12reifen de 18af312f7679cc803e67c16423f43eb3f447252d96ace4dd301bf44bb4745fb112neuwagen de cd67b9a3ff6c22dec8e554720f904b2fe05b73bdeff6507541033a530b269a7912gebrauchtwagen de 007b66808534d1f1906601df69cf4b5a2b30d3085742c637a543ae7bdafb9ff4

Unsere Partnerseiten:

PORSCHE Cayenne 2010

Ohne Rücksicht aufs Budget soff er seinem Halter die Euro aus dem Säckel. Vom Gefühl her trank er fast immer einen über den Durst. Das störte oft nicht die, die ihn fuhren, aber viele andere, die zuschauten, wie generös er unser aller Öl wegschlürfte – Note Sozialverträglichkeit: unbefriedigend. Bei Fahrspaß und Agilität gab es jedoch – ungewöhnlich für einen schweren SUV – Bestnoten. Eine glückliche Ehe von Fahrfreude und Ökologie war unter diesen Umständen allerdings kaum machbar.

Bei solchen Interessenkonflikten ist Abnehmen manchmal der rechte und beste Weg. Dem folgend stemmt der Cayenne S nun erstaunliche 180 Kilogramm weniger auf die Waage. Leicht kann es ihn, weil er auch noch knapp 5 cm gewachsen ist, zwar nicht wirklich machen, aber vielleicht doch weit sparsamer?

Erreicht werden soll dies durch den neuen aktiven und leichteren Allradantrieb und die weiter gespreizte Achtgang-Automatik („Tiptronic S“) mit Start-Stop-Funktion. Das ihrige tragen das überarbeitete Thermomanagement des Motor- und Getriebekühlkreislaufs, die Bordnetz-Rekuperation sowie die variable Schubabschaltung zum Treibstoff sparen bei. Der Einstiegsmotor, der 3,6 Liter-V6 mit 300 PS, kippt sich in Verbindung mit der optionalen Achtgang-Tiptronic S deshalb nun 9,9 l/100 km, der 240 PS starke V6-Diesel sogar nur noch 7,4 statt 9,3 hinter die Binde. Zumindest auf dem Papier. In der Praxis taugt viel eher der Diesel als der V6-Benziner zum Sparen.

Die Normverbäuche des nun 400 PS (früher 385) leistenden 4,8 Liter-V8 im S (10,5 l) und des 500 PS starken V8-Biturbo im Cayenne Turbo (11,5 l) zaubert ein normal geschulter Gasfuß eh nur in ganz seltenen Momenten auf die Tankabrechnung. Trotzdem ist hier der Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger, der schon auf dem Datenblatt unverschämte 14,9 Liter kippte, enorm.

Wer schlau ist, fährt, wenn nicht Diesel, sowieso den S Hybrid. Der bietet mit dem 380 PS und 580 Nm starken Motorensemble die Fahrleistungen des Cayenne S, überbietet in seiner, schon bei 1.000 U/min anstehenden Performance sogar den Diesel (550 Nm) und kann mit dem 47 PS-E-Motor, der dem Dreiliter-V6-Kompressormotor zuarbeitet, auf kurzen Strecken und mit Tempi von bis zu 60 km/h sogar rein elektrisch fahren – der Kernvorteil eines Vollhybrid gegenüber einem Mildhybrid.

Möglich ist das, weil beide Aggregate über eine Trennkupplung verbunden sind. Diese, bzw. deren kluge Steuerung sorgt auch dafür, dass der Verbrennungsmotor bei Geschwindigkeiten von bis zu 156 km/h komplett abgeschaltet und vom Antriebsstrang abgekoppelt wird. Dann fährt das Stuttgarter Dickschiff im „Segel-Modus“, der den Verbrauch weiter zu verringern hilft. 8,2 Liter Kraftstoff alle 100 km oder 193 g/km CO2 genehmigt sich der Hybrid-Segler dann. Natürlich wieder auf dem Papier, aber den Hybrid dauerhaft unter 10 l/100 km zu bewegen, scheint realistisch. Kein echter Fortschritt aus der Perspektive eines Kleinwagenfahrers, aber eben bei objektiver Beurteilung eines immer noch recht massigen SUVs – ob man diese Gattung mag, oder eben nicht, das steht wiederum auf einem ganz anderen Blatt.

Der Zuwachs in der Länge um 4,8 cm und im Radstand um 4 cm sollen dem Komfort und dem Innenraum zugute kommen. Praktisch ist, dass im Fond dazu auch noch die Rücksitzbank um 16 cm längs verschiebbar ist, wobei sich zudem die Neigung der Rückenlehnen in drei Stufen verstellen lässt.

Ab Mai steht der neue Porsche SUV beim Händler. Zu Preisen von 55.431 Euro für den Cayenne V6, 59.596 für den Diesel, 72.686 für den S, 78.636 für den Cayenne S Hybrid und, echt heavy, 115.526 Euro für das Topmodell, den in Leistung badenden Turbo. (le)