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Fahrbericht: Opel Corsa GSi - Zum Abschied noch ein Sportabzeichen
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Zum Abschied noch ein Sportabzeichen Fahrbericht: Opel Corsa GSi

SP-X/Basel. Bye-Bye Opel Corsa: Der aktuelle, noch unter GM-Zugehörigkeit entwickelte Kleinwagen macht zum Ende seiner Produktion, bevor er nächstes Jahr ganz neu auf einer PSA-Plattform debütiert, noch das Sportabzeichen GSi.

Knapp 20.000 Euro müssen Interessierte für den kleinen, ab Ende Oktober erhältlichen Sportler mit 150 PS mindestens anlegen. Das sind rund 5.000 Euro weniger als für den 207 PS starken OPC fällig wurden, der mittlerweile aufgrund der seit September geltenden, verschärften Emissions-Vorschriften bereits Teil der Firmenhistorie ist. Der Corsa GSi soll also noch einmal Aufmerksamkeit auf den Kleinwagen mit dem Blitz lenken und die Tradition aufrechterhalten, dass bislang in jeder Corsa-Generation, angefangen mit dem Corsa A von 1988, ein GSi-Modell für Fahrspaß sorgte. Die sportliche Variante des noch aktuellen Corsa E tritt mit dem bekannten, 110 kW/150 PS starken 1,4-Liter-Turbo an, der auch im „normalen“ Corsa zum Einsatz kommt. Ähnlich wie beim Insignia GSi nutzt Opel einen vorhandenen Serienmotor und verzichtet - auch aus Kostengründen – auf die Nutzung eines stärkeren Aggregats. Fans von leistungsstarken Kleinwagen wie VW Polo GTI, Ford Fiesta ST, Renault Clio RS oder vom Corsa OPC werden vielleicht verächtlich die Nase rümpfen.

Doch Volker Strycek, Chef der OPC-Abteilung, ist sich sicher: „Leistung ist nicht alles. Das Fahrwerk macht den Unterschied“, und verspricht jede Menge kurvenräuberischen Fahrspaß. Strycek und sein Team haben dem kleinen Sportler Fahrwerk sowie Vorder- und Hinterachse aus dem OPC-Angebot implantiert. Die Abstimmung erfolgte auf der Nordschleife des Nürburgrings. Mit dem Sportfahrwerk liegt der kleine GSi nicht nur einen Zentimeter tiefer, er verfügt auch über spezielle mechanische Dämpfer, die sich je nach Belastung weicher oder härter stellen. Soweit die Theorie: Bevor es auf die kurvenreiche Teststrecke geht, verspricht Strycek noch ein Schmankerl, das es quasi serienmäßig und gratis zum Auto gibt: ein Dauergrinsen im Gesicht. Tatsächlich: Die Mundwinkel fangen bereits beim Betrachten der sportiven Dreitürers an, sich zu heben. Die großen Lufteinlässe in der Frontschürze, Wabengrill, Seitenschweller, Außenspiegelgehäuse in Carbon-Optik, ein verchromtes Auspuffendrohr sowie ein markanter Dachkantenheckspoiler in Wagenfarbe machen was her ohne zu verschrecken. Auffällig sind ebenfalls die rot lackierten Bremssättel und die 18-Zöller (Aufpreis: 750 Euro). Auch die Aluminium-Sportpedale und Recaro-Ledersportsitze (Aufpreis: 2.060 Euro) lassen die Mundwinkel weiter nach oben zucken. Allerdings sollte man im Vorfeld die für durchtrainierte Fahrer optimierten Sitze testen, ob sie zu eigenen Figur passen oder ob man vielleicht selbst zunächst trainieren und ein Sportabzeichen machen muß.

Zum Dauergrinsen erstarrt die Mundmuskulatur als es von der limitierten französischen Autobahn auf eine kurvenreiche Strecke rauf in die Vogesen geht. Hier kann der kleine Krawallo zeigen, dass er mehr kann, als in 8,9 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen. Das mögliche Spitzentempo von 207 ist ohnehin eher ein Thema für deutsche Autobahnen. Mit ihm lassen sich Kurven und Serpentinen mühelos durcheilen. Er bleibt auch in engen Kurven immer in der Spur, Nachjustieren ist nicht erforderlich. Das Fahrwerk samt Lenkung vermitteln dabei souveräne Gelassenheit, nichts wirkt angestrengt. Und das obwohl man mehr als zügig unterwegs ist. Dass man „nur“ 150 PS an Bord an, ist längst kein Thema mehr. Mittels der knackigen Sechsgangschaltung hält man den Drehmomentverlauf im Bereich zwischen 3.000 und 4.500 Umdrehungen, um die maximalen 220 Nm auszunutzen. Der Motor dreht bei Bedarf auch höher, erst bei 6.500 Umdrehungen warnt das Bordsystem. Als Verbrauchsnormwerte gibt Opel für das Euro 6d-TEMP eingestufte Triebwerk 6,1 bis 6,4 Liter an. Bei Dauergrinsen im Gesicht sind die Werte natürlich nicht zu erfahren. Hier ist mindestens eine 9 vor dem Komma realistisch.

Bei ruhigen Autobahn- oder Schnellstraßenfahrten zeigte der Bordcomputer Werte um 7,8 Liter an. Ein bisschen Extrageld sollte man nicht nur fürs Tanken noch übrighaben: Das Assistenten-Paket unter anderem mit der Verkehrszeichenerkennung – wichtig für die Geschwindigkeitseinhaltung und für die Erhaltung der Fahrerlaubnis – kostet 700 Euro Aufpreis. Nochmal rund 3.300 Euro werden für Klimaautomatik, Sitzheizung, Lenkradheizung, Recaro-Leder-Sportsitze, Bi-Xenon-Scheinwerfer sowie für das Infotainmentsystem mit dem sieben Zoll großen Display und Android- und AppleCar-Anbindung fällig. Dann bewegt man sich allerdings preislich in der PS-stärkeren „GTI-Liga“, die von VW Polo GTI, Renault Clio RS oder Ford Fiesta ST am Leben gehalten wird.

Opel Corsa GSi - Technische Daten: Dreitüriger, fünfsitziger Kleinwagen, Länge: 4,02 Meter, Breite: 1,74 Meter (mit Außenspiegeln 1,94 Meter), Höhe: 1,48 Meter. Radstand: 2,51 Meter, Kofferraumvolumen: 280 – 1.090 Liter 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner, 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 220 Nm bei 3.00 - 4.500 U/min, Vmax: 207 km/h, 0-100 km/h: 8,9 s, Durchschnittsverbrauch: 6,4  - 6,1 l/100 km, CO2-Ausstoß: 147 - 139 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-TEMP, Effizienzklasse: E - D, Preis ab: 19.960 Euro Kurzcharakteristik: Warum: weil Grinsen mehr Spaß macht als Heulen Warum nicht: man ist ja vernünftig Was sonst: Ford Fiesta St-Line mit 140 PS oder einen gebrauchten Corsa OPC Wann: Ende OktoberSportlich geht der Opel Corsa auf Abschiedstour. Als GSi wird er zum Kurvenräuber.

Fazit

Sportlich geht der Opel Corsa auf Abschiedstour. Als GSi wird er zum Kurvenräuber.

