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Testbericht

25. August 2014
Sollte weniger wirklich mehr sein, was ist dann mehr? Das fragen wir uns in unserem kleinen Kolleg Hobby-Philosophie und begrüßen Sie damit zum Fahrbericht des Citroën C4 Cactus, eines Autos, bei dem sich die Franzosen erneut trauen, eigene Kunden zu überraschen und fremde zu verwirren. Dabei kamen immer die beeindruckendsten Modelle heraus, wenn auch die Geschichte der Marke zeigt, dass ein echter Citroën nicht unbedingt ein erfolgreicher werden muss.

Citroën C4 Cactus mit reduziertem Innenraum
Der Citroën C4 Cactus jedenfalls lässt keinen Zweifel daran, dass keine andere Firma ihn hätte entwickeln können. Im Mehren des Wenigen besteht die Mission des 4,16 m kurzen, tja, Kleinwagens? Mini-SUV? Sub-Kompakten? Behelfen wir uns mit dem Begriff des Crossover, mit dem man so falsch ja nie liegt. Der Wagen baut auf der Plattform 1 des PSA-Konzerns auf, die der ähnlich große Peugeot 2008 ebenfalls nutzt. Um die Effekte der Gewichtsreduktion ansprechend herausstellen zu können, vergleicht das Marketing den Cactus aber lieber mit dem konventionellen Kompaktmodell C4. 200 Kilogramm wiege der Cactus weniger, eingespart größtenteils (175 kg) durch die optimierte Plattform. Den Rest erledigen Leichtbau-Details wie die Alu-Motorhaube, Laserschweißen oder eben Verzicht – auf Kurbelfenster im Fond, auf ein Verdunklungsrollo fürs Panoramadach oder auf eine geteilt klappbare Rückbank.Auch einen Drehzahlmesser gibt es nicht, wobei es dafür nur ein paar Pixel im Instrumentendisplay gebraucht hätte. So wirkt der Innenraum noch reduzierter. Bis auf die umständliche Regelung der Klimaanlage über den Touchscreen lässt sich der Citroën C4 Cactus leicht bedienen. Bequem noch dazu, denn ins geräumige Cockpit haben sie zwei knautschig-kuschelige Sessel geräumt. Bei der Automatikversion, die den Wählhebel am Lenkrad trägt, überbrückt ein kleines Kissen die Lücke zwischen den Vordersitzen, wodurch der Cactus noch mehr wie ein 2CV wirkt. Auf der dünn gepolsterten Rückbank kommen Erwachsene ordentlich unter, dahinter 358 Liter Gepäck, das über eine 77 Zentimeter hohe Ladekante gewuchtet werden muss. Die Kante steigert die Karosseriesteifigkeit und die Crash-Sicherheit des Citroën C4 Cactus, der auf moderne Fahrerassistenzsysteme ebenso verzichtet wie auf Knie- oder Seitenairbags im Fond, was sich mit der Beschränkung auf das Wesentliche nicht gut erklären lässt.

Neueste Motor-Generation
Eine beeindruckendere Art der Sparsamkeit zeigt der 1,6-Liter-Turbodiesel. Es ist die neueste Generation eines Motors, der 2001 als Kooperations-Triebwerk von Peugeot/Citroën und Ford startete und durch stete Weiterentwicklung bis heute aktuell blieb. Mit der letzten Optimierung erfüllt der Zweiventiler die Euro-6-Norm. 47 Prozent aller Teile sind neu oder modifiziert. Anders geformte Brennräume, erhöhte Verdichtung, geringere Zahnriemenspannung und die elektronisch gesteuerte Ölpumpe senken den Normverbrauch auf 3,4 l/100 km, ein SCR-Kat die Stickoxid-Emission auf 80 mg/km. Auch wegen der langen Übersetzung des hakeligen Fünfganggetriebes wirkt der Common-Rail-Selbstzünder nicht mehr ganz so quirlig wie bisher, zieht den Citroën C4 Cactus aber temperamentvoll voran, bleibt mit 6,1 l/100 km sparsam. Sacht gefahren reichen 4,5 Liter. Jetzt raus aufs Land. Da braust der Fahrtwind herb um die Dachreling, übertönt das milde Dieselnageln. Auf Leichtlaufreifen schwingt sich der Citroën C4 Cactus agil, mit genügend Präzision und Rückmeldung in der Lenkung um Biegungen. Neben gutem Federungskomfort bietet die straff abgestimmte Kombination aus McPhersons vorn und der Verbundlenkerachse hinten hohe Fahrsicherheit. Dazu tragen auch die vehementen Bremsen bei. Hier allerdings unterscheiden sich die Cactus-Varianten: So verzögern die beiden Dreizylinder-Saugbenziner vorn mit massiven Scheiben und hinten mit Trommelbremsen. Turbobenziner und -diesel bekommen innenbelüftete Scheiben vorn und massive hinten.Recht massiv sind schließlich auch die Preise des Citroën C4 Cactus, dessen nett ausstaffierte Topversion fast 23.000 Euro kostet. Was recht tapfer erscheint für ein kleines, cleveres Auto, bei dem weniger nicht mehr, sondern tatsächlich einfach weniger ist.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-08-25

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