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Testbericht

15. Oktober 2012

Das Beste aus Limousine und Geländewagen will der Citroen C4 Aircross laut Werbung miteinander vereinen – eine selbstbewusste Ansage. Wobei zunächst einmal zu definieren wäre, was denn bitteschön die besten Eigenschaften der beiden Gattungen sind. Aber verlieren wir uns nicht in akademischen Diskussionen, sondern betrachten stattdessen die beiden Probanden genauer. Franzose mit asiatischer Herkunft Auf der einen Seite der Newcomer mit französischem Flair und asiatischer Herkunft: Der Citroen C4 Aircross ist eigentlich ein aufgedonnerter Mitsubishi ASX, auch wenn man das westlich von Saarbrücken nicht so gerne hört. Er trägt stolz den großen Doppelwinkel an der Front, vertikal angeordnete Tagfahrlicht-Streifen samt angedeuteter Lufteinlässe und rollt immerhin auf 18-Zoll-Rädern umher, sprich: Er pflegt einen optisch recht auffälligen Stil. Auf der anderen Seite der etablierte Nissan Qashqai: Obwohl auch er auf 18-Zöllern vorfährt, wirkt seine Erscheinung etwas bescheidener und weniger bullig. Er ist im positiven Sinn eher konventionell gestylt und kommt visuell schlanker daher. Dabei unterscheiden sich die beiden SUV in ihren wesentlichen Abmessungen kaum: Maximal 17 Millimeter trennen sie bei Länge, Breite und Höhe sowie der Spurweite, lediglich beim Radstand sind es 40 Millimeter zugunsten des Citroen C4 Aircross.

Citroen C4 Aircross 95 kg schwerer als Qashqai Größer sind die Unterschiede bei den Werten, die nicht auf Anhieb sichtbar sind: 95 kg mehr bringt der Citroen C4 Aircross auf die Waage und darf – bei vergleichbarem Gesamtgewicht – 120 Kilo weniger zuladen. Beim Kofferraumvolumen liegt er im Normalfall 32 Liter vor dem Nissan Qashqai. Klappt man jedoch die Rücklehnen um, schluckt der Japaner zusätzlich exakt das Zehnfache dieses Wertes. Glücklicherweise ist der Unterschied beim Spritverbrauch nicht ganz so eklatant, doch dazu später mehr. Für den ersten Vergleich orderten wir die jeweils stärkste Dieselversion mit Schaltgetriebe. So fuhr der Nissan Qashqai dCi 130 mit seinem jüngsten 1,6-Liter-Selbstzünder mit 130 PS vor, der Citroen C4 Aircross 150 HDi 4WD mit dem 1,8-Liter-HDi und 150 PS. Ein Nachteil für den Japaner? Nur dem ersten Anschein nach. Denn das Renault-Nissan-Aggregat entwickelt trotz seines Hubraum-Nachteils ein höheres Drehmoment, das zudem früher anliegt – eine Charakteristik, die sich auf der Straße deutlich bemerkbar macht. Während der Qashqai vergleichsweise flink auf Gasbefehle reagiert und sich nach Dieselmaßstäben recht schnell die Drehzahl-Skala emporhangelt, wirkt der Citroen C4 Aircross im direkten Vergleich beim Durchzug träger und kommt erst ab 2.000 Touren unter hörbarem Turbo-Pfeifen so richtig in Fahrt. Dafür hat er bei der Höchstgeschwindigkeit laut Werksangabe die Nase vorn.

Qashqai mit guter Mischung aus Fahrkomfort und Straßenlage Beim Fahrwerk heißt es wieder: Vorteil Nissan. Denn der Nissan Qashqai dCi 130 bietet eine bekömmliche Mischung aus Fahrkomfort und Straßenlage, ohne bei Seitenneigung oder Dämpferhärte unangenehm aufzufallen. Der Citroen C4 Aircross 150 HDi 4WD ist ebenfalls nicht unkomfortabel. Allerdings spricht seine Federung auf schlechter Strecke träger an und stellt bei gröberen Asphalt-Aussetzern eher auf stur – mit dem Ergebnis, dass stärkere Schwingungen eher bei den Insassen ankommen als im Nissan. Geht es um die präzise Kurvenfahrt, kann der Nissan Qashqai abermals punkten. Seine elektrisch unterstützte Lenkung reagiert schnell und erfordert ein angenehmes Maß an Betätigungskraft (nicht zu leicht!). Die ebenfalls elektrische Citroen-Steuerung ist um die Mittellage spürbar unpräziser, das heißt im Alltag sind im Citroen C4 Aircross eher kleine Lenk-Korrekturen nötig.

Citroen C4 Aircross mit 30-Gigabyte-Festplatten-Navi Korrekturen an der Sitzposition lassen sich im Citroen C4 Aircross 150 HDi auf Wunsch elektrisch erledigen (Bestandteil des Leder-Pakets, 1.800 Euro) – eine Option, die der Nissan Qashqai nicht bietet. Dafür kommt er in der Ausstattungslinie I-Way mit Ausnahme der hier ebenfalls nicht verfügbaren Xenon-Scheinwerfer vollständig ausgestattet daher: Eine Zweizonen-Klimaanlage (im Citroen nicht verfügbar) gehört ebenso dazu wie das Panorama-Glasdach (Aircross: 850 Euro Aufpreis) und das Navigationssystem Connect inklusive Freisprecheinrichtung und vier Außenkameras. Letzteres gefällt vor allem aufgrund seiner benutzerfreundlichen Kombination von klassischen Drucktasten und kleinem Berührbildschirm. Einziges verbleibendes Extra in der Preisliste: Metallic-Lack. Der Citroen C4 Aircross als das jüngere Auto im Vergleich kontert an der Multimedia-Front gekonnt mit einem 30-Gigabyte-Festplatten-Navigationsradio, das seine Klänge auf Wunsch über ein 710 Watt starkes Soundsystem (800 Euro) in den Innenraum pumpt. Bleibt noch der Blick auf die Tankquittungen: Der Citroen C4 Aircross 150 HDi konsumiert (nur mit Frontantrieb gefahren) im Mittel rund 0,7 Liter Diesel mehr als der frontgetriebene Nissan – kein Ausschlusskriterium. Dies gilt eher für seinen Preis.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-10-15

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