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Testbericht

28. April 2011

Kann das gutgehen? Die S-Klasse von Mercedes, Star deutscher Automobilbaukunst, mit einem mickrigen Vierzylinder-Diesel unter der Haube? Der Kampf um jedes Gramm wenniger CO2 beschert uns die Kombination, die kein anderer bietet, wobei die Idee des Sparmotors in der Luxusklasse nicht neu ist. Einen 300 SD mit Fünfzylinder-Turbodiesel gab es schon in den achziger Jahren, und die Amerikaner sprachen ihm freudig zu.

An Schub fehlt es nicht Der jetzige Diesel ist dank zwei Turboladern um ein Vielfaches kräftiger, er stemmt ein gewaltiges Drehmoment, das auf dem Niveau des legendären 6,3-Liter-V8-Benziners liegt. An Schub fehlt es dem Mercedes S 250 CDI also nicht. Zusammen mit der unauffällig schaltenden Siebengang-Automatik ergibt sich eine Antriebsquelle, die zum Anspruch eines Top-Mercedes passt. Bis in den Bereich um 200 km/h wird niemand ernsthaften Leistungsmangel empfinden, erst darüber wird deutlich, dass man nicht so aus dem Vollen schöpfen kann. Dennoch rennt der Diesel bei Bedarf bis zu 240 km/h schnell. Die 100 km/h-Marke wird nach 8,2 Sekunden erreicht. Aber wie sieht es mit der Laufkultur aus? Obwohl viel getan wurde, um das dieseltypische Laufgeräusch wegzudämmen, tritt es speziell nach dem Kaltstart im Test doch deutlich in Erscheinung. Auch beim Beschleunigen im unteren Tempobereich deutet das gemütliche Brummen an, dass man mit der gleichen Zylinderzahl unterwegs ist wie im Mercedes-Taxi.

Verbräuche um fünf Liter sind machbar Störend ist das nicht. Kein Mitfahrer, nicht informiert über die technischen Tatsachen, kam im Testbetrieb der vierzylindrigen Wahrheit auf die Spur. Auf der Autobahn hat man dazu erst recht keine Chance mehr. Sobald die Tachonadel einmal die 140-km/h-Markierung überschritten hat, tritt der Klang des Motors vollständig in den Hintergrund, und der Mercedes S 250 CDI wird zu dem, was eine Mercedes S-Klasse sein soll: ein höchst komfortabler, stressarmer Überwinder langer Strecken. Es passt also, der Sparmotor, mit dem die Mercedes S-Klasse nicht zum fade schmeckenden Öko-Menü wird. Wer entspannt dahingleitet, erlebt ein echtes Verbrauchswunder: Der Maercedes S 250 CDI lässt sich im Test nämlich mit durchschnittlich 5,2 Litern bewegen. Ist der Zweitonner in Eile, verbraucht er 8,5 L/100 km. Wer hätte vor wenigen Jahren noch gedacht, dass ein solcher Luxus-Cruiser so sparsam sein kann?

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2011-04-28

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