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automobilmagazin, 2014-03-31

Der neue Audi TT: Revolution im Cockpit. Erste Eindrücke.

4.5 von 5

Testbericht

automobil-magazin.de

Im Oktober 2014 kommt die dritte Generation des Audi TT auf den Markt. Mit erstarkten Motoren, evolutionärem Look und revolutionärem Cockpit.

Der erste Audi TT war Revolutionär und Paukenschlag in einem, als er auf der IAA im Jahr 1995 präsentiert wurde. Der erste Entwurf für den Messeauftritt in Frankfurt am Main war ein Cabrio, das auf Wunsch von Ferdinand Piëch kurzerhand kurz vor der Messe zum Coupé umgebaut wurde. Auch deshalb erhielt der erste TT ein „aufgesetztes Dach“. 1998 ging er dann in Serie. Beim neuen TT heißt es nun: „back to the roots“. Der kommende TT orientiert sich mit markanter Schwellerlichtkante, den an der Motorhaube andockenden Kotflügelrundungen, breit ausgestellten Radläufen und der von Inbusschrauben umringten Tankklappe am Urmodell.

Mit 4,18 Meter ist das Coupé nahezu genauso lang wie das im Jahr 2006 lancierte Vorgängermodell. Der Radstand ist um 37 Millimeter auf 2,51 Meter gewachsen. Dem entsprechend kurz fallen die Karosserieüberhänge aus, was der Dynamik förderlich ist. Ebenso die niedrige Bauhöhe (1,353 m) sowie der leichte Space Frame. Dass der TT von 3020 Schweißpunkten, 1113 Nieten, 44 Vollstanznieten, 128 selbstfurchenden Schrauben, 199 Clinch-Punkten, 4,9 Meter lasergeschweißten Nähten und 76 Metern Klebenähten zusammengehalten wird, tut dabei weniger zur Sache, als dass die komplette Karosserie mit Anbauteilen lediglich 276 Kilogramm wiegt.

Ein TT 2.0 TFSI steht gerade einmal mit 1.230 Kilogramm auf der Waage. Mit der Kombination aus Alu und Stahl drückte man schon beim ersten Modellwechsel 2006 das Gewicht um 90 Kilo. 2014 sind es 50 Kilo weniger. Auswirkungen: bessere Beschleunigung, verbessertes Handling, weniger Verbrauch. Drei Vierzylinder-Turbomotoren, allesamt die EU6-Abgasnorm erfüllend, heizen ein. Der 2.0 TFSI mit 230 PS im TT und der 184 PS leistende 2.0 TDI, der mit 380 Nm genauso viel Drehmoment abliefert wie der 310 PS-Benziner im TTS, jedoch mit einem CO2-Ausstoß von 110 g/km sowie einem Normverbrauch von lediglich 4,2 Liter Diesel. Der entscheidende Unterschied zwischen TTS und TDI ist aber der: Hier spurtet man in 7,2 Sekunden auf 100 km/h, dort in 4,7. Begleitet von einer sportlicheren Soundkulisse, an der schaltbare Klappen in der Abgasanlage akustisch mitwirken.

Weiterer Geschmacksverstärker: die neue Progressivlenkung mit direkter Lenkansprache. Sie gehört zum Serienpaket und sorgt dafür, dass der Ingolstädter, der komplett im ungarischen Györ gebaut wird, Landstraßenkurven mit wenig Lenkwinkel noch direkter durchzuckt. Die „in-house“ bei Audi entwickelte Software regelt es im Extrem so ein, dass bis zu 100 % der Kraft auf der Hinter- oder Vorderachse landen. Der im Vergleich zum Vorgänger um knapp 10 Millimeter tiefere Schwerpunkt und die neuen Sportsitze (Gewichtsersparnis: fünf Kilo), auf denen man tiefer als bisher sitzt, machen TT-Fahren dynamisch.

Toplicht liefern die Matrix LED-Scheinwerfer. Die wurden erstmals im Audi A8 verbaut und kommen im TT kurz nach dem Marktstart zum Einsatz. Das Fernlicht ist hier pro Einheit in zwölf kleine Leuchtdioden aufgeteilt. Je vier von ihnen nutzen eine gemeinsame Optik. Ihr Steuergerät, das mit einer Kamera am Innenspiegel kommuniziert, schaltet sie je nach Situation einzeln zu und ab und dimmt sie in je 64 Stufen. Mit dieser Technik kann der Scheinwerfer mehrere hundert Millionen Lichtverteilungen realisieren – was Blendungen verhindert. Eine weitere Funktion ist das „intelligente Kurvenlicht“: Im Duo mit der (optionalen) „MMI Navigation plus“ nutzt das Steuergerät die Streckendaten, um schon kurz vor dem Lenkeinschlag in die Kurve hineinzuleuchten.

Nachdem die Revolution 1995 draußen stattfand, geht sie 2014 drinnen über die Bühne. Das „Audi virtual cockpit“ bilden das Kombiinstrument und der MMI-Screen. Die Einheit „ist komplett über das Lenkrad bedienbar“, berichtet Entwickler Oscar la Silva Martins. Drei Basismodi, die der Fahrer per „View“-Taste am Multifunktionslenkrad aktiviert, sind anwählbar. Der erste Modus mit großem Tacho und Drehzahlmesser, der zweite mit extrem viel Aufspielfläche für Navi- und Infotainment und der dritte im TTS mit dem alles dominierenden Drehzahlmesser. Das Navigieren auf dem 12,3 Zoll-TFT-Display (Auflösung: 1.440 x 540 Pixel) geschieht genau dort, wo man es sich schon immer erwünscht hätte: direkt vor der Nase – und nicht irgendwo rechts unten. Für die Zieleingabe reicht eine Fingerkuppe und vier auf den MMI-Regler gekritzelte Buchstaben. Sagt Audi. Manchmal braucht es fünf Buchstaben, sagt ein erster Selbsttest mit „Ravenna“. Mit acht Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde ist der Quadcore-Chip ein echter Racer. Die 60 Frames in der Sekunde ermöglichen eine flüssige Darstellung aller Zeiger - getestet und für gut befunden. Von uns und von Audi: Ein Bauteiltest setzt die Elektronikkomponenten Hunderten von Temperaturzyklen von -50 bis +105 Grad Celsius aus. So abgesichert sehen heute echte Revolutionen aus.

(Lothar Erfert)

Testwertung
Quelle: automobilmagazin, 2014-03-31