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Vier Kompakte im Vergleich – Fiat Tipo*, Kia cee’d*, Hyundai i30* und Ford Focus*

Fiat Tipo mischt die Kompaktklasse auf. Er schneidet sehr gut in puncto Platz, Ladevolumen und Kosten ab.
Kia cee'd ist der Underdog in der Truppe. Dennoch: solide verarbeitet, gut aussehend und nicht zu teuer.
Hyundai i30 ist der große Bruder vom cee'd und er kann alles besser.
Ford Focus - für ihn muss man sehr tief in die Tasche greifen. In richtigen Ausstattungen bietet er auch den meisten Fahrspaß.
Fiat Tipo mischt die Kompaktklasse auf. Er schneidet sehr gut in puncto Platz, Ladevolumen und Kosten ab.
Kia cee'd ist der Underdog in der Truppe. Dennoch: solide verarbeitet, gut aussehend und nicht zu teuer.
Hyundai i30 ist der große Bruder vom cee'd und er kann alles besser.
Ford Focus - für ihn muss man sehr tief in die Tasche greifen. In richtigen Ausstattungen bietet er auch den meisten Fahrspaß.

Die Kompaktklasse ist das wichtigste Fahrzeugsegment auf dem deutschen Markt. 2017 fiel beinahe jede vierte Neuzulassung auf ein Auto dieser Art. Kein Wunder also, dass eine ganze Armada an Fahrzeugen die Kunden überzeugen will. In unserer aktuellen Folge von WHEELS – dem Autoplenum Magazin haben wir einen Italiener zu Gast: den Fiat Tipo. Dabei haben wir nicht nur genug Zeit, den in der Türkei gebauten Kompakten unter die Lupe zu nehmen. Wir vergleichen ihn mit drei Konkurrenten – Kia cee’d, Hyundai i30 und Ford Focus.

Der äußere Eindruck: das Design

Beginnen wir mit dem, das zuerst ins Auge fällt: dem Aussehen.

Beim Fiat Tipo müssen ungeschulte Augen zwei Mal hinsehen, um ihn als Fiat auszumachen. Der Italiener wartet mit gänzlich anderer Formensprache als sein Vorgänger (Fiat Bravo) auf. Das Konzept wirkt in sich stimmig und modern, der breite Kühlergrill und die scharf gezeichneten Scheinwerfer erinnern an eine betonte Sportlichkeit à la Mercedes-Benz oder Seat. Der Kia cee’d präsentiert sich mit dem typischen Markengesicht – lang gezogene Scheinwerfer mit markanten Tagfahrlichtstreifen und schmalem, mittig eingeengten Kühlergrill. Der Ford Focus dürfte jedem bereits bekannt sein – immerhin ist das Design seit 2014 unangetastet und oft auf Deutschlands Straßen zu sehen. Für beide Modelle sind allerdings bereits Nachfolger geplant. Grundsätzlich sind sich die drei ziemlich ähnlich. Aus diesem Muster fällt der Hyundai i30 etwas heraus. Er wirkt kantiger und hat einen riesigen Kühlergrill. Zusammen mit den aggressiv gestalten Scheinwerfern erinnert er so an einen Audi A3.

Nehmet Platz: das Interieur

Im nächsten Schritt kümmern wir uns um den zweiten Eindruck: Wie sieht es hinter der Fassade aus, was fällt uns im Interieur auf? Wie ist es um Verarbeitung und Material bestellt?

Im Fiat Tipo sitzt man angenehm hoch und hat einen relativ guten Rundumblick, nur nach schräg hinten versperren die C-Säulen den Blick etwas. Die Mittelkonsole wirkt aufgeräumt und ist einfach zu bedienen. Kosteneinsparungen merkt man hauptsächlich am genarbten Hartplastik an – die Verarbeitung hingegen ist durchwegs gut. Besonders gefällig sind die fein einrastenden, gummierten Drehregler sowie der aufgeschäumte Kunststoff des Armaturenbretts. Kleines Manko: Die Vordersitze sind zwar gut geformt, aber etwas hart gepolstert.

