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WHEELS SUV-Vergleich: Nissan X-Trail* gegen Hyundai Tucson*, VW Tiguan* & Skoda Kodiaq*

Wahre Größe kommt von Innen: Mit gigantischen 1982 Litern Maximalladevolumen überbietet der aufgefrischte Nissan X-Trail sogar Oberklasse-Kombis deutlich.
Der Klassenprimus: Was Materialgüte, Verarbeitungsqualität und technische Ausreifung betrifft, kann keiner dem VW Tiguan das Wasser reichen.
Nach wie vor einzigartig: Das Fünf-Jahre-Garantiepaket des Hyundai Tucson ohne Kilometerbeschränkung sucht innerhalb der Konkurrenz seinesgleichen.
Skoda ist schon längst nicht mehr die Billigmarke von VW. Der Kodiaq greift auf neueste Konzerntechnologien zu und kann dem VW Tiguan bestimmt viele Kunden abgreifen.
Wahre Größe kommt von Innen: Mit gigantischen 1982 Litern Maximalladevolumen überbietet der aufgefrischte Nissan X-Trail sogar Oberklasse-Kombis deutlich.
Der Klassenprimus: Was Materialgüte, Verarbeitungsqualität und technische Ausreifung betrifft, kann keiner dem VW Tiguan das Wasser reichen.
Nach wie vor einzigartig: Das Fünf-Jahre-Garantiepaket des Hyundai Tucson ohne Kilometerbeschränkung sucht innerhalb der Konkurrenz seinesgleichen.
Skoda ist schon längst nicht mehr die Billigmarke von VW. Der Kodiaq greift auf neueste Konzerntechnologien zu und kann dem VW Tiguan bestimmt viele Kunden abgreifen.

Üppiges Platzangebot, hohe Sitzposition und schickes Außengewand: SUV- und Crossover-Modelle sind nach wie vor die aufstrebenden Verkaufsschlager der Autoindustrie. Inmitten einer wahren Flutwelle von Neuerscheinungen sticht uns der überarbeitete Nissan X-Trail ins Auge. Im Zuge von WHEELS – dem Autoplenum Magazin vergleichen wir den familientauglichen SUV mit drei Wettbewerbern: Hyundai Tucson, Skoda Kodiaq und VW Tiguan.

Innenraum und Komfort

Der erste Eindruck ist bekanntlich entscheidend. Saubere Verarbeitung und wertig anmutende Haptik im Innenraum prägen sich besonders stark ein. Hierbei gibt sich keiner der vier Konkurrenten die Blöße – alle überzeugen mit kleinen und gleichmäßigen Spaltmaßen. Die beiden Konzernbrüder VW Tiguan und Skoda Kodiaq haben allerdings in puncto Materialgüte einen kleinen Vorsprung gegenüber Hyundai und Nissan. Das spiegelt sich aber logischerweise in der Preisliste wider. Der Nissan X-Trail profitiert indes besonders von seinem Facelift: Der Gesamteindruck im Innenraum ist äußerst positiv und versprüht beinahe Premium-Flair. Beim Hyundai fällt der vergleichsweise hohe Hartplastikanteil negativ ins Auge, wird aber durch eine gute Verarbeitungsqualität relativiert.

Wie es sich für die Preisklasse gehört, warten die vier SUVs mit einer serienmäßigen Klimaanlage auf. Ebenfalls hat sich die Berganfahrhilfe bei den angeführten Modellen etabliert, wobei alle außer dem Tucson über eine Autohold-Funktion verfügen. Dabei wird die Bremse nach dem Stillstand des Fahrzeugs bei jeder Neigung aktiviert, beim Nissan beispielsweise für drei Sekunden. Sobald man Gas gibt, löst sie sich und ermöglicht das Anfahren ohne Zurückrollen. Nissan X-Trail und Skoda Kodiaq punkten jeweils mit einem serienmäßigen Tempomaten ab der Basisausstattung. Der Werbespruch „simply clever“ ist beim Skoda nicht gelogen: Vom ausfahrbaren Türkantenschutz über allerlei praktische Ablagemöglichkeiten bis hin zum obligatorischen Eiskratzer im Tankdeckel überzeugen die feinen Details des Tschechen.