Testwertung

4,0/5

Opel Corsa GSi - Böse Optik, sanfte Sportlichkeit
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Böse Optik, sanfte Sportlichkeit Opel Corsa GSi

Mit dem Corsa GSi ist der Kleinwagen aus Rüsselsheim ab sofort wieder in einer Sportversion bestellbar, für mindestens 19.960 Euro. Ausgerüstet mit einem 110 kW/150 PS starken 1,4-Liter-Turbobenziner beschleunigt der City-Flitzer in 8,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, fährt maximal 207 km/h. Den Durchschnittsverbrauch des 220 Newtonmeter starken Aggregats gibt Opel mit 6,2 Litern an.Den Corsa GSi stattet Opel mit vielen Merkmalen der Sportabteilung aus: Neben der scharfen Optik mit großen Lufteinlässe in der Front und Dachkantenspoiler sind das unter anderem OPC-Sportfahrwerk, rot lackierte Bremssättel sowie optional 18-Zoll-Leichtmetallrädern mit Sportreifen und Recaro-Sportsitz. Preislich liegt der auf Sport getrimmte Kleinwagen aus Rüsselsheim unter der Konkurrenz, wie Suzuki Swift Sport (103 kW/140 PS, ab 21.400 Euro) oder den deutlich PS-stärkeren VW Polo GTI (23.950 Euro), Ford Fiesta ST (22.100 Euro) oder Renault Clio RS (23.690 Euro). Den leistungsstärkeren Corsa OPC (152 kW/207 PS) hat Opel angesichts des im kommenden Jahr anstehenden Modellwechsels sowie der ab September geltenden, verschärften Emissions-Vorschriften aus dem Modellprogramm genommen.

Fazit

Das Kürzel GSi hat in Rüsselsheim Tradition, nun trägt es auch wieder der Corsa. Die nun erhältliche Sportversion des Kleinwagens bleibt unter 20.000 Euro.

Testwertung

3,5/5

Opel Corsa S - Sportlicher Lückenschluss
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Sportlicher Lückenschluss Opel Corsa S

Mit der OPC-Version hat Opel bereits seit 2015 ein sehr sportliches Derivat im Corsa-Programm. Wer es dynamisch, jedoch nicht ganz so wild mag, kann ab sofort den Corsa S bekommen, der eine Extraportion Leistung und sportliche Optik schon ab 18.400 Euro bietet. Zum Vergleich: Der Corsa OPC kostet rund 25.000 Euro.

Unter der Motorhaube des Corsa S steckt ein 1,4-Liter-Turbobenziner, der 110 kW/150 PS und 220 Newtonmeter Drehmoment über das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe allein auf die Vorderachse schickt. Damit hakt der Kleinwagen in 8,9 Sekunden den 100-km/h-Sprint ab und erreicht maximal 207 km/h. Den Normverbrauch gibt Opel mit 7,4 Litern an.

Optisch wurde das sportliche Modell mit Dach- und Frontspoiler, Seitenschwellern, Chromauspuffendrohr, 17-Zoll-Bicolor-Rädern und LED-Tagfahrlicht aufgewertet. Außerdem gibt es eine Heckschürzenlippe in Wagenfarbe sowie Anbauteile in Carbon-Optik.

Schließlich gehört zum S-Paket auch eine umfangreichere Innenausstattung. Dynamische Akzente setzen ein unten abgeflachtes Sportlederlenkrad und Alu-Sportpedale. Außerdem sind eine Wärmeschutzverglasung sowie die Infotainment-Basis R 4.0 Intellilink an Bord. Letzteres ermöglicht via Apple Carplay und Android Auto die Einbindung des Smartphones

 

Fazit

Zwischen einem normalen Corsa und einem Corsa OPC klafft fahrdynamisch und preislich eine große Lücke. Diese schließt ab sofort eine neue Sportversion.

Gebrauchtwagen-Check: Opel Corsa D - Nicht fehlerfrei, aber empfehlenswert
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Nicht fehlerfrei, aber empfehlenswert Gebrauchtwagen-Check: Opel Corsa D

Die vierte Generation Corsa gehört zu Recht zu den gefragten Kleinwagen auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Der von 2006 bis 2014 gebaute Dauerrivale des VW Polo eignet sich auch aus Vorbesitz als sicherer Flitzer für die Stadt oder auch mal längere Strecken.
 
Karosserie und Innenraum: Für einen Kleinwagen der vorherigen Generation hat der Rüsselsheimer mit exakt vier Metern eine ordentliche Länge. Während man die innere Größe vorn noch spürt, wird es hinten allerdings enger, der Gepäckraum ist mit 285 Litern durchschnittlich groß. Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet, manchmal aber etwas lässig verarbeitet. Komplett überzeugen können die Sitze mit straffer Polsterung und gutem Seitenhalt. Die Sicht nach hinten ist bei dem betont sportlichen Dreitürer eingeschränkt, daneben war auch ein praktischerer Fünftürer im Angebot.
 
Motoren: Rund 20 Motorisierungen hat Opel über den Bauzeitraum für den Corsa D angeboten. Die Leistung reicht von mageren 44 kW/60 PS bis zu 155 kW/210 PS im Sportmodell OPC Nürburgring Edition. Die beste Wahl liegt wie meistens in der Mitte, etwa beim spritzigen und sparsamen 1,4-Liter-Benziner mit 66 kW/90 PS oder 74 kW/100 PS (ab November 2009). Ihn gab es auch in einer Automatikversion. Langstreckenfahrer sind mit dem 1,7-Liter-Diesel (92 kW/125 PS, ab 2010 96 kW/130 PS) als Kompromiss zwischen Verbrauch und Fahrleistungen gut bedient. Ebenfalls an sparsame Naturen wenden sich die beiden Autogas-Varianten mit 63 kW/85 PS und 66 kW/90 PS.
 
Sicherheit und Ausstattung: Bei seinem Marktstart 2006 konnte der kleine Opel fünf Sterne im Euro-NCAP-Crashtest erringen. Schleuderschutz ESP ist Serie, vier Airbags im Basismodell, sechs in allen anderen sind immer an Bord. Darüber hinaus gibt es noch Servolenkung und Zentralverriegelung sowie die höhen- und weitenverstellbare Lenksäule serienmäßig – sonst nichts. Wer ein Mindestmaß an Komfortausstattung will, sollte mindestens die zweite Ausstattungsstufe „Edition“ wählen, dann sind Audioanlage, elektrische Fensterheber, Klimaanlage und Fernbedienung an Bord. Wer es gut ausgestattet mag, findet beim Corsa in dieser Klasse ungewöhnliche Extras wie ein beheiztes Lenkrad, einen in die Stoßstange integrierter Fahrradträger oder Kurven- und Abbiegelicht.
 
Qualität: Seit einigen Jahren stehen die Opel-Fahrzeuge wieder für Qualität, das gilt auch für den Corsa D. Der Kleinwagen Baujahr 2006 bis 2014 hat meist weniger Mängel als der Durchschnitt der Fahrzeuge in seiner Klasse und seinem Alter. Es gibt aber eine Reihe kleinerer Ärgernisse, hier sollte man bei der Probefahrt besonders aufmerksam sein. So bekommt der Rüsselsheimer häufig ab seinem fünften Jahr Probleme mit Federn und Stoßdämpfern, auch verschlissene Radlager sind typische Mängel. Schon bei der ersten HU fällt der Corsa den TÜV-Prüfern überdurchschnittlich häufig mit Mängeln bei der Fuß- und Handbremse auf. Zudem klagen Corsa-Besitzer häufig über quietschende Bremsbeläge und Fensterheber sowie laute Gebläsemotoren der Innenraumbelüftung. Bei Fahrzeugen aus dem Modelljahr 2010 sollte man auf die Wirkung der Feststellbremse achten, hier hat es einen Rückruf gegeben - die vorgenommenen Arbeiten lassen sich an einem grünen Aufkleber am Bremsflüssigkeits-Ausgleichsbehälter erkennen. Unterm Strich stellt der TÜV dem Corsa aber ein ordentliches Zeugnis aus. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Kleinwagen oft stark beansprucht, aber wenig gepflegt werden.
 