Diese sind im Kia noch um einiges straffer – positiv formuliert. Die Verarbeitungsqualität ist zufriedenstellend, aber gerade an den verwendeten Materialien spürt man den Verzicht, der den Kaufpreis drückt. An nicht direkt sichtbaren Stellen sind mitunter unschöne Hartplastikteile verbaut. Auch sind, gerade an den Türen, Schweißnähte deutlich zu sehen. Die Sicht nach schräg hinten ist stark eingeschränkt – da helfen auch die gut gemeinten Dreiecksfenster in den Dachsäulen nicht. Für den niedrigen Preis liefert Kia allerdings eine akzeptable Leistung ab.

Hyundai hatte generell den Ruf, einfache und günstiger wirkende Autos zu bauen. Der aktuelle i30 hingegen muss sich aber in puncto Optik, Haptik und Verarbeitungsqualität nicht vor der Konkurrenz verstecken. Lediglich das verwendete Hartplastik außerhalb des Fahrersichtfelds fällt negativ ins Gewicht. Die Rundumsicht ist ebenfalls nicht ideal: Die Heckpartie ist recht schlecht einsehbar, da die Dachsäulen breit sind und die Heckscheibe sehr hoch abschließt. Die Vordersitze sind für diese Fahrzeugklasse gut ausgeformt und sehr bequem.

Beim Focus erwartet man erfahrungsgemäß eine wahre Tastenflut im Cockpit. Mit der letzten Modellerneuerung hat Ford dies glücklicherweise entschärft. Die Bedienung erfordert aber nach wie vor etwas Eingewöhnung. Wie gewohnt überzeugen die Sitze im Focus – sowohl vorne als auch hinten. Die Verarbeitung ist ebenso wertig wie die Materialauswahl. Wehrmutstropfen bei der eigentlich passablen Übersichtlichkeit: Das Sichtfeld des Innenspiegels ist merklich eingeschränkt. Vorsicht bei der optionalen Frontscheibenheizung: Nachts reflektieren die Heizdrähte deutlich das Licht des Gegenverkehrs – blendempfindliche Menschen sollten darauf verzichten.

Innere Werte: Platzangebot und Variabilität

Kompaktwagen müssen mehr können, als im Cockpit zu überzeugen. Wieviel Platz bieten die vier Konkurrenten? Reicht der Kofferraum für den Urlaub aus, können auch Erwachsene bequem hinten sitzen? Gibt es ausreichend Stauraum im Innenraum?

Wenn es um großzügige Raumverhältnisse und vor allem einen großen Kofferraum geht, spielt natürlich eines der vier Fahrzeuge den Primus: der Fiat Tipo. Ja, richtig gelesen – der Italiener besitzt mit 440 Litern das größte Kofferraumvolumen in unserem Quartett. Praktisch: Der Fiat erhält serienmäßig einen doppelten Ladeboden. Dank den nicht allzu schrägen A-Säulen bietet er ein luftiges Raumgefühl auf den Vordersitzen. Auf der Rückbank haben auch Erwachsene ausreichend Platz, erst jenseits der 1,85 m kann es mal enger zugehen. Weit aufschwingende Türen begünstigen zudem die Montage von Kindersitzen.

Beim Kia treten gemischte Gefühle auf. Auf der einen Seite bietet er erstaunlich viel Platz für alle Passagiere. Die Kopf- und Beinfreiheit sind auch für überdurchschnittlich große Erwachsene noch akzeptabel. Allerlei praktische Ablagemöglichkeiten im Innenraum, vor allem zahlreiche Getränkehalter, überzeugen gerade auf längeren Fahrten. Andererseits bleiben im Heck des cee’d nur 380 Liter Stauvolumen übrig – ist zwar klassenüblich, aber der luftige Innenraum lässt auf mehr hoffen. Auch störend: Die Ladekante befindet sich ziemlich hoch über dem Boden, was das Einladen von schwerem Ladegut nicht begünstigt.