Gegen Aufpreis mutieren die vier Konkurrenten zu luxuriösen SUVs mit Oberklasse-Ambitionen: Zwei- oder Drei-Zonen-Klimaautomatik, variable Kofferraum-Verstausysteme, abgedunkelte Scheiben, beheizbare Sitze und Lenkräder, schlüsselloser Zugang – man kann diese Liste beinahe endlos weiterführen. Postwendend vergrößert sich aber auch das Loch im Geldbeutel, das dieser Spaß hinterlässt. Für den wöchentlichen Einkauf besonders praktisch: eine elektrische Heckklappe mit Sensorsteuerung. Damit umgeht man elegant den Kampf zwischen voll beladenen Händen und dem Griff der Kofferraumklappe. Beim neuen Nissan X-Trail beispielsweise genügt es, den Fuß unter den Heckstoßfänger zu schwingen. Schon öffnet die Heckklappe vollautomatisch und schwenkt angenehm weit nach oben.

Raumverhältnisse und Variabilität

Die vier vorgestellten Fahrzeuge stellen keine kompromisslosen Offroader dar, im Gegenteil: Als vollwertige Familienautos sind sie im alltäglichen Einsatz. Daher spielen Platzangebot und Vielseitigkeit eine zentrale Rolle. Allem voran stellt man fest, dass sich diese SUVs nicht vor konventionellen Kombis verstecken müssen. Trotz höherer Straßenlage und relativ niedriger Dachlinie beweisen sie eindrucksvoll, dass auch in Crossover-Modellen üppige Platzverhältnisse herrschen können. Der Nissan X-Trail meistert das eindrucksvoll mit einem Kofferraumvolumen von 550 bis 1982 Litern. Zum Vergleich: Ein aktueller BMW 5er Touring kann maximal 1700 Liter aufnehmen. Wie zu erwarten: Der Skoda Kodiaq ist mit gigantischen 2065 Litern Maximalladevolumen der Raumriese. Eine weitere positive Überraschung bietet sich auf der Rückbank – die Platzverhältnisse sind beinahe wie in der Oberklasse. Vor allem Skoda und Nissan begeistern mit üppiger Beinfreiheit. Die beiden Kontrahenten sind übrigens optional als Siebensitzer verfügbar – kein Wunder bei so viel Raum. Doch sowohl im VW Tiguan, der mit dem neuen Modellzyklus um einiges gewachsen ist, als auch im Hyundai Tucson geht es im Innenraum ebenfalls luftig zu.

Überraschend: Der VW Tiguan ist bereits in der Basisausstattung der Flexibelste im Innenraum. Die Rückbank ist dreigeteilt klappbar, was leider immer noch ein Novum ist. Im X-Trail und im Tiguan bietet sich die Möglichkeit, die Rückbank in Längsrichtung zu verschieben. Äußerst prakitsch, wenn Großgewachsene in der zweiten Reihe sitzen. Als würden sie die Konkurrenz nicht schon genug zu düpieren, lässt sich der Neigungswinkel der Rückbank in Nissan und VW manuell verstellen.

Infotainment

Hiobsbotschaft für alle CD-Liebhaber unter uns: Das gute alte CD-Laufwerk verschwindet nach und nach aus den Mittelkonsolen dieser Welt. Von den vier vorgestellten SUVs bietet einzig der Nissan X-Trail einen herkömmlichen CD-Schacht in der Grundausstattung. Beim VW Tiguan ist für happige 130 Euro ein externes (!) Laufwerk für das Radiosystem verfügbar. Ansonsten muss man sich mit einem SD-Kartenslot begnügen, der auch im Skoda Kodiaq verbaut ist.

Hyundai und Skoda verzichten bei der Radio-Einheit indes komplett auf eine CD-Unterstützung. X-Trail, Kodiaq und Tuscon verfügen jeweils serienmäßig über eine USB-Buchse und einen 3,5 mm AUX-Anschluss. Bemerkenswert: Im Gegensatz zur Konkurrenz aus dem VW-Konzern bieten Hyundai und Nissan bereits in der Basisausstattung die Möglichkeit des Audio-Streamings per Bluetooth. Ebenfalls bezeichnend für diesen Vergleich: Während VW und Skoda erst in höheren Ausstattungsvarianten ein Multifunktionslenkrad verbauen, ist dies bei Nissan und Hyundai Standard.

Für audiophile Kunden interessant: In der Ausstattungsvariante Tekna darf man sich im Nissan X-Trail von einem BOSE-Soundsystem mit acht Lautsprechern und einem Subwoofer im Fond beschallen lassen. Die Konkurrenz hat kein gleichrangiges Soundsystem im Katalog. Stichwort Optionsliste: Zusätzlich buchbare Ausstattungselemente gibt es bei allen vier Herstellern zu Genüge. Besonders bei VW ist die Preispolitik sehr ambitioniert. Eine simple Freisprecheinrichtung inklusive USB-Buchse wird beispielsweise zum Wucherpreis von 205 Euro berechnet.