Fazit: Der Corsa fährt sich erwachsen und hat auch bei der Qualität die Kinderkrankheiten der Vorgängergenerationen überwunden. Beim kleinen Opel ist die Auswahl so groß, dass wohl jeder ein passendes Exemplar findet. Die Preise starten unter 3.000 Euro. Wer ein Exemplar mit weniger als 100.000 Kilometern Laufleistung sucht, kann ab etwa 3.500 Euro fündig werden.

Fazit

Opel – der Zuverlässige, so hieß es vor Jahrzehnten in der Werbung. Dass die Qualität heute wieder stimmt, kann man am Abschneiden des Opel Corsa D in der Gebrauchtwagen-Statistik ablesen

Testwertung

4,5/5

Opel Corsa OPC - Trunkenbold
Autoplenum

Opel Corsa OPC - Trunkenbold

Mit dem Opel Corsa OPC lassen sich die Großen im Straßenverkehr schön ärgern und locker abhängen. Ein Talent, das den kleinen Rüsselsheimer leider allzu oft zur Tankstelle treibt.

"12,5 Liter Super Plus auf 100 Kilometern" leuchtet im Display des Durchschnittsverbrauchs nach rund 350, zugegebener Maßen recht flott gefahrenen Kilometern auf. Dass der von einem 45 Liter Treibstofftank gefütterte Verbraucher gerade einmal 1,6 Liter Hubraum aufweist, ist da schon fast wieder bemerkenswert. Die Rede ist vom Vierzylinder-Benzinmotor des neuen Opel Corsa OPC. Ja, Corsa, nicht Astra oder sonst irgendwas. Ein Giftzwerg mit 207 PS und einer maximal erreichbaren Höchstgeschwindigkeit von 230 Kilometern pro Stunde. Abgesehen vom kaum erreichbaren 7,5 Liter-Normverbrauch hält der kleine Rüsselsheimer jedoch alles, was sein Äußeres und auch sein Marketingteam versprechen. Er ist flott, spritzig, lässt sich super lenken und bricht einem nicht gleich das Rückgrat, wenn es mal ein wenig bumpy wird.

Letzteres trifft vor allem dann zu, wenn der Opel-Kunde bereit ist, neben dem Basispreis von 24.650 Euro mindestens noch 2.990 Euro für das OPC Performance Paket oben drauf zu legen. Denn dann verfügt der 6,8 Sekunden-Sprinter nicht nur über eine Brembo-Bremse, 18 Zoll-Räder und ein hervorragend agierende, mechanische Differenzialsperre, sondern über das Performance-Fahrwerk. Viele mögen jetzt glauben, dass genau dieses noch viel früher zu Rückenschmerzen führt, doch da irren sie. Das optionale Fahrwerk spricht beim Anfedern sanfter an, als sein Basispendant. Soll heißen, kleine Unebenheiten wie quer zur Fahrtrichtung verlaufende Rillen werden einfach weggebügelt. Geht es hingegen so richtig OPC-artgerecht zur Sache, sorgt das Fahrwerk für eine perfekte Voraussetzung für mächtig Spaß.

Und genau dieser geht richtig los, wird der hakelige zweite Gang im Beschleunigungsrausch gegen den dritten getauscht. Der Drehzahlmesser giert förmlich nach hohen Zahlen und sollte auch genau dort gehalten werden. Das gilt auch für das Herunterschalten, das sich am besten per Zwischengas ertragen lässt, werden in diesem Fall die Insassen nicht durch harte Drehzahl-Differenzen durchgeschüttelt. Ansonsten gibt es für die maximal vier Mitfahrer kaum Grund zum Meckern. Vor allem die beiden Vorn-Sitzer erfreuen sich der sehr gut Seitenhalt bietenden Sportsitze, die zudem auch in ihrer Höhe für bis zu zwei Meter große Personen keinerlei Probleme darstellen. Sollten zu den Insassen auch zwei auf einen Kindersitz angewiesene Kinder gehören, finden die auf der Isofix fähigen Rückbank ihre Plätze. Dabei sorgt das Design des Corsa für ein äußerst sicheres Grundgefühl. Das Problem an der Sache ist nur, dass mit diesem Gefühl auch eine mangelhafte Rundumsicht verbunden ist. Wen allein die Tatsache irritiert, die Motorhaube seines Fahrzeugs nicht sehen zu können, wird mit einem Corsa nicht glücklich, da gleichzeitig nahezu nichts hinter der C-Säule mehr zu erkennen ist. Der 450 Euro teure Parkpilot ist daher eigentlich keine Option mehr, sondern ein Muss.

Zu den schönsten Momenten hinter dem Steuer des 4,04 Meter langen Fronttrieblers gehört jedoch der Blick in den Rückspiegel. Und zwar genau dann, wenn der eben noch am Stoßfänger schnüffelnde Drängler das imaginäre Handtuch schmeißt und in plötzlich gewaltiger Entfernung auf die rechte Spur hinüberwechselt. Gleichzeitig wirkt der OPC-Schriftzug oberhalb der beiden fetten Endrohre aber auch wie ein Drängler-Magnet. Jeder scheint sich mit dem 1.293 Kilogramm schweren Zwerg messen zu wollen. Da spielt es bei einigen Verkehrsteilnehmer offensichtlich auch keine Rolle, wenn die ursprünglich angepeilte Ausfahrt im Tempowahn verpasst wird.

Worauf bei einer Fahrt im bis zu 280 Newtonmeter starken Rennsemmel geachtet werden sollte, ist die Reifenwahl. Auf Winterreifen ist der Spaßfaktor aufgrund der mangelhaften Traktion um glatt die Hälfte reduziert. Das führt soweit, dass sich für den Corsa OPC vielleicht sogar ein Saisonkennzeichen anbieten würde. Wer hingegen für ein paar Monate auf maximalen Grip und den dazugehörigen, benzinvernichtenden Fahrspaß verzichten kann, für den mausert sich der mit Spiegeln 1,94 Meter schmale Corsa zum echten Alltagsfreund. Drei Kästen Wasser finden im 280 Liter fassenden Kofferraum locker Platz. Ist mehr Platz von Nöten, werden die Rücksitze ruck zuck umgeklappt und bis zu 1.090 Liter Gepäck hineingewuchtet. Da wundert es kaum, dass nicht nur einmal unbekannte Herumstehende sich mit dem Satz nähern: "Is dat eine geile Karre!" Recht haben sie, auch wenn der Kleine so seine Marotten hat.

Testwertung

4,0/5

Neuer Opel Corsa 1.4T im Alltags-Test: Der kleine Bruder des OPC mit 150 PS
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Neuer Opel Corsa 1.4T im Alltags-Test: Der kleine Bruder des OPC mit 150 PS

Kleines Auto und potenter Motor: nicht soooo neu, hat aber nach wie vor großen Reiz. Vor allem, wenn man es der Fuhre nicht auf den ersten Blick ansieht, womit wir gleich beim ersten Vorteil des Corsa 1.4 Turbo gegenüber seinem großen Bruder, dem OPC sind.Der zweite findet sich in der Preisliste: Währende der stärkste Corsa mit 207 PS nach rund 25.000 Euro verlangt, reicht es bei der hier getesteten 150 PS-Version, rund 18.000 Euro zu überweisen. Was es dafür gibt?

