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Testbericht

6. Juni 2015
Dieser Mercedes W220 hat alles: einen Farbbildschirm fürs Comand-System, den Abstandsregel- Tempomaten Distronic, die sonnenstandsabhängige Regelung der Klimaanlage, Sprachsteuerung Linguatronic, belüftete Komfortsitze, Keyless Go, Multifunktionslenkrad in Edelholz, Softclose-Türen, eine Kühlbox in der Mittelarmlehne und bei einer Laufleistung von 184.000 Kilometern ein 10.000 km zuvor gestempeltes Serviceheft.Dazu ist er nicht mal schwarz oder silbern wie die meisten europäischen Mercedes W220. Ihm haben sie 1999 den Sonderlack Chalcedonblau 347 auf die lange Karosserie genebelt. Auch der konnte leider nicht verhindern, dass der Rost an den Türkanten knabbert und an den Radläufen das Blech beginnt, Bläschen zu werfen. Aber bitte: Wie soll denn ein Auto aussehen, das mit 4.999 Euro nur noch ein Fünfzehntel des Neupreises kostet - nicht mehr als vor 15 Jahren ein paar Extras?

S-Klasse mit makelosem Mobiliar
"Es ist ein Garagenwagen, und es waren zwei Opas, die ihn gefahren haben", sagt Herr Masael und erklärt, dass er für das Exemplar so gesehen eigentlich einen viel höheren Preis aufrufen müsse. Der Geruch in der S-Klasse regt auf ungute Art die Fantasie an: Was haben die älteren Herren in diesem Mercedes W220 denn wohl gemacht? Länger drin gesessen, bis man sie gefunden hat? Nein, das ist übertrieben, es müffelt nur ein bisschen, und manche der Tasten zeigen sich deutlich abgegriffen. Ansonsten aber sind die Jahre am Mobiliar spurlos vorübergegangen.Da wirken andere neu schon älter. Man darf das erwarten von einem Auto, das Mercedes mal wieder als beste Limousine der Welt verstanden wissen wollte. Genau diesen Anspruch verkörperte im Grunde genommen schon der Vorgänger des Mercedes S 500 perfekt. Und wurde genau deshalb zum besten Beispiel dafür, dass Perfektion nichts bringt, wenn Sympathie fehlt.Die Tragik des Technologieträgers Mercedes W140 lag im kühl Distanzierten seiner monumentalen Mächtigkeit, darin, dass er immer gleich rüberkam wie eine arrogante Karre. Und darin lag auch das schwere Erbe des Nachfolgers W220 vom September 1998 begründet.

Mercedes S 500 mit schwäbischem Undertstatement
Die neue S-Klasse sollte seinen Vorgänger technisch in den Schatten stellen, Größe neu definieren und zugleich der Oberklasse von Mercedes ihre Nahbarkeit zurückgeben. So kommt es, dass der Mercedes S 500 des Typs W220 einerseits voller Hightech steckt und andererseits an eine aufgeblasene C-Klasse erinnert.Beinahe schüchtern wirkt der Mercedes W220. Den Abschluss des nach vorn hin stark abfallenden und schmächtigen Vorderwagens markiert ein mickriger Kühler, und auf der Haube darüber sitzt der Stern ein bisschen so, als hätte man ihn dort vergessen und alleine gelassen. In den kathedralenhaft hoch ausgeschnittenen Radhäusern drehen sich an unserem Mercedes S 500 Winterräder im 16-Zoll-Format, und auch das demonstriert die Erdverbundenheit dieser Baureihe, mit der die S-Klasse ins neue Jahrtausend wechselte. Das ist auch im übertragenen Sinne zu verstehen: Luftfederung mit adaptiven Dämpfern, mehrere über Datenbus, teils mit Lichtwellenleitern vernetzte Systeme, Zylinderabschaltung im Teillastbereich und – nur um zu betonen, dass herausragender Komfort denMercedes W220 nicht nur in erster Linie, sondern auch in zweiter Reihe auszeichnet – elektrisch verstellbare Sitze im Fond der Langversion des Mercedes S 500 Typ W220. Bleibt also nur die Entscheidung: Selbst fahren oder sich lieber fahren lassen?

So viel kostet die Mercedes S-Klasse W220
Laut Marktbeobachter Classic-Analytics kostet ein Mercedes S 500 L im Zustand 2 rund 8.800 Euro. Doch schon ab unter 2.500 Euro geht es mit mäßig erhaltenen Luxuslimousinen los. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass die Wartungskosten auf hohem Niveau liegen. Etwas günstiger sind die Einstiegsmodelle S320, die es scheckheftgepflegt schon für etwa 2.500 bis 4.000 Euro gibt. Die Laufleistung spielt dabei übrigens kaum eine Rolle - selbst Autos mit deutlich über 250.000 km sind noch für einige Erdumrundungen gut, sofern sie gut und regelmäßig gewartet wurden. Allerdings gilt es, bei allen Motorisierungen auf die einwandfreie Funktion der komplexen Elektronik zu achten. Ist hier der Kupferwurm drin, wird es meist richtig teuer.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-06-06

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