12neuwagen de12gebrauchtwagen de

Unsere Partnerseiten:

Testbericht

10. Juni 2017
Erst zahlen, dann sparen – so kennen wir das schon vom Diesel. Speziell bei den moderaten Mercedes-Aufschlägen waren die genügsamen Selbstzünder meist die bessere Wahl, weil es eben vor allem um die Kosten ging. Jetzt steht das Thema Abgase im Vordergrund, und auf dem Weg zum emissionsfreien Auto sind Plug-in-Hybride zumindest eine Brückentechnologie. Eine sehr teure allerdings, denn gegenüber den Modellen mit dem gleichen Benziner, aber ohne Unterstützung eines Elektromotors beträgt der Mehrpreis bei vergleichbarer Ausstattung rund 8.000 bis 10.000 Euro.Je nach Modell leistet das in die Siebengangautomatik integrierte E-Aggregat 60 oder 85 kW und pusht die Systemleistung auf 279 (C 350 e) oder 320 PS (GLC 350 e), doch wichtiger als das nur marginal höhere Temperament sind wohl die möglichen Spareffekte: Im Kombi sinkt der Benzinverbrauch im Normzyklus gegenüber dem konventionellen C 250 von 6,0 auf 2,1 l/100 km, im SUV von 6,5 auf 2,5 l/100 km. In der Realität brauchen beide indes gut zwei Liter mehr sowie rund 12 bis 14 Kilowattstunden Strom, denn Voraussetzung für solche Werte ist ein regelmäßiges Nachladen des Akkus an der Steckdose, was etwa drei Stunden dauert.Mit voller Ladung soll man damit rein elektrisch bis zu 135 km/h und 34 Kilometer weit fahren können, im Testmittel waren es dagegen magere 17 (C 350 e) und 21 km (GLC 350 e). Das reicht kaum für lokal emissionsfreie Ausflüge in die Stadt, und auf Langstrecken ohne Lademöglichkeit liegt der Spritverbrauch sogar auf dem Niveau des normalen Verbrenners. Immerhin erlaubt der stärkere E-Motor im SUV öfter lautloses Stromern, während sich im Kombi schon bei milden Steigungen der Benziner zuschaltet – weich und dezent zwar, aber eben hörbar.

Auffällig unauffällige Technik
Viel Aufwand für einen bescheidenen Ertrag also, zumal die schwere Batterie im Heck neben dem Ladevolumen auch die erlaubte Zuladung und Anhängelast mindert und zugleich kräftig mithilft, das Leergewicht um fast 300 kg in die Höhe zu treiben. Außerdem zeigt das haptische Fahrpedal beim Drauftreten mehr Widerstand und fordert mit dezentem Pulsieren zum frühzeitigen Gaswegnehmen auf, wenn man sich etwa einem langsameren Vordermann nähert. Im Alltag funktioniert die geballte Technik erfreulich unauffällig, wenn man der Steuerzentrale im Hybridmodus das Kommando überlässt.Das gilt sowohl für die C-Klasse als auch für den GLC, die beide die gleiche Basis nutzen und in Bedienung, Qualität und Komfort das typische Mercedes-Gefühl vermitteln. Den entscheidenden Unterschied macht die Karosserie, wobei der etwas kürzere SUV wegen der größeren Breite und Höhe mit einem spürbar besseren Platzangebot und Raumgefühl aufwartet. Im Gegenzug kostet die Hybridtechnik hier noch mehr Stauraum (155 Liter) als im Kombi (40 Liter) und hebt die ohnehin höhere Ladefläche weiter an. Zudem entfällt bei beiden die Ablage darunter, nicht aber die dreiteilig klappbare Fondlehne mit der praktischen Fernentriegelung.

Nachteile für die C-Klasse
Obwohl mit dem Aufbau auch die Sitzposition nach oben rückt, kommt im GLC nicht das wuchtige, unhandliche Trumm-Gefühl großer Geländewagen auf. Klar, man steigt bequemer ein und sieht mehr, sitzt jedoch ähnlich entspannt wie in der C-Klasse, nur auf leicht erhöhtem Niveau. Selbst Menschen ohne Gardemaß oder Rückenprobleme empfinden das längst als angenehmer, als sich in einen herkömmlichen Personenwagen einfädeln zu müssen. Auch Kindersitze lassen sich hier leichter montieren, was ja mitunter ein gewichtiges Argument bei Familien sein kann.Dass der schwerere SUV nebenbei sogar einen Tick besser federt, ohne signifikant mehr zu wanken, hilft ebenso bei der Entscheidung wie der serienmäßige Allradantrieb, den es für den Hybrid-Kombi erst gar nicht gibt. Der kann höchstens Kurvenliebhaber mit seiner stärker ausgeprägten Agilität und Fahrdynamik überzeugen – und Sparwillige vielleicht mit dem Hinweis, dass das T-Modell als C 160 ja schon unter 34.000 Euro beginnt, der GLC dagegen nicht unter 45.000 Euro. Bei gleichem Antrieb ist der aber nicht nur das günstigere, sondern insgesamt auch das bessere Auto. Im Zweifelsfall kann man sich ja die teure Hybridversion sparen.
Weiterlesen
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2017-06-10

Getestete Modelle
Ähnliche Testberichte
Autoplenum

Autoplenum, 2018-03-21

Mercedes GLC Fuel Cell - VerzögerungstaktikMercedes GLC Fuel Cell - Verzögerungstaktik
An sich hätte Mercedes sein erstes Serienfahrzeug mit Wasserstoffantrieb bereits 2012 / 2013 auf den Markt bringen wo...Ganzen Testbericht lesen
Autoplenum

Autoplenum, 2017-08-17

Mercedes: Upgrades für C-Klasse und GLC - Mehr Ausstattun...Mercedes: Upgrades für C-Klasse und GLC - Mehr Ausstattung, neue Pa...
Mehr Ausstattung, neue Pakete Mercedes: Upgrades für C-Klasse und GLC Ganzen Testbericht lesen
Autoplenum

Autoplenum, 2017-08-15

Elektroautos auf der 67. IAA - Strom aus der SteckdoseElektroautos auf der 67. IAA - Strom aus der Steckdose
Viele hätten sich gewünscht, auf der IAA 2017 erstmals einen Blick auf den neuen Elektrostar Tesla Model 3 werfen zu ...Ganzen Testbericht lesen
Autoplenum

Autoplenum, 2017-07-12

Audi Q5 2.0 TDI - Mercedes GLC 250d - KopfentscheidungAudi Q5 2.0 TDI - Mercedes GLC 250d - Kopfentscheidung
Alle Leute wollen SUV - fast alle. Besonders in der Mittelklasse scheinen die Kombifans von einst sich längst nur noc...Ganzen Testbericht lesen
Autoplenum

Autoplenum, 2017-06-18

Mercedes-AMG GLC 63 - Mehr Power für das Mittelklasse-SUVMercedes-AMG GLC 63 - Mehr Power für das Mittelklasse-SUV
Mehr Power für das Mittelklasse-SUV Mercedes-AMG GLC 63 Ganzen Testbericht lesen