Der Hyundai i30 überrascht die Passagiere in der ersten Reihe mit üppiger Kopf- und Beinfreiheit. Selbst Zwei-Meter-Riesen finden ihre Idealposition, ohne irgendwo anzuecken. Wegen der wuchtigen Armaturen wirkt der i30 allerdings kleiner als er eigentlich ist. Hinten bleibt dafür nicht viel Platz im Fußraum – Personen über 1,80-Meter sitzen teils eingeengt. Erwähnenswert ist der bequeme und einfache Ein- und Ausstieg dank weit öffnenden Türen und schmalen Schwellern. Ablagen sind ausreichend vorhanden, teils aber etwas klein. Einziges Manko am gut geschnittenen Kofferraum (395 Liter Volumen): Die Ladekante ist sehr hoch – ähnlich wie die des Kia cee‘d.

Der Focus bietet mit 363 Litern den kleinsten Kofferraum in dieser Runde an. Hier besteht eindeutig Verbesserungspotential – der Focus ist nämlich kein kleines Auto. Ansonsten jedoch ist er ziemlich geräumig für einen Kompaktwagen: Der Fahrersitz ist bis zu einer Körpergröße von 1,95 m noch ideal nutzbar. Auch auf der Rückbank finden Erwachsene bequem Platz. Viele gut nutzbare Ablagen runden das gute Gesamtbild des Fords ab.

Das Salz in der Suppe: die Ausstattung

Mittlerweile sind eine Zentralverriegelung, Tagfahrlicht und Bordcomputer keine Verkaufsargumente mehr. Die Hersteller müssen schon mehr auffahren, um die Massen zu überzeugen. Was ist in der Grundausstattung inbegriffen?

Der Fiat Tipo verfügt bereits in der Basisvariante über alle grundlegenden Ausstattungsmerkmale, die ein Auto dieser Klasse haben sollte. Serienmäßig wartet der Fiat Tipo mit Klimaanlage, Berganfahrhilfe, Radio (mit USB- und AUX-Anschluss) sowie elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegeln auf. CDs kann das Radio jedoch nicht abspielen. Erfreulicherweise scheint sich das Sechs-Airbags-Prinzip durchgesetzt zu haben – jeder Fiat Tipo beinhaltet dies. Die Ausstattungspakete sind in großer Auswahl sowie zu moderaten Preisen erhältlich. Die Anzahl der optionalen Fahrassistenzsysteme bleibt dabei jedoch beschaulich.

Beim Kia fällt zuerst eins ins Auge: Die Klimaanlage. Die ist nämlich nicht in der Basisausstattung enthalten. Auch die Funkfernbedienung ist nicht Serie – ab der zweitniedrigsten Ausstattungsversion zum Glück schon. Abgesehen davon bietet der Südkoreaner eine beachtliche Grundmöblierung. Wie der Fiat Tipo verfügt er über sechs Airbags, eine Berganfahrhilfe und ein Radio mit USB- und AUX-Anschluss (und sogar einen iPod-Anschluss). Unüblich für die Kompaktklasse: eine serienmäßige Mittelarmlehne mit Ablagefach. Das verbaute Multifunktionslenkrad wird zwar gern mitgenommen, allerdings besitzt es doch sehr viele Knöpfe, was nicht gerade intuitiv wirkt.

Hyundai geht mit dem i30 in die Offensive: Bereits in der Basisausstattung bietet er eine City-Notbremsfunktion, außerdem einen aktiven Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistenten. Da kann die Konkurrenz nicht mithalten. Zusätzlich wartet der Südkoreaner mit Fernlichtassistent, Berganfahrhilfe und sechs Airbags auf. Die Außenspiegel können elektrisch beheizt und die Fahrgeschwindigkeit mittels Tempomat geregelt werden. Ein Multifunktionslenkrad sowie eine Klimaanlage runden die umfangreiche Grundausstattung ab.

