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Testbericht

Stefan Grundhoff, 2. August 2019
Seit Jahren träumen die BMW-Fans von einer Neuauflage des legendären M1-Sportwagens. Doch zahllose Studien verschwanden in Schubladen oder Kellern des bayrischen Autobauers und ein Serienmodell blieb Illusion. Jetzt gibt es wieder einmal Hoffnung - mit dem Vision M Next.

Die direkten Wettbewerber Audi und Mercedes haben in den letzten Jahren ihre Sportwagenträume Wirklichkeit werden lassen und Modelle wie den Mercedes SLS / AMG GT oder einen Audi R8 auf die Straße gebracht. Dazu kommen Sportwagenmarken wie Aston Martin, Lamborghini, McLaren, Porsche oder Ferrari, die BMW-Anhängern immer wieder zeigen, dass die Bayern keinen echten Sportwagen im Portfolio haben. Der BMW i8 wäre eine Chance gewesen, doch das spektakuläre Design des Doppelsitzers wurde mit einem gerade einmal 1,5 Liter großen Dreizylinder kombiniert, der von einem Elektroantrieb unterstützt wird - oder umgekehrt. Echte Sportlichkeit sieht im dritten Jahrtausend nach wie vor anders aus.

Das Risiko besteht auch bei der Zukunftsstudie des BMW Vision M Next. Angesichts des kompromisslos mutig gezeichneten Plug-In-Hybriden BMW i8 ist das Keilformdesign des Vision M Next mit 21-Zöllern vorn und 22-Zöllern hinten betont zurückgenommen und zurückhaltend. Eine flache bullige Front, mit der markentypischen Doppelniere und übereinander liegenden LED-Lichtern, dazu eine knapp geschnittene Fahrgastzelle für zwei Personen und ein Heck, das abseits der kunterbunten Farbkombination allemal Erinnerungen an M1 oder die Studie des BMW Turbo weckt. Genauso könnte man sich einen Sportwagen der M GmbH durchaus vorstellen. Doch wenn man sieht, wie weit ein solches Modell mit dem puristischen Innenraum und virtuellen Cockpit von der Realität entfernt ist, dann dürfte solch ein Zweisitzer durchaus mutiger und wilder gezeichnet sein.

\"Der BMW Vision M Next ist ein progressiver Hybrid-Sportwagen, der sowohl in seinem Auftreten als auch in der Interaktion ein sehr klares und selbstbewusstes Statement setzt\", erklärt BMW-Chefdesigner Domagoj Dukec. Eher zurückhaltend sieht es auch beim Antrieb aus, denn nachdem BMW mit dem i8 und dem Antriebskonzept aus Dreizylinder-Turbo und Elektroantrieb bereits zu wenig Dampf für echte Sportlichkeit geboten hat, bietet auch die neue Studie etwas wenig, um gegen die leistungsstarke Konkurrenz zu bestehen. Während der kommende BMW i8 wohl ein reiner Elektrosportler werden dürfte, ist die Aussicht auf einen echten Sportler der M GmbH ein leistungsstarker Plug-In-Hybrid. Doch um Wettbewerber und Kunden gleichermaßen zu beeindrucken, ist eine Systemleistung von 600 PS in dieser Liga doch wohl etwas zu wenig des Guten; insbesondere, um artgerecht ein echtes M-Topmodell zu werden. Wieder unterjochen sich die Bayern dabei dem Zylinderdiktat der Entbehrung, denn ein aufgeladener Vierzylinder dürfte nicht nur aufgrund der einst großartigen Historie der bayrischen Reihensechszylinder bei vielen potenziellen Kunden einige Wünsche offen lassen.

Der rund 4,60 Meter lange BMW Vision M Next wird dabei an Vorder- und Hinterachse von zwei Elektromotoren angetrieben, die mit einer Akkuladung eine maximale Reichte von 100 Kilometern ermöglichen sollen. Unterstützt werden die beiden E-Module von einem zwei Liter großen Vierzylinder, der eben jene Maximalleistung von 441 kW / 600 PS ermöglicht. Der Imagespurt des geduckten Allradlers von 0 auf Tempo 100 liegt bei knapp drei Sekunden. Immerhin soll die Studie über 300 km/h schnell sein. Im Innenraum gibt es zwei durch die Mittelkonsole verbundene Sitzschalen, die sich dem Körper anpassen, während sich Cockpit und Pedale auf den Fahrer einstellen. Der Fahrer bekommt seine Informationen neben dem Lenkrad auf Instrumenten, die einer Brille gleichen und auf einer Augmented-Reality-Windschutzscheibe. Je höher das Tempo, umso minimierter werden die Informationen, um den Fahrer nicht abzulenken. Jetzt heißt es abwarten, ob BMW wieder einmal einen echten Sportwagen Wirklichkeit werden lässt. Zeit wäre es - seit Jahren.
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Quelle: Autoplenum, 2019-08-02

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