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Testbericht

Stefan Grundhoff, 26. Juni 2020
Der BMW X7 erfreut sich nicht nur in den USA einer mächtigen Nachfrage. Doch die Münchner verzichteten darauf, dem SUV-Aushängeschild der Marke ein echtes Topmodell zu spendieren. Das kommt jetzt von Veredler Alpina. Zwar ohne V12 - aber mit 621 PS.

So recht kann man die Taktik von BMW nicht so recht verstehen. In den letzten drei bis vier Jahren bekennt sich die Marke mit dem blau-weißen Rotor mehr denn je zum Luxus, ist mit Modellen der Reihen 7er, 8er und X7 eine Klasse nach oben geklettert, um sich besser denn je gegen die Konkurrenz aus dem In- und Ausland positionieren zu können. Doch noch in diesem Jahr werden der prächtige V12-Motor des BMW M 760Li und der noch beeindruckendere Quad-Turbo als Topdiesel mit 400 PS ersatzlos gestrichen, der 7er, X7, X7 und Co. gerade in Europa so prächtig motorisierte. Was fehlt, ist zudem eine echte Topmotorisierung für den BMW X7, denn gerade für die Märkte in den USA, den Emiraten oder China hätten sich hier viele Kunden hier über ein imageträchtiges Zylinderdutzend gefreut.

Diese können ab Ende des Jahres beim werksnahen BMW-Veredler Alpina zugreifen. Diese haben zwar keinen V12 in den fast 2,7 Tonnen schweren Luxus-SUV gepflanzt, dem Hochdach-7er jedoch eine Leistungsspritze auf 621 PS verabreicht, die vielen Fans schon fahrdynamisch gefallen dürfte. Direkt bei BMW ist beim X7 M50i und seinem 530 PS starken Achtzylinder-Doppelturbo Schluss. Hier sattelt Alpina nennenswert nach und kitzeln aus dem 4,4 Liter großen V8-Aggregat ohne Mühe 457 kW / 621 PS und zwischen 2.000 und 5.000 U/min ein stetig anliegendes Drehmoment von maximal 800 Nm heraus. Für den Leistungszuwachs von fast 100 PS im Vergleich zum Serien-X7 sorgen die beiden Turbolader mit einem größeren Turbinendurchmesser von 54 mm sowie eine geänderte Motorsteuerung nebst zusätzlicher Kühlluft. Wer Anhänger liebt: die Zuglast liegt bei 3,5 Tonnen.

Der zusätzliche Schub ist gewaltig. Das lässt sich bereits nach ein paar Kilometern auf der Rennstrecke spüren. Schon aufgrund von 2,7 Tonnen Leergewicht, 5,15 Metern Länge und einem entsprechend hohen Schwerpunkt mag der Koloss aus Buchloe keine engen Kehren und schnelle Kurven, doch die Gewalt, mit der er anschiebt, verschlägt einem schier die Sprache. Dabei soll man es zumindest auf einem abgesperrten Kurs oder einen Rennareal gar nicht mit dem sonst so perfekten Comfortmodus versuchen, dann kommt das bayrische Topmodell schneller als gewünscht ins Rollen und das können auch die optionalen 23-Zöller, Stabilitätsprogramme und Wankausgleich nicht überspielen. Das elektronisch geregelte Sperrdifferenzial an der Hinterachse hat eine Wirkung von bis zu 2.000 Nm während verstärkte Antriebs- und Gelenkwellen dafür sorgen, dass die gewaltige Leistung auf der Fahrbahn ankommt.

In den Modi Sport oder Sport Plus fährt der Alpina XB7 um jeweils 20 Millimeter nach unten und schärft seine Fahrwerksinne damit spürbar. Nicht für die Rennstrecke gemacht, aber beeindruckend, wie schnell man mit einem derartigen Luxusmodell und bis zu sieben Personen im absoluten Grenzbereich unterwegs sein kann. Deutlich passender sind jedoch Landstraße oder gar Autobahn, wo der XB7 maximal 290 km/h rennen kann. Aus dem Stand spurtet der Alpina XB7 dabei in 4,2 Sekunden auf Tempo 100. Zumindest der Normverbrauch von 13,9 Litern ist auf V12-Niveau, den man weiterhin schmerzlich vermisst Super. Die Sportabgasanlage sorgt dafür, dass der Motorklang sonor, aber alles andere als aufdringlich in die Welt trompetet wird. Die bis zu sieben Insassen können sich im Innenraum über noch mehr Luxus freuen, als der BMW X7 ohnehin bietet. Gerade die schicken Instrumente im blauen Alpina-Styling und die weiche Lederausstattung passen perfekt in den mindestens 155.200 Euro teuren BMW Alpina XB7, der im Dezember in den Handel rollt.
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Technische Daten
Antrieb:Allrad
Getriebe:Achtgang-Automatik
Motor Bauart:V8 Doppelturbo
Hubraum:4395
Preis
Neupreis: 155200 € (Stand: 2020-06-26)
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2020-06-26

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