Turbo-Motor im Opel Corsa - druckvoll und drehfreudig
Wenn der kleine Vierzylinder erwacht, tut er das nicht sonderlich protzig. Zurückhaltend beschreibt seinen Sound besser, was zum Auftritt passt, sich aber bei höheren Drehzahlen angenehm ändert. Apropos hohe Drehzahlen: Da sich die volle Leistung bei 5.800 Umdrehungen versammelt, liegt der Reiz dieser kleinen Fahrmaschine darin, jeden Gang voll zu nutzen. So, wie einst im Zeitalter der Sauger. Dank Turbo ist das Ausdrehen natürlich kein Muss, der Lader pusht das Drehmoment zwischen 3.000 und 4.500 Touren auf 220 Newtonmeter. Eine Anfahrschwäche muss nicht gefürchtet werden, der Kleine hat gleich von Anfang an ausreichend Bums. Für den Sprint 0 auf 100 braucht er deshalb auch keine 9 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 207 km/h.Wer den rechten Fuß sehr gut unter Kontrolle hat, fährt den rund 1280 Kilogramm schweren Corsa mit rund sechs Liter auf 100 Kilometer. Alle anderen liegen eher bei acht Liter.

Viel Leistung hilft hier ganz besonders
Und ob! Und vor allem: egal wo. Schnell durchs Stadtgewusel, kraftvoll beim Überholen auf der Landstraße und durchzugsstark auf der Autobahn – mit 150 PS ist der Corsa jederzeit hellwach und hängt hungrig am Gas. Passend dazu lassen sich seine sechs Gänge schnell einlegen, packen die Bremsen (vom OPC) sehr kraftvoll zu. Serienmäßig werden sie übrigens von 16 Zoll-Aluräder verpackt, ab 300 Euro Aufpreis gibt’s 17-Zöller. Als Zweitürer steht der Corsa schön sportlich da (für den Viertürer ist der Motor aktuell nicht zu haben), im Alltag stören jedoch seine vergleichsweise großen Türen, zum Beispiel in engen Parklücken. Zudem ist der Zugang zum Fond mühsam. Und: Die breiten C-Säulen schränken die Rundumsicht nach hinten ein (Park-Piepser hinten: 355 Euro).Lobenswert sind Verarbeitung und Dämmung, beide auf hohem Niveau. Auch der Kofferraum enttäuscht nicht: mit 285 Litern fasst der Corsa etwas mehr als beispielsweise ein VW Polo. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen stehen akzeptable 1090 Liter Gepäckraum zur Verfügung. Die Zuladung liegt bei rund 450 Kilogramm. Opel hat die Fahrwerksabstimmung bei diesem Corsa eher straff ausgelegt, damit liegt er in jeder schnell angegangenen Kurve wunderbar satt, informiert dafür aber etwas mitteilsam über Querfugen und Schlaglöcher.

Unser Fazit zum Opel Corsa 1.4T mit 150PS
Abgesehen vom sportlich straffen Fahrwerk ist dieser Corsa ein praktischer Gefährte (das Wort Kleinwagen will einem bei über vier Metern Länge nicht mehr über die Lippen kommen), dessen Reiz im Unscheinbaren liegt. Wer würde hier schon 150 Turbo-PS vermuten?Übermütiges Gezerre an der Vorderachse verkneift sich der Fronttriebler ebenso wie nerviges Gebrülle. Wer sich an das etwas unübersichtliche Heck des Zweitürers gewöhnt hat, bekommt ihn zügig eingeparkt. Verarbeitung, Raumgefühl, Kofferraum und Zuladung sind anständig. Der Preisvorteil gegenüber dem OPC ebenfalls.

Testwertung

4,0/5

Audi S1 gegen Mini JCW und Opel Corsa OPC: Kleine Sport-Rabauken im Rennstreckentest
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Audi S1 gegen Mini JCW und Opel Corsa OPC: Kleine Sport-Rabauken im Rennstreckentest

Knapp über 7.026 Kilometer wären dann doch eine etwas zu lange Strecke. Dann eben mal wieder Hockenheimring statt Indianapolis Speedway, wenngleich das traditionelle Kommando zum Indy-500-Rennen jetzt gut passen würde: "Gentlemen, start your engines!" Denn das geschieht auf ganz unterschiedliche Art und Weise: Im Audi S1 muss dazu ein Alu-Startknopf gedrückt werden, der sich schüchtern hinterm Lenkrad versteckt. Der Mini dagegen feiert sich mit einem roten Kippschalter tief unterhalb der Klimabedienung mal wieder als Charakterdarsteller. Und der Opel? Hey, der Corsa OPC verlangt nach dem klassischen Zündschlüssel, so richtig, mit einer halben Umdrehung im passenden Zündschloss – wir hatten es fast vergessen. Ob das vielleicht ein erster Hinweis auf den günstigen Einstiegspreis ist? Für 25.400 Euro rückt Opel den 207PS starken Corsa raus, mal eben 6.350 Euro weniger als beim Mini, der mit 31.750 Euro sogar den Audi S1 überbietet, was allerdings an der aktuellen Zwangskopplung mit Automatikgetriebe liegt. Audi und Mini holen zudem mit jeweils 231PS rund zehn Prozent mehr Leistung aus ihren Triebwerken.Kein Wunder, schließlich stecken jeweils Zweiliter-Aggregate im Bug, während der Opel Corsa OPC mit 1,6 Litern Hubraum auskommen muss – was ihm einigermaßen egal zu sein scheint. Zornig reißt der Direkteinspritzer an, müht sich kaum mit dem knapp 1,3 Tonnen schweren Zweitürer, beschleunigt ihn in 7,3 Sekunden auf 100km/h, bis 200km/h vergehen aus dem Stand 35,2 Sekunden. Okay, die Werksangabe schafft er damit nicht ganz, ein bisschen wetterfühlig scheint der Motor zu sein, doch dazu später mehr. Schon früh packt das Aggregat zu, obwohl das maximale Drehmoment von 245 Newtonmetern (280Nm im Overboost) erst bei vergleichsweise späten 1.900 Umdrehungen anliegt. Kein Turbo-Genickschlag also? Nein, nicht wirklich, wenngleich ab 2.000/min der Schub spürbar ansteigt. Erst ab 5.500/min, dann, wenn der Klang endgültig vom Banalen ins leicht Dröhnige kippt, lässt sein Elan etwas nach – oder früher, wenn draußen die Luft flimmert. Als der Opel bei 27 Grad Außentemperatur über den Kleinen Kurs in Hockenheim hetzt, schickt sein mit 8,8 : 1 verdichtetes Triebwerk beim Hochschalten vom dritten in den vierten Gang einen erheblichen Teil der Pferdestärken in die Sommerfrische, der Druck bricht fast zusammen.

Opel Corsa OPC: Neutral mit leichten Traktionsschwächen
Bei den Standardmessungen an einem kühleren Tag trat dieses Phänomen nicht auf. Daher darf sich der Corsa OPC gerne für seine Rundenzeit von 1.20,4 Minuten guten Gewissens selbst auf den Spoiler klopfen, zumal ihn sein Hersteller ohne das optionale Performance- Paket zum Test schickt – und darin steckt das Heilmittel gegen akute Traktionsschwäche: ein mechanisches Sperrdifferenzial. Und ja, es fehlt ihm, obwohl die optionalen 18-Zoll- Räder montiert sind. Vorsicht also, diese Konfiguration lässt keinen digitalen Fahrstil zu, eins-null, an-aus, das klappt nicht, dann verraucht zu viel Leistung. Mit einer ordentlichen Schicht Gefühl unter der rechten Schuhsohle findet sich aber bald eine passende Linie, zumal die Abstimmung zeigt, dass in der OPC-Truppe um Volker Strycek sehr talentierte Fahrwerker arbeiten. Der Corsa biegt sich mit seinem neutralen Eigenlenkverhalten beinahe jeden Kurvenradius zurecht, jammert nur selten das Klagelied des Untersteuerns, fegt sehr agil über die Rennstrecken, aber auch durch den Slalom. Das Stabilitätsprogramm hat dabei Pause, wenngleich hier noch mal erwähnt werden muss, liebe Opelaner, dass es eigentlich keinen Unterschied zwischen "deaktiviert" (leuchtet bei hochgesetzter Regelschwelle auf ) und "ausgeschaltet" (dann ist die Elektronik wirklich aus) gibt. Ein bisschen verwirrt auch die Größe des Corsa, denn mit einer Länge von 4,04 Metern übertrifft er seine beiden Konkurrenten um 6 (Audi) und 16 Zentimeter (Mini). Zudem fällt seine Sitzposition trotz der filigranen und sensationell stützenden Recaro-Schalen zu hoch aus.Allerdings kommt das Duo aus Fahrwerks- und Lenkungsabstimmung praktisch nie aus dem Takt, hilft immer mit sehr guter Rückmeldung. Damit wetzt der Opel Corsa OPC mit demselben Feuer durch Kurven wie Kinder durch Spielwarenläden. Nur das Versprechen vom guten Komfort durch die mit speziellen Ventilen ausgerüsteten, sozusagen mechanischadaptiven Dämpfer hält der Opel nicht.

