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Testbericht

16. März 2010

Praktische Sitzkonzepte mit hoher Variabilität und einfacher, selbsterklärender Handhabung scheiden bei modernen Kompaktvans die Spreu vom Weizen. Mittlerweile gehört es in dieser Klasse zum guten Ton, zusätzlich zwei kleine Sitze in Reihe drei anzubieten. Peugeot verlangt für dieses Extra einen Obolus von 700 Euro und lässt die Sitze, wenn sie nicht benötigt werden, ganz elegant zusammengeklappt im Boden des Gepäckraumes verschwinden.

Den Opel Zafira gibt es als Siebensitzer bereits seit 1999 Der Trick ist nicht neu, der Opel Zafira führt ihn in ähnlicher Form schon seit der ersten Generation von 1999 vor. Mit einem kleinen Unterschied: Seine beiden hintersten Sitze falten sich der Länge nach flach auseinander und benötigen so weniger Stauhöhe im Boden des Laderaums. Dass sein Sitzkonzept bereits ein wenig in die Jahre gekommen ist, merkt man an der Handhabung, die bei fast allen Aktionen zwei Hände und höheren Krafteinsatz erfordert. Außerdem hat der Opel in Reihe zwei eine Bank, bei der nur die Lehne, nicht aber die Sitzfläche geteilt ist, und die man folglich auch nur am Stück in Längsrichtung verschieben kann. Um eine ebene Ladefläche zu schaffen, wird die Bank mit hochkant aufgestellter Fläche nach vorn gefahren. Die Sitze des Peugeot sind variabler und einfach zu handhaben Der Peugeot wartet mit höherer Variabilität und einfacher zu handhabenden Verstellmechanismen auf. Dafür sorgen beispielsweise drei separat verschiebund klappbare Einzelsitze mit mehrstufiger Lehnenverstellung in der zweiten Reihe. Sie lassen sich mit einem Griff nach vorn umklappen, wobei sich auch die Sitzfläche automatisch absenkt. Mit Hilfe ausziehbarer und faltbarer Klappen entsteht ein topfebener Ladeboden. Damit nicht genug: Auf Klappenzug schießen die beiden äußeren Sessel mit hochgeschnalzter Sitzfläche katapultartig nach vorn und machen großzügig Platz für den Einstieg zu den Klappsitzen in Reihe drei. Auch beim Sitzkomfort liegt der Peugeot vor dem Opel Mühsamer ist der Zustieg in das hinterste Opel-Abteil, weil die vorgeschobene Bank und die geklappten Lehnen weniger Platz schaffen. In beiden Autos herrschen ganz hinten zwar erträgliche Platzverhältnisse, sofern die Passagiere in Reihe zwei kompromissbereit sind, aber die Notsitze sind hart gepolstert und zwingen Erwachsene zu einer unbequemen Froschhaltung. Mehr Vergnügen bereitet die Mitfahrt auf den übrigen fünf Plätzen, wobei im 5008 gut profilierte, straffe Polster festen Halt und Bequemlichkeit vermitteln. Im Zafira ( der Opel Zafira im Dauertest ) hingegen sorgen harte Sitze für Ungemütlichkeit - vorne zwicken Seitenwülste, hinten drücken brettartige Flächen. Bewegungsfreiheit hingegen gibt es im Fond jeweils genügend und dazu auf den vorderen Plätzen ein sehr großzügiges Raumgefühl.

Bei der Transportkapazität sind die beiden Kompaktvans fast gleichauf Bezüglich der Transportkapazität herrscht weitgehend Gleichstand: Als Fünfsitzer bietet der Peugeot mit 679 Litern etwas mehr Kofferraumvolumen, wird die maximale Ladekapazität benötigt, hat hingegen der Opel mit 1.820 Litern die Nase knapp vorn. Deutlich besser schneidet der Zafira mit seiner maximalen Zuladung von 601 Kilogramm ab. Der 5008 begnügt sich da mit sehr bescheidenen 489 Kilogramm. Bei beiden Autos erleichtern große Luken, weit öffnende Heckklappen und niedrige Ladekanten das Verstauen schwerer Gegenstände. Der Opel Zafira verfügt über 20 PS mehr als sein Konkurrent Eiltransporter-Talente lassen beide Konkurrenten vermissen, das verraten schon ihre Triebwerke. Im Peugeot 5008 steckt der Basis-Benziner mit 1,6 Liter Hubraum, der in Zusammenarbeit mit BMW entwickelt wurde und auch im Mini Cooper Dienst tut. Er leistet 120 PS und sorgt für ansprechende Fahrleistungen, ohne allerdings durch kräftigen Antritt bei niedrigen Drehzahlen oder gar sportliches Temperament zu beeindrucken. Freude bereiten hingegen der vibrationsarme, leise Lauf und seine kultivierten Manieren. Mit 1,8 Liter Hubraum und 20 Mehr- PS schiebt sich der Zafira nominell nach vorne, was er bei den Messfahrten durch bessere Werte untermauert. Im Alltagsbetrieb zieht er daraus jedoch keine Vorteile, denn subjektiv wirkt er weder kräftiger noch temperamentvoller als der Peugeot. Mit 10,2 Litern Verbrauch auf 100 km ist der Opel etwas durstiger als der Peugeot Auffallend und störend sind seine kernigere Aussprache sowie die Dröhnneigung jenseits von 5.000 Umdrehungen. Beide Motoren sind serienmäßig mit einem Fünfganggetriebe kombiniert. Eine unglückliche Lösung, weil die kurze Übersetzung im 5008 und die Geräuschentwicklung im Zafira auf Schnellstraßen häufiger nach einer sechsten Stufe verlangen. Die Gangwechsel erfolgen im Peugeot sehr leichtgängig und exakt, im Opel unpräziser und knochiger. Auch dem Verbrauch käme ein sechster Gang zugute. Der 5008 genehmigte sich durchschnittlich gerade noch akzeptable 9,4 Liter Superbenzin. Als viel durstiger erwies sich der Zafira mit 10,2 L/100 km - von Genügsamkeit bei ihm also keine Spur.

Fahrfreude kommt beim Zafira nicht auf Dass der im Frühjahr 2005 runderneuerte Opel schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, merkt man auch beim Fahren. Er folgt zwar brav seiner präzisen Lenkung und bringt den Piloten selbst bei forscher Gangart nie in Verlegenheit, aber Fahrfreude erstickt er bereits im Keim - mit kräftigem Untersteuern, Schwerfälligkeit in Wechselkurven, geringer Agilität, mäßiger Bodenhaftung auf Unebenheiten und weichem Pedalgefühl beim Verzögern. Der Peugeot geht als Sieger aus dem Vergleichstest hervor Da agiert der 5008 dank geringerer Untersteuerneigung und ruhigerem Aufbau viel leichtfüßiger und behänder. Enge Kurven und schlechte Fahrbahnen meistert er vergleichsweise gelassen, seine Bremsen überzeugen mit guter Dosierbarkeit. Allein die Lenkung passt mit ihrem synthetischen Gefühl nicht recht ins Bild. Der 5008 federt zudem etwas geschmeidiger und kostet weniger als der besser ausgestattete Zafira Sport. Zwei Gründe mehr, aus diesem Vergleich als verdienter Sieger hervorzugehen.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-03-16

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