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Testbericht

20. Juli 2015
Der Jazz ist eines der wichtigsten Pkw-Modelle, die Honda derzeit anbietet. Die beiden bisherigen Generationen haben sich weltweit 5,5 Millionen Mal verkauft. Warum? Weil der Jazz das meiste aus seinen Möglichkeiten macht. Trotz der kompakten Abmessungen bietet er den Passagieren ein ordentliches Platzangebot, variable Lademöglichkeiten zu einem relativ günstigen Preis. Ein richtiger Volkswagen also.Mit der dritten Generation versucht Honda dieses Erfolgsrezept zu verfeinern. Die so genannte "Monoform“ entspricht der aktuellen Honda-Designlinie und soll wie aus einem Guss wirken. Das bleibt wie so oft Geschmackssache; aus mancher perspektive wirken die Räder klein und die Karosse ausladend. Vielleicht, weil der Honda Jazz ordentlich gewachsen ist: 95 Millimeter dehnt sich die Karosserie in die Länge; allerdings frisst der vordere Stoßfänger 40 Millimeter davon. Aber Fond reicht eine Beinbewegung, um zu erkennen, wie geräumig der Jazz geworden ist: In der zweiten Sitzreihe haben die Passagiere mehr Beinfreiheit als in einer Mercedes S-Klasse! Dazu kommt die überdurchschnittliche Variabilität.

Honda Jazz bietet vier Lade-Modi
Auch wenn das Kofferraumvolumen nur um 17 Liter auf 354 Liter wächst, kann der neue Jazz einiges wegstecken. Dazu hat sich Honda vier Lade-Modi ausgedacht. Im "Utility-Modus“ klappen die hinteren Sitz nach vorne, wodurch die Sitzfläche absinkt und ein flacher Ladeboden entsteht. Das Ladevolumen steigt dann auf 1.314 Liter. Im "Tall-Modus“ klappt die hintere Bank wie ein Kinositz senkrecht nach oben. Höhere Gegenstände passen nun direkt auf den Boden. Und bei umgeklapptem Beifahrersitz ermöglicht der "Long-Modus“ das verstauen von, Sie ahnen es, langen Gegenständen. Zuletzt soll der "Refresh-Modus“ zur Entspannung nach langer Fahrt dienen. Die Vordersitzlehne klappt vollständig um wodurch im Fond eine couchähnliche Sitzfläche entsteht. Dann macht der Jazz quasi einen auf Maybach.Insgesamt also genau das, was Kunden schon in der Vergangenheit am Jazz gefiel. Kein wunder, denn die dritte Modellgenration ist das Ergebnis intensiver Marktforschung. Die Kunden wollen die bewährte Variabilität und die bekommen sie auch. Neu ist hingegen das Infotainmentsystem mit Honda Connect. Über den Sieben-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole lassen sich unter anderem Navigation, Radio und Apps inklusive Smartphone-Integration steuern. Unter der Haube gibt es ebenfalls Neues. Der alte 1,2-Liter-Motor weicht dem neuen 1,3-Liter-VTEC-Benziner. Der bringt es auf 102PS und 123 Newtonmeter. Die liegen aber erst bei 5.000 u/min an, weshalb der kleine VTEC ordentlich gedreht werden muss, wenn man zügiger unterwegs sein will oder versucht schnell das Autobahntempo zu erreichen.

CVT-Getriebe optional
Im Innenraum wird es dabei recht laut, wobei der Motor klanglich irgendwo zwischen dröhnig-unangenehm und kernig, beinahe sportlich angesiedelt ist. Das Sechsgang-Handschaltgetriebe lässt sogar so etwas wie Fahrspaß aufkommen – die Schaltwege sind nämlich im Vergleich zum Vorgängermodell um zehn Prozent verkürzt.Sportlichen Ambitionen setzt der Jazz aber schnell eine Ende: Die Karosseriebewegungen sind deutlich spürbar und das ESP regelt früh und zuverlässig. Also genau das was man von einem Jazz erwartet. Erwartungsgemäß bietet Honda auch das CVT-Getriebe an. Das verfährt allerdings nicht mehr stufenlos, sondern simuliert ein automatisches Siebenganggetriebe. Das Ergebnis sind angenehm sanfte Fahrstufenwechsel bei normaler Fahrt und ruppige Wechsel bei Kick-Down. Jazz-Kunden wird es vermutlich nicht stören – sie transportieren lieber die Yucca-Palme im "Tall“ eingestellten Fond und freuen sich, wenn sie die Erde nicht verkleckert.

Honda Jazz ab 15.900 Euro
Die Preise beginnen bei 15.900 Euro in der Basis. Die Comfort-Variante kostet ab 16.850 und die Version Elegance ab 18.450. Nicht ganz billig? Nein, aber mit der bewährten Variabilität und guten Raumausnutzung macht die dritte Jazz-Generation genauso viel richtig wie ihre Vorgänger – Marktforschung sei Dank.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-07-20

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