Dem Ford Focus konnte man früher eine komplizierte Bedienung sowie überbordende Unübersichtlichkeit im Cockpit zuschreiben. Dies hat sich in der aktuellen Generation geändert. Der Ford kommt serienmäßig mit Klimaanlage, Berganfahrassistent, Lederlenkrad und elektrisch beheizbaren Außenspiegeln. Auch ein Notbremsassistent ist immer mit an Bord. Gegen Aufpreis kann die Fahrassistenzausstattung selbst mit so manchem Oberklasse-Fahrzeug mithalten. Nette Idee: Ford legt dem Focus einen Trichter bei, mit dem man den Fehlbetankungsschutz umgehen kann. So kann man bei leerem Tank auch aus einem Kanister nachfüllen.

Das Herzstück: die Motorenpalette

Bei Menschen sagt das Herz einiges über die körperliche Gesundheit aus: Wie leistungsfähig man ist, welchen Ruhepuls man hat, wie fit man ist. Ähnlich verhält es sich beim Auto: Wir werfen einen Blick auf die Motorenpalette der vier Kompaktwagen.

Die Palette des Fiat ist übersichtlich gehalten: Es gibt je zwei Diesel und Benziner. Bis auf den Einstiegsbenziner mit 95 PS handelt es sich dabei um Turbomotoren – die sollte man auch nutzen. Der Saugmotor ist recht durstig und fordert hohe Drehzahlen, um zügiger voranzukommen. Der 120-PS-Benziner hingegen ist völlig ausreichend für ein Auto dieser Klasse. Zwischen 2.000 und 4.000 Umdrehungen/min zieht er ordentlich. Einmal in Fahrt, kommt er auch auf der Autobahn schnell voran. Die mittlerweile in Deutschland unbeliebten Dieselmotoren sind typische Vertreter ihrer Art. Sie ziehen gerade im Drehzahlkeller besser als die Ottomotoren, was allerdings durch das Mehrgewicht ausgeglichen wird. Es gibt zwei Hubraum-Versionen mit 95 bzw. 120 PS. Allen Motoren gemeinsam ist die erhöhte Lautstärke im höheren Drehzahlbereich.

Auch der Kia cee’d erhält vier verschiedene Herzstücke. Davon sind lediglich zwei mit Zwangsbeatmung durch einen Turbolader ausgestattet: der Dreizylinder-Benziner sowie der einzige Dieselmotor. Die Motoren des Kia zeichnen sich leider durch einen recht hohen Verbrauch aus. Auch der Durchzug aus dem Drehzahlkeller könnte besser sein. Das gilt vor allem für den Einstiegsbenziner mit Saugrohreinspritzung, der im Vergleich ziemlich antiquiert wirkt. Alles in allem verbuchen die Motoren jedoch ordentliche Fahrleistungen. Auch die Laufkultur überzeugt. Fazit: Keine herausragenden, aber auch keine schlechten Motoren. Wenn man den hohen Verbrauch in Kauf nimmt, bringen die Motoren die cee’d-Passagiere entspannt von A nach B.

Hyundai bietet den Interessenten des i30 drei verschiedene Ottomotoren sowie einen Diesel in drei Leistungsvarianten an. Der 1,4-Liter-Einstiegsbenziner ist wegen des fehlenden Turboladers nicht empfehlenswert. Man merkt ihm die alte Technik am hohen Verbrauch und den schlechten Fahrleistungen an. Doch auch die Turbomotoren sind durch ein Turboloch beim Anfahren geprägt. Die Dieselmotoren sind typische Vertreter ihrer Art und fallen nicht mit störenden Geräuschen auf. Dank kleinem Hubraum und Turboladern hält sich der Verbrauch in Grenzen. Die Benziner zeichnen sich durch ausgesprochene Laufruhe aus. Dementsprechend sanft fällt aber auch der Durchzug aus.

