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Opel Karl Rocks - Kleiner Aufpreis für SUV-Optik
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Kleiner Aufpreis für SUV-Optik Opel Karl Rocks

Zum Basispreis von 12.600 Euro bietet Opel nun den Kleinstwagen Karl als höher gelegte „Rocks“-Variante im Offroad-Look an. Neben Stoßfängern und Radkasten-Planken im SUV-Stil zählen unter anderem Klimaanlage und Berganfahr-Assistent zur Ausstattung des Fünftürers, Allradantrieb ist nicht zu haben. Als Motor kommt ein 1,0-Liter-Dreizylinder mit 55 kW/75 PS zum Einsatz, den es außer als reinen Benziner auch in einer Flüssiggasvariante gibt. Für die Kraftübertragung stehen eine manuelle Fünfgangschaltung und ein automatisiertes Fünfganggetriebe zur Wahl.

Der Aufpreis für den Karl „Rocks“ gegenüber dem vergleichbar ausgestatteten Karl „Active“ beträgt 610 Euro. Top-Modell bleibt der Karl „Innovation“ für 13.155 Euro, der zusätzlich unter anderem über den Online-Butler On Star und Klimaautomatik verfügt. Wichtigster Konkurrent für den Crossover-Kleinstwagen ist der VW Cross Up für 14.000 Euro.

Der Opel Karl ist eher ein nüchterner Vertreter der Kleinstwagenklasse. Eine neue Ausstattungsvariante sorgt nun für etwas mehr Pep.

Fazit

Der Opel Karl ist eher ein nüchterner Vertreter der Kleinstwagenklasse. Eine neue Ausstattungsvariante sorgt nun für etwas mehr Pep.
SUV-Boom hält unvermindert an - Harte Jungs
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SUV-Boom hält unvermindert an - Harte Jungs

Beim Pariser Automobilsalon 2016 strahlen die SUVs wieder mehr denn je im grellen im Scheinwerferlicht. Ein Ende des Geländewagen-Booms ist nicht abzusehen.

"Elektromobilität, schön und gut. Aber wir müssen auch jetzt Autos verkaufen." Der Manager eines Automobil-Herstellers macht aus seinen Prioritäten keinen Hehl. Während die Stromer erst langsam an Fahrt gewinnen und voraussichtlich erst gegen Ende des Jahrzehnts so richtig durchstarten, gieren die Autofahrer nach einem SUV. Da der Kunde mehr König denn je ist, kommen die Hersteller diesem Verlangen nur allzu gerne nach, da bei den kantigen Gesellen die Gewinnmarge noch relativ groß ist.

Der Skoda Kodiaq wurde mit Spannung erwartet, jetzt zeigt er sein Antlitz erstmal der Öffentlichkeit. Passend zum Namen, der von den Alaska-Bären kommt, tritt das 4,70 Meter lange Tschechen-SUV markant auf und bietet für Preis ab 25.000 Euro Feinheiten, wie Voll-LED-Licht, variable Dämpfer, eine um 18 Zentimeter verschiebbare Rückbank und - wen wundert es - jede Menge Platz. Da muss sich der VW Tiguan ganz schön anstrengen, dass ihm der rustikale Bruder nicht die Beute, sprich die Käufer, vor der Nase wegschnappt. Neben den beiden Zwei-Liter-Dieseln stehen noch drei Benziner zur Auswahl. Die PS-Spanne reicht von 125 bis 190 PS. Da ist noch Luft nach oben. Deswegen denken die Skoda-Verantwortlichen über Derivate nach. Die Planspiele in Mladá Boleslav drehen sich um eine potente RS-Version und ein SUV-Coupé, das vor allem in China die Kassen klingeln lassen soll.

Ein ähnlich wichtiges Auto steht auf dem Land-Rover-Messestand: die fünfte Generation des Land Rover Discovery. Für den britischen Hersteller ist der Geländewagen, das, was man gemeinhin als Brot-und-Butter-Auto bezeichnet: Rund 1,2 Millionen Discovery fanden seit dem Debüt 1989 ihre Abnehmer. Land Rover Chef-Designer Gerry McGovern ist voll des Lobes über seine Kreation. Er bezeichnet den neuen Discovery als einen "wohlproportionierten und überaus vielseitiger Familien-Geländewagen, der unseren Kunden ein überzeugendes Angebot unterbreitet." Damit der jüngste Spross ein Erfolg wird, packen die Briten einiges an Technik in das Vehikel, das auf der neuen Alu Plattform PLA (Premium Lightweight Architecture) steht und bis zu 480 Kilogramm gegenüber dem Vorgänger abgespeckt hat. Die Generation "Mobile Endgeräte" kommt voll auf ihre Kosten: Im neuen Discovery findet sie bis zu neun USB- und sechs Zwölf-Volt-Buchsen sowie einen 4G-Wifi-Hotspot für bis zu acht Endgeräte. Dazu kommen noch Laserlicht, die "durchsichtige" Motorhaube und ein Head-Up-Display. Als besonderes Schmankerl lassen sich die Sitze per App steuern, was aber eher eine Spielerei ist. Die Motoren sind alte Bekannte: Neben den Sechszylinder-Triebwerken, kommen die aktuellen Vierzylinder Ingenium-Diesel zum Einsatz. Die Spanne reicht von 180 PS bis hin zu 340 PS beim vorläufig einzigen Sechszylinder Benziner. Ein Achtzylinder-Otto-Triebwerk wäre doch da eine schöne Abrundung der Motorenpalette, die sicher nicht ganz überraschend käme. Ganz billig ist der Audi-Q5-Konkurrenz mit einem Einstiegspreis von 50.500 Euro nicht.

