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Testbericht

Peter Eck/SP-X, 26. März 2020
SP-X/Köln. Mit der Marke Volvo verbinden die meisten Autofahrer wohl vor allem den Begriff „Kombi“ und seit einigen Jahren vielleicht noch zusätzlich auch „SUV“. Dabei bauen die Schweden durchaus schon seit vielen Jahrzehnten auch Limousinen – und sind damit vor allem in der Mittelklasse erfolgreich. Der seit einem Jahr in Deutschland erhältliche neue S60 wird bereits in dritter Generation produziert, kommt aber nun erstmals aus den USA, wo er im dortigen Werk Charleston/South-Carolina montiert wird.Wir geben zu, dass wir bei aller SUV-Hysterie und bei allen optischen und praktischen Vorzügen von Kombis auch immer Limousinen-Fans geblieben sind. Der S60 ist ein gutes Beispiel, warum man der klassischsten automobilen Grundform treu bleiben kann. Der 4,76 Meter lange und nur 1,43 Meter hohe Viertürer kommt im typischen heutigen Volvo-Look daher, mit stolzer Front, glatter Hülle und äußerst eleganter seitlicher Linienführung. Hier stimmen die Proportionen.Wir sind sowieso der Meinung, falls diese Bemerkung nebenbei gestattet ist, dass die schönsten Volvos - ganz gleich ob das SUV XC60, der Kombi V60 oder eben der S60 – derzeit in dieser Baureihe zu finden sind. Wo das kleine SUV XC40 aufgrund seines Länge-/Höhen-Verhältnisses naturgemäß etwas kastig wirkt und wo in der 90er-Baureihe (V90, S90, XC90) die schiere Länge und Größe die Fahrzeuge zu überzeichnen drohen, bieten die 60er-Modelle den harmonischen Kompromiss.Und der S60 spielt in diesem Trio das Angebot für den Liebhaber eleganter Limousinen. Ein wenig geht diese Eleganz allerdings aufs Platzangebot, denn im Fond wird eventuellen Mitfahrern im Vergleich zu einem Konkurrenten wie dem Audi A4 nur Durchschnitt geboten und auch der Kofferraum fällt mit 442 Litern recht klein aus, bietet ein BMW 3er doch zum Beispiel hier 480 Liter.Fahrer und Beifahrer genießen jedoch beste Platzverhältnisse, ausgezeichnete Sitze und hochwertige, hervorragend verarbeitete Materialien. Die Instrumente des 12,3 Zoll großen digitalen Displays sind gut ablesbar und nach einiger Eingewöhnung kommt man auch mit dem hochkant stehenden 9-Zoll-Touchscreen gut zurecht. Wobei einige Dinge, wie etwa die Übersicht über die vielen Assistenzsysteme, clