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Testbericht

16. November 2014
Jetzt fahren sie wieder alle auf dem gleichen Stand, die drei Oberen der deutschen Mittelklasse: Nachdem Mercedes der E-Klasse im Frühjahr einen neuen Look verpasst und BMW den 5er im Sommer aufgewertet hat, pflegt nun Audi den A6 äußerst behutsam. Vorne ist der Neue ein wenig markanter, hinten etwas glattflächiger – reicht das, um sich die beiden Rivalen vom Leib zu halten? Nein, das alleine nicht. Doch das Einschneidende ändert sich im Inneren: unter der Fronthaube mit neuen Euro-6-Motoren und unter dem Armaturenbrett mit dem aktualisierten MMI genannten Infotainment-System. Dabei erhält der Audi A6 nicht das volldigitale Display, das Audi jüngst im TT vorgestellt hat, sondern muss mit der gepimpten A3-Plattform auskommen – immerhin erweitert um bessere Ausflugsmöglichkeiten ins Internet. Bringt das den stets zitierten Vorsprung durch Technik?

Audi A6 kann Musik streamen
Serienmäßig sind das Bediensystem MMI Radio und die Komfortklimaautomatik im Audi A6 an Bord; darauf kann der Kunde aufbauen. Etwa mit dem MMI Navigation plus samt der Möglichkeit, per Finger Buchstaben auf einer berührungsempfindlichen Fläche einzugeben. Nächster Baustein ist das Connect-Paket; es saugt Daten via LTE-Standard so schnell aus dem Internet, dass sich Musik übertragen (streamen) lässt – etwa über das Internetradio Aupeo oder den Online-Musikdienst Napster.Tatsächlich funktioniert das Streamen im Audi A6 nur, wenn man sich mit seinem Smartphone bei Napster anmeldet, was eine monatliche Gebühr kostet; zudem muss sich der Kunde eine kostenlose Applikation von Audi herunterladen. Dann fungiert das eingeloggte Handy im A6 sozusagen als Medium für die Internet-Songs. Während der ersten Ausfahrt rund um Dresden zeigte sich, wie einfach das Ganze klappt – und wo die Schwachstelle liegt: Gibt es auf dem Land keinen oder nur schlechten Handy-Empfang, dann bricht der Stream ab.

Mercedes liegt bei Nutzung der neuen Medien hinten
Auch der Käufer eines BMW 5er kann auf die über 20 Millionen Titel von Napster zugreifen, falls er sein iDrive-System mit dem Paket Online Entertainment erweitert. Mercedes dagegen verweist auf das optionale Internet-Radio und auf 10 Gigabyte Speicherplatz für die eigene Musiksammlung. Damit liegen die Stuttgarter nach wie vor hinten, wenn es um die Nutzung der neuen Medien geht. Es fehlt zudem an einem Stauinfosystem, das auf die aktuellen Handydaten zurückgreift – Audi A6 und BMW 5er bieten so etwas.Wo die E-Klasse dagegen nach wie vor top ist: beim Fahrkomfort – erst recht wenn die Luftfederung bestellt wurde. Doch auch der Audi A6 schwebt auf Wunsch auf Luftkissen, und BMW zeigt schon seit einigen Modellen, dass sich ein adaptiver Stoßdämpfer bestens zwischen sportlich-straff und sämig-komfortabel spreizen lässt.

Audi A6 mit neuem Zweiliter-Motor
Apropos Komfort: Der überarbeitete Zweiliter-Diesel des BMW 520d läuft noch einmal ruhiger als sein Vorgänger und geht mit der Achtgang-Wandlerautomatik eine wunderbar harmonische Symbiose ein. Der selbstzündende 2,1-Liter des Mercedes E 250 dagegen rumort deutlich vernehmbar aus dem Motorraum, schiebt aber mit der Gewalt seiner 500Nm noch eindrucksvoller aus dem Keller. Dass seine Siebengangautomatik eher schaltfaul ist, stört da kaum. Und der Audi A6?Im Audi A6 säuselt die neue Generation des Zweiliter-TDI. Ja, ganz recht, er säuselt. Der neue Vierzylinder mit zwei Ausgleichswellen im Kurbelgehäuse läuft um so viel geschmeidiger als sein Vorgänger, dass man ins Grübeln kommt: Klingt das tatsächlich noch nach Diesel oder schon nach Benziner? Die Grenzen verschwimmen immer mehr.