Apropos Audi Q5: Auf dem Pariser Autosalon fällt endlich das Tuch von der neuesten Generation des Ingolstädter SUV. Wird auch langsam Zeit, nachdem die aktuelle Version schon seit 2008 auf dem Markt ist. Beim Neuen tut sich einiges: Die Technik kommt vom Audi A4, das Design ist kantiger, progressiver und lässt mit seinem mächtigen Singleframe-Kühlergrill die Verwandtschaft zum Q7 auf den ersten Blick erkennen. Bei der Länge legt der Q5 um vier Zentimeter zu, verliert aber rund 70 Kilogramm an Gewicht. Dass die Ingolstädter den Markt ganz genau beobachten, zeigt die Tatsache, dass der Q5 eine Luftfederung hat, genauso, wie der Mercedes GLC. Zum Marktstart Anfang 2017 ist der Audi Q5 der zweiten Generation zunächst mit vier Motoren zu bekommen; drei Diesel- und einem Benzintriebwerk. Beim Infotainment und den Assistenzsystemen, die vom A4 kommen, wird ebenfalls aufgerüstet und optional ist ein Head-Up-Display erhältlich.

Porsche kontert mit dem Macan Turbo Performance. Das Dampfhammer-Paket schraubt die Leistung der Turbo-Version von 400 auf 440 PS und erhöht das maximale Drehmoment um 50 Newtonmeter auf 600 Nm. Damit ist auch der Sprint um immerhin 0,4 Zehntelsekunden schneller (jetzt 4,4 Sekunden) und die Tachonadel hört erst bei 272 km/h auf, zu wandern (vorher 266 km/h). Der Preis für die zusätzlichen Vitamine ist Porsche-typisch üppig: Ab 91.142,90 Euro geht es los, das sind 7.389,90 Euro mehr als für den Macan-Turbo. Dass ein möglicher Macan Turbo S dann noch einmal eine ganz andere Hausnummer sein wird, sowohl von den PS als auch vom Preis, dürfte klar sein.

Mercedes will auch ein Stück des Kuchens der beliebten PS-Protz-Kraxler und kontert mit dem GLC 43 Coupé mit 367 PS. Das Coupe soll die 100-km/h-Marke nach 4,9 Sekunden erreichen. Durch den heckbetonten Allradantrieb soll der GLC 43 bei der Agilität dem Porsche nahekommen. Etwas gemäßigter kommt die E-Klasse All-Terrain daher, die dem Audi A6 Allroad Konkurrenz machen soll und dafür um 29 Millimeter höher liegt als das T-Modell. Dank der Luftfederung sind weitere Variationen der Höhe möglich. Bei der Motorauswahl müssen sich die Interessenten noch auf den 194 PS starken Vierzylinder-Diesel beschränken. Los geht es im Frühjahr 2017.

Eine Nummer kleiner kommt BMW in Paris daher und zeigt mit dem X2 Concept einen Ausblick auf das Serienmodell, das vermutlich 2018 erscheinen wird. Die Coupé-Version des erfolgreichen X1 soll den Konkurrenten aus Ingolstadt und Stuttgart-Untertürkheim ein Schnippchen schlagen und im Kompakt-Segment eine weitere Nische besetzen. Schließlich ist der BMW X6 mit diesem Karosserie-Konzept ein paar Klassen darüber seit einigen Jahren erfolgreich. Nicht zuletzt wegen des Start-Vorteils. Den soll auch der F39 (so der aktuelle interne Code des X2 Coupés) haben: Bis die zweite Generation des Mercedes GLA, die dann sportlicher sein wird, kommt, wird noch einiges Wasser die Seine herunterfließen und der Audi Q2 ist erst erschienen. "Das Concept zeigt eine neue, spannende Facette der Marke BMW im Kompaktsegment.", erklärt Adrian van Hooydonk, Leiter Design BMW Group. Der Crossover basiert auf der UKL-Plattform. Beim Serienmodell sind zunächst mit Drei- und Vierzylinder-Motoren vorgesehen, später soll eine potente M-Version den Mercedes GLA AMG in seine Schranken weisen.

Peugeot will zwar nicht zwingend in den Premium-Dreikampf einsteigen, zeigt aber beim Heimspiel einen Doppelpack der SUV-Brüder 5008 und 3008. Letzterer ist das erste PSA-SUV, das auf der Konzernplattform EMP2 basiert. Das wirkt sich positiv auf die Platzverhältnisse und das Gewicht aus: Der neue 3008 ist rund 100 Kilogramm leichter und acht Zentimeter länger als der Vorgänger. Die Benziner wiegen mindestens 1.325 Kilogramm und die Dieselmodelle 1.375 Kilogramm. Insgesamt acht Motoren-Getriebe-Varianten mit 74 kW / 100 PS bis 132 kW / 180 PS sind beim Markstart erhältlich. Eine erste Sitzprobe des 4,45 Meter langen Crossovers zeigt gute Platzverhältnisse, ein verspieltes Infotainment und ein entschlacktes Bedienkonzept.

