Daimler Chef Zetsche: Auch die Daimler-Elektroautos bleiben ein Nischenprodukt

Testbericht
Das Elektroauto wird auch in den nächsten Jahren keinen Durchbruch erleben. Obwohl der Daimler-Konzern mit dem Elektro-Smart ein erfolgreiches Elektroauto im Markt hat und im ersten Halbjahr einen Marktanteil von 40 Prozent in Deutschland erreichte, glaubt Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche nicht, dass das Elektroauto in absehbarer Zeit auf hohe Absatzzahlen kommen wird. „Ich halte es für unwahrscheinlich, dass trotz vereinzelter Erfolge wie von Tesla in einem ganz spezifischen Segment, die E-Autos in diesem Jahrzehnt über eine Nischenrolle hinauskommen", sagte Zetsche im Interview mit der Zeitschrift auto motor und sport.
Dennoch werde Daimler weiter Elektroautos entwickeln und in der 2014 kommenden B-Klasse mit Elektroantrieb auf die Batterietechnik von Tesla zurückgreifen. Dass drei Tesla-Modelle nach Unfällen in Flammen aufgingen, besorgt Zetsche dabei nicht. „Es ist zwar richtig, dass die Batteriechemie bei Tesla tendenziell etwas exothermer ist als bei anderen Batterietechnologien. Aber das kann man durch Steuerung und Platzierung der Batterie beherrschen", sagte Zetsche. „Wir sind sicher, dass wir im Energy Space der B-Klasse die Batterien so unterbringen, dass die Brandgefahr so gering ist wie bei anderen Autos."
Das verspätete Erscheinen der nächsten Generation des Elektro-Smart erklärt Zetsche mit dem Modellzyklus. Probleme in der Kooperation mit Renault gebe es nicht. „Wir sind ja beim jetzigen Smart in einem sehr langen Modellzyklus unterwegs und haben relativ spät die jetzige E-Generation auf die Straße gebracht, die überall sehr gut angenommen wird. Jetzt ist es zwar möglich, aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht wünschenswert, dies gleich nach zwei Jahren wieder ad acta zu legen", so Zetsche.
Allerdings räumt Zetsche ein, dass die Entwicklung der neuen Generation länger dauert als erwartet. „Das hat aber nichts mit Renault zu tun, sondern damit, dass es eine schwierige Aufgabenstellung ist, ein Produkt in diesem Segment wirtschaftlich und wettbewerbsfähig auf die Straße zu bringen", erklärt Zetsche. „Und diese Aufgabe ist noch schwieriger, wenn sie das Ganze mit Elektroantrieb verbinden wollen."
Doch von Renault lerne Daimler, wie man einen Kleinwagen wirtschaftlich darstellen kann. „Renault ist überwiegend in Segmenten tätig, wo der Umsatz weniger Spielraum bietet als bei den Autos, die wir produzieren", so Zetsche. „Sie verfolgen ein Geschäftsmodell, wo der Kostenwettbewerb eine entscheidende Rolle spielt. Natürlich kostet uns jeder Kratzer an unserem Markenimage mehr als wir auf der Ausgabenseite sparen können, aber wenn wir es richtig machen und Kratzer vermeiden, dann können wir nicht nur über das Stückzahlpotenzial, sondern auch über das anders gelagerte Know-how unseres Partners gehörig profitieren.(dpp-AutoReporter)




