Generell haben X-Trail und Tuscon hier klare Vorteile, da sie deutlich umfangreichere Ausstattungslinien anbieten. Beim Kodiaq und vor allem beim Tiguan muss man vieles optional hinzubuchen, um auf den Stand der Konkurrenz zu kommen. Nach wie vor sind auch die Preise für die Navigationsgeräte der Autobauer allesamt sehr hoch angesetzt. Für das Top-Navigationssystem im VW Tiguan kann man beispielsweise bis zu 2435 Euro ausgeben.

Sicherheit

Überraschung bei den Sicherheitssystemen: Der ansonsten gut ausgestattete Hyundai Tuscon hinkt in der Basisausstattung den Wettbewerbern hinterher: Neben den sechs Airbags, Isofix-Systemen auf den äußeren Rücksitzen und den üblichen Kontrollsystemen à la ABS und ESP hat er nicht viel zu bieten. Die Konkurrenz fährt neben diesen wenigen Assistenten aus dem Tucson deutlich mehr auf. Die Konzernbrüder Tiguan und Kodiaq sind serienmäßig mit sieben Airbags ausgestattet. Alle SUVs außer dem Hyundai punkten mit einem Frontradarsystem. Neben einer Kollisionswarnung verfügen die Systeme sowohl über eine Fußgängererkennung als auch über einen City-Notbremsassistenten. Besonders in Innenstädten mit hohem Fußgängeraufkommen und vielen am Straßenrand parkenden Autos ist das ein großer Sicherheitszuwachs.

Die nächste Sensation: Der VW Tiguan ist bereits ab der Basis in puncto Sicherheitssysteme überraschend breit aufgestellt. Neben einem Licht- und Regensensor bietet er einen Spurhalteassistenten. Auch der Skoda Kodiaq weiß zu überzeugen. Als einziger im Vergleichsquartett ist er stets mit Nebelscheinwerfern und LED-Rückleuchten ausgestattet – Pendler in ländlichen Gegenden wissen das zu schätzen. Besonders spendabel ist Nissan: Unter anderem statten sie den X-Trail mit einem Spurhalteassistenten, einer Verkehrszeichenerkennung, beheizbaren Außenspiegeln und Parksensoren in Front und Heck aus.

Motoren

Auf alle einzelnen Motoren einzugehen würde den Rahmen dieses Vergleichs sprengen. Grundsätzlich haben sich aber bei den verschiedenen Herstellern charakteristische Eigenschaften eingestellt.

Diesel:

Über Dieselmotoren wurde in den vergangenen Monaten und Jahren kontrovers diskutiert. Unbestritten ist jedoch die gute Durchzugskraft, die den Selbstzündern innewohnt. Für den Einsatz der SUVs als Zugfahrzeug sind die drehmomentstarken Dieselmodelle geradezu prädestiniert. Wer viel Power braucht, ist beim VW Tiguan mit dem Topmodell bestens bedient: Ganze 240 PS mobilisiert der Turbodiesel aus 2 Litern Hubraum. Generell überzeugen die Motoren des VW-Konzerns im Kodiaq und Tiguan durch viel Drehmoment sowie eine gleichmäßige Leistungsentfaltung. Die eher rauen Dieselmotoren des Hyundai Tucson haben mit der Masse des SUV sichtlich zu kämpfen. Daher sind seine Fahrleistungen nur mittelmäßig. Die recht hohen Motorvibrationen sind selbst im Innenraum, insbesondere am Lenkrad, zu spüren. Besonders sparsam geht es im Nissan X-Trail zu: Der kleine Turbodiesel mit 1,6 Litern Hubraum und 130 PS verbraucht nach Herstellerangaben nur 5,1 Liter Kraftstoff – und das bei ordentlichen Fahrleistungen. Wer über mehr Power verfügen will, der greift zum 2.0 dCI mit 177 PS. Mit 380 Nm Drehmoment garantiert der Selbstzünder flotten Vortrieb bei gleichzeitig guter Elastizität.

Benziner:

Bei den Ottomotoren kristallisiert sich ein ähnliches Bild heraus: Die baugleichen Turbobenziner in VW Tiguan und Skoda Kodiaq liefern eine sehr gute Vorstellung ab. Ohne nennenswertes Turboloch drehen die Direkteinspritzer homogen und durchaus willig hoch. Zusammen mit akzeptablen Verbrauchswerten ergeben sich uneingeschränkt empfehlenswerte Allrounder. Durch erhöhten Verbrauch zeichnen sich indes die Benziner im Hyundai aus. Abgesehen davon gefallen die Ottomotoren des Tucson durch ihre unauffällige und vor allem leise, kultivierte Art. Für lange Ausflüge sind sie daher den Dieselmodellen vorzuziehen. Nissan bietet für den X-Trail lediglich ein Benzin-Modell an. Mehr braucht es jedoch gar nicht: Der Turbobenziner überzeugt mit ausgeprägter Laufruhe, akzeptablem Verbrauch sowie einer unaufdringlichen und leisen Auftrittsweise. Ideal also für den alljährlichen Familienurlaub.