Der große Bruder 5008 vollzieht die Wandlung vom Van zum SUV. Trotz der neuen Optik soll der Crossover die Tugenden des Vorgängers beibehalten. Das bedeutet: bis zu sieben Sitze und jede Menge Platz, dank des Radstands von 2,84 Metern. Wie der kleinere Bruder 3008 steht auch der 5008 auf EMP2-Architektur und teilt sich auch die neueste Version des i-Cockpits mit einem Acht-Zoll-Touchscreen und einer 12,3-Zoll-Instrumenten-Tafel, ist aber mit 4,64 Metern um 19 Zentimeter länger als der 3008. Die Optik mit der langen Motorhaube und dem fast senkrecht stehenden Kühlergrill ist typisch für das neue Peugeot SUV-Design. Im günstigeren Segment ist der Suzuki SX4 S-Cross unterwegs. Die überarbeitete Version des 4,30 Meter langen Crossovers hat ein frischeres Äußeres und ein moderneres, wertigeres Cockpit. Ein paar Meter weiter feiert der Suzuki Ignis seine Europapremiere. Für den Antrieb des 3,70 Meter langen Kompakt-Würfels sorgt der bekannte Dreizylinder-Turbo mit 90 PS und 120 Newtonmeter Drehmoment. Zur Auswahl stehen zwei Getriebe - eine Fünfgang-Handschaltung und eine Fünfgang-Automatik.

Auch Opel lässt sich nicht lumpen und macht dem Kleinstwagen Karl lange Beine. Der brachiale Zwillingsbruder des kleinen Blitzes hört auf den Zweitnamen "Rocks" hat 18 Millimeter mehr Bodenfreiheit, eine erhöhte Sitzposition (die viele Karl-Fahrer erfreuen dürfte) und die typische SUV-Optik mit ausgestellten Radläufen sowie Unterbodenschutz. Das maximale Kofferraum-Volumen beträgt 1.013 Liter und für die Konnektivität sorgt das IntelliLink-System. Dagegen sind die Änderungen beim Dacia Sandero Stepway marginal: Der Kühlergrill und die Licht-Signatur erinnern an den Dacia Duster. Im Innenraum soll die Materialanmut verbessert werden und die Zahl der Ablagen steigen. Bald spielt auch ein Ssangyong mit: Die Koreaner zeigen mit dem LIV-2 eine vielversprechende Studie, die schon sehr viel vom Serienmodell des nächsten Rexton hat, der 2017 auf dem Markt kommt.

Testwertung

5,0/5

Irmscher Opel Karl Summer-Edition - Greller Feinschliff
Autoplenum

Greller Feinschliff Irmscher Opel Karl Summer-Edition

Irmscher hat den Opel Karl aufgepeppt. In der auf 100 Fahrzeuge limitierten „Summer Edition“ kommt der Kleinwagen mit einer etwas ausdrucksstärkeren Optik daher.

Für eine individuellere Note sorgen orangefarbene Akzente in den Flanken, auf dem Dach und an den Außenspiegelgehäusen. Dieser Farbton ziert auch die speziellen 16-Zoll-Leichtmetallräder namens „Turbo Star“. Zusätzlich verleihen Velour-Teppiche mit Summer-Edition-Bestickung sowie einer orangefarbenen Umrandung dem Innenraum eine besondere Note.

Opels Karl ist eigentlich ein unscheinbarer Pragmatiker. Mit Hilfe von Irmscher kann sich der kleine Rüsselsheimer jedoch etwas spektakulärer in Szene setzen.

Fazit

Opels Karl ist eigentlich ein unscheinbarer Pragmatiker. Mit Hilfe von Irmscher kann sich der kleine Rüsselsheimer jedoch etwas spektakulärer in Szene setzen.
Opel Karl – Stummer Diener
redaktion

Opel Karl – Stummer Diener

Am Anfang steht die Ernüchterung. Nein, der Opel Karl kommt nicht so aufgehübscht und extrovertiert daher wie etwa sein lebensfroher Verwandter Adam. Karl mag es dezent. Der rund 3,60 Meter lange Fünftürer fällt im Verkehr nicht auf; keiner hat etwas an seinem Design auszusetzen, aber eben auch nicht wirklich etwas zu loben. Der angepeilten Zielgruppe dürfte die Schlichtheit aber gefallen, suchen sie doch bisweilen nur einen Nachfolger für den verblichenen Opel Agila oder ein Pendant zum ebenfalls nüchtern gestylten Volkswagen Up!. Womit wir bereits bei Teil zwei der Betrachtung wären, nämlich der praktischen Seite der Karosserie. Da kann der Karl punkten. Mit vier Türen, großzügigen Einstiegen und einer niedrigen Ladekante macht der neue Opel von Beginn an eine gute Figur. Etwas unschön ist allerdings, dass ausgerechnet bei einem Stadtauto die Einstiegsschweller unverkleidet daherkommen und binnen Jahresfrist zerkratzt sein dürften. Eine Abdeckfolie hätte dieses Problem behoben, genauso, wie die Abstimmung der Heckklappenlifter optimiert werden könnte, denn die Klappe schwingt nur äußerst widerwillig ihrem Anschlag entgegen, was insbesondere bei Regen nervt, wenn man möglichst schnell die Einkäufe verstauen möchte.

Die Einstiegsschweller des Opel Karl sind leider unverkleidet.

