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Testbericht

30. Oktober 2010

Jetzt werden die schwedenstählernen Volvoisten den alten S60 betrauern. Ihn als letzten echten Volvo feiern, weil er nicht wie sein Nachfolger auf einer Ford-Plattform aufbaut. Sie werden dem Neuen unfunktional-eitles Design vorwerfen, die manuelle Gurthöhenverstellung dramatisieren. Schon im 760 von 1982 passte sich das Sicherheitsband automatisch der Statur von Fahrer und Beifahrer an. Dass die nun selbst handgreiflich werden müssen, dürfte Traditionalisten ebenso in Rage bringen wie die Tatsache, dass die Geschicke der Marke nun bei Geely gelenkt werden. In China. Doch für den Volvo S60 ist das im Vergleichstest so relevant, wie wenn dort ein Sack Reis umfällt. Denn er wurde vor dem Besitzerwechsel entwickelt.

Volvo S60 stellt sich dem Vergleichstest Schon stilistisch unterscheidet sich der Volvo S60 von seinen konservativer gezeichneten Kontrahenten, wobei die betont dynamische Form im Vergleichstest Nachteile bei Übersicht und Raumangebot mit sich bringt. Wegen der flachen Dachlinie ist die Rückbank so tief montiert, dass Erwachsene dort mit stark angewinkelten Beinen reisen müssen. Als Ladevolumen bleiben unter dem kurzen, gar nicht stufenförmigen Heck nur 380 Liter. Dafür schafft der Volvo S60 im Vergleichstest innen die typische Volvoness - ein spezielles Gefühl der Geborgenheit, das Markenfans am besten mit der Sicherheit vergleichen können, die man empfand, wenn man als Kind bei Gewitter nachts ins Bett zu den Eltern krabbelte. Der Volvo S60 liebkost Pilot und Co hinter seinen dicken Dachsäulen tatsächlich mit breiten, sehr bequemen Ledersitzen, reicht dazu edel verarbeitetes Aluminium und feine Oberflächen. Der enorm solide Mercedes C 220 CDI wirkt im Vergleichstest dagegen selbst als Avantgarde deutlich weniger stimmungsvoll eingerichtet, der ebenfalls bestens verarbeitete BMW 3er sogar noch nüchterner. Volvo S60 bekommt neues Bediensystem Als erster Volvo bekommt der Volvo S60 ein neues Bediensystem, das im Vergleich zum alten logischer aufgebaut und leichter zu bedienen ist. Was nicht viel bedeutet, weil es umständlicher als bisher kaum hätte werden können. Im Vergleich zu den bekannt eingängigen und übersichtlichen Menüstrukturen in Mercedes C-Klasse und BMW 3er wirkt das neue Konzept im Volvo S60 noch immer wirr. Damit verschenkt er im Vergleichstest Punkte, die er sich mit seiner innovativen Sicherheitsausstattung erarbeitet hat. Als Einziger hat er serienmäßig City-Safety - ein System, das bei Gefahr selbstständig eine Vollbremsung einleitet und damit bis zu einer Geschwindigkeit von 35 km/h einen Unfall verhindern, bei höherem Tempo zumindest die Folgen abschwächen kann. Zusätzlich gibt es im Sicherheitspaket für 1.950 Euro einen automatischen Abstandswarner und -tempomat, Spurhalte- sowie Toter-Winkel-Assistent. Dem hat BMW nur den Abstandstempomat, Mercedes bis zur Modellpflege Anfang 2011 lediglich das optionale kleine Pre-Safe (393 Euro) entgegenzusetzen, was ein bisschen peinlich ist für den selbsternannten Sicherheitspionier aus Schwaben. Allerdings funktionieren die Systeme im Volvo S60 im Vergleichstest nicht immer zuverlässig: Der Abstandswarner schlug im Vergleichstest mehrfach grundlos Alarm - ein Phänomen, das schon im ersten Test auftrat. Volvo S60 mit Fünfzylinder-Diesel im Vergleichstest Nicht phänomenal, aber doch beeindruckend schlägt sich der Volvo S60 im Vergleichstest beim Fahrkomfort. Sein Fahrwerk federt Unebenheiten noch sensibler weg als der Mercedes C 220 CDI und bleibt auch ohne adaptive Dämpfer schunkelfrei. Dazu kommen die besten Sitze im Vergleichstest und ein niedriges Geräuschniveau, bei dem das Branden des Fahrtwindes das sachte Grummeln des Diesels bald übertönt. Das Zweiliter-Triebwerk - eine kurzhubige Version des 2,4-Liters - zeigt Eigensinn, indem es sein Volumen auf fünf Zylinder verteilt. Das bringt im Vergleichstest Vorteile bei der Laufkultur - gegen den Fünfersound