Mini JCW kann nun auch beim Komfort punkten
Das hat der Mini JCW mit seinen elektronisch geregelten Dämpfern, die zwei Kennlinien einprogrammiert bekamen, definitiv besser drauf. Dazu kommt die fein abgestimmte Sechsstufenautomatik, ein vielfältiges Infotainment-Angebot obendrein – stopp! Ja, es stimmt schon, es geht hier um die Mutter aller Frontantriebs-Berserker der Unter-vier-Meter- Klasse, das britische Rumpelstilzchen auf vier Rädern, den auspuffsprotzelnden und lastwechselnden Wüterich der Mini-Familie.Zunächst, so scheint es, sind bei ihm die fetten Jahre nicht vorbei, nein, sie fangen gerade erst an – allerdings nur so lange, bis der Mini JCW in die erste Kurve einbiegt. Ach was, eigentlich rückt bereits das erste Probesitzen das Weltbild wieder gerade und zertrümmert nicht in bester Loriot-Tradition die gesamte Zimmereinrichtung. Nur im Mini bleibt am wenigsten Platz zwischen dem Allerwertesten und dem Asphalt. Nur der Mini schalt seinen Fahrer beinahe wie ein Rennwagen ein. Und nur der Mini reicht das Lenkrad wie zu einem kumpelhaften Handschlag.Los jetzt, auf geht's, wo rockt das Leben jenseits der Geraden? Halt, stopp, bleiben wir doch erst einmal auf selbiger, spulen das Standard- Messprogramm ab. Wenn schon unbedingt ein Wandlerautomat sein muss, dann könnte der ja wenigstens zu besten Sprintwerten verhelfen, oder? Ja, nun – nein. Erstens fehlt eine wirksame Launch Control (es gibt nur eine für die Show an der Ampel) und zweitens eine angetriebene Hinterachse, damit der JCW dem S1 den Bürzel langziehen könnte. So vergehen 6,5 Sekunden für den Sprint auf 100km/h, und bei der Elastizität darf der Mini dem Audi ebenfalls nur traurig nachwinken. Immerhin hängt der Brite seinen Vorgänger ab, obwohl er rund 100 Kilo mehr wiegt (hoppala!).

Upsizing geht beim JCW auf das Gewicht
Wie das geht? Es liegt am Upsizing – so nennen wir den Hubraumzuwachs von 1,6 auf 2,0 Liter jetzt einfach mal – und das damit verbundene Leistungsplus. 231PS und 320Nm prustet der Vierzylinder aus den Brennräumen mit Direkteinspritzung, spricht nochmals gieriger an als das Opel-Aggregat, geht aber gerne schon mal etwas früher nach Hause, dann, wenn der Audi sich noch mal auf dem Drehzahlspielplatz austoben will. Seltsam, wo doch der eine oder andere konstruktiv verwandte BMW-Turbo-Vierzylinder locker über 6.000/min jubelt. Wie auch immer, wegen Leistungsmangels wird sich kein JCWPilot abends in den Schlaf weinen müssen. Vielleicht eher wegen des Klanges, der mit seinen betonten, sauberen Bässen künstlich erscheint, das Auspuffploppen noch definierter als beim Vorgänger. Dennoch reißt der Sound weit mehr mit als der banale des Corsa.Und das Fahrverhalten? Auf jeden Fall! Obwohl… Von vorne: Mit der Gier eines Investmentbankers biegt der Mini JCW ab, seine Lenkung arbeitet geradezu spitz, so spitz, dass der erste Einlenkpunkt mal eben zehn Meter zu früh gesetzt wird. Irre, wie der JCW den Lenkbefehlen folgt, frech, trocken, kommentarlos. Hinsichtlich Rückmeldung und Präzision kann sich die Lenkung jedoch nicht über die des Corsa erheben, der letztlich nur aus der Mittellage heraus etwas konservativer agiert. Daran liegt es also nicht, dass der Mini mit 1.18,5 Minuten die schnellste Zeit auf dem Kleinen Kurs einfährt. Woran dann? Die Leistung alleine könnte noch den Vorsprung gegenüber dem Opel erklären – nicht jedoch gegenüber dem Audi.

Audi S1 trotz Allradantrieb langsamer als der Mini
Der Audi S1 benötigt übrigens trotz Allradantrieb 1.18,8 Minuten, doch ihm schadet das zusätzliche Gewicht im Vergleich zum Mini viel mehr, als dass ihm der Traktionsvorteil etwas brächte. Denn auch der JCW baut genügend Grip auf, um flott aus den engen Ecken herauszukommen. Zudem kommt er einfach präziser dorthinein, weil sich die Hinterachse gerne mal zur Mitarbeit überreden lässt – und zwar gut dosierbar. Bemerkenswert: Bei schnellen Richtungswechseln, also im Slalom etwa, keilt der Brite fies aus, verliert jegliche Beherrschung, fordert eine extrem zurückhaltende Fahrweise. Bleibt nach dem Abbiegen der Lenkeinschlag dagegen erhalten, hilft es durchaus, ein wenig länger die Bremse zu bemühen. Dann eben schwingt das Heck leicht mit, der Mini steht früher gerade, kommt also schnell wieder aus dem Eck heraus. Eine mechanische Sperre will Mini seinen Kunden nicht zumuten, eine elektronisch simulierte dagegen schon, was leidlich funktioniert – zumindest bleibt die damit verbundene erhöhte Beanspruchung der Bremse ohne Auswirkung auf die Verzögerungsleistung.Er fährt also heiter, der Mini JCW, wenngleich weniger dramatisch als der Vorgänger, jedoch schneller als seine Konkurrenten. Ach ja, liebe Marketing-Menschen: "Maximales Gokart- Feeling", so wie es die Anzeige im riesigen Zentraldisplay bei Aktivierung des Sport-Modus verspricht, bietet nur ein Fahrzeug: ein Gokart. Sonst keines. Auch wenn der JCW zum Agilsten zählt, was in diesem Segment herumfährt. Oder ist er sogar der Agilste seiner Klasse? Zumindest sprechen die relevanten Messwerte dafür, selbst der Audi kann nicht mithalten. Dabei lockt der S1 mit seinem herrlichen TFSI-Motor. Der Vierzylinder entwickelt ein geradezu unerhörtes Drehmoment von 370 Newtonmetern, geht dementsprechend breitschultrig an die Arbeit, als säßen die vier Zylinder beim Profi-Schafkopfen am Stammtisch – hier geht es sofort zur Sache, Partie folgt auf Partie. Und wer nun einen typischen, drehfaulen Turbomotor erwartet, wird sich nach einem Ausritt mit dem Audi S1 in den Staub werfen. Mit bis zu 6.800 Umdrehungen wütet das Aggregat, klingt übrigens kernig-authentisch, nicht hohl oder schepprig, sondern voll und ein bisschen rau.Dabei nutzt Audi ebenfalls ein paar Tricks, verstärkt das Ansauggeräusch per Aktuator und nutzt eine Klappensteuerung in der Abgasanlage. Apropos: Die vier Endrohre wirken ein bisschen überschminkt, die Hälfte hätte auch gereicht – hat aber nichts mit den Punkten zu tun. Die zu hohe Sitzposition sowie die zu klein dimensionierten und vergleichsweise weich gepolsterten Sitze ebenfalls nicht, sie verhageln aber das Fahrerlebnis. Dafür passt vor allem im Vergleich zum albern-verspielten Mini die Ergonomie.

