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Testbericht

Michael Gebhardt/SP-X, 18. Oktober 2018

SP-X/Barcelona. Nissan hat die Benziner-Palette seines beliebten Kompakt-SUV Qashqai überarbeitet: Die alten 1.2er- und 1.6er-Triebwerke (mit 85 kW/115 PS und 120 kW/163 PS) fliegen raus, an ihrer Stelle tritt ein neuer 1,3-Liter-Vierzylinder in zwei Aus-baustufen. Ein Unbekannter ist der Motor nicht, er arbeitet bereits bei der Allianz-Schwester Renault im Scénic und Captur – und auch in der Mercedes A-Klasse. Zu-sammen mit dem neuen Aggregat hält erstmals auch ein Doppelkupplungsgetriebe Ein-zug in den Qashqai, Allradantrieb ist für die neuen Benziner allerdings nicht vorgese-hen. Die 4x4-Technik bleibt weiterhin dem großen Diesel vorbehalten, der Anfang 2019 ebenfalls erneuert wird; allerdings geht Nissan davon aus, dass sich zukünftig über die Hälfte aller Kunden für die neuen Otto-Motoren entscheiden werden. Erhältlich sind die frischen Benziner ab sofort für mindestens 21.350 Euro, die stärkere Version mit Sieben-gang-Doppelkuppler gibt es ab 25.100 Euro. Wer kein Problem damit hat, selbst zum Schalthebel zu greifen, ist mit der 103 kW/140 PS starken Einstiegsversion des neuen Triebwerks bestens bedient. Seine 240 Turbo-Newtonmeter beschleunigen den 4,40 Meter langen Qashqai in knapp über zehn Se-kunden auf Tempo 100 und reichen für über 190 km/h Höchstgeschwindigkeit. Zwar liegt die komplette Kraft schon bei verhältnismäßig niedrigen 1.600 Umdrehungen an; die sind allerdings auch zwingend nötig, darunter fällt der Vierzylinder in ein ausgeprägtes Turboloch. Das lässt sich auch bei der zweiten Ausbaustufe mit 118 kW/160 PS nicht wegdiskutieren, zumal hier das etwas höhere Drehmoment von 260 Newtonmetern erst bei 2.000 Touren bereitsteht. Dass die stärkere Version ein bisschen flotter ist, sieht man am Datenblatt: Der Hunder-tersprint dauert nur noch 8,9 Sekunden, die Vmax klettert auf 200 Sachen. Deutlich schwungvoller fühlt sich das potentere, aber auch 2.050 Euro teurere Triebwerk aber nicht an. Eher dürften zwei andere Argumente die Kundschaft zur 160-PS-Ausbaustufe überreden: Zum einen steigt die Anhängelast hier um 200 Kilogramm auf 1,5 Tonnen, zum anderen ist das neue Doppelkupplungs-Getriebe der stärkeren Variante vorbehal-ten. Für weitere 1.700 Euro Aufpreis übernimmt das ebenfalls aus diversen Renault- und Mercedes-Modellen bekannte 7-Gang-EDC-Getriebe von Getrag die Schaltarbeit, und zwar unmerklich und komfortabel. Wem die Schaltwechsel etwas zu gemächlich von stat-ten gehen – für den Sprint auf Landstraßentempo braucht die Automatik-Version eine Sekunde länger als der Handschalter –, kann über den Gangwahlhebel natürlich auch selbst eingreifen. Nötig ist das aber nicht, insgesamt passt die Kombination aus 1,3-Liter-Vierzylinder und Doppelkuppler hervorragend zum unaufgeregten Charakter des Qashqai, zu dem auch die ausgewogenen Fahrwerks- und Lenkabstimmung und die ordentliche Geräusch-dämmung ihren Teil beitragen. Übrigens: Verbrauchsmäßig ist es quasi unerheblich, zu welcher Variante man greift. Die beiden Handschalter sind unabhängig von der Leistung jeweils mit 5,3 Litern im Durchschnitt angegeben, die EDC-Version nimmt sich auf dem Papier ein Zehntel mehr. Bei unserer ersten Testfahrt zeigten alle drei Varianten eine Sieben vor dem Komma an. Gleichzeitig mit den neuen Triebwerken spendiert Nissan dem Qashqai auch ein neues Infotainmentsystem. Die neueste Auflage des Nissan-Connect-Systems mit Sieben-Zoll-Touchscreen (der immer noch von einigen Plastik-Tasten flankiert wird) unterstützt die Smartphone-Anbindung über Apple CarPlay und Android Auto, worüber sich problemlos navigieren will. Wer lieber auf ein festeingebautes Navi setzt, kann auf das neue Tom-Tom-System mit verbesserter Zieleingabe, 3D-Kartendarstellung und Echtzeit-Verkehrsdaten (für fünf Jahre kostenlos) zurückgreifen. Praktisch: Kartenupdates erfol-gen zukünftig Over-the-air und können vom Nutzer direkt im Auto heruntergeladen wer-den. Noch mehr Komfort bietet außerdem die neue Door-to-Door-Navigation: Über eine spezielle Smartphone-App kann man das Reiseziel schon zuhause eingeben und an den Qashqai senden. Umgekehrt lässt sich beim Parken der Fahrzeugstandort im Handy speichern, damit sich anschließend wieder zurück zum Auto navigieren lassen kann.   Nissan Qashqai 1.3 DIG-T - Technische Daten: Fünfsitziges Kompaktklasse-SUV, Länge: 4,39 Meter, Breite: 1,81 Meter, Höhe: 1,63 Me-ter, Radstand: 2,65 Meter, Kofferraumvolumen: 430 bis 1.598 Liter. 1.3 DIG-T (140 PS): 1,3-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner, manuelles Sechsgang-Getriebe, 103 kW/140 PS, maximales Drehmoment: 240 Nm bei 1.600 U/min, 0-100 km/h: 10,5 s, Vmax: 193 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,3 Liter, CO2-Ausstoß: 121 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-Temp, Effizienzklasse: B-A, Preis: ab 21.350 Euro 1.3 DIG-T (160 PS, Werte in Klammern mit DCT): 1,3-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner, manuelles Sechsgang-Getriebe (Siebengang-Doppelkupplungs-Getriebe), 118 kW/160 PS, maximales Drehmoment: 260 Nm (270 Nm) bei 2.000 U/min, 0-100 km/h: 8,9 (9,9) s, Vmax: 200 (k. A.) km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,3 (5,4) Liter, CO2-Ausstoß: 121 (122) g/km, Abgasnorm: Euro 6d-Temp, Effizienzklasse: B-A, Preis: ab 23.400 (25.100) Euro Nissan Qashqai 1.3 DIG-T -Kurzcharakteristik Warum: Weil der 1,3-Vierzylinder erfreulich unaufgeregt und relativ sparsam ist.  Warum nicht: Weil der neue Motor nicht mit Allradantrieb zu haben ist Was sonst: Seat Ateca, Peugeot 3008, Hyundai Tucson, Kia SportageEin Facelift hat Nissan dem Qashqai schon vor anderthalb Jahren spendiert, jetzt bekommt das Kompakt-SUV ein frisches Infotainment-System und neue Motoren. Die sind unter anderem aus der Mercedes A-Klasse bekannt!  

Fazit

Ein Facelift hat Nissan dem Qashqai schon vor anderthalb Jahren spendiert, jetzt bekommt das Kompakt-SUV ein frisches Infotainment-System und neue Motoren. Die sind unter anderem aus der Mercedes A-Klasse bekannt!  

Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2018-10-18

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