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FAQ: Gebrauchtwagenkauf – was beachten?

Beim Gebrauchtwagenkauf stellen sich zwangsläufig viele Fragen. Welche Fahrzeuge kommen in Frage, ist der Preis angemessen, ist das Fahrzeug technisch in Ordnung, ist der Kilometerstand echt, welche Rechte habe ich beim Kauf vom Händler und welche beim Kauf von Privat, welche Risiken birgt die Suche über das Internet, welche Folgekosten kommen für Wartung und Reparatur auf mich zu und vieles mehr.  

Wie immer im Leben gibt es auch und gerade beim Gebrauchtwagenkauf weder Patentrezepte noch eine hundertprozentige Sicherheit. Die folgende Liste gibt Anhaltspunkte, welche Dinge man beim Gebrauchtwagenkauf beachten sollte.

Welche Fahrzeuge kommen in Frage? Und sollte ich zum Diesel oder Benziner greifen?
Hat man (noch) keinen Entschluss zugunsten eines bestimmten Modells gefasst, hilft unsere Suche:

http://www.autoplenum.de/Auto/Kriteriensuche

Zusätzlich bieten die einschlägigen Fahrzeugmärkte im Internet gute Suchmaschinen nach individuell einstellbaren Kriterien an.

Bei der häufigen Frage, ob Diesel oder Benziner, lässt sich sagen, dass der Diesel neben dem höheren Kaufpreis (auch beim Gebrauchten) höhere Fixkosten hat, weil die Steuer deutlich über der eines vergleichbaren Benziners liegt. Um diesen Nachteil auszugleichen, muss man eine entsprechende Jahresfahrleistung haben, damit der günstigere Dieselpreis die Mehrkosten bei der Steuer gegenüber einem Benziner wieder reinholt. Meist machen sich da auch die längeren Wartungsintervalle des Diesels positiv bemerkbar. Der Kauf eines gebrauchten Dieselfahrzeugs ist durch die Umweltzonen besonders heikel geworden. Ohne Partikelfilter, den ältere Gebrauchte oft noch nicht haben, gibt es keine grüne Plakette. Siehe dazu auch unsere FAQs:

http://www.autoplenum.de/forum/FAQ/S...

http://www.autoplenum.de/forum/FAQ/U...

Ist der Preis angemessen?
Ein Anhaltspunkt, diese Frage zu beantworten, sind die durchschnittlich erzielten Verkaufspreise, die diverse Anbieter statistisch erfassen.  Darunter die DAT, die EurotaxSchwacke GmbH und weitere. Sie geben Aufschluss über den durchschnittlichen Marktwert eines spezifischen Modells und berücksichtigen dabei Angaben zu Motorentyp, Ausstattung, Alter und Laufleistung. Beim Marktwert wird zwischen dem Händlereinkaufspreis, dem Händlerverkaufspreis und dem Privatverkaufspreis unterschieden.

Damit hat man einen groben Richtwert für Verhandlungen. Wertbestimmend ist darüber hinaus natürlich auch, welchen Zustand, welche (Sonder-)Ausstattung, welches Zubehör, welche Mängel usw. das jeweilige Fahrzeug hat, wo es angeboten wird und welche Nachfrage aktuell besteht.

Wie erkenne ich technische und optische Mängel des Fahrzeugs und wie kann ich seinen Zustand einschätzen?
Auch hier kann man nur Anhaltspunkte geben. Es gibt (sich anbahnende) Mängel, die auch Fachleute, etwa im Rahmen eines Gebrauchtwagenchecks, nur sehr schwer erkennen können. Folgende Prüfunkte kann man selbst per Sichtprüfung durchgehen:

  • Lack: Farbunterschiede, Kratzer, Dellen, Lackdichte (Messgerät erforderlich)
  • Karosserie: Rost, Spaltmaße, Oberflächenveränderungen („Orangenhaut“ ) durch Lackier- und Spachtelarbeiten
  • Bremsen: Bremsscheiben rostig, eingelaufen, rillig, Dicke der Bremsbeläge
  • Reifen: Alter (DOT-Nummer), Profiltiefe (bei Sommerreifen mind. 1,6mm), unterschiedliche Abnutzung, Schäden
  • Zustand des Innenraums: Abnutzung der Sitze, des Lenkrades, des Schaltknaufes, der Pedale (muss zur Laufleistung passen), Funktionen prüfen, auf Feuchtigkeit prüfen (Fußraum, Kofferraum)
  • Motor: Austritt von Betriebsflüssigkeiten (Öl, Kühlwasser, Bremsflüssigkeit), Sitz und Dichtigkeit von Dichtungen und Schläuchen, Betriebsflüssigkeitsstände, Kühlwasser muss klar sein, im Öleinfüllstutzen und im darunter sichtbaren Motorinneren sollten keine schleimigen Rückstände sein (bedeutet viel Kurzstrecke oder Zylinderkopfdichtungsschaden)
  • Unterboden: Hat der Verkäufer eine Hebebühne, sollte man einen Blick unters Auto werfen. Achten sollte man auf Rost, Dichtigkeit der Auspuffanlage, Zustand aller Manschetten und Gummiteile (sollten nicht rissig und löcherig sein), leichter und möglichst geräuschloser Freilauf der Reifen ohne Spiel, Lenkung ohne Spiel und Geräusche, Austritt von Betriebsflüssigkeiten an Motor, Getriebe, Differenzial(en), Stoßdämpfern
  • Papiere und Wartungshistorie: Anzahl und Lückenlosigkeit des Service- oder Scheckheftes, Serviceaufkleber etwa in den Türen, Zettel über Betriebsflüssigkeitswechsel im Motorraum, Auskunft beim Vertragshändler über zu diesem Fahrzeug gespeicherte Daten (etwa im Rahmen von Wartungsarbeiten), Rechnungen, HU/AU-Berichte, Belegbarkeit der Halteranzahl, sind außerplanmäßige Wartungen und Reparaturen durch Rechnungen belegbar, Zulassungsbescheinigung I und II bzw. Fahrzeugschein- und Brief vorhanden, sind Sonderumbauten eingetragen oder die Abnahme bei einer Prüfstelle belegbar, HU/AU sollten möglichst neu sein
  • Probefahrt: Darauf sollte man nie verzichten. Hier gilt es zu achten auf: Geradeauslauf, Bremsen und Handbremse (Bremsleistung, unterschiedliche Bremswirkung), Geräusche, Leichtgängigkeit der Schaltung in allen Gängen, Motordurchzug, Federungswirkung, „Schwammigkeit“ des Fahrverhaltens durch mangelhafte Stoßdämpfer, Funktion der Klimaanlage und aller elektrischer und mechanischer Komponenten