Fahrwerksabstimmung beim S1: Alles außer langweilig
Und die Fahrwerksabstimmung? Alles außer langweilig. Ein bisschen mehr Aufbaubewegung als Mini und Opel lässt der S1 zwar zu, nicht genug allerdings, dass es stören könnte. Sehr auffällig dagegen: So aufgeschlossen, wie sich der Audi Lastwechselreaktionen gegenüber zeigt, reagieren höchstens südamerikanische Beamte auf finanzielle Zuwendungen. Wer es drauf anlegt, feuert den S1 dramatisch quer in Kurven, stabilisiert ihn dann wieder mit einer ordentlichen Portion Gas, der schnell reagierende Allradantrieb richtet es dann schon. Das wäre also die herkömmliche Methode, mögliches Untersteuern zu unterbinden. Die andere heißt Elektronik.Eine Unterfunktion des Stabilitätsprogramms bremst die kurveninneren Räder ab, um einen Drehimpuls zu generieren. Bei anderen Audi-Modellen führte das zu erhöhtem Bremsenverschleiß, der S1 hingegen blieb unauffällig. Auch die zuletzt beim RS 3 monierte ABS-Abstimmung passt besser, wenngleich der Bremspunkt dem Mini und dem Opel spielerischer vor die Frontschürze fällt. Ihre Bremsen lassen sich exakter dosieren. Wirklich warm wird der Audi S1 also nicht mit der Rennstrecke, zumindest subjektiv, denn objektiv bleibt die Differenz zum Mini überschaubar. In der einen oder anderen Ecke arbeitet der Audi einfach ein bisschen nachlässiger, erscheint kompromissbereiter als der Mini. Erst wenn die große Sprinkleranlage von der überirdischen Rennleitung aufgedreht wird, setzt sich der S1 ab, verkraftet viel früher Gas, holt sich so Zehntelsekunde um Zehntelsekunde. Jetzt schrumpft das automobile Universum auf 3,98 Meter, eifrig ploppt der kurze Schaltstock mit dem hübschen Alu-Knauf durch die sechs Gassen, erheblich leichtgängiger als der des Opel übrigens. Selbst die Lenkung – nicht unbedingt eine Audi-Spezialität – unterstützt mit guter Kommunikation die ambitionierte Ausfahrt. Wenn nun noch die Leistung auf Nässe in die Bewertung einfließen würde …Das ist nicht der Fall, enttäuscht rollt der Audi S1 aus, verpasst knapp den Sieg, Mini JCW und Opel Corsa OPC kühlen bereits knisternd ab. Sicher, es hätte der Ausfahrt mehr Dramatik verliehen, hätte das Kommando "Gentlemen, start your engines!" aus den Lautsprechern geschnarrt, bevor der Startknopf des Audi gedrückt, der Kippschalter des Mini bewegt und der Zündschlüssel des Opel im Schloss gedreht worden wären. Obwohl – hätte es das wirklich?

Testwertung

4,0/5


automobilmagazin

Opel Corsa 1.4 Turbo Test: Preiswert

Die Opel hassenden Ford-Fahrer und die Opel fahrenden Ford-Hasser existierten früher wirklich. Heute ist alles anders, wie der Test des neuen Opel Corsa mit dem 100 PS starken 1,4 Liter-Turbomotor unter der Haube zeigt – Test Opel Corsa 1.4 Turbo ecoFLEX Innovation.

Schon auf den ersten Kilometern nach dem Start rückt der neue Opel Corsa die Welt zurecht, indem er erste Pluspunkte sammelt. Die leichtgängige Lenkung, der kommode Vordersitz und der 1,4 Liter-Turbomotor, von dem man nicht viel hört. Früher baute Opel solide Motoren, heute bessere. Trotzdem bleibt der neue Corsa, der mit dynamischerer Front, dem Hüftknick und breiter wirkendem Heck weiter macht, der brave Corsa, der von Herzen kein Adam sein will. Im Prinzip sieht das ähnlich aus wie bei Fiat. Der Fiat 500 ist subjektiv der Süßere, der Fiat Panda objektiv der Praktischere. Im Süßen wird es hinten eng, im Praktischen lässt sich gut auf der Rückbank Platz nehmen. Im Praktischen ist der Kofferraum noch gut zu nutzen, im anderen nur der verbleibende Rest. Kurzum: Der neue Opel Corsa ist kein auf den smarten Auftritt schielender Beau, sondern ein eher alltagsorientierter Typ.

Der Corsa steht 1,95 Meter
Kleinwagen sein heißt nicht klein sein. Der Kopfraum reicht lang, bis die Haarspitzen unterhalb des 1,48 Meter hohen Karosserieaufbaus den Dachhimmel touchieren. Tauscht ein 1,95 Meter hoher Langbeiner von vorne nach hinten, bleibt im Fond noch etwas Luft vor den Knien. Die Sitzposition auf der Rückbank ist aufrecht – gut fürs Kreuz, gut für die Platzökonomie. Die Kopfstützen fahren hoch genug aus. Wie jeder Kleinwagen ist der Corsa mit 1,47 Meter Breite, auf der mit drei Personen besetzten Rücksitzbank gut spürbar, ein besserer Vier- als Fünfsitzer. Die Kurbeln der hoch angesetzten, schmalen Fenster erinnern im Corsa Fünftürer an alte Zeiten. Funktional ist gegen Fensterkurbeln jedoch nichts einzuwenden – im Gegenteil: Ein bisschen Bewegung tut nur gut.

Klavierlackoptik um Monitor und Schalthebel, Hochglanzapplikationen in der Beplankung des Armaturenbretts und die pflasterartig abgesteppten Stoffbezüge im Innovation, das war´s dann schon beinahe mit der Emotion. Gegen die Verarbeitung des Rüsselsheimers ist bis auf das seltene Einknicken bei der Materialqualität – Beispiel: Dachhimmel – nichts einzuwenden. Funktion und klare Bedienung – Opel hat sichtbar gelernt – haben Vorfahrt. Klassische Rundinstrumente sorgen genauso für Klarheit wie die relativ grazilen C-Säulen, die das schmale Heckfenster blicktechnisch entschärfen. Und in den Details setzen sich die praxisnahen Lösungen fort. Die eingearbeiteten Daumenstützen am schicken Lederlenkrad liegen gut. Die tiefe Ablage vor dem Schalthebel kommt im richtigen Leben genauso gut wie das große Handschuhfach. Das Getränkehalterduo, das fast in der Innenraummitte sitzt, lässt sich von vorne wie von hinten gleich nutzen: sehr gut. Von der Neigungsverstellung der Vordersitze, die wenig Platz zwischen Einstellrad und B-Säule für die Finger lässt, kann man das nicht behaupten. Und von den Verstauoptionen für große Wasserflaschen ebenso wenig, denn deren Zuhause bleibt weiterhin der Beifahrerfußraum, indem sie landen und herumkullern. Auch eine leichtgewichtige Tasche landet dort, weil die Anschnallerkennung am Beifahrersitz arg sensibel anschlägt.