Neue Qualität
Kleinigkeiten, die den grundlegend positiven Eindruck vom Karl nicht zu schmälern vermögen. Einmal Platz genommen entfährt einem das sprichwörtliche Opel „O“ beim Anblick des Innenraumes. Die gelieferte Qualität, vor allem im Bereich der Armaturentafel, lässt vergessen, dass man eigentlich in einem Low-Budget-Car unterwegs ist. Wie bei einem Premium-Produkt klicken die Drehregler und Schalter und auch das Instrumentenkombi mit Drehzahlmesser sieht nicht so aus, als wäre es von der ganz billigen Sorte. Etwas unschön dagegen die Haptik der Türverkleidungen und der Schalttafel. Der speckige Kunststoff erweist sich zudem als nicht besonders kratzfest. Ein weiteres „O“ entfährt einem dann bei dem Studium der Ausstattung. Mit ein paar Euro extra kann der Kunde den Opel Karl in ein regelrechtes Luxusauto verwandeln. So gibt es eine Lenkrad- und eine Sitzheizung, sowie ein Multifunktionslenkrad samt Tempomat. Und als ob das noch nicht genug der Güte wäre, lässt sich auch noch ein Spurhalteassistent bestellen. Respekt, so viel gab es in einem A0 Klasse Auto noch nie im Angebot. Doch Karl kann noch mehr. Die Opel Techniker haben erkannt, dass gerade bei Stadtwagen die Integration des Smartphones in das Auto eine immer wichtigere Rolle spielt und bieten Apples Car Play als Option an. Das Handy wird damit zum Dreh- und Angelpunkt des großen mittleren Bildschirms auf dem der Fahrer dann Navigation, Musik oder Telefon völlig risikofrei und ohne Gefahr für den Führerschein bedienen kann. Später kommt noch ein WLAN-Hotspot für sieben Endgeräte, etwa die Tablets der Fondpassagiere, sowie ein Online Sekretär „on Star“ hinzu. Mit ihm kann sich der Karl Fahrer per Knopfdruck über Restaurants oder Hotelangebote auf seiner Route informieren lassen. Wohlgemerkt sprechen wir nicht über eine neue S-Klasse, sondern über einen Kleinwagen.

Apples Car Play wird im Opel Karl als Option angeboten.

Ohne besondere Vorkommnisse: das Fahrerlebnis
Mit dem Opel Karl debütiert auch die Saugversion des 1,0 Liter Dreizylinder Benziners. 75 PS reichen, um den rund 950 Kilogramm schweren Kleinwagen in Schwung zu bringen. Im Stadtverkehr gelingt das sogar recht ordentlich und selbst bei Touren über Land bietet das Motörchen guten Durchzug, ohne den Insassen über Gebühr auf die Nerven zu gehen. 170 km/h läuft der Karl, wenn er muss, und er vermittelt selbst dabei nicht den Eindruck, in einem Billig-Auto zu sitzen. Das Fahrwerk ist erstaunlich gut, pariert auch zu schnell genommene Kurven oder plötzliche Ausweichmanöver. Und, weil inzwischen selbst in dieser Fahrzeugklasse eine Servolenkung selbstverständlich ist, lässt sich der Karl in der Stadt mühelos rangieren. Wem das Lenken immer noch zu schwer geht, der hat mit der „City“ –Taste die Möglichkeit, die Lenkkräfte nochmals zu verringern- Elektronik sei Dank. Doch es gibt auch negative Einträge in Karl’s Zeugnis. So fehlt eine Automatik ebenso im Programm, wie ein alternativer Antrieb und warum es weder eine Anhängerkupplung noch die Erlaubnis zur Montage einer Dachbox gibt, erschließt sich dem Kunden auch nicht so recht, denn einen so klapprigen Eindruck vermittelt die Karosserie eigentlich nicht. Daneben fehlt eine Start/Stopp-Einrichtung, mit der sich der bestenfalls durchschnittliche Verbrauch von rund 6 Litern vor allem im Stadtverkehr noch reduzieren ließe. Petitessen zwar, aber selbst die qualifiziertesten Diener haben bisweilen ihre Schwächen. Am Ende überwiegt aber der positive Eindruck, der maßgeblich von der guten Anbindung des Telefons und der guten Ausstattung geprägt wird, sodass der Opel Karl es vermutlich ganz nach oben schaffen wird.

Opel ist mit dem Karl ein solides Automobil gelungen.

Fazit
Dem Opel ist mit dem Karl ein solides Automobil gelungen. Fahreigenschaften und Qualität brauchen sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken, in Sachen Connectivity ist der Rüsselsheimer sogar führend. Das schichte Design tut der Begeisterung für das Auto keinen Abbruch, denn schließlich erwartet man ja auch von seinem Personal eher gedeckte Kleidung, als ein schrilles Outfit.

Pro
Gelungene Motor/Getriebe-Kombination, hohe Fahrsicherheit, attraktive Individualisierungsmöglichkeiten, gutes Preis/Leistungs-Verhältnis.

Contra
Kein Start/Stopp-System lieferbar, keine Automatik im Angebot, weder Dachträger noch Anhängerkupplung lieferbar.

Technische Daten Opel Karl 1.0

Länge/Breite/Höhe: 3.67/1,60/1,47 m
Radstand: 2,38 m
Wendekreis: 9,5 m
Leergewicht:  ab 939 kg
Zuladung:  375 kg
Anhängelast (gebr./12 %): keine Anhängerkupplung lieferbar
Kofferraumvolumen: 195-940 l
Tankinhalt: 32l

Fahrleistungen Benziner 1,0

1,0: Leistung: 55 kw/75 PS, max. Drehmoment 96 Nm bei 4.500/min, 0–100 km/h in 15,5 s, Spitze 170 km/h; Testverbrauch 6,0l S/100 km, CO2-Ausstoß (Werksangabe) 104-99 g/km; ab € 9.500,-.

Testwertung

4,0/5

Opel Karl im Test: Technische Daten und Preis zur Markteinführung
auto-news

Kurz gesagt: O.K.