Daneben empfiehlt sich der angesprochene Gebrauchtwagencheck, den Vertragswerkstätten oder die unabhängigen Prüforganisationen (TÜV, Dekra usw.) für etwa 40€ anbieten. Geben Gebrauchtwagenhändler ein Prüfsiegel oder einen Gebrauchtwagencheck beim Kauf dazu, sollte man genau schauen, was geprüft wurde und sich das Ergebnis schriftlich geben lassen.

Wie kann ich die Authentizität des Kilometerstands überprüfen?
Hier verlässliche Aussagen zu treffen ist auch für Fachleute sehr schwer. Zu der Fahrleistung sollten wie bei 3. beschrieben der Zustand des Fahrzeuges und des Innenraums passen. Der Kilometerstand sollte zu allen vorhandenen Fahrzeugpapieren passen (Service- oder Scheckheft, Rechnungen, HU/AU-Berichte usw.) Am und im Fahrzeug können sich weitere Hinweise befinden, etwa Zettel des letzten Ölwechsels, Serviceaufkleber in den Türen oder im Motorraum. Bei neueren Fahrzeugen können außerdem Servicearbeiten per EDV beim Vertragshändler gespeichert sein. Dieser kann ggf. Auskunft darüber geben, wann und bei welchen Kilometerständen das Fahrzeug zu welchen Arbeiten in der Vertragswerkstatt war.

Welchen (rechtlichen) Unterschied gibt zwischen dem Kauf von Privat und einem Händler?
Es lässt sich nicht sagen, dass ein Auto von Privat generell schlechter oder besser ist, als eines vom Händler. Wegen den erweiterten rechtlichen Pflichten eines gewerblichen Verkäufers, kann der Preis eines Fahrzeugs bei ihm etwas höher sein als bei einem Privatverkäufer.

Welche Risiken birgt die Autosuche über das Internet?
Zunächst bietet das Internet beim Autokauf erhebliche Vorteile. Über die einschlägigen Fahrzeugbörsen, Online-Auktionshäuser und den Onlinezugriff auf Angebote in Kleinanzeigen und Lokalzeitungen hat man eine enorme Auswahl an Fahrzeugen regional und überregional. Das kann sich für den Käufer daneben auch positiv beim Kaufpreis auswirken, da Verkäufer einem größeren Konkurrenzdruck unterliegen. Verkäufer haben dafür den Vorteil, ihr Auto einem sehr großen Interessentenkreis anbieten zu können.

Kriminelle Machenschaften bleiben dabei leider nicht aus, Betrüger sind kreativ und passen sich an. Daher können hier nur Hinweise zum vorsichtigen Umgang bei Verkäufen oder Käufen im Internet gegeben werden. Vorsichtig sein sollte man bei Angeboten, die eine Vorauskasse erfordern, gerade wenn das entsprechende Auto sprichwörtlich nicht greifbar ist, bei Käufen aus und Verkäufen ins Ausland, bei Nebenabsprachen, die Käufer/Verkäufer versuchen neben der Verkaufsplattform zu machen, bei undurchsichtigen Preisangaben, bei mündlichen Nebenabsprachen die von schriftlichen abweichen, bei Beschreibungen und Fotos in Angeboten, die nicht stimmig wirken usw.

Ideal ist sicherlich, sich Fahrzeuge im Internet bei seriösen Händlern/Verkäufern zu suchen, die das Fahrzeug bereits vor Ort zur Ansicht haben und die rechtsverbindliche, am besten schriftliche, Angebote mit Endpreisen machen. Auch sollte man auf eine eingängige Prüfung und Probefahrt nicht verzichten.

Welche Folgekosten für Wartung und Reparaturen kommen auf mich zu?
Das kann man nicht pauschal beantworten. Neben der Steuer und Versicherung für den "neuen" Gebrauchten fallen individuelle Wartungs- und Reparaturkosten an.

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