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Testbericht

26. Februar 2009

An bayerischen Schulen ermöglicht der freiwillige Besuch einer so genannten M-Klasse die mittlere Reife. Wenn eine Mercedes M-Klasse für 100.000 Kilometer die auto motor und sport-Redaktion besucht, möchte sie sich mit der mittleren Reife allein nicht zufriedengeben. Schon der Auftritt des Dauertest-ML 320 CDI fegt den Gedanken an Mittelmäßigkeit von der Platte. Auf 4,80 Meter Länge bietet er eine Maxiportion Komfort. Neben der ordentlichen Serienausstattung treiben Lederpolster, Luftfederung, Bixenon-Scheinwerfer, Comand-System, Schiebedach sowie das Offroad-Technik-Paket den Preis bei Dienstantritt am 11. September 2006 auf über 72.000 Euro. Davon bleiben am Schluss noch 42.000 Euro übrig. Dazwischen liegen neben rund 42 Prozent Wertverlust 24 Monate und 100.331 Kilometer Reisekomfort. Weitgehend ungetrübter, denn der lasuritmetallicblaue Diesel-Mercedes verkneift sich im Gegensatz zu den durchwachsenen Erfahrungen der Leser gröbere Schnitzer oder gar Ausfälle.

Marderbiss und Einbruchschaden Nicht jedoch Automatik-Ruckler: So samtig die 7G-Tronic bei höherem Tempo arbeitet, so unwirsch verhält sie sich zuweilen beim langsamen Heranrollen an eine Ampel oder beim Schleichen mit wenig Last, wenn sie die Stufen hart und trocken hineinklopft. Ein Phänomen, das sich schon beim Mercedes SLK 350 -Dauertestwagen zeigte und schwer reproduzierbar ist, der Beliebtheit des ML aber nicht weiter schaden konnte. Die Beliebtheit bei dunklen Elementen schadete ihm jedenfalls mehr. Nach gut eineinhalb Monaten verbeißt sich ein Marder im Motorraum, was eine neue Dämmmatte und eine Ölleitung für die Servolenkung nötig macht. Zuvor verlangte der ML schon nach einer neuen Steckverbindung an der Lambdasonde - ohne fremdes Zutun. Ein halbes Jahr später klirrt es dann. Ein böser Mensch schlägt eine Seitenscheibe ein, entnimmt das weder physisch noch elektronisch gesicherte Comand-Gerät und lässt Redakteur Thomas Fischer orientierungslos zurück. Zum Glück nur in Stuttgart. Zweiter Einbruch nach sechs Wochen Wie sich so ein Einbruch in der Ferne anfühlt, testet Fischer sechs Wochen später in Spanien. Auch wenn ihm diesmal das Navi gelassen wird, fordert er nach einer seitenscheibenlosen Rückreise vehement einbruchhemmende Verglasung sowie eine Alarmanlage. Viel mehr Forderungen finden sich nicht in den gelben Karten, die den Testwagen begleiten.

Positives Feedback Die dort abgelegten Kommentare sind einhellig: toller Reisewagen mit viel Platz, für die Größe erstaunlich handlich. Selbst voll beladen mit vier Personen und Gepäck verliert der ML dank Luftfederung mit adaptiven Dämpfern nicht die Beherrschung. Dank üppiger Bodenfreiheit und schaltbaren Differenzialsperren erkraxelt er steile Hänge so zielstrebig, wie er sie mit seiner Bergabfahrhilfe runterrodelt. Vorsicht allerdings bei montierter Dachbox: Die meisten Tiefgaragen wollen ihren Skalp. Dem drei Liter großen Common-Rail- V6 - mit rund 56 Prozent beliebteste ML-Motorisierung - genügen im Schnitt 11,5 L/100 km. Angesichts der Kombination aus Drehmomentfülle (510 Newtonmeter bei 1.600/min) und gediegener Laufkultur mehr als angemessen. Zumal dem Mercedes ML 320 CDI im Dauertest selten etwas geschenkt wird, erkennbar am Maximalverbrauch von 15,2 L/100 km. Unter 10 Liter durch die Lande So muss er sich im zügigen Terminverkehr über die Autobahn ebenso beweisen wie als Zugmaschine oder voll beladener Express-Logistiker. Trotzdem blieb noch Muße, auch mal mit 9,4 Liter/100 km durch die Lande zu ziehen. Wie immer begleitet von rhythmischem Ölnachfüllen und ab Kilometer 27.955 von Lenkungsgeräuschen. Bis zu Kilometer 44.617: Da gibt es eine neue Lenkung inklusive Servopumpe. Der Marder hatte sich der Gummimanschetten und Dichtungen so nachhaltig angenommen, dass Schmiermittel in gleichem Maße austrat, wie Schmutz eindrang. Kurz vor Schluss zwingt ein defekter Temperatursensor den Mercedes ML doch noch ein zweites - und letztes - Mal außerplanmäßig in die Werkstatt.

Abitur bestanden Trotzdem schlägt er mit seinem günstigen Mängelindex nicht nur Dauertest-Vorgänger ML 270 CDI, sondern auch den Rest der bisherigen SUV-Dauertestriege. Angesichts des soliden Abschluss-Zustands vom glänzenden Lack über knarzfreie Verkleidungen bis hin zu den zwar patinösen, aber immer noch straffen Ledersitzen hat sich die M-Klasse damit mehr als nur die mittlere Reife verdient. Also: Glückwunsch zum Abi 2009, lieber S-MJ 968.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-02-26

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