Auto Bild: Erster Porsche in wesentlichen Punkten manipuliert

Testbericht
Der vor wenigen Wochen präsentierte "erste Porsche" ist kein echter Porsche. Wie Auto Bild in der neuesten Ausgabe berichtet, werfen Automobilhistoriker Porsche vor, die Geschichte des "Porsche Nr. 1" oder kurz "P1" genannten Fahrzeugs manipuliert zu haben. Fotos aus dem Jahr 2009 belegen, dass die P1-Markierungen sowie eine Plakette mit "Lohner-System Porsche"-Aufschrift und Instrumente nachträglich angebracht worden sind. Ursprünglich trug das Fahrzeug die Plakette des Herstellers Egger-Lohner, bei dem Ferdinand Porsche damals arbeitete. Grund für den österreichischen Autohistoriker Karl Eder zu behaupten: "Das Fahrzeug ist keine Porsche-Konstruktion."
Auch der Vorsitzende der Automobilhistorischen Gesellschaft (AHG), Wolfgang Blaube, kritisierte den Umgang mit der tatsächlichen Historie des Wagens: "Der Begriff ‚erster Porsche‘ ist völlig übertrieben. Ferdinand Porsche hat einen Elektromotor in ein Fahrzeug implantiert. Aber dadurch wird das noch kein Porsche, sondern es ist und bleibt ein Egger-Lohner."
Nach Auto Bild-Informationen war das Fahrzeug seit 1918 im Depot des Technischen Museums Wien geparkt. Nachdem Eder den Wert des Fahrzeugtorsos auf 32.000 bis 35.000 Euro taxiert hatte, erwarb ein Sammler das Fahrzeug. Er gab es an eine Firma weiter, von der es Wolfgang Porsche als angeblich über 70 Jahre verschollenen Scheunenfund privat erwarb. Porsche hat wegen des P1 das Ausstellungskonzept im eigenen Porsche-Museum in Stuttgart-Zuffenhausen angepasst und dem Fahrzeug einen zentralen Platz zugewiesen. Der Sportwagenhersteller nennt den P1 die "erste Porsche-Konstruktion der Welt". (dpp-AutoReporter)




























