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Testbericht

13. März 2013
Ginge es in diesem Vergleich rein nach der optischen Präsenz, hätte der Hyundai i20 schon jetzt schlechte Karten. Bereits seit 2009 auf dem Markt, fehlt dem kantigen Vier-Meter-Wagen trotz kürzlich aufgefrischter Schnauze der Glanz, den seine größeren Brüder i30 und i40 aktuell verbreiten. Nur der blaue Lack sorgt für etwas Aufmerksamkeit. Ganz anders dagegen der durchgestylte Renault. Reichlich Klavierlack und Chromleisten, dazu markant schwarze Seitenschweller, versteckte Fondtürgriffe und ein schwungvolles Coupé-Heck inklusive angedeutetem Diffusor formen ihn zu einem peppigen Kleinwagen, der auf der Straße die Blicke auf sich zieht. Zudem belassen es die Franzosen nicht bei einer modischen Hülle – auch das solide zusammengeschraubte Cockpit verbreitet mit modischen, gut ablesbaren Rundinstrumenten, bunten Kunststoffeinsätzen sowie einem serienmäßigen großen Touchscreen deutlich mehr Flair als das angenehm übersichtliche, aber einfache Armaturenbrett des Hyundai i20. Lethargischer Motor im Hyundai i20 All den Glamour lässt sich Renault mit mindestens 16.300 Euro bezahlen, während der Hyundai i20 mit 14.230 Euro in der Trend-Ausführung etwas günstiger dasteht. Da der Clio serienmäßig mit Lederlenkrad, Tempomat, Freisprecheinrichtung sowie einem cleveren Multimedia-System aufwartet, das sogar wegweisend und audiostreamend agieren kann, relativiert sich aber der Mehrpreis von 2.070 Euro. So flott wie der Auftritt ist auch der Antritt des 90PS starken Clio. Sein 0,9 Liter kleiner Dreizylinder rappelt zwar ein bisschen übermütig, dreht aber willig hoch und unterstützt Überholmaßnahmen mit einem soliden Drehmoment von 135Nm, das der Turbobenziner ab 2.500 Touren bereithält. Diese Auslegung führt zusammen mit einer Start-Stopp-Automatik zu einem Testverbrauch von 6,8 Litern, minimal genügen dem Dreizylinder gar 5,1 L/100 km. Der vier PS schwächere Vierzylinder-Saugmotor des Hyundai i20 konsumiert im Schnitt fast einen halben Liter mehr, wirkt viel lethargischer und fällt in der Elastizität stark zurück. Hohe Drehzahlen kommentiert der 1,2-Liter im Hyundai i20 zudem mit deutlichem Dröhnen. Immerhin ist seine Fünfgangschaltbox etwas präziser eingestellt als das hakelige Getriebe des Renault. Einen sechsten Gang sucht man aber hier wie dort vergebens. Laut wird es auf schnellen Autobahnetappen in beiden, denn der bis zu 180km/h flotte Clio fällt mit Wind-, der Hyundai i20 zusätzlich mit deutlichen Abrollgeräuschen auf. Hyundai i20 bietet weniger Komfort aber mehr Platz Also lieber runter von der Bahn, rauf auf die Schwäbische Alb. Federt der Hyundai i20 besser als der stuckerig abgestimmte Clio? Nein. Sowohl leer wie beladen poltert der Koreaner derb über Straßen aller Art und verteilt unangenehme Stöße. Eine gefühllose Lenkung sowie ein auf Lastwechsel nervös reagierendes Heck tragen auch nicht eben zum Wohlbefinden im Hyundai i20 bei. Der Clio verhält sich im direkten Vergleich harmonischer, obwohl es auch seiner Lenkung an Präzision mangelt. Ebenfalls zu rügen: die Kopffreiheit im Fond. Sowohl seitlich als auch nach oben fehlt es an Platz. Hier rächt sich das schnittige Design. Kaum minder störend sind der enge Kofferraumausschnitt und die schlechte Rundumsicht. Deutlich gemütlicher haben es da die Insassen im kantigen Hyundai i20. Vorne wie hinten bietet der Hyundai i20 mehr Bewegungsfreiheit, die Passagiere im Fond nehmen auf einer breiteren Rückbank Platz, und die seitlichen Türverkleidungen drücken nicht auf die Schultern. Ein paar Ablagen in den hinteren Türen könnten zwar nicht schaden, doch unter dem Ladeboden im 295 Liter großen Kofferraum gibt es immerhin Staufächer für Winterutensilien oder Ähnliches. Mit einem Ladevolumen von 300 bis 1.146 Litern hat der Clio hier zwar etwas mehr zu bieten, doch bei umgeklappter Rückbank stört eine hohe Stufe das Einladen von sperrigem Gepäck. Lobenswert: Beide Kleinwagen erlauben eine Zuladung von über 400 kg, die sich angesichts der standfesten Bremsen auch problemlos und sicher ausnutzen lässt – wenn auch mit kleinen Abstrichen beim leichteren Hyundai i20. Sechs vollwertige Airbags gleichen den Punktestand aber wieder aus. Renault stattet seinen Clio hingegen nur mit integrierten Kopf-Seitenairbags aus, die aus den Sitzen ploppen. Xenonscheinwerfer oder Abstandswarner sind für beide Fahrzeuge nicht zu haben. Ein dickes Plus verdient Hyundai i20 schließlich für den Mut, die eigenen Autos mit fünf Jahren Garantie ohne Kilometerbegrenzung raus auf den Markt zu schicken. So lang will bisher kein europäischer Hersteller für seine Autos einstehen.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-03-13

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