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Testbericht

3. September 2009

Immerhin, der Name hat überlebt. Mit seinem expressiv gestalteten Vorgänger will der neue Mégane ansonsten nämlich nicht mehr viel zu tun haben. Zu sehr verschreckten die streng geometrischen Formen traditionelle Kompakt-Käufer. Nach der 2008 vorgestellten Limousine bittet jetzt auch der Kombi mit dem breiten Lächeln seines Kühlermauls um Versöhnung, das ebenso zum neuen Renault -Familiengesicht gehört wie große Scheinwerfer-Augen und sanft geschwungene Linien. Jedoch möchte der Renault Mégane Grandtour ( zum Fahrbericht ) Interessenten nicht nur über Äußerlichkeiten einnehmen.

Renault Mégane Grandtour kostet jetzt weniger als der Vorgänger Trotz Längenwachstums um sechs Zentimeter und verbesserter Ausstattung liegt sein Einstandspreis 600 Euro unter dem des Vorgängers. Schon die Basis hat mit Klimaanlage, CD-Radio und Dachreling Wesentliches an Bord. Die getestete Luxe-Version macht trotz moderatem Aufpreis sogar mit Ledersitzen und Navigationssystem ihrem Namen alle Ehre. Allerdings verlangt die Handhabung des von TomTom stammenden Routenführers viel Einarbeitungszeit, da das Gerät ursprünglich für Touchscreen-Bedienung ausgelegt war und jetzt auf Knopf- und Drehregler-Kommandos reagieren muss. Dennoch löblich, als Alternative zu den beliebten Saugnapf-Lotsen eine preiswerte Festeinbau-Variante ohne Kabelwirrwarr anzubieten. Mit den geraden Linien verschwand auch die Übersichtlichkeit, die den Mégane-Vorgänger ausgezeichnet hat. Breite Dachpfosten und niedrige Seitenscheiben verbauen den Blick nach draußen und stören das Raumgefühl. Und selbst wenn der Zusatz Grandtour nach großer, weiter Welt, Luftmatratze und einsamen Buchten statt nach Baumarkt duftet, fällt die Zuladung mit 419 Kilogramm für einen Kombi zu knapp aus. Immerhin schluckt er bei vorgeklappter Beifahrerlehne selbst längere Surfboards und schafft mit Zusatzfächern im Boden sowie Gepäckstopper im Kofferraum Ordnung. Günstigster Testkandidat: Ford Focus Turnier Turnier klingt nicht nur nach Schweiß und ehrlicher Arbeit, mit seiner riesigen, weit aufschwenkenden Heckklappe, niedriger Ladekante und üppiger Zuladung kann der Ford tatsächlich tüchtig einstecken. Zudem lässt sich seine schnörkellose Karosserie problemlos überblicken und dank hoher Türausschnitte verrenkungsfrei entern. Allerdings versprüht sein ablagenarmes Interieur aus grauem und schwarzem Hartplastik, Karbon-Imitat sowie wackeligen Bedienelementen Transporter-Charme. Der niedrigste Grundpreis im Test kann jedenfalls nur bedingt erklären, warum der 2008 überarbeitete Ford Focus qualitativ den Anschluss an die Kompaktklasse verloren hat. Ausstattungsbereinigt liegt er nämlich über dem Mégane. Skoda Octavia Combi mit größtem Platzangebot Warum der Skoda teurer kommt, lässt sich hingegen sehen und fühlen. Ob Kofferraum- Auskleidung, Instrumentierung, Oberflächenqualität oder Passgenauigkeit: Mit dem Facelift Ende 2008 hat sich der Skoda Octavia noch näher an Plattformspender und Qualitäts-Referenz Golf herangeschlichen. Sein einfacher Namenszusatz Combi deutet an, dass ihm Lifestyle-Allüren jedoch weiterhin fremd sind. Er hebt die Laune der Passagiere lieber mit dem größten Platzangebot, vielen praktischen Ablagen, bequemen Sitzen sowie einfacher Bedienung. Für weitere Stimmungsaufhellung sorgt ein Dreh am Zündschlüssel: Von seinem 1,4-Liter mit 122 PS ist im Stand nämlich erst mal so gut wie nichts zu hören. Dank Turboaufladung tritt der Bonsai-Vierzylinder dennoch kraftvoll an und dreht leichtfüßig hoch. Mit seinen modernen TSI-Motoren aus dem Konzernregal muss sich Skoda also nicht mehr hinter den VW-Geschwistern verstecken, nur als Diesel trägt der Octavia noch die rauen Pumpe-Düse-Maschinen auf. Dank des vibrationsarmen Benziners und der stoßarmen sowie gefühlvollen Lenkung macht der 1,4-Tonner im Landstraßen-Geschlängel genauso viel Spaß wie auf längeren Autobahnetappen, wo die geschmeidigen Dämpfer Querfugen wirkungsvoll ausfiltern.

Der Ford Focus kann mit agilem Handling punkten Warum ambitionierte Fahrer mit erhöhtem Platzbedarf lieber zum Kombi als zum Van greifen, zeigt jedoch der Ford am eindrucksvollsten. Mit direkter Lenkung, geringer Seitenneigung und spät einsetzendem Untersteuern scheint er für enge Kehren gemacht. Dafür klopfen vor allem kurze Stöße hör- und fühlbar an. Zudem enttäuscht sein herkömmlicher Saugmotor, der trotz Hubraum-Plus äußerst schlapp wirkt. Kein Wunder, muss seine Kurbelwelle doch fast drei Mal so schnell rotieren wie die des Skoda, um das maximale Drehmoment abzurufen. Spaß macht das Ausdrehen jedoch nicht, da der 1,8-Liter dann nervig brummt. Der Renault Mégane Grandtour ist weder sportlich noch sparsam Auch der Mégane folgt mit seinem 1,4-Liter- Motor und Turboaufladung dem aktuellen Downsizing-Trend. Der stämmige Antritt des TCe ermöglicht eine schaltarme und entspannte Gangart, was bestens zum Naturell des Franzosen passt. Mit seiner gefühllosen Lenkung, seitenhaltarmen Sitzen und weicher Fahrwerksabstimmung lässt er sich nur unter lautstarkem Protest seiner 17-Zoll-Räder zum Kurvenwedeln überreden. Starke Vertikalbewegungen auf langen Wellen kosten jedoch Komfort-Punkte, zudem braucht er auf einseitig glattem Untergrund (μ-split) viel zu lang, um zum Stehen zu kommen. Sparsamer als der konventionelle Ford-Motor mit seinem Fünfganggetriebe ist der Renault -Turbo ebenfalls nicht. Auch hier setzt der Octavia Maßstäbe, der sich bei leichtem Gasfuß mit fünf Liter/100 km begnügt und so selbst eingefleischte Diesel-Fans ins Grübeln bringt.

Der Skoda Octavia Combi siegt im Vergleichstest deutlich Mit seiner Genügsamkeit sorgt der reife und solide Skoda zudem dafür, dass er bei den Kosten nur unwesentlich an Boden verliert. Da er ansonsten sämtliche Einzelkapitel gewinnt, fällt sein Sieg mehr als deutlich aus. Der agile Focus wirkt hingegen inzwischen nicht nur antriebsseitig in die Jahre gekommen, während von einem ganz neuen Auto wie dem Mégane mehr zu erwarten gewesen wäre als schwungvolles Design und günstige Preise.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-09-03

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