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Testbericht

15. Mai 2016
Zum Teil waren das ja früher ziemlich windige Typen, mit wenig Platz, einfacher Anmutung, rudimetärer Assistenz. Ja okay, dafür mit Charme, Charakter und bissig-flitzigem Handling. Nach diesen Eigenschaften muss man beim Clubman tatsächlich ein wenig suchen. Ohne Suchen, schon direkt nach dem Einsteigen fallen dafür das ordentliche Platzangebot und die sorgsamere Verarbeitung auf. Bequeme Sitze geben ordentlich Halt, selbst Großgewachsene kommen problemlos unter. Ganz ohne Mini-Folklore geht es natürlich nicht, Kippschalter und das große Zentralinstrument kümmern sich um die Tradition. Um Traktion kümmert sich beim All4 der neue Allradantrieb, der technisch dem der BMW-Geschwister X1 und Co. entspricht. Im Normalfall bleibt der Clubman mit Vorderradantrieb unterwegs, was gegenüber einem permanenten 4x4 kräftig Kraftstoff spart. Bei trockener Straße, normalen Gripverhältnissen und alltagsgemäßer Beschleunigung ist kaum etwas vom reinen Frontantrieb zu spüren. Dafür sorgt schon die hochwertige Fahrwerkstechnik samt gekonnter Abstimmung. So entsprechen Eingelenk-Vorderachse und Multilenker-Hinterachse den BMW-Geschwistern der Vorderrad-getriebenen Familie (UKL). Die fein abgestimmte elektronische Regelung von ESP (DSC) und simulierter Differenzialsperre (EDLC) sorgt schon beim reinen Vorderradantrieb schon dafür, dass die Kraft auf die Straße kommt und kein Newtonmeter sinnlos verraucht.

Mini Clubman SD All 4: Allradantrieb für effiziente, dynamische Kraftverteilung
Doch mit dem neuen Allradantrieb klappt es noch besser. Sobald das elektronisch gesteuerte System über die DSC-Sensorik Schlupf erkennt, verteilt es die Kraft blitzschnell situationsgerecht zwischen Vorder- und Hinterrädern. Und das geht so: Zunächst kommt das Antriebsmoment am Vorderachsgetriebe an, wird dort von einem einstufigen Winkelgetriebe (Power-Take-Off) abgezweigt und über eine Gelenkwelle ans Hinterachsgetriebe übertragen. Dort regelt eine stufenlose, elektronisch gesteuerte, elektrohydraulisch betätigte Lamellenkupplung den Kraftschluss in Abhängigkeit zur Fahrsituation. Damit kann das System des All4 nicht nur unerwünschtem Antriebsschlupf, sondern auch beginnendem Unter- oder Übersteuern entgegenwirken, indem es die Kraft bedarfsgerecht zwischen den Achsen verteilt. Dabei berücksichtigt das System auch den momentanen Fahrmodus, also ob der Fahrer eher effizient, komfortabel oder sportlich unterwegs sein möchte.

Mini Clubman SD All 4: Muskulöser Zweiliter-Dieselmotor
Die Motoren sind jedenfalls für alles zwischen Sparen und Spurten zu haben: Mini lässt beim Clubman All4 auch nur zwei starke Typen ran. Zum einen den Zweiliter-Benziner mit 192 PS im Cooper S, zum anderen beim von uns gefahrenen Cooper SD den 190 PS starken Diesel mit 400 Newtonmetern für 33.500 Euro. Und die Kraft spürt man, der Vierzylinder aus der BMW-Familie schiebt stämmig an, dreht und klingt fast wie ein Benziner, perfekt unterstützt von der serienmäßigen ZF-Achtgangautomatik (Steptronic). Diese arbeitet bekanntermaßen unauffällig und situationsgerecht, dabei praktisch so schnell wie ein Doppelkuppler. Klasse. Und umso schöner, dass der Punch des Motors dank Allradantrieb auch komplett auf dem Asphalt ankommt. Sprints, wie etwa in 7,2 Sekunden auf Tempo 100, gelingen ebenso mühelos wie druckvolles Herausbeschleunigen aus der Kurve. Kein Reifenscharren, keine Antriebseinflüsse in der insgesamt ruhigen und präzisen Lenkung. Mangelnder Federungskomfort ist beim Clubman dank langem Radstand und breiter Spur plus Verstelldämpfern sowieso kein Thema. Fahrdynamisch muss sich der Viertürer damit nicht vor der Konkurrenz verstecken. Konkurrenzlos wie viele seiner Vorfahren ist der Clubman aber auch als All4 nicht mehr.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2016-05-15

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