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Testbericht

30. Oktober 2010

Irgendwann im Herbst 2003, auf einem zugigen Flugfeld nahe Stuttgart, rollt etwas von einer Lkw-Hebebühne: durchdringend rot-metallic schimmernd, fast fünf Meter lang, viertürig, irgendwo zwischen Limousine und Coupé. Schwungvoll geformte Karosserie, elegantes Innendesign mit hellem Leder, offenporigem Echtholzfurnier und Einzelsitzen hinten plus durchgehender Mittelkonsole. Es ist die fahrbereite Designstudie Vision Mercedes CLS, seriennaher Bote der ersten Mercedes CLS-Generation.

Mercedes CLS ist eine elegante Fließheck-Limousine In diesem Augenblick bekommt das Genre Fließheck-Limousine eine neue Bedeutung. Aus der Stufenheck-Alternative mit großer Ladeluke wird mit dem neuen Mercedes CLS ein Flaneur, ein Viertürer nicht für das, sondern für den Boulevard. Einer, dem man den etwas beschwerlichen Einstieg nach hinten und die dort lediglich befriedigenden Platzverhältnisse verzeiht, von dem man keine Riesenklappe verlangt, das Gepäck durch eine normale Luke stemmt. Einer, der den Begriff coupéhafte Linie zu einem stehenden gemacht hat. Spätestens ein Jahr später, als aus dem Vision CLS der Mercedes CLS geworden ist. Einer, der Mercedes Kunden zuführt, die bis dahin nur Bayrisch Blau, vier Ringen oder Großkatzen zugetan waren, sich also niemals einen Stern vors Haus gestellt hätten. Insgesamt sind es 170.000 geworden. Mercedes CLS erneut auf E-Klasse-Basis Und nun, da Audi mit A5 und A7 nachzieht, BMW ebenfalls das Coupé-Limo-Messer wetzt, kommt Mercedes CLS Nummer zwei. Und bleibt sich weitgehend treu: erneut auf Mercedes E-Klasse-Basis, wieder mit flachen, rahmenlosen Seitenscheiben sowie gespannten Dachbogen, aber einer heftigeren Portion Design-Glutamat. Ob freistehender Kühler im Mercedes SLS-Stil samt energischem Blick, LED-Reviermarkierungen, sickengeprägte Seitenflächen oder vor allem wuchtige Kotflügelausbuchtungen achtern: schüchtern ist anders. Im Innenraum ebbt die Optik-Woge etwas ab, der Mercedes CLS bleibt aber auf Kurs und wird zur E-Klasse in elegant. Flächiger Armaturenträger, auf Wunsch in mattem Holz, Rundinstrumente in Höhlen mit neuer farbiger Mittenanzeige sowie die prinzipiell vom Stufenheck bekannte Infotainment-Mittelkonsole - so wie den Mercedes CLS würde sich manch Dienstwagenberechtigter sein E-Modell wünschen. Die Erfüllung in Gestalt des Mercedes CLS 350 kostet 64.617 Euro, was eine nicht ausstattungsbereinigte Grundpreis-Differenz zum Mercedes E 350 CGI von rund 12.000 Euro darstellt. Mehr Platz für Fondpassagiere im neuen CLS Der platzmäßige Unterschied ist im Mercedes CLS ebenfalls spürbar, vor allem in Form des Raumgefühls hinten. Dort warten wie gehabt zwei ausgeformte Einzelsitze samt Mittelkonsole sowie ein durchaus reisetaugliches Platzangebot. Bei gleichen Außenabmessungen wuchs die Schulterbreite leicht, das Dach wirkt niedriger, als es ist. Allerdings wird die Seitensicht der Fondgäste durch die früh abfallende C-Säule eingeschränkt. Vorn greift der Pilot nicht nur an ein neu gestaltetes Lenkrad, sondern erstmals bei Mercedes in eine elektromechanische Servolenkung. Die komplette Neuentwicklung verspricht Verbrauchsvorteile und erleichtert Assistenzeingriffe, etwa beim automatischen Parken oder beim Bremsen auf unterschiedlich griffigem Untergrund links und rechts. Dort gibt die Steuerung dem Fahrer mittels Lenkimpulsen Anregung und Hilfestellung zur Richtungskorrektur. In die richtige Richtung gingen die Ingenieure auch beim Ansprechverhalten und der Rückmeldung der Elektrolenkung, die erfreulich unsynthetisch wirkt. E-Klasse-Fahrwerk mit Dreilenker-Vorder- und Raumlenker-Hinterachse Präzise und sämig zugleich pfeift sie auf hektische Sportlichkeit und verbindet die für Mercedes typische Verreißsicherheit aus der Mittellage mit dynamischem Verhalten. Überdies verzichten die Ingenieure darauf, Eingriffe - etwa bei Spurhalte- oder Spurwechselassistenz - über die Lenkung abzuwickeln. Im Gegensatz etwa zu Audi erfolgt dies über ESP-gesteuerte Bremseingriffe. Apropos ESP: Angesichts der ordentlichen mechanischen Traktion muss es nur selten zum Einsatz kommen. Der Mercedes CLS steht auf einem modifizierten E-Klasse-Fahrwerk mit Dreilenker-Vorder- und Raumlenker-Hinterachse. Serienmäßig beruhigen mechanisch adaptive Dämpfer die Karosserie, gegen Aufpreis federt Luft und dämpfen elektronisch angesteuerte Bauteile. Sie wiegen mittlere wie lange Bodenwellen gekonnt aus, ohne dass der Mercedes störend nachschwingt oder gar ins Wanken gerät. Mercedes CLS mit neuem Benzin-Direkteinspritzer In Schwung kommt unser 1,7 Tonnen schwere Mercedes CLS durch den neuen 3,5-Liter-Direkteinspritzer, der seinen Namenszusatz CGI verliert, dafür die Fähigkeit situationsabhängiger Mager- oder Homogeneinspritzung gewinnt. Sensiblen Ohren erscheint der 306 PS starke 60-Grad-V6 deshalb manchmal - speziell bei wenig Last - fast dieselig. Spätestens in höheren Lagen brummt er aber mit klassischem V6-Benziner-Sound und schiebt standesgemäß an. Nach Wunsch auch im serienmäßigen Eco-Programm, das die Start-Stopp-Funktion um eine ökonomische Schaltstrategie ergänzt und damit den Verbrauch weiter reduziert. Überhaupt wirkt die Siebengangautomatik im Mercedes CLS durch konsequentere Wandlerüberbrückung direkter angebunden als zuvor - bei geringerem Schlupf. Gute Voraussetzungen, um die ebenfalls dynamische Konkurrenz nicht nur auf dem Laufsteg, sondern auch auf dem Asphalt in Schach zu halten.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-10-30

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