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Testbericht

6. August 2010

Wie immer findet die Nagelprobe am Berg statt. Der neue Jeep Grand Cherokee steht am Abhang, genauer an der Kippe, und der Ausblick ins Leere erzeugt ein mulmiges Gefühl. Es ist so steil, dass der Abstieg zu Fuß eher einem Abrutschen gleicht.

Jeep Grand Cherokee überzeugt mit hervorragenden Kletterkünsten Jetzt im Jeep Grand Cherokee die Bremse zu lösen und sein Schicksal dem Können eines Autos zu übergeben, setzt Vertrauen voraus. Der Allradler rollt los, beugt sich vornüber in den Abgrund und zuckelt im Schritttempo hinab - im Zaum gehalten von der Bergabfahrkontrolle. Sie lässt sich per Knopfdruck aktivieren, und der Jeep Grand Cherokee kriecht im Fahrbericht je nach eingelegtem Gang schneller oder langsamer den Berg hinunter; die erste Stufe entspricht gemächlichen zwei km/h. Obwohl er nun rundum über Einzelradaufhängung verfügt, vermittelt der Jeep Grand Cherokee eine ähnliche Offroad-Kompetenz wie der urtümliche Wrangler mit Starrachse. Straßentauglichkeit ist beeindruckend Gleichzeitig bietet der Jeep Grand Cherokee im Fahrbericht auf der Straße ein Fahrverhalten, das tatsächlich auf dem Stand aktueller SUV angekommen ist. Der Jeep beherrscht die Spannweite zwischen dem festen Tritt eines Land Rover Discovery und dem satten Galopp eines Mercedes ML, stapft über Stock und Stein und bewältigt für die Passagiere belastungsarm Langstrecken. Wobei er noch weiter als sein Vorgänger mit hinterer Starrachse Distanz zum Bild des unelegant torkelnden Geländewagens aufbaut. Der Jeep Grand Cherokee der vierten Generation lässt sich sogar in die Kurve werfen, ohne flehentlich zu wimmern. Serienmäßig wacht die Stabilitätskontrolle ESP mit Zusatzfunktionen über die Fahrdynamik. Mehr Bodenfreiheit ist im Jeep Grand Cherokee frei wählbar Optional gibt es für den Jeep Grand Cherokee eine Luftfederung (Quadra-Lift), mit der sich die Karosserie um 64 Millimeter auf eine maximale Bodenfreiheit von knapp 27 Zentimetern anheben lässt; dann werden dem Fortkommen kaum Grenzen gesetzt. Die Luftfederung ist Teil des permanenten Allradantriebs Quadra-Drive II, dem zusätzlich ein mechanisch sperrbares Differenzial an der Hinterachse assistiert, das vorne aber mit Sperrwirkung über Bremseneingriff auskommen muss. Über diese Form der leistungsvernichtenden Schlupfkontrolle verfügt die Basis-Version Quadra-Trac II rundum. Wie beim Vorgänger lässt sich für Ausflüge ins schwere Gelände der Frontspoiler aus Kunststoff abnehmen, dann kommt der neue Jeep Grand Cherokee im Fahrbericht samt Luftfederung auf Böschungswinkel von 34 Grad vorn (Stahlfederung: 30,7 Grad) und 27 Grad hinten (26 Grad) sowie einen Rampenwinkel von 23 Grad (19 Grad). Der Freigang von 21 Zentimetern ohne Luftfederung entspricht dem des bisherigen Modells, die maximale Anhängelast beträgt beim Sechszylinder-Modell 2268 Kilogramm, bei der V8-Variante 3500. Jeep Grand Cherokee hierzulande nur selten als V8 Noch aus der Hemi-Ära stammt der Achtzylinder des Jeep Grand Cherokee, der 352 PS leistet und auf dem deutschen Markt nur selten anzutreffen sein dürfte. Bevor 2011 ein in Kooperation mit Chrysler-Anteilseigner Fiat entwickelter Diesel nachgeschoben wird, dürften Kunden ab dem Verkaufsstart Ende des Jahres vor allem zum neu entwickelten 3,6-Liter-V6 mit 286 PS greifen. Leider wirkt er beim Jeep Grand Cherokee im Fahrbericht in Verbindung mit dem weich schaltenden Fünfgang-Wandlerautomaten träge; die für 2011 geplante Achtgang-Version von ZF könnte Abhilfe schaffen. Noch nennt Jeep keine Preise für Europa, peilt aber ausstattungsbereinigt das Niveau des bisherigen Grand Cherokee an; dieser kostete bisher als Dreiliter-Diesel mindestens 45.690 Euro. In den USA bietet der Hersteller die V6-Basisversion ab 30.000 Dollar an. Stark verbesserter Innenraum Sollte sich der Jeep Grand Cherokee gegenüber dem Vorgänger tatsächlich nicht verteuern, erhalten die Kunden einen echten Benefit: Der Neue wirkt um ein Vielfaches hochwertiger. Denn dass er wie eingangs erwähnt wieder ein unerschrockener Kletterbursche sein würde, war zu erwarten. Der eigentliche Fortschritt des Jeep Grand Cherokee ist dagegen sein Innenraum: Der deutsche Designer Klaus Busse ersetzte Hartplastik weitgehend durch griffsympathische Kunststoffe, Holz und Leder - hochwertig wirkende Akzente wie sämig drehende Rändelräder inklusive. Und, bisher kaum vorstellbar - nicht zuletzt der Kofferraum ist nicht nur praxistauglich, sondern sogar liebevoll gestaltet. Nie kam ein Jeep der deutschen Premium-Konkurrenz näher.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-08-06

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