klingen die beiden deutschen Vierzylinder banal und nagelig -, aber schon wegen der größeren inneren Reibung kleine Nachteile beim Verbrauch. Der etwas anfahrschwache und durchzugsträge Selbstzünder ist mit einem leichtgängigen, aber etwas schwammig zu schaltenden Sechsganggetriebe verbandelt, dessen lange letzte Stufe die einzige Spritsparmaßnahme darstellt. Obwohl der Verbrauch des Volvo S60 im Vergleichstest in Ordnung geht, verfeuern Mercedes und vor allem BMW den Kraftstoff effizienter. BMW 320d bleibt im Vergleichstest der Handlingmeister Auf dem gleichen hohen Niveau bewegen sich die drei bei der Fahrsicherheit. Schwächen zeigt der Volvo S60 im Vergleichstest nur durch seinen fast schon absurd großen Wendekreis und einen längeren Bremsweg auf links und rechts unterschiedlich griffiger Fahrbahn (μ-split). Dagegen fällt der BMW 320d mit etwas Bremsfading auf, wenn seine bescheidene Zuladungskapazität voll ausgenutzt wird. Größere Unterschiede zeigen sich im Vergleichstest erst beim Handling: Ganz so sportlich wie versprochen ist der Volvo S60 nicht. Für einen Fronttriebler kurvt er agil um Biegungen, seine etwas rückmeldungsarme Lenkung lässt sich von Antriebskräften wenig beeinflussen. Der BMW 320d zuckt da im Vergleichstest nur kurz mit dem Heck - er bleibt der Handlingmeister der Mittelklasse, mit neutralem Kurvenverhalten und einer etwas schwergängigen, aber präzisen, rückmeldungsintensiven Lenkung. Weil gediegenes Federungsvermögen bei solchen Anlagen nur stört, verzichtet der BMW 3er weitgehend darauf, teilt auf größeren Unebenheiten herbe Vertikalhübe aus. BMW 320d kommt mit 3,9 L/100 km aus Diese Minderbegabung liegt nicht zuletzt an der Tieferlegung, die ebenso zu den Spritsparmaßnahmen zählt wie ein Fliehkraftpendel im Zweimassenschwungrad. Es ermöglicht satten Durchzug ab 1.000/min. Dabei ist der BMW 320d an sich gar kein Untertouriger, der Zweiliter-Diesel zieht ihn im Vergleichstest energisch voran - zumindest in den unteren Gängen der knochig zu schaltenden Sechserbox, denn ihre lang übersetzten oberen Gänge zügeln die Elastizität. Um die Verbrauchsminderung kümmert sich auch die strenge Schaltanzeige. Wer ihre Ratschläge annimmt, kommt mit 3,9 L/100 km aus - ein sensationell niedriger Verbrauch für ein fast 230 km/h schnelles und 1,5 Tonnen schweres Auto. Bei solchen Antriebsqualitäten fallen selbst das knappe Raumangebot und die geizige Serienausstattung im Vergleichstest kaum mehr ins Gewicht. Mercedes C-Klasse mit Start-Stopp-System Letzteres ist auch bei der Mercedes C-Klasse kein gutes Thema. Während der Volvo S60 in der Topversion mit Bixenonlicht und Leder aufwartet, leuchtet der 800 Euro teurere Mercedes C 220 CDI im Vergleichstest mit Halogen und möbliert sich mit Pseudo-Leder. Um auf das Niveau des Volvo S60 zu kommen, müssen 7.000 Euro in Extras investiert werden. Am besten fängt man bei der Avantgarde-Linie mit dem Sparen an, denn für 1.999 Euro mehr ist außer Chrom-Chichi wenig Habhaftes an Bord. Ansonsten ist der Mercedes C 220 CDI mit seinem langhubigen und sehr elastischen Motor im Vergleichstest eben eine Mercedes C-Klasse wie immer. Also ausreichend Platz im Innen- und Kofferraum, straffe Sitze, kein Verlangen nach Handlinggroßtaten, beflissene Federung, leichtgängig-unknackige Sechsgangschaltung und jetzt neu: ein Start-Stopp-System, das wie im BMW 3er eilig und zuverlässig funktioniert, aber nicht genügt, um im Vergleichstest auf das niedrige Verbrauchslevel des BMW 320d zu kommen. Mit unerheblichen Punktedifferenzen endet der Vergleichstest. Das wird die Schwedenstählernen freuen, denn der Volvo S60 spielt in der Liga der Besten und ist dabei ein echter Volvo geblieben. Für alle, die mit ihm trotzdem nichts anfangen können, gilt der neue Slogan der Schweden: "Es gibt mehr im Leben als einen Volvo." Stimmt - BMW 3er und Mercedes C-Klasse zum Beispiel.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-10-30

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