Getriebe mit Segelfunktion
Verglichen mit der Mercedes E-Klasse legt der Audi A6 verhaltener los. Sein 190-PS-TDI setzt eher auf gleichmäßige Kraftverteilung und schnelle Gangwechsel. Mit der neuen VierzylinderGeneration kehrt Audi von der viel gescholtenen Multitronic ab und setzt stattdessen auf das Doppelkupplungsgetriebe, das seinen Job deutlich besser erledigt.Über das Audi Drive Select ist der Modus Efficiency anwählbar; hier bemüht sich das Getriebe, besonders früh hochzuschalten. Dabei verkneift sich der seidige Zweiliter Brummtöne jeglicher Art. Wer nach dem Beschleunigen auf ebener Strecke vom Gas geht, segelt automatisch im Leerlauf und spart so Sprit. Das anschließende Einkuppeln haben die Ingenieure so weich hinbekommen, dass man es kaum merkt. Hier trifft der Vorsprung durch Technik tatsächlich zu – gegenüber dem Mercedes. Der E 250 Bluetec hat keine Segelfunktion. Der 520d schon. Die Sparbemühungen sollen beim Audi A6 2.0 TDI mit Doppelkupplungsgetriebe einen Verbrauch von 4,2 Litern Diesel auf 100 Kilometer ermöglichen. Der 520d liegt bei der Werksangabe ein Zehntel drunter, der Mercedes fast einen halben Liter darüber. Den tatsächlichen Verbrauch der drei Kontrahenten wird automotorundsport demnächst im Rahmen eines Tests ermitteln, ebenso natürlich wie Fahrleistungen und Fahrdynamik. Doch schon bei der ersten gemeinsamen Ausfahrt zeigt sich der Audi A6 als ganz der Alte. Kunststück: Am Fahrwerk der Limousine wurde auch nichts geändert – der Avant genannte Kombi dagegen erhält als 2.0 TDI Federn aus glasfaserverstärktem Kunststoff; gegenüber Stahl spart das laut Audi 4,4 Kilogramm ein.

Audi A6 als Einziger mit Vorderradantrieb
Dass der Audi A6 im Vergleich als Einziger auf Vorderradantrieb setzt, merkt man nur in engen Kehren. Davon abgesehen lassen sich kaum Antriebseinflüsse feststellen – eine besonders ausgeprägte Sportlichkeit allerdings auch nicht. Der Audi fährt so, wie es sich für eine Fünfmeter-Limousine geziemt: unaufgeregt, sicher und schnell – ähnlich wie der BMW 5er. Die unerschütterliche Gelassenheit des Mercedes erreichen allerdings beide nicht. Noch immer ist die Mercedes E-Klasse ein (sehr, sehr teures) Komfort-Refugium der besonderen Art. Andererseits sträubt sie sich dank Verstellfahrwerk im Modus Sport noch nicht einmal gegen Kurvenräuberei.Es scheint, als lernten die großen deutschen Premiumhersteller voneinander und perfektionierten damit ihre Produkte immer stärker. Alle drei bauen Limousinen der Extraklasse und bieten damit Reisekomfort auf einem Niveau, das dem früherer Luxusliner entspricht. Jeder Modellwechsel lässt Audi A6, 5er und E-Klasse enger zusammenrücken. Beim anstehenden Vergleichstest dürfte es knapp werden.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-11-16

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