12neuwagen de12gebrauchtwagen de

Unsere Partnerseiten:

Testbericht

12. Mai 2011

Biturbo-V8 statt V10-Sauger Wenn 555 PS auf 2,4 Tonnen Auto treffen, scheint die träge Masse zu schmelzen wie Butter in der heißen Pfanne – wer es nicht glaubt, sollte einmal einen BMW X6 M probefahren. Nun aber wird dessen Herz in einen zweisitzigen Sportwagen namens Wiesmann MF5 verpflanzt, der dank Aluminium-Monocoque und Kunststoff- Karosserie – wahlweise als Roadster oder GT genanntes Coupé – gerade einmal um 1.400 Kilogramm wiegt. Dabei konnte sich die Wiesmann MF5-Kundschaft schon bislang kaum über einen Mangel an Kraft beklagen, denn das Kleinserien-Modell wurde vom 507 PS starken V10 des verblichenen BMW M5 aus den Startblöcken geschleudert. Mit dem Auslaufen des Zehnzylinders wandert nun der 4,4-Liter-Biturbo-V8 in den langen Bug.

MF5 bietet Leistung satt Der MF5 wird ausschließlich mit Sechsstufen-Automatik angeboten, in deren schnelle und weiche Schaltvorgänge man freilich jederzeit per Schaltpaddel eingreifen kann, aber nicht muss. Denn der Achtzylinder schert sich herzlich wenig um die eingelegte Fahrstufe. Er reißt in nahezu jeder Lebenslage an wie ein Flugzeugträger-Dampfkatapult, das einen Jet beschleunigen muss. Seine Paradedisziplin ist dabei der Zwischenspurt auf der Landstraße. Eben noch gondelt man in aller Seelenruhe hinter einem Milchlastwagen her und freut sich über den dezent bassigen Sound des V8, da bietet sich die Chance zum Überholen. Dem beherzten Tritt aufs Gas folgen im Fahrbericht zeitgleich drei Ereignisse: ein ekstatisches Schnauben aus den oberarm-dicken Endrohren und das blitzartige Anschmiegen der Wirbelsäule an die Kontur der Rückenlehnen, während die Straße unter dem Wiesmann MF5 nach hinten weggezogen wird. Viel zu schnell wird das 100-km/h-Limit erreicht und das Bremspedal gefordert – man freut sich schon diebisch auf die nächste Überholmöglichkeit.

Komfort ist Fehlanzeige Auf dem Weg dahin dürfen dem Sportwagen gern ein paar Kurven unterkommen, denn der Wiesmann MF5 ist nicht nur ein Längsdynamiker, sondern eilt auch bei Bedarf zielgenau über die imaginären Ideallinien der Provinz. Die Lenkung spricht feinfühlig an und gibt viel Rückmeldung über das Treiben der Vorderräder. Dabei sollte der Straßenbelag allerdings nicht allzu kariös ausfallen, denn die straffe Fahrwerks-Abstimmung fühlt sich sehr dem Sport verpflichtet. Komfort stand offenbar nicht im Lastenheft des Wiesmann MF5 der zweiten Generation – wenn wir einmal von komfortabel kurzen Überholvorgängen absehen wollen.

Weiterlesen

Quelle: auto-motor-und-sport, 2011-05-12

Getestete Modelle
Ähnliche Testberichte
Autoplenum
4.0 von 5

Autoplenum, 2018-08-08

Wiesmann: Neues Auto 2019 - Der Gecko kommt zurückWiesmann: Neues Auto 2019 - Der Gecko kommt zurück
Der Gecko kommt zurück Wiesmann: Neues Auto 2019 Ganzen Testbericht lesen
auto-reporter.net

auto-reporter.net, 2013-12-02

Wiesmann: Antrag auf Einstellung des Insolvenzverfahrens...Wiesmann:  Antrag auf Einstellung des Insolvenzverfahrens gestellt
Die Geschäftsführung der Wiesmann GmbH hat vor Beginn der Gläubigerversammlung am 28. November 2013 beim Amtsgericht...Ganzen Testbericht lesen
auto-reporter.net

auto-reporter.net, 2013-08-16

Sportwagenhersteller Wiesmann ist pleiteSportwagenhersteller Wiesmann ist pleite
Der Dülmener Sportwagenhersteller Wiesmann ist pleite. Nach Angaben von „auto-motor-sport Online“ wurde beim zuständi...Ganzen Testbericht lesen
auto-motor-und-sport

auto-motor-und-sport, 2009-05-07

Wiesmann Roadster MF4-S: Roadster mit BMW-Technik im Fahr...Wiesmann Roadster MF4-S: Roadster mit BMW-Technik im Fahrbericht
Gut 15 Jahre nach dem Debüt seines luftigen Roadsters präsentiert Sportwagenhersteller Wiesmann ein neues Modell. Der...Ganzen Testbericht lesen
auto-motor-und-sport

auto-motor-und-sport, 2008-08-15

Wiesmann GT MF5: Gecko-Blaster Wiesmann GT MF5: Gecko-Blaster
Der Sportwagen-Hersteller Wiesmann präsentiert seine neueste Kreation, den GT MF5 mit 507 PS. Fahrbericht. Ganzen Testbericht lesen