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Testbericht

11. April 2009

Seien wir ehrlich. Der Tata Nano hatte schon ordentlich verblüfft, bevor ihn überhaupt jemand zu Gesicht bekam. Ein Auto für 100.000 indische Rupien, damals umgerechnet 1.700 Euro ohne Steuern, ein richtiges Auto? Und jetzt, da er erstmals auf den Straßen in Pune steht, verblüfft er schon wieder - weil er drinnen viel mehr Platz bietet, als man von außen erwartet. Vier Erwachsene finden genügend Raum in dem simpel und spartanisch eingerichteten Auto. Und sie sind auf Sitzen untergebracht, die zwar dünn und flach sind, aber trotzdem recht komfortabel.

Qualität besser als befürchtet Die Qualität der Kunststoffe im Innenraum ist besser als befürchtet, der Teppichboden hingegen wirkt sehr billig. Weil sich die Heckklappe nicht öffnen lässt, muss die Lehne der Rücksitze vorgeklappt werden, um an den hinteren Kofferraum (vorne gibt’s auch noch einen kleinen) zu kommen. 135 Liter fasst er, bei umgelegter Rücksitzbank sind es immerhin 500 Liter Ladevolumen. Tata arbeitet - für die Europa- Version - an einer Heckklappe aus Glas, um das Beladen des hinteren Gepäckabteils einfacher zu gestalten. Zweizylinder im Heck des Tata Nano Der Zugang zum Motor des Tata Nano ist übrigens noch komplizierter. Dazu muss nämlich erst eine Abdeckung entfernt werden, die mit sechs Flügelmuttern fixiert ist. Statt ihn anzuschauen, starten wir den Zweizylinder im Heck lieber. Das Aluminium- Aggregat läuft ziemlich rau und klingt kaum besser als ein Rasenmäher. Aber keiner von den teuren. Zwar ist der Innenraum ziemlich gut schallgedämmt, der Zweizylinder- Sound bleibt einem also fast erspart. Dass dieses Triebwerk in "Betragen" bestenfalls Note vier bekommt, bleibt den Insassen aber trotzdem nicht verborgen: Ständig ist zu spüren, wie sich der 35-PS-Motor abmüht, und bei voller Beschleunigung werden die Vibrationen heftig. Das nervt.

Unauffällige Viergangschaltung Die Viergangschaltung hingegen macht ihren Job unauffällig und angenehm, obwohl häufig geschaltet werden muss. Denn vor allem der erste und zweite Gang sind kurz übersetzt, und bei 5600/min setzt der Begrenzer unerbittlich ein. In einem Punkt sind die Tata-Verantwortlichen sehr klar: Die Beschleunigung von null auf 100 km/h interessiere sie beim Tata Nano nicht sonderlich. Was bei einem solchen Stadtauto zähle, sei der Wert von null auf Tempo 60. Für den haben wir 10,1 Sekunden ermittelt. Das Messergebnis für den Sprint auf 100 km/h dürfte schwer zu überbieten sein: 32,6 Sekunden. Wer Nano fährt, braucht also Geduld. Zuhause im indischen Stadtverkehr Auf der Teststrecke in der indischen Stadt Pune, wo Tata Motors seinen Sitz hat, war das 3,10-Meter-Auto jedenfalls nicht in der Lage, Begeisterung zu wecken. Es wirkte deplatziert. Ganz anders hingegen im heimischen Stadtverkehr mit viel Stop and go. Dort gehört es hin, das ist schnell zu spüren. Die Motorleistung reicht dafür aus, das Fahrverhalten ebenfalls. Der kleine Wendekreis von acht Metern vereinfacht das Rangieren, das Parken fällt mit einem so kurzen Wagen ohnehin leicht. Der Tata Nano wiegt nur 635 Kilogramm Interessant: Selbst ohne Servounterstützung ist die Lenkung sehr leichtgängig, denn auf der Vorderachse lasten kaum 300 der 635 Kilogramm, die der Nano wiegt. Sich im indischen City-Verkehr wohlzufühlen, ist mit dem Tata Nano also nicht schwierig. Ganz anders außerhalb der Stadtgrenzen, wo das Billigvehikel wegen seines kurzen Radstands und des hohen Schwerpunkts ins Wanken gerät. Die Sitze, die quasi keinen Seitenhalt bieten, sind dabei keine Hilfe, weswegen der Fahrer in Kurven schließlich Schulterschluss mit der B-Säule hat - unfreiwillig, versteht sich. So sehr sich der Nano in Kurven auch neigt: Das Untersteuern hält sich in Grenzen.

Höchstgeschwindigkeit liegt bei 105 km/h Die vier Trommelbremsen verzögern zwar, aber von sehr zupackendem Wesen sind sie wahrlich nicht. Alles in allem: Der kleine Tata Nano ist auf den schlechten indischen Straßen recht holprig unterwegs, völlig unkomfortabel kann man ihn aber nicht nennen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 105 km/h, der Praxisverbrauch 3,8 L/100 km. Für eine bessere Gewichtsverteilung (60 Prozent hinten, 40 vorne) haben die Tata-Ingenieure das Ersatzrad und den Tank unter die Fronthaube gepackt, dort auch ein bisschen Kofferraum übrig gelassen und die Batterie unter den Fahrersitz montiert. Um das Können des zu vielen Kompromissen zwingenden Nano ohne ESP, ABS und Airbag richtig einzuschätzen, muss man wissen, dass das nächstgünstigere Auto in Indien rund 1.500 Euro teurer ist. Tata Nano ab 2011 auch in Europa Die teuerste Version für den Heimatmarkt kostet 3.000 Euro und bietet außer einer Klimaanlage auch elektrische Fensterheber vorne und eine Zentralverriegelung. Nach Europa soll der Nano in anderer Konfiguration auswandern: etwas länger und mit breiterer Spur, verbessertem Fahrverhalten, einem 934-Kubikzentimeter- Dreizylinder mit knapp 60 PS Leistung, der 150 km/h Spitze möglich macht, dazu Scheibenbremsen, Airbags und einem hochwertigeren Innenraum. Und das alles ab dem Jahr 2011 - für weniger als 5.000 Euro.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-04-11

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