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Testbericht

29. April 2014
Platz soll er wohl haben, hinten im optisch etwas ausufernden Heck. Richtig viel Platz. Also checken wir erst einmal das Heckabteil des 4,54 Meter langen Honda Civic Tourer. Schon mal gut: Die wuchtig anmutende Klappe öffnet spielerisch leicht und gibt einen bis zu 1,45 Meter breiten Laderaum frei. 624 Liter Gepäck passen rein, 117 davon unter den doppelten Ladeboden. Bei umgeklappten Rücksitzen sind es insgesamt sogar 1.668 Liter. Respekt – das sind Werte im Format eines VW Passat Variant (623 bis 1.731 Liter). Da selbst der gut ausgestattete Testwagen maximal 507 Kilo einpacken darf, steht Schwertransporten auch im realen Leben nichts im Wege.

Honda Civic Tourer mit den vielgelobten "Magic Seats" Praktisch: Das Laderaumrollo lässt sich bei Nichtgebrauch in einem schlanken Fach verstauen. Derweil stoßen die Schienbeine am Stoßfänger an – die mit Edelstahl bewehrte Ladekante liegt mit einer Höhe von 555 Millimetern extrem niedrig. Ideal für alle, die regelmäßig Getränkekästen herumschleppen. Der ab der Kante eben eingepasste Kofferraumboden wirkt solide und dürfte einiges verkraften. Das Einzige, was fehlt: eine Durchlade für Ski oder anderes Sperrgut. Zwei massive Griffe in der Innenverkleidung des Honda Civic Tourer helfen schließlich beim Zuziehen der Heckklappe. Angenehm auch die spoilerlose Heckscheibe, die weit nach unten reicht und einen guten Ausblick auf die Lage hinter dem Auto ermöglicht. Viel besser kann es in dieser Klasse kaum einer. Auch die viel gelobten Magic Seats sind nur im Honda-Fond zu finden. So lassen sich die geteilten Rücksitze wahlweise flach umlegen oder wie Kinosessel nach oben klappen. Selbst ein Papagei samt Käfig oder ein Mountainbike könnten so problemlos mit auf die Reise im Honda Civic Tourer gehen.

Kraftvoller Diesel und verstellbare Adaptivdämpfer Wie der Honda Civic Tourer das alles möglich macht? Sein leise schwappender 50-Liter-Tank sitzt wie bei der Limousine unter den Vordersitzen. Womit wir auch schon bei einem Nachteil des Civic wären. Denn der Tank zwingt die vorderen Insassen in eine erhöhte Sitzposition, Stirn und Dachverkleidung kommen sich also ziemlich nahe. Ebenfalls Gewöhnung erfordert das verschachtelte Cockpit samt Instrumenten in zwei Ebenen. Der Trost: Je mehr man im Honda Civic Tourer fährt, umso sinniger wirkt das Konzept, und im Fond gibt es mehr Kopffreiheit als vorn. Leider lassen sich die Fondkopfstützen einen Tick zu wenig ausfahren, und für die Füße ist unter den kuscheligen Vordersitzen kaum Platz. Aber zurück zum Fahren. Der Honda Civic Tourer 1.6 i-DTEC mit 120PS starkem Diesel, ist nicht nur Transporter, sondern auch ein reizvoller Sportler. So lenkt der Kombi zackig ein, lässt sich feinfühlig dirigieren und zieht auch durch enge Kurven neutral. Auf der Autobahn erfordert die Lenkung dafür im Gegenzug etwas mehr Aufmerksamkeit. Diese Agilität, Sie ahnen es, gibt es allerdings nicht für umme. Ausgestattet mit dreifach verstellbaren Adaptivdämpfern an der Hinterachse (Serie ab Lifestyle), gibt sich der Honda Civic Tourer selbst im Normalmodus bei voller Beladung straff und leitet auf Querfugen Stöße immer mal wieder an die Insassen weiter. Da der Civic Tourer trotz unruhiger Karosserie aber nie die Haftung verliert und selbst in üblen Senken nicht auf Block geht, dürfte sich der Ärger letztlich in Grenzen halten.

Honda Civic Tourer - von 0 auf 100 in 10,8 Sekunden Der 1,6 Liter große und nur dezent knurrende Diesel passt zum kernigen Fahrverhalten. Nach kurzem Zögern – das maximale Drehmoment von 300Nm steht erst ab 2.000 Touren parat – sorgt der Ableger des fabulösen 2,2-Liter-Selbstzünders für sehr ordentliche Messwerte (0–100km/h: 10,8 s) und verlässlichen Durchzug in den oberen Gängen. Selbst bei Geschwindigkeiten über 170km/h legt der Honda Civic Tourer gerne noch eine Schippe drauf. Und sollte doch einmal mehr Kraft nötig sein, können wir konstatieren: Präzise geführt und mit kurzen Wegen gesegnet, ist das Schalten auch in diesem Honda eine wahre Wonne. Genug gelobt? Von wegen. Da sich der mit Start-Stopp gerüstete Diesel trotz flotter Testfahrten mit 5,9 l/100 km begnügt, gibt es ein paar Sparbonuspunkte obendrauf. Die können auch nicht schaden, denn für einen Diesel-Tourer in der Lifestyle-Variante sind 27.425 Euro fällig. Zu teuer? Honda bietet den Diesel auch in einer Basisvariante ab 21.550 Euro an. Ohne doppelten Boden, aber dennoch mit viel Platz.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-04-29

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