Focus-Käufer können aus der mit Abstand größten Motorenvielfalt auswählen: zehn Leistungsstufen bei fünf Motoren. Dabei reicht die Bandbreite der Ottomotoren vom 85-PS-Sauger bis hin zum 182-PS-Turbomotor. Bei den Dieseln reicht die Spanne vom 95 PS starken Einsteiger bis hin zu 150 PS im Zwei-Liter-Modell. Für Hobby-Rennfahrer stehen auch noch die Varianten ST und RS mit bis zu 350 PS zur Verfügung. Doch auch die zivileren Motoren überzeugen auf ganzer Breite. An die kultivierte und homogene Kraftentfaltung bei gleichzeitiger Drehfreude kommt die Konkurrenz nicht heran. Auch der Verbrauch der EcoBoost-Motoren ist erfreulicherweise im Rahmen. Angesichts des doch recht hohen Verkaufspreises sind die Motoren gemeinsam mit den Fahreigenschaften der größte Pluspunkt am Focus.

Das Wesen der Autos: die Fahreigenschaften

Auch der beste Motor bringt nicht viel, wenn er seine Power nicht auf die Straße bringt. Wir betrachten deshalb die Fahrdynamik der Kompakten. Sind die Fahrwerke alltagstauglich abgestimmt? Wie lenken sich die Autos? Was fällt sonst noch auf?

Während man bei Kleinwagen hauptsächlich Fahrsicherheit und Komfort verlangt, kann man bei der Kompaktklasse etwas mehr erwarten. Der Fiat Tipo kann hier durchaus punkten, wenn auch nicht auf ganzer Linie. Die Lenkung gefällt beim Manövrieren in der Stadt mit ihrer ausgesprochenen Leichtgängigkeit, gerade im speziellen City-Modus. Damit geht allerdings ein recht gefühlsarmes und synthetisches Lenkgefühl einher. Das Fahrwerk macht seine Sache gut und wirkt sehr ausgereift. Einzig Schlaglöcher, Kanaldeckel und kurze Bodenwellen werden recht straff abgefedert – besonders bei niedrigem Tempo. Überraschend: Voll beladen federt der Fiat Tipo selbst auf schlechten Straßen ausgezeichnet. Die Geräuschkulisse hat zwei Naturen: Der Motorraum ist gut gedämmt, Windgeräusche machen sich jedoch ab Landstraßentempo deutlich bemerkbar. Sowohl beim manuellen als auch beim automatischen Getriebe gibt es nichts zu meckern. Der Bremsweg des Fiat Tipo fällt mit ca. 36 Metern ordentlich aus – der Druckpunkt des Bremspedals ist aber leider nicht klar definiert.

Der Kia cee’d ist in dieser Hinsicht der Konkurrenz noch hinterher. Die Lenkung ist ziemlich unpräzise und hat viel Spiel. Bei kleinen Lenkwinkeln ist das alles andere als ideal. Auch die Dämmung kann nicht wirklich begeistern. Außen- sowie Fahrgeräusche dringen recht laut in den Innenraum vor. Der Federungskomfort lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Nichtsdestotrotz ist der Kia ein grundsolides Auto, das mit ausgesprochener Fahrsicherheit glänzen kann. Der cee’d versucht erst gar nicht, sportlich zu wirken – dafür konzentriert er sich auf das Wesentliche. Auch das manuelle Sechsganggetriebe schaltet knackig. Allerdings ist es recht kurz übersetzt, was zwar dem Antritt zu Gute kommt, aber zu einem hohen Drehzahlniveau führt.

Beginnen wir beim Hyundai i30 mit der Schaltung: Das manuelle Getriebe hat durchschnittliche Schaltwege, hakt aber etwas, wenn es mal schneller gehen soll. Der Rückwärtsgang ist leider nicht synchronisiert. Sprich: Rollt man noch vorwärts, während man den Rückwärtsgang einlegt, kracht es ordentlich im Getriebe. Beim Kuppeln muss man außerdem erst einmal üben – der i30 stirbt bei niedrigen Drehzahlen schnell ab. Der Kompakte ist merklich sportlicher abgestimmt als die älteren Modelle und geht gut ums Eck. Das Fahrwerk steckt dafür kurze Fahrbahnschwächen recht trocken weg – außerdem meldet es sich bei niedrigen Geschwindigkeiten gern akustisch. Die Lenkung ist ein zweischneidiges Schwert: einerseits schön direkt und spontan reagierend – andererseits etwas rückmeldungsarm und teigig um die Mittellage herum.

