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Der neue Porsche Panamera Sport Turismo

Unemotional formuliert hat dieser Porsche eine Länge von 4.950 mm, eine Breite von 1.990 mm und eine Höhe von 1.401 mm, dazu vier Einzelsitze, vier Türen und eine Heckklappe. Damit ist viel beschrieben, aber kaum etwas gesagt, denn der Porsche Panamera Sport Turismo ist ein veritabler Ausblick auf einen möglichen Porsche-Sportwagen von morgen: Die Überhänge sind kurz, aber die Ladeklappe trotzdem groß. Emotion und Funktion gehen also Hand in Hand. Das gilt auch für das fortschrittliche Motorenkonzept, das von Porsche zwar Jahre lang verschlafen wurde, aber dessen Fortentwicklung nun umso intensiver forciert wird.
Die neue Farbe „liquidmetalblue“, die flüssigem Metall ähneln soll, deutet es schon an: Im Vorderwagen werkelt ein Parallel-Vollhybrid, ein Dreiliter-V6-Motor kombiniert mit einem Elektromotor. Der Antrieb ist eine Weiterentwicklung des Hybridantriebs von Panamera S Hybrid und Cayenne S Hybrid, und nimmt die nächste Hybridgeneration schon mal voraus. Dem 333 PS starken V6 arbeitet ein E-Motor mit massiven 95 PS zu (rund doppelt so viel Output wie im aktuellen Porsche Hybrid). Das macht nicht nur Laune (beim Sprint von 0 auf 100 km/h in unter 6 sec.), sondern elektrisiert. Das Konzeptfahrzeug mit 416 PS Spitzenleistung ist darauf ausgelegt, elektrisch bis zu 130 km/h schnell und über 30 Kilometer weit zu fahren. Der Verbrauch liegt dabei unter 3,5 Litern, die CO2-Emissionen bei 82 g/km. Als Plug-in-Hybrid kann die fluidgekühlte Lithium-Ionen-Batterie nicht nur beim Fahren, sondern auch extern über die Ladeschnittstelle am Fahrzeug innerhalb von 2,5 Stunden aufgeladen werden.
Der voreingestellte Betriebsmodus e-hybrid priorisiert dabei rein elektrisches Fahren. Außerdem hat der Sport Turismo-Pilot die Möglichkeit, über die Lenkradtaste den e-Charge-Modus anzuwählen und damit gezielt den Ladestand der Hochvolt-Batterie zu erhöhen. Das lohnt sich dann besonders, wenn der Autobahnfahrt eine Stadtroute folgt, die voll elektrisch bewältigt werden soll.
Im Innenraum setzt sich der hochtechnische neue Sportwagengedanke in puristisch-futuristischer Interpretation fort: so wenig wie möglich, soviel wie nötig. Statt klassischer Instrumente hat der Fahrer ein großes TFT-Display vor Augen, über das er sich die Informationen nach Bedarf herbeamen lassen kann – vom Drehzahlmesser bis hin zur Navigation. Links und rechts davon zeigen zwei Monitore die Bilder der Außenspiegelkameras an. Das Powermeter in der Instrumententafel leuchtet „acidgreen“ und zeigt die Systemleistung der beiden Triebwerke an – und weist damit in die Zukunft: nicht mit sofortiger, aber baldiger Wirkung. (Lothar Erfert)