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Testbericht

7. Juli 2016
Bestimmt ist es nicht mehr als ein Zufall, dass Fotograf Hans-Dieter Seufert den weißen Kia Sportage neben der Dornier Do 31 E1 vor dem Dornier-Museum in Friedrichshafen am Bodensee ablichtet. Doch der kompakte Kia-SUV ist genau wie der Flugzeug-Prototyp ein Senkrechtstarter. Er macht die südkoreanische Marke in Deutschland bekannt, ab 1994 ist der Sportage einer der Ersten in der Klasse der kompakten SUV, und er ist heute in Deutschland das am besten verkaufte Auto der Marke, vor dem Cee’d. Und anders als die Do 31, die seit 1970 nicht mehr abgehoben ist, verkauft sich der Kia seit dem Modellwechsel zu Beginn des Jahres weiterhin gut. Dass so was nicht von ungefähr kommt, zeigt unser Dauertest, in dem der weiße Kia mit dem Kennzeichen F-PR 5003 genau 100.107 Kilometer zurücklegt und dabei 9.438,5 Liter Dieseltreibstoff und fünf Liter Motoröl verfeuert. Und sonst? Sonst nichts. Okay, fast nichts, denn einen Satz Wischerblätter verrubbelt er über die Distanz, und dazu je einen Satz Sommer- und Winterreifen. Die Erstausrüstung mit Hankook Optimo im Format 235/55-18 bleibt rund 51.000 Kilometer am Auto, weist dann noch eine Restprofiltiefe von 30 Prozent auf. Ähnlich sieht es bei den Winterreifen aus, die Goodyear Ultra- Grip überstehen zwei Winter und fast 50.000 km auf dem Sportage und sind mit 25 Prozent Restprofil erneuerungsbedürftig.

Zügiger Bremsenverschleiß
Womit wir bei einem Thema wären, das unserem Sportage etwas Kummer bereitete: der vergleichsweise zügige Bremsenverschleiß. Bei jeder der drei Wartungsaufenthalte in der Werkstatt (alle 30.000 km) müssen zumindest die Bremsbeläge vorn erneuert werden, einmal sogar die vorderen Scheiben. Nicht so praktisch auch, dass eine Verschleißanzeige fehlt, sodass eine regelmäßige Sichtprüfung der vorderen Bremsanlage angeraten erscheint.Da übrigens einmal die erforderlichen Beläge nicht sofort verfügbar sind, wird der Belagwechsel 1.900 Kilometer später nachgeholt, daher der zusätzliche Werkstattaufenthalt bei knapp 64.000 km. An der Bremsanlage gibt es ansonsten wenig auszusetzen, sie verzögert sehr ordentlich, und auch gelegentlich mitgeführte Anhänger werden locker mitgestoppt.

Kia Sportage mit Null-Mängel-Bilanz
Defekte treten an dem weißen Kia nicht auf, weshalb er am Ende mit einem Mängelindex von null auf Platz eins in seiner Klasse zu finden ist, noch vor Skoda Yeti und Audi Q5. Überhaupt finden die vielen Nutzer wenig Ansätze, um über die technische Hardware des Sportage zu klagen. Der Motor wird gelobt, die meisten Fahrer empfinden ihn als leise und kultiviert, nur beim Kaltstart gibt er sich etwas vorlaut, wie unter anderem Redakteur Jens Dralle anmerkt: "Bei niedrigen Außentemperaturen macht der Zweiliter-Diesel beim Kaltstart ordentlich Radau.“Sebastian Renz hingegen beschreibt den Antrieb als "sehr angenehm und erfreulich unaufgeregt“. Was jedoch vielen Anmerkungen zum Motor gemeinsam ist: Das etwas zurückhaltende Temperament wird bemängelt. An den objektiven Fahrleistungen liegt das nicht, der Sportage beschleunigt zum Dauertest-Ende in 9,2 Sekunden aus dem Stand auf 100km/h und ist 195km/h schnell. Doch der Motor reagiert wenig spontan auf Gasbefehle, die weich und souverän schaltende Automatik verstärkt diesen Eindruck zudem. Viele Fahrer sehen im unaufgeregten Auftritt der Antriebseinheit jedoch vor allem einen Vorzug des Kia, er ist ein Auto, das zu einer ruhigen, gleichmäßigen Fahrweise anregt.