Der Referenz-Kinderwagen (Recaro Babyzen) passt gerade so in den Kofferraum. Aber immerhin liegend und ohne die Rückbank zu Hälfte flach legen zu müssen – wie im Adam, der dadurch zum Dreisitzer wird. Angesichts von 4,02 Meter Länge steht ein durchschnittliches Volumen von 285 Liter zur Verfügung, das mit dem Herunterklappen der Rücksitze auf 1.120 Liter erweitert werden kann. Positiv fällt im Kofferraum der doppelte Ladeboden und das sich daraus ergebende große Fach im Kofferraumboden auf. Eigenartig im Test war, dass die Heckklappe auffällig oft nicht voll ins Schloss fiel. Sie benötigt offensichtlich etwas mehr Schwung – den der Motor abliefert.

Motorraum: überdurchschnittliche 100 PS
Das Start-Stop-System, das sich im Test dreimal verhaspelt, lässt sich über die "eco"-Taste rechts unterhalb des Lenkrads abstellen. Die gelungene Abstimmung des 1,4 Liter-Turbomotors verrät schon die bündige Kraftverteilung: Das maximale Drehmoment von 200 Newtonmeter steht dank Aufladung zwischen 1.850 und 3.500 U/min zur Verfügung, woran sich die maximale Leistung unmittelbar zwischen 3.500 und 6.000 U/min anschließt. Der harmonisch abgestimmte Turbomotor bedarf daher keiner hohen Drehzahlen und heftet sich gut ans Gas. Und das Performen sonst so? Mit 160 km/h cruist man im Corsa 1.4 Turbo, der maximal 185 km/h läuft und den Standardsprint in 11 Sekunden absolviert, locker über die Autobahn. Und das Ganze bequem.

Auch mit 2,51 Meter zwischen den Radschrauben reist man recht bequem. Auch dank der „55“. Der Anti-Niederquerschnitt 195/55 R16 wirkt dank reichlich Gummiauflage Komfort verbessernd. Die leichte Unsensibilität der Lenkung, die im City-Modus superleichtgängig rotiert, darf man einem gut im Alltag stehenden Kleinwagen ebenso wenig vorwerfen wie den näher liegenden Grenzbereich, indem die Gummis erst hell aufzustöhnen beginnen, bis sie über die Vorderachse schiebend transparent in die Haftreibung hinübergleiten.

Den Preis wert
Der Verbrauch landet im Zielkorridor. 7,0 l /100 km, das geht in Ordnung. Noch mehr der Preis. Spart man sich den höchsten Ausstattungslevel Innovation für 16.700 Euro, zu dem Sinnvolles wie Tempomat, höhenverstellbarer Beifahrersitz, zweifacher Kofferraumboden und Bi-Xenon-Scheinwerfer gehören, sitzt man für faire 13.800 Euro im Corsa 1.4 Turbo ecoFLEX – preiswert im wahrsten Sinne des Wortes. (Lothar Erfert)

Testwertung

4,5/5

Opel Corsa – Ganz der Alte
redaktion

Opel Corsa – Ganz der Alte

An der Spitze der Kleinwagenbewegung von Opel steht nach wie vor der Corsa. Das Modell wurde zwar letztes Jahr umfassend renoviert, an seinen Grundwerten hat Opel jedoch nichts geändert – zum Glück.

Gewohnte Optik
Egal, ob als Drei- oder Fünftürer, so richtig wild werden sich die Köpfe nicht umdrehen, wenn der jüngste Opel vorbeirollt. Dabei haben die Designer eigentlich alles richtig gemacht. Das Gesicht entspricht dem des Erfolgswagens Adam, wenngleich auch mit geänderter Lichtgrafik, die bei Bedarf sogar mit Bi-Xenon-Scheinwerfer glänzen kann. Die kurzen Überhänge kennt man vom Vorgängermodell und, dass der Opel Corsa nun über eine dieser kecken Seitenlinienknicke verfügt, ist zwar modisch, aber sicher nicht kaufentscheidend. Dazu kommt beim Dreitürer die schon bei anderen Opel Modellen bekannte stark abfallende C-Säule, die es für den Fahrer nahezu unmöglich macht, einen Blick nach schräg hinten zu riskieren. Das geht beim Fünftürer naturgemäß besser, aber auch er lässt sich einfacher parken, wenn der Parkpiepser an Bord ist. Noch besser gelingt das Manöver natürlich, wenn der Parkautomat aktiviert ist, der sowohl Längs- als auch Querparken beherrscht. Soweit so gut, doch man fragt sich, warum Opel es versäumt hat, einem Stadt- und Einkaufswagen so etwas Sinnvolles wie seitliche Rammleisten mit auf den Weg zu geben. So dürften die Flanken des Corsa bald hässliche Dellen der Nachbarparker aufweisen. Schade.

Egal, ob als Drei- oder Fünftürer, so richtig wild werden sich die Köpfe nicht umdrehen, wenn der jüngste Opel vorbeirollt.

Interieur nach Art des Hauses
Auch im Innenraum des neuen Corsa kommt einem vieles bekannt vor. Das Kombiinstrument ist neu aber nicht revolutionär gestaltet und auch in Sachen Bedienung verlässt sich Opel auf Bewährtes. Alles ist da, wo man es vermutet, lässt sich logisch bedienen und macht auch qualitativ einen guten Eindruck. Hinzu kommt, dass der Corsa bei Bedarf zum Luxusliner wird. Klimaautomatik, Lenkradheizung und zahlreiche, in dieser Klasse bislang eher unübliche, Assistenzsysteme lassen sich gegen Aufpreis ordern. Highlights gefällig? Verkehrsschildassistent, Spurassistent oder Frontkollisionswarner sind im Paket für 700 Euro dabei. Ob es die Kunden in diesem Segment danken? Man wird sehen. Was sicher unangenehm aufstoßen wird, ist das Gestühl des Corsa. Es bietet zwar sieben unterschiedliche Designs, kann aber mit seiner kurzen Sitzfläche der Vordersitze und der umklappbaren Rückbank, bei der eine Stufe im Laderaum zurückbleibt, nicht vollständig überzeugen. Die verschwindet aber immerhin, wenn man für 75 Euro den variablen Gepäckraumboden dazubestellt.

Bei der umklappbaren Rückbank bleibt eine Stufe im Laderaum zurück.

Kennen wir uns?
Das Hauptthema des Corsa ist, analog zum hippen Adam, die Verbindung mit dem Handy seines Besitzers. Das Radio IntelliLink ist Dreh- und Angelpunkt der Spielereien und wer mag, kann im Corsa im Stand Videos schauen, oder aber das Autotelefon per Sprachsteuerung bedienen. Natürlich beinhaltet das System auch eine Navigation und ein Radio, das bei Bedarf um digitalen Radioempfang DAB ergänzt werden kann. Doch das Bessere ist des Guten Feind. Und im direkten Vergleich fällt auf, dass die aktuellste Lösung aus dem Opel Karl deutlich smarter zu bedienen ist. Opel kennt den Einwand und stellt in Aussicht, auch im Corsa demnächst das neue System einzuführen. Doch egal, ob alt oder neu, die Fülle an technischen Möglichkeiten im Kleinwagensegment verblüfft dann doch. Bedient wird das ganze Zauberwerk über einen zentralen Touch-Bildschirm, an dem nur seine etwas billig wirkende Einfassung mit Folientasten stört. Gegen solche Innovationen mutet die Option „Organizer für Stift und Zettel“ für 20 Euro fast wie ein lustiger Anachronismus an. Ach ja, einen Stifthalter gab es beim Corsa A aus dem Jahr 1982 übrigens umsonst. Und falls Sie diese Aufpreispolitik zum Weinen finden, gibt es für weitere 20 Euro einen Organizer für Taschentücher.

Das Hauptthema des Corsa ist, analog zum hippen Adam, die Verbindung mit dem Handy seines Besitzers.