Amsterdam, 3. Juni 2015 - Das ist mal eine klare Ansage: "Wir haben auf ausladende Blechformen und unnötigen Schnickschnack verzichtet. Denn das hätte nur viel Geld gekostet. Das Geld haben wir lieber in den Motor gesteckt." Ein Auszug aus der Werbekampagne für den Karl, das neue kleinste Mitglied der Opel-Familie? Falsch. So bewarb Opel anno 1964 den Kadett A. Doch auch der Karl will durch Unaufgeregtheit und sachliches Auftreten punkten. Gilt für ihn ebenfalls der Slogan von damals: Kurz gesagt O.K.? Alle lieben Kalle Kommen wir zunächst zur wichtigen Frage: Warum ausgerechnet Karl? Opel-Chef Karl-Thomas Neumann sitzt der Schalk im Nacken, wenn er an das neueste Modell seiner Firma denkt: "Wir wollen wieder etwas frecher sein" lautet Neumanns Ansage mit Blick auf den Karl. Namensgeber ist aber nicht Neumann, sondern der im Jahr 1869 geborene älteste Sohn von Firmengründer Adam Opel. Besagter Karl schrieb sich später im Stil der Zeit mit C, auch aus Köln wurde im Kaiserreich Cöln. Für Opels geplante Modelloffensive sind noch Namen frei, denn Karl hatte vier Brüder: Wilhelm, Heinrich, Fritz und Ludwig. Nur nicht übertreibenPassend zum konservativ klingenden Namen ist auch das Äußere des Opel Karl betont sachlich gehalten. Aus gutem Grund, denn der stets fünftürige Karl soll den Gegenpol zum fast schon übertrieben modischen Adam darstellen. Am auffälligsten sind beim Karl noch die beiden Blechfalze in der Seite und die extrem auffällige Lackierung in Kiwi-Grün (kostet 460 Euro, aber Sie finden Ihr Auto immer wieder!). Der Rest ist pragmatisch: große Spiegel, große Scheinwerfer, große Blinker. Ein Blick auf die Abmessungen: Mit 3,67 Meter ist er sieben Zentimeter kürzer als sein Vorgänger Agila und exakt so lang wie der erste Corsa von 1982.