Der Focus ist bekannt für seine ambitionierten Fahreigenschaften – und das zurecht. Das Fahrwerk kann man höchstens wegen der straffen Auslegung bemängeln. Bei den Getrieben ist lediglich das Fünfgang-Getriebe bauartbedingt etwas kurz übersetzt, was den Verbrauch erhöht. Ansonsten zeigt sich der Ford von seiner besten Seite. Egal ob Handling, Getriebe, Lenkgefühl oder Bremsweg: alles auf höchstem Niveau. Der Ford ist in diesem Quartett ohne Frage der agilste, schnellste und sicherste zugleich. Auch das Fahrwerk trifft den Grundcharakter des Autos perfekt und stellt einen guten Kompromiss aus Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit dar. Und das alles geht recht leise vonstatten – die Dämmung des Focus funktioniert ausgezeichnet.

Teurer Spaß: die Kosten

Ein Auto kann noch so sehr überzeugen – am Ende bleibt jedoch immer das Kostenkapitel übrig, das sich auf den Kauf auswirkt. Wer nicht gerade in Geld schwimmt, wird seine Kaufentscheidung maßgeblich danach richten.

Das wichtigste Kaufargument, das am Ende den Ton angibt, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Gut für Fiat, dass das die wohl größte Stärke des Kompakten ist. Der Listenpreis des Fiat schwankt zwischen 14.990 Euro für den Einstiegsbenziner und 24.690 Euro für den Top-Diesel mit Doppelkupplungsgetriebe mit „S-Design“-Ausstattung. Mit den optional buchbaren Paketen lässt sich das jeweils um einiges erhöhen.

Beim Kia cee’d reicht die Spanne sogar noch etwas weiter: Das günstigste Modell schlägt mit 14.490 Euro zu Buche, der starke Diesel mit „Platinum Edition“ knackt sogar die 30.000-Euro-Marke. Diese Topversion geht allerdings mit Vollausstattung einher – vom Navi über Querverkehrswarner bis hin zu Xenonscheinwerfern mit Fernlichtassistent ist hier wirklich alles an Bord.

Die Preisspanne des Hyundai i30 ist ähnlich groß. Der billigste Benziner kostet mindestens 17.450 Euro, das teuerste Modell mit „Premium“-Ausstattung geht ab 32.150 Euro über die Ladentheke. Ausstattungsbereinigt wirkt der Hyundai aber recht preiswert im Vergleich zu Marken wie Volkswagen oder Opel.

Der Ford Focus ist der teuerste des Quartetts. Mit Listenpreisen von 18.900 Euro bis zu 30.300 Euro in der „ST-Line“ mit Automatikgetriebe knöpft er den Kunden am meisten ab. Die Extras auf der Optionsliste, allen voran die Ausstattungspakete, gibt es dafür zu vertretbaren Preisen.

Fazit

Letztendlich ist es eine Frage der persönlichen Präferenz, welcher der vier Kompaktwagen am besten für welche Zielgruppe geeignet ist. Der Fiat Tipo verspricht Golf-Klasse zum Preis eines VW Polo. Er wird also hauptsächlich das Preis-Leistungs-Klientel sowie Fiat-Liebhaber bedienen und ist in der aktuellen Generation eine echte Alternative zu den üblichen Verdächtigen. Eine halbe Preisklasse darüber versucht der Hyundai i30 ähnliches: Mit überbordender Ausstattung will er den etablierten Modellen wie dem VW Golf Kunden abjagen. Der Kia cee’d spricht all jene an, die möglichst viel Auto zum kleinen Preis haben wollen. Der eine oder andere Qualitätsmangel muss dabei in Kauf genommen werden. Wer mehr Geld ausgeben kann, sowie auf eine gewisse Portion Sportlichkeit nicht verzichten will, der wird mit dem teureren Ford Focus glücklich.