Fahreigenschaften

Um allen Hobby-Rennfahrern direkt den Wind aus den Segeln zu nehmen: Wirklich sportlich lässt sich keiner der SUVs über die Landstraße zirkeln. Schließlich lässt das Fahrzeugkonzept der vier Konkurrenten dergleichen nicht zu – und das soll es auch gar nicht. Dennoch muss man weder mit wankender Karosserie noch mit behäbigem Fahrverhalten rechnen. Besonders komfortabel abgestimmt sind X-Trail und Tucson, wohingegen die Modelle des VW-Konzerns etwas straffer ausgelegt sind.

Sehr gut zum komfortablen Grundtenor der vier Kandidaten passt ein Automatikgetriebe. Im Skoda Kodiaq und im VW Tiguan ist gegen Aufpreis ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an Bord, das sehr unauffällig und schnell arbeitet. Selbst im Kriechgang oder beim Anfahren fällt kein nerviges Ruckeln auf. Auch im Hyundai ist eine Siebengang-Doppelkupplungsautomatik verfügbar, die ähnlich unauffällig und ruckfrei schaltet. Nissan hingegen setzt auf ein stufenloses CVT-Getriebe, das sogar noch sanfter agiert als die Lösungen der Konkurrenz. Allerdings wird dadurch, wie beim Hyundai, die maximale Anhängelast verringert. Kein Problem, denn das manuelle Sechsganggetriebe ist ebenso leichtgängig wie auch präzise.

A propos Anhänger: Gepaart mit dem aufpreispflichtigen Allradantrieb eignen sich die vier SUVs sehr gut als Zugfahrzeug. Der Nissan X-Trail darf als Diesel bis zu 2000 Kg anhängen. Beim Hyundai Tuscon darf man in ausgewählten Modellen bis zu 2300 Kg koppeln. Ungeschlagen sind die bessermotorisierten Varianten von VW Tiguan und Skoda Kodiaq: Dort sind bis zu 2,5 Tonnen möglich – das hat allerdings seinen Preis.

Kosten

Hier ergibt sich das gewohnte Bild: Die Konzernbrüder VW Tiguan und Skoda Kodiaq sind um einiges teurer als die Derivate von Nissan und Hyundai. Die bessere Materialqualität sowie ausgereiftere Technik können dies nur teilweise wettmachen – man muss sie sich eben leisten wollen. Verglichen mit dem VW spricht nicht nur der etwas geringere Listenpreis für den Skoda, sondern vor allem die umfangreichere Ausstattung. Zudem kosten die optionalen Komponenten, obwohl sie sich in technischer Hinsicht oft ähneln oder gar gleichen, etwas weniger. Der Einstieg in die Welt der SUVs startet im VW bei 26.575 Euro respektive 26.150 Euro im Skoda.

Im Gegensatz zu Hyundai und Nissan sind auch die Preise des Skoda sehr happig. Das Kostengefälle zwischen den asiatischen und europäischen Herstellern verringert sich jedoch allmählich. In gleichem Maße kommen X-Trail und Tucson dafür qualitativ nah heran an die Bestseller des VW-Konzerns, weshalb der Preis durchaus angemessen ist. Für 25.440 Euro erhält man einen Nissan X-Trail mit 163-PS-Benzinmotor, den günstigsten Hyundai für 22.740 PS – dann allerdings mit 31 PS weniger.

Fazit

Schlussendlich bleibt die Entscheidung zwischen einem klassischen Familienkombi à la Skoda Octavia oder VW Passat und einem modernen SUV Geschmackssache. Was die Raumverhältnisse und Sicherheitsaspekte angeht, können X-Trail, Tucson, Kodiaq und Tiguan sogar mit gleichwertigen Kombis mithalten.

Wer relativ preiswert in die SUV-Welt einsteigen möchte, der ist mit dem Nissan X-Trail oder dem Hyundai Tucson gut bedient. Wer es eine Spur luxuriöser haben will und das nötige Kleingeld hat, der findet in den Konzernbrüdern VW Tiguan und Skoda Kodiaq treue und ausgereifte Weggefährten.