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Testbericht

Stefan Grundhoff, 28. Januar 2008
Die Amis haben schon mal geübt: Seit knapp eineinhalb Jahren ist der Mazda CX-7 auf dem US-Markt. 50.000 verkaufte Fahrzeuge und selbstbewusste Kunden sprechen für sich. Jetzt kommt der CX-7 nach Europa.

Sportlichkeit hin, Benziner her – die große Stärke des Mazda CX-7 ist sein Aussehen. Wird bei Modellen der Konkurrenz oft versucht, mehr zu kaschieren als zu kreieren, so ist der japanische Wirbelwind in der SUV-Liga ein wahres Schmuckstück. Das Publikum in Los Angeles klatschte bei der Vorstellung, die Pariser reckt auf dem Autosalon anerkennend den Daumen: So sieht ein globaler Alleskönner mit Suchtpotenzial aus. Trotzdem dürfte es der SUV schwer haben in Deutschland. Mazda erwartet pro Jahr nur 1.700 Kunden. Der Grund: Die Zentrale in Japan hatte den SUV-Trend komplett verschlafen und mit dem müden US-Modell Tribute lange Jahre nur einen Ableger des Ford Maverick ins europäische Rennen um die Käufergunst geschickt. Jetzt ist der CX-7 , sexy und schnittiger wie es kaum sein kann - doch die Konkurrenz ist stärker denn je. Tiguan (VW), Q5 (Audi) und XC60 (Volvo) kommen bald, Jeep Patriot, BMW X3 oder Toyota RAV4 sind schon lange da.

So hat man aus der Not eine Tugend gemacht und versucht den zum Marktstart fehlenden Diesel mit üppiger Sportlichkeit zu überstrahlen. Denn so dynamisch und kraftvoll wie der 4,68 Meter lange CX-7 präsentiert sich derzeit kein anderer Crossover. Scharfe Front, cooles Äußeres und ein 2,3 Liter großer Turbo mit 260 PS unter der Haube - das macht bereits vor dem Einsteigen Lust auf mehr. Die Komposition des CX-7 ist ein Gesamtkunstwerk. Teile von Mazda3, 5 und 6 finden sich unter dem schnittigen Blechkleid wieder. Die Fahrwerksabstimmung ist sportlich, fast schon hart – passt aber zur viertürigen Allradversion des MX-5 und zur Mazda-Produktpalette, die auf Sportlichkeit setzt. Produktsprecher Nicola Valeano: "Die europäischen Versionen wurden unter anderem auf der Nordschleife abgestimmt und sind durch zahlreiche Versteifungen und Veränderungen an der Karosserie deutlich straffer und sportlicher als das US-Modell zu fahren."

Hinter der sehnigen Front und den schmalen Frontscheinwerfern grollt der - aus der MPS-Familie bekannte - Vierzylinder mit 191 KW/260 PS und 380 Nm Drehmoment. Der Vierzylinder hat mit den knapp 1,7 Tonnen Leergewicht keinerlei Mühe und schiebt nach einer leichten Anfangslethargie ab 2.500 Touren bissig an. Bei dem Sprint von 0 auf 100 km/h in acht Sekunden und einem Spitzentempo von 210 km/h kommt einem eher ein Coupé oder ein sportlicher Kombi denn ein SUV in den Sinn. Trotzdem bietet der CX-7 einen variablen Allradantrieb, der - gemessen am Potenzial von Motor und manuellem Sechsgang-Getriebe - jedoch etwas dynamischer zur Sache gehen könnte.

Im Normalfall wird die gesamte Motorleistung auf die Vorderachse übertragen. Erst bei Drehzahlunterschieden zwischen den Achsen gehen bis zu 50 Prozent der Motorleistung nach hinten. Die Antriebskräfte in der Vorderachse kann der Mazda jedoch nicht ganz überspielen. Statt der versprochenen 10,2 Liter SuperPlus sollte man zudem eher 11 bis 13 Liter auf 100 Kilometern einplanen. Angesichts der sportlichen Fahrleistungen ein gerade noch vertretbarer Wert.

Das Interieur des CX-7 zeigt sich ebenso sportlich. Ein griffiges Sportlenkrad, rot beleuchtete Runduhren, überzeugende Bedienbarkeit und ein gutes Platzangebot sorgen für Wohlfühlwerte. Nicht überzeugen können jedoch die Sitze, die zu wenig Beinauflage und insbesondere zu wenig Seitenhalt bieten. Auf dem Beifahrersitz gibt es nur eine manuelle Verstellung und die Sitzhöhe lässt sich nicht variieren. Dort, wo man beim US-Modell auf den großen Navigationsbildschirm blickt, gibt es nur blanke Radioknöpfe. Ein standesgemäßes Navigationssystem ist für die Europa-Version derzeit ebenso wenig verfügbar wie die - sinnvolle - Rückfahrkamera. Denn bei aller sportlichen Eleganz ist der CX-7 sehr unübersichtlich. Kaum nachvollziehbar, wieso Kamera oder eine Einparkhilfe nicht in der Liste stehen.

Freuen kann man sich über die verschiedenen Ablagen vorn und hinten sowie den Kofferraum, der sich mit einem Handgriff von 455 auf 1.348 Liter erweitern lässt. Noch mehr Möglichkeiten bietet der Mazda CX-9. Er sieht dem kleineren Bruder zum Verwechseln ähnlich, ist noch eleganter und bietet mit über fünf Metern Länge Platz für bis zu sieben Personen. Für den Antrieb sorgt ein 3,5 Liter großer Sechszylinder. Ob nach dem Siebener auch der Neuner nach Europa Einzug hält, ist bisher nicht entschieden. Wer auf das Preisschild des Mazda CX-7 schaut, pendelt zwischen Hoffen und Bangen. Der mit Ledersitzen, Xenonlicht, ESP und zahlreichen weiteren Annehmlichkeiten nahezu komplett ausgestattete CX-7 Expression kostet an sich konkurrenzfähige 35.400 Euro. Aber: In den USA gibt es für umgerechnet rund 10.000 Euro noch DVD-Navigation und eine Rückfahrkamera. Wer denkt da nicht an einen Eigenimport? Zumindest solange, bis Diesel- und Automatikversion 2009 nachgereicht werden.

Quelle: Autoplenum, 2008-01-28

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