Weniger ist nicht immer mehr Natürlich können auf solch geringer Grundfläche (Radstand: 2,38 Meter) keine Raumwunder erwartet werden. Im Fond müssen längere Menschen auf das Wohlwollen der Vorderleute hoffen und auch die 195 Liter Kofferraumvolumen im Normalzustand sind bestenfalls Durchschnitt. Schlecht: Die Hutablage muss immer per Hand hochgeklappt werden, das Schloss der Heckklappe kann dem Kopf wehtun. Deutlich überzeugender ist die Karlsche Vorstellung in der ersten Reihe. Trotz einer Fahrzeugbreite von nur 1,60 Meter bleiben Fahrer und Beifahrer auf Abstand. Allerdings sitzt man hier nicht mehr so hoch wie noch im Agila, dafür ist die Beinauflage schön lang. Seitenhalt bieten die Möbel hingegen kaum. Genau hinsehen Im Cockpit setzt sich die sachliche Note fort: Die Bedienelemente geben keine Rätsel auf, alles Wichtige ist in Griffnähe. Auch an Ablagen hapert es nicht. Kritikwürdig ist die in der Topversion serienmäßige Klimaautomatik: Die eingestellte Temperatur ist schon bei geringer Sonneneinstrahlung kaum ablesbar. Gleiches gilt für die Balken von Tankinhalt und Motortemperatur. Besser wären hier andere als weiße Lampen. Hinsichtlich der Materialgüte im Innenraum sind in dieser Klasse keine Wunder zu erwarten, es dominiert Hartplastik. Durch teilweise Narbung der Oberflächen wirkt das Ambiente immerhin anständig, zumal die Verarbeitung stimmt. Gut gekoppelt Auch in Sachen Datenverarbeitung kann sich der Karl sehen lassen. Grund ist das so genannte IntelliLink-System aus Adam und Corsa. Hauptbestandteil ist ein großer Touchscreen. Über USB kann ich mein Apple iPhone oder Android-Smartphone anschließen und bekomme diverse Inhalte meines Handys auf dem Touchscreen angezeigt. So wird etwa eine Navigation per Google Maps möglich. Das funktionierte in unserem Testwagen sehr gut, nur gibt es das System erst ab Januar 2016. Auch andere Nettigkeiten werden erst im Lauf der kommenden Monate nachgereicht, etwa die OnStar-Technik, mit dem der Karl zum WLAN-Hotspot wird oder ein Start-Stopp-System.
Einer für alle Apropos Technik: Hier setzt Opel einen weiteren Kontrapunkt zum Adam, denn den Karl gibt es ausschließlich mit einem 75-PS-Benziner. Der neu entwickelte Einliter-Dreizylinder ist die Saugversion der aus Adam und Corsa bekannten Turboaggregate mit 90 und 115 PS. Leider kastriert der Verzicht auf eine Aufladung den Motor deutlich. In gefühlt ewig dauernden 15,5 Sekunden schleppt sich der Karl im fünften Gang auf 100 km/h, oberhalb dieser Marke bleibt der Vortrieb zäh, weshalb Überholvorgänge gut geplant werden wollen. So gesehen wäre Opel Philipp der bessere Name, denn der Wagen ist Lahm. Nur gut, dass es keine Automatik für den Karl gibt. In doppelter Hinsicht zurückhaltend Immerhin: Der Schalthebel gleitet angenehm durch die Gassen, auffallend ist die Laufruhe der drei Töpfe. Nur im Stand sind leichte Vibrationen des Motors spürbar, ansonsten hält sich die Maschine im Hintergrund. Das überrascht, denn beim Blick unter die Haube entdecken wir keine sichtbaren Dämmmatten. Bei Tempo 130 liegen zwar 4.000 Touren an, aber man wird nicht unangenehm angebrüllt. Das passiert erst, wenn die gesamten 96 Newtonmeter Drehmoment verlangt werden. Sie sind erst bei 4.500 Umdrehungen zur Stelle. Kein Wunder, dass der Werksverbrauch von 4,5 Liter eine Utopie bleibt. Realistisch ist ein Wert im höheren Fünf-Komma-Bereich. Verwöhn-Aroma Ganz klar: Das Betätigungsfeld des Opel Karl liegt in der Stadt, wo er mit einem kleinen Wendekreis punktet und in gelassenen Fahrten über (flaches) Land. Von der Lenkung wäre etwas mehr Rückmeldung hilfreich, aber der Karl soll ja auch nicht über die Nordschleife gejagt werden. Höchstens der Karl OPC, man weiß ja nie. Je nach Ausstattung bietet Opels Kleinster auch einen City-Modus für die Lenkung, mit dem die Chose noch leichtgängiger wird. Vorzüglich ist die Federung gelungen: Selbst mit den maximal möglichen 16-Zöllern auf 195er-Bereifung rollt der Karl geschmeidig ab. Unsere Empfehlung sind die 15-Zoll-Alus mit Pneus im Format 185/55 R15.
Ein feines Angebot Das bringt mich zu den Ausstattungen. Die Karl-Preisliste ist schmal, auch das ist ein bewusst gewählter Gegensatz zu den fast unendlichen Möglichkeiten der Individualisierung, die der Adam seinen Kunden bietet. Die karge Karl-Basis startet bei 9.500 Euro, hierfür erwartet Opel aber nur fünf Prozent Kundenanteil. Die große Mehrheit wird laut Prognose zum Karl "Edition" für 10.650 Euro greifen, bei dem aber weder Radio noch Klimaanlage inklusive sind. Mein Tipp ist daher die Topversion namens "Exklusiv". Sie ist ausstattungsbereinigt nur 80 Euro teurer als ein entsprechend möblierter Karl "Edition". Im Preis von 12.900 Euro sind hier schon die Klimaautomatik, ein Bluetooth-Radio mit Lenkradfernbedienung, 15-Zoll-Leichtmetallfelgen aber auch ein Spurverlassenswarner und ein Tempomat inbegriffen. Eine feine Option ist das 395 Euro teure Komfort-Paket mit einer Sitzheizung vorne, einem beheizten Lederlenkrad und Parkpiepsern hinten. Macht unter dem Strich 13.295 Euro für einen voll ausgestatteten Karl. Dann ist der Wagen allerdings weiß lackiert, denn alle anderen Farben kosten Aufpreis. Auf Augenhöhe Selbstverständlich darf der Blick auf die Konkurrenz nicht fehlen. Ein gleich starker VW Up mit vier Türen kostet in der Topausstattung inklusive einiger Extras 14.635 Euro, ein Spurassistent, eine Klimaautomatik oder eine Lenkradheizung sind gar nicht erst lieferbar. Das kann der Hyundai i10 besser. Für 13.790 Euro hat er neben 87 PS auch 15-Zoll-Alus, eine Einparkhilfe hinten, eine Klimaautomatik und eine Sitzheizung an Bord. Man sieht: Beim Opel Karl sind nicht nur die Abmessungen klein.

Fazit

Der Opel Karl sorgt nicht für Schweißausbrüche, sowohl im positiven wie im negativen Sinne. Emotional berührende Autos sehen sicherlich anders aus, aber der Karl punktet dafür als sachlich-solider Cityflitzer für Pragmatiker. Er besinnt sich auf alte Opel-Traditionen: Kein unnötiger Firlefanz, sondern nur das, was man wirklich braucht. Größter Hemmschuh des Karl ist sein bräsiger Motor. Wer damit leben kann, bekommt für relativ wenig Geld ein ordentliches Auto. Eben kurz gesagt: O.K.. + komfortable Federung, günstiger Preis - träger Motor, recht kleiner Kofferraum

Testwertung

4,0/5

Opel Karl 1.0 Ecotec - Dieser Preis ist heiß
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Opel Karl 1.0 Ecotec - Dieser Preis ist heiß

Der Opel Karl startet mit 9.500 Euro ein Rennen auf Renault Twingo, Peugeot 108 oder Fiat Panda. Mit nur einem Motor und vorerst einem Getriebe im Angebot fällt die Wahl sehr leicht.

Opel lässt mit dem neuen Modell Karl am 20. Juni eine echte Kampfansage von der Kette. Kleinstwagen-Händler von VW Up, Hyundai i10 oder Kia Picanto dürfte das gar nicht passen. Denn mit einem Einstiegspreis von 9.500 Euro und nur einem Motor im Angebot fällt schon die Wahl wesentlich schneller aus, als bei so manchem Konkurrent. Natürlich werden sich nur die wenigsten Kunden einen nackten Karl in die Hofeinfahrt stellen. Doch sowohl der mittlere als auch ein voll und damit auch gut ausgestatteter Karl fällt mit einem Preis von 10.650 beziehungsweise 12.900 Euro nicht sonderlich negativ ins Gewicht. Für den komplett ausgestatteten Neuling werden maximal 15.395 Euro fällig. Wer in diesem Segment auf der Suche nach einem möglichst günstigen Cityflitzer ist, wird sich aber weder für das Schiebedach, noch die Sitzheizung oder eine der acht Spezialfarben für 460 Euro entscheiden müssen. Die kostenlose Farbe Weiß, oder das 160 Euro teure Mohn Rot lassen den 170 Kilometer pro Stunde schnellen Opel nicht minder schick aussehen.

