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Testbericht

15. Oktober 2012

Es gibt Autos, denen muss man einfach einen Kosenamen geben. Weil sie süß, cool oder sonst was sind. Wie der Honda Jazz Hybrid: wendig, variabel, unkompliziert. Zudem Knallgrün-Metallic und deshalb "Fröschle" genannt. Gekost wird damit ein automobiler Basisdemokrat, der erste Kleinwagen mit Hybridantrieb. Ab 19 .290 Euro gibt es den Mildhybrid, der zwar weder elektrisch anfahren und rangieren noch Strecke machen kann, aber dank des zehn kW starken Elektromotors als Starter, Energierückgewinner, Booster und Segelhelfer fungiert und talentiert Sprit spart. Damit will sich Vollhybrid-Spezialist Toyota beim Yaris Hybrid nicht zufriedengeben, seine E-Maschine ist ein echter Antreiber. Die Vorderreifen quietschen zwar nicht gerade, wenn die Macht der maximal 169 Newtonmeter nach ihnen greift, doch das sanfte, lokal emissionsfreie elektrische Lossummen bis zu zwei Kilometer weit oder 50 km/h schnell hat was – vor allem in der Kleinwagenklasse, wo das sonst niemand kann. Für günstige 16.950 Euro Basispreis steht der modifizierte 1,5-Liter-Vierzylinder des früheren Prius mit Elektromotor plus Planetengetriebe und Nickel-Metallhydrid-Batterie parat.

Beide Hybride mit unverändertem Inneraum Der 120-Zellen-Akku des Toyota Yaris Hybrid passt unter die Rückbank, während sich der Rest der Technik unter der Motorhaube an den 74 PS starken Vierzylinder schmiegt. Damit entspricht der Innenraum wie beim Honda Jazz Hybrid den konventionellen Verbrenner-Geschwistern, für Differenzierung sorgen spezielle Dekors, andersfarbige Instrumente und Energieflussanzeigen. Darüber hinaus animiert der Jazz mit LCD-Blümchen und Farbwechseln seiner Instrumente zu sparsamer Fahrt. Und die startet bei Honda Jazz Hybrid und Toyota Yaris Hybrid ohne Zögern: einfach die Getriebewählhebel auf D schieben, Pedal treten – fertig. Für die Stadt gibt es kaum Besseres. Beim Honda wirft der Generator den Benziner nach Stopp-Phasen zackig an, die Leistung des Mildhybrid genügt für den Spurwechsel-Clinch ebenso wie aktives Mitschwimmen in der City, die Drehzahl bleibt nervenschonend unten. Lärm im Honda Jazz Hybrid Das ändert sich beim Herausströmen auf die Landstraße. Wer es eiliger hat und den Antrieb fordert, erntet neben befriedigendem Vorwärtsdrang vor allem Lärm, da das stufenlose Getriebe den 1,3-Liter im optimalen Betriebspunkt einpegelt. Optimaler Wirkungsgrad wohlgemerkt, nicht Akustik. Sparsamkeit beweist Honda nämlich nicht nur bei der Zweiventiltechnik des Zylinderkopfes, die ebenso die Reibungsverluste minimiert wie spezielle Pleuellager und Zylinderbearbeitung, sondern auch bei der Verwendung von Dämmmaterial. Der geneigte Maschinist muss das Plärren im Honda Jazz Hybrid akzeptieren, gefühlvoll vom Gas gehen oder mit den Lenkradpaddeln virtuell in einen hohen Gang wechseln.

Toyota Yaris Hybrid einen Tick kultivierter Das kann der Toyota Yaris Hybrid nicht, doch obwohl auch hier keine Verbrenner-Feinkost unter der kurzen Haube sitzt, arbeitet sein Antriebsstrang einen Tick kultivierter, was an besserer Dämmung und forciertem Elektromotoreinsatz liegt. Dennoch: An Steigungen oder im Expressbetrieb gibt der Vollhybrid ebenfalls seine Contenance auf. Pure Freude bereiten Toyota und Honda hingegen im Stadtverkehr und auf moderater Landstraßentour, wo sie mit geschliffenem Antriebskomfort und niedrigen Verbräuchen begeistern. Mit etwas Zurückhaltung tunnelt speziell der Yaris schon mal die Vier-Liter-Marke, mit fünf L/100 km geht es flott vorwärts – nicht schlecht für Benziner. Spezialität des Honda Jazz Hybrid ist sein Rücksitzkonzept. Statt an Hyundai-Lenksäulen herumzufummeln, sollten sich Top-Techniker mal ansehen, wie simpel und funktional der Jazz seine Rückbank entweder flachlegt oder sie wie Kinosessel aufstellt, was etwa Platz für zwei Industriestaubsauger oder Fahrräder schafft – ganz ohne Guillotinen-Mechanik oder Handbuchstudium. Dagegen bleibt der Toyota Yaris Hybrid mit den üblichen Klapplehnen blass, gefällt aber ansonsten mit gutem Raumangebot sowie besserer Übersicht als der Honda, bei dem die A-Säulen störend im Blick stehen. Überdies wankt der Honda stärker als der straffere Toyota Yaris Hybrid, was ihn bereits in der Eigenschaftswertung hinter den Yaris wirft, der mit seinen niedrigen Kosten den Sack im Preiskapitel endgültig zumacht. Ein überzeugender Grüner eben – auch ohne die entsprechende Lackfarbe.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-10-15

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