Endlich frische Motoren
Soweit so gut möchte man sagen, der Opel Corsa ist etwas moderner, sieht etwas frischer aus, aber rechtfertigt das, von einem neuen Modell zu sprechen? Ja, denn unter dem Blech ist auch alles neu und das merkt man sofort. Opel hat es endlich verstanden, neue Motoren zu entwickeln, die den Anschluss an die Konkurrenz schaffen. Statt lahmer und lärmiger Aggregate übernehmen nun neue Drei- und Vierzylinderantriebe den Vortrieb. Besonders flott und sparsam geht es im Dreizylinder-Turbo voran. Fast ohne das typische Geschnatter eines halbierten Sechszylinder zieht der mit 90 und 115 PS erhältliche Corsa 1.0 seine Bahnen, durchaus dynamisch und Fahrspaß fördernd. Dazu gibt es ein knackig zu schaltendes Sechsgang-Getriebe mit gelungener Abstimmung, sowie ein Fahrwerk, was in der Sportvariante weder polterig noch hoppsig wirkt. Damit durcheilt der Corsa mit fast schon Sportwagen mäßiger Performance auch enge Kurven. Gut, dass die Opelaner auch die elektrische Lenkung nachgewürzt haben. Die ist nämlich weder zu leichtgängig noch lässt sie im Normalbetrieb irgendwelche Rückschlüsse auf die gerade waltenden Antriebskräfte zu. Neben dem 1.0 ist der Corsa auch mit einem reichlich kastriert wirkenden 100 PS starken 1,4 Liter Motor zu bekommen. Eine eher schlechte Wahl, denn das erhoffte „Mehr“ an Durchzugskraft will sich nicht so recht einstellen und der Motor wirkt lange nicht so leichtfüßig wie sein Kumpan mit drei Zylindern. Wenn schon Vierzylinder, dann doch lieber gleich den 207 PS starken OPC Dampfhammer nehmen. Mit dem Turbomotor im Bug und den Rennstrecken erprobten Sitzen sowie dem komplett neu abgestimmten Fahrwerk wird der Corsa dann zum echten Sportgerät, wenngleich auch nur für die, die 24.395 Euro auszugeben bereit sind.

Preislich fast Premium
Womit wir auch bereits beim lustigen Preispoker sind. Denn, auch wenn Opel zunächst einmal so tut, als sei man der günstigere deutsche Kleinwagenanbieter, abgerechnet wird zum Schluss. Und da haben die Rüsselsheimer angesichts eher dürftiger Margen in diesem Segment nun einmal auch nichts zu verschenken. So kostet die empfehlenswerte Corsa Version mit dem 115 PS Motor stolze 16.390 Euro. Weiter unten lockt zwar der Basis Corsa für „nur“ 11.980 Euro, allerdings in der kargen Version „Selection“, bei der selbst die Klimaanlage extra berechnet wird, und es auch sonst so ausschaut, als wäre der Konkursverwalter bereits mehrfach Gast im Innenraum gewesen. Dann schlägt die Stunde der prallen Preisliste und Schwupp di Wupp endet der Kunde bei deutlich über 15.000 Euro. Ein Umstand, der der Option „Taschentuch Organizer“ eine ganz neue Bedeutung zumisst.

Aus dem einstigen Zweitwagen für Mutti ist ein vollwertiges Erstauto mit modernster Technik geworden.

Fazit
Der Corsa ist rundum neu und gut – Operation gelungen, Patient tot, denn aus dem einstigen Zweitwagen für Mutti ist ein vollwertiges Erstauto mit modernster Technik geworden. Ein Rolls Royce für Hausfrauen sozusagen. Ob das so gut ankommt, wird sich zeigen, denn bislang war es vielfach so, dass aus Budgetgründen nur die Basisversion in der billigsten Ausstattung die Gnade vor dem heimischen Haushaltsausschuss fand. Und dann nutzt Opel es wenig, einen der modernsten Kleinwagen der Welt zu bauen, denn richtig verdient wird mit den Extras.

Technische Daten Opel Corsa 1.0

Länge/Breite/Höhe: 4.02/1,94/1,49 m
Radstand: 2,51 m
Wendekreis:  10,6 m
Leergewicht: ab 1.199 kg (5-tg)
Zuladung: 466 kg
Anhängelast (gebr./12 %): 1.200 kg
Kofferraumvolumen: 285 - 1.090 l
Tankinhalt: 45 l

Benziner 1,0 Ecotec

1,0: Leistung: 85 kw/115 PS, max. Drehmoment 170 Nm bei 1.800-4.500/min, 0–100 km/h in 10,3 s, Spitze 195 km/h; Testverbrauch 5,0l S/100 km, CO2-Ausstoß (Werksangabe) 117-115 g/km; ab € 16.390,- .

Testwertung

4,0/5

Opel Corsa B im Portrait: Der kleine Rüsselsheimer Frauenheld
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Opel Corsa B im Portrait: Der kleine Rüsselsheimer Frauenheld

Seine moderne Silhouette wirkt wie ein im Bergbach glattgeschliffener Kieselstein. Der Corsa hat rein äußerlich alle Vorzüge, um ein Frauenheld zu sein. Und dann noch dieser niedliche Kulleraugen- Look, den der japanische Opel-Designer Hideo Kodama dem in Eisenach und Saragossa gebauten Blitz-Mini verpasste.

Opel Corsa B mit dem Ruf des Frauenautos
Der erzielte Niedlichkeitsfaktor in Verbindung mit dem jugendlichen Body stempelte den Corsa zum Frauenauto: Rund zwei Drittel der insgesamt 3,5 Millionen Corsa-B-Kunden waren weiblich. Das lag allerdings auch an den inneren Werten. Im Vergleichstest punktete der Corsa gegen die internationalen Mitbewerber vor allem in der Disziplin Komfort. Der Innenraum ist geräumig und funktionell, der Kofferraum fällt mit 280 Litern Fassungsvermögen bei voller Sitzanzahl und bis zu 640 Litern bei vollständig umgelegter Rücksitzbank verhältnismäßig groß aus.

Fahrbereite Corsa B bereits ab 300 Euro
Dazu nutzten die Innenraumgestalter den Platz unter den bequemen Vordersitzen mit zwei Schubladen für weitere Verstaumöglichkeiten. Im Verbrauch ist der Corsa genügsam: Die sparsame 1,2- Liter-Version mit 45PS lässt sich mit rund 4,5 Litern auf Landstraßen und 7,7 Litern im Stadtverkehr bewegen. Ab 1997 gab es einen sparsameren Dreizylinder-Motor mit einem Liter Hubraum und 55PS, der für Fahrten im Stadtverkehr oder auf Kurzstrecken ausreicht. Fahrbereite Corsa B mit einem Jahr TÜV sind als Youngtimer bereits ab etwa 300 Euro zu bekommen.

Testwertung

3,5/5

Über Opel Corsa

Opel Corsa

Der Opel Corsa gehört zu den bekanntesten Kleinwagen in Deutschland. Der Erfolg nach der ersten Einführung des Wagens übertraf alle Erwartungen. Informationen zu den Details, mit denen er heute noch überzeugt, erhältst Du in den Erfahrungsberichten. Bereits nach zwei Monaten wurde der Opel Corsa rund 150.000 Mal verkauft. Neben guten statistischen Daten verbuchte er positive Bewertungen bei Testberichten und erhielt zahlreiche Automobil-Auszeichnungen. In den Bildern und Videos erkennst Du, wie der kleine Corsa wuchs und seit der vierten Generation an der Grenze zum Kompaktwagen kratzt. Ihn gibt es als Drei- und Fünftürer, außerdem sind zahlreiche Sondermodelle erhältlich. Ziehe unsere Kaufberatungen für einen Check der Kosten heran und schreibe einen Fahrbericht, wenn Du den Corsa kennst.