlich erfolgreich zu werden wie sein Vorgänger. Schon im hausinternen Vergleich war er mit deutlich über 60 Prozent Verkaufsanteil viel beliebter als die Limousine.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2011-08-07

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