Vergleichsweise hoher Verbrauch
Was jedoch nicht so gut dazu passt, ist der vergleichsweise hohe Verbrauch. Mit 9,4 Litern im Schnitt ist der Zweiliter-Selbstzünder mäßig sparsam, und selbst bei betont ökonomischer Fahrt bleibt er meist über der Sieben-Liter-Grenze. Bei schnellen Autobahnetappen laufen auch schon mal über zwölf Liter je 100 km durch, da sind die 58 Liter im Vorratsbehälter zügig weggeschlürft. Unverständlich dabei: Die Reichweitenanzeige springt bei weniger als 50 km Restreichweite sofort auf null. Doch der angenehme Antriebsstrang ist nicht der einzige Grund, aus dem der Kia gern für Langstreckenfahrten ausgefasst wurde. Das einfache, gut bedienbare Infotainment spielte ebenfalls eine Rolle. Radiosender wählen, Naviziel eintippen, all das, was in so manch anderem Auto zur ärgerlichen Suchaufgabe wird, gelingt im Kia schnell und frustfrei. Da kann man auf die nicht ganz perfekte Spracheingabe gut verzichten. "Klar beschriftete Bedienelemente, eindeutige Analoginstrumente, griffgünstige Klimabedienung, logische Navi-Menüs, problemlose Telefonanbindung per Bluetooth und sofortige Erkennung des MP3-Players – großartig!“, lobt einmal mehr Jens Dralle. Was nicht nur ihn ein wenig verblüfft: Ist die Sprachzielführung des Navi einmal stumm geschaltet, meldet sie sich penetrant bei jedem Neustart, neuen Ziel oder jeder Stau- Umfahrung wieder zu Wort. Das ist lästig, zumal man zum erneuten Stummschalten eine Menüebene tiefer tauchen muss.

Kia Sportage überzeugt durch sein Raumangebot
Viel Lob erhält dagegen das großzügige Raumangebot für Passagiere und Gepäck, das nicht nur Kollege Stefan Cerchez zu schätzen weiß: "Vier Erwachsene plus Gepäck reisen bequem und mit akzeptablem Komfort“, notiert er in der Begleitkarte. Apropos Komfort: Anmerkungen über die eher ungeschmeidige Federung vor allem auf kurzen Unebenheiten sind häufiger auf den Begleitkarten zu finden. "Hoppeliges Fahrwerk“ oder "auf kurzen Wellen stößig“, heißt es dort.Weniger Einigkeit gibt es bei der Bewertung der Sitze, nur die eher Großgewachsenen aus der Redaktion merken an, dass die vorderen Sessel etwas knapp bemessen sind. "So richtig stören nur die zu kleinen Sitze ohne merkliche Lendenunterstützung“, klagt etwa ein Redaktionsmitglied. Für die allermeisten Nutzer gibt es jedoch keinen Grund, an den Sitzen herumzumäkeln. Sie loben lieber die gute Verarbeitungsqualität, wie beispielsweise Chefredakteur Jens Katemann, der nach einer 300-km-Dienstfahrt aufschreibt: "Sehr ordentlich verarbeiteter Wagen mit toller Ausstattung, bis auf die Probleme mit kurzen Wellen alles prima.“ Alles prima, das könnte ebenso als Quintessenz unter diesem Dauertest stehen. Denn das muss ein Auto erst mal schaffen: bester SUV in der gesamten Dauertestbilanz von automotorundsport zu werden!
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Testwertung
3.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2016-07-07

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