Überhaupt zeigt der 939 Kilogramm schwere Fünftürer, dass sich auch auf einer Länge von nur 3,68 Metern ausreichend Raum für fünf Personen und ein wenig Handgepäck schaffen lässt. Er ist zwar einen knappen Zentimeter kürzer als sein damit großer Bruder Adam, doch hat sich das Karl-Designteam mit designverschuldeten Raumeinbußen zurückgehalten. Und wenn die drei Hinterbänkler nicht gerade Kugelstoßer oder Hochspringer sind, darf die Fahrt ruhig länger dauern. Sollte die Rückbank mal nicht vollbesetzt sein, lässt sich der mit 206 Litern tatsächlich genau mit zwei Handgepäcks-Trolleys zu füllenden Kofferraum durch ein Umklappen der Rückbank auf 1.013 Liter erweitern.

Dass von einem sogenannten A-Segment-Modell keine Sprintzeiten oder sonstige Fahrdynamische Bestleistungen zu erwarten sein dürfen, ist klar. Mit seinen 15,5 Sekunden bis Tempo 100 liest sich der kleine Rüsselsheimer allerdings träger, als er es in der Stadt wirklich ist. Dank seiner per Knopfdruck noch leichtgängigeren Lenkung und des auf den Stadtverkehr abgestimmten Fünfgang-Getriebes, liegen die gewünschten und eigentlich auch nur erlaubten 50 Kilometer pro Stunde ruckzuck an. Die Drehzahl sollte während der Fahrt jedoch nicht nennenswert und vor allem nicht oft über die 3.000er-Markierung getrieben werden, da ansonsten das Dreizylinderorgeln allzu schnell das Nerven beginnt. Wird sich an der sehr eilig gen fünften Gang hochschnellenden Schaltwahlhilfe orientiert, wird dies eher selten passieren bis gar nicht. Ein automatisiertes Schaltgetriebe, wie es schon beim Adam oder auch Corsa erhältlich ist, dürfte opeltypisch in ein paar Monaten in der Aufpreisliste zu finden sein.

Wer einen anderen, als den 1,0 Liter großen und 75 PS starken Benzinmotor bekommen möchte, kann das natürlich auch - allerdings nicht im Chassis eines Opel Karls. Der steht mit genau einem, sprich diesem Motor zur Wahl. 95 Newtonmeter und ein Normverbrauch von 4,3 Litern auf 100 Kilometern wirken dabei nicht nur auf dem Papier gering. In Kombination mit dem 32 Liter großen Treibstofftank lassen sich aber, auch mit vollbesetztem Wagen und dem einen oder anderen Gasstoß locker über 500 Kilometer am Stück realisieren. Bei normalem Gebrauch würde dies rund zweieinhalb Tankfüllungen oder knapp 100 Euro pro Monat bedeuten.

Für das Wohlbefinden im Innenraum sorgen unter anderem eine Lenkrad- und Sitzheizung, Klimaautomatik, Parkhilfe und eine ansprechende, wenn auch plastiklastige, Materialverwendung. Auf den Punkt gebracht: Es spiegelt, klappert oder scheppert nichts. Alles ist dort, wo es hingehört. Mit der Einführung des Komfortdienstes Opel OnStar findet sogar ein Hauch Oberklasse den Weg ins kleinste Segment. Fahrer und Passagiere können 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr den neuen Online- und Service-Assistenten erreichen. Gleichzeitig wird der Karl dank dieser Neueinführung zum mobilen 4G/LTE WLAN-Hotspot für bis zu sieben Endgeräte. Opel Group-Chef Karl-Thomas Neumann bringt es auf den Punkt: "Kurz, knackig, charaktervoll - der Name Karl spiegelt seine Stärken wider. Er ist das ideale Auto für preisbewusste Kunden, die Alltagstauglichkeit mit Komfort und modernen Technologien verbinden möchten."

Testwertung

4,5/5

Opel Karl - Klein ist relativ
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Opel Karl - Klein ist relativ

Opel rundet seine Modellpalette nach unten ab: Der Karl ist in der Hierarchie der Rüsselsheimer unter dem Adam angesiedelt. Wir haben ihn uns schon mal etwas genauer angesehen. Und Überraschung: Der Kleine ist gar nicht so klein.

Karl macht auf Albert: Einsteins kurz gefasste Erkenntnis "alles ist relativ" trifft auch ganz gut auf Opels neuen Kleinsten zu. Eigentlich rangiert der Opel Karl in der Modellhierarchie der Rüsselsheimer unterhalb des Opel Adam. A-Segment haben die Marktforscher diesen Einsteigerbereich getauft. Darüber folgen im B-Segment der Adam und der Corsa. Soviel zur Theorie - und zurück zu Einstein. Denn das Denken in Schubladen ist beim Opel Karl doch sehr relativ. Wer sich den Opel etwas genauer anschaut, der wird schnell merken: Zumindest innen ist Karl größer als Adam - trotz einer mit 3.675 mm etwas kürzerer Fahrzeuglänge.

Beispiel Kofferraum. Beim Opel Adam ist er mit 170 Litern denkbar bescheiden ausgefallen. Einen Kasten Sprudel bekommt man dort nicht einmal mit viel Verkanten unter. Wer Lifestyle will, muss nun mal leiden. Der Karl dagegen hat dank 195 Liter Laderaum keim Problem mit dem Getränkenachschub. Zwei Kästen passen locker ins Heck - plus genügend Knabberzeug für den Fußball-Fernsehabend. Mit umgeklappten Rücksitzen schafft der Karl gar bis zu 940 Liter - der "größere" Adam nur 663 Liter. Dazu kommt, dass man die Kästen beim Karl etwas weniger hoch wuchten muss als beim Adam - 808 mm Ladekantenhöhe stehen 716 mm gegenüber. Klappt man die (optional) im Verhältnis 30:70 geteilte Rückbank um, entsteht eine nahezu ebene Ladefläche.

Im Passagierbereich sieht es ähnlich aus. Während man auf den beiden vorderen Sitzen vom Platzangebot hier wie da so gut klar kommt, wie man es nun mal in einem Kleinwagen kommen kann, sieht es in der zweiten Reihe überraschend anders aus. Im Adam kann man die Rücksitze wegen der Enge allenfalls Kleinkindern zumuten. Im Karl dagegen kommt man selbst als 1,85-Meter-Mann mit dem Platz noch klar, der zwischen der vorderen Rücklehne und Kniescheibe bleibt. Ein Grund dafür ist der gegenüber dem Adam mit 2.385 mm um über sieben Zentimeter länger Radstand des Karl. Dass die zurückhaltend konturierten Sitze hinten bei flotter Kurvenfahrt für einiges Gerutsche gut sein dürften, steht auf einem anderen Blatt. Zumindest der Kleinkram bleibt auch dann am Platz: Über das Wageninnere verteilt finden sich insgesamt elf Ablagen.

Das neue Einstiegsmodell der Rüsselsheimer präsentiert sich innen gut aufgeräumt - und durchaus nicht billig. Dabei startet der Karl mit 9.500 Euro Basispreis in der Opel-Preisliste. So liegt er in etwa auf einer Ebene mit dem billigste Fiat Panda, dem Ford Ka oder dem Hyundai i10, ist aber zumindest auf dem Papier ein paar PS stärker. Und wirkt innen wertiger: Rundum verkleidet, Schalter und Knöpfe aus dem Konzernregal, dezente Zweifarbigkeit und gegen Aufpreis selbst solche Benefits wie ein beheizbares Lenkrad. Berganfahrhilfe ist ebenso serienmäßig wie Bordcomputer oder Traktionskontrolle. Wer will, der kann voll in den Veredelungsmodus gehen: Elektrische Fensterheber, Tempomat, Zentralverriegelung, Spurhalteassistent, Klimaautomatik, Parkpilot, Schiebedach, diverse Infotainment-Pakete - Opel bietet selbst beim künftigen Billigheimer reichlich Möglichkeiten, zusätzlich Geld auszugeben.

Die 3.675 mm lange, 1.604 mm breite und 1.476 mm hohe Karosserie des Fünftürers ist nicht so lifestylig wie beim Opel Adam. Dennoch haben die Designer sich bemüht, ihm ein halbwegs eigenständiges Äußeres zu geben - was hinten besser gelungen ist als im Frontbereich. "Skulpturalen Formen", heißt diese Optik im Marketing. Von vorne zeigt der Karl das markentypische Gesicht mit dem über die ganze Breite gebogenen Grill, den weit in die Seiten gerückten Scheinwerfern und dem dreidimensionalen Markenemblem in der Mitte. Dazu kommen schmale Lufteinlässe unten und außen platzierte Nebelscheinwerfer. Kräftig räumlich ausgeformt ist auch das Heck mit den großen Rückleuchten und der weit hochschwingenden, breiten Klappe. Dreidimensional modelliert ebenfalls das Opel-Logo auf der Klappe, in das der Öffnungsmechanismus integriert ist. Die beiden gegenläufigen Falzlinien an der Seite lassen mit ein wenig Fantasie den Opel-Blitz erahnen.

Anders als der Adam ist der Karl nur in Maßen individualisierbar. Es wird ihn lediglich in zehn Farbtönen geben. Während es den Adam wegen der Vielzahl der Farboptionen in der Regel nur auf Bestellung gibt, hofft man beim Opel-Vertrieb, dass der Karl meist direkt vom Hof des Händlers abverkauft wird - die eingeschränkte Farbwahl und die Beschränkung auf drei Ausstattungsvarianten macht die Vorratshaltung einfacher.

Zum Auftakt gibt es den Opel Karl nur mit einer einzigen Motorisierung: einem 3-Zylinder-Vollaluminium-Benziner mit 999 ccm Hubraum und 55 kW/75 PS, die bei 6.500 U/min. an den Vorderrädern anliegen. Der Motor ist eine Saugerversion der in Adam und Corsa bereits eingesetzten 3-Zylinder-Turbomotoren. Als maximales Drehmoment holen die Opel-Ingenieure 96 Nm aus dem Euro-6-Motörchen. Damit beschleunigt der nicht mal eine Tonne schwere Karl laut Opel in 15,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Für die jeweils passende Übersetzung sorgt ein handgeschaltetes 6-Gang-Getriebe. Den DIN-Verbrauch gibt Opel mit 4,5 Litern auf 100 Kilometern an, was einem CO2-Ausstoß von 102 g/km entspräche. Mit dem ECO-Paket lässt sich der CO2-Wert auf 99 g drücken. Und das ist relativ wenig.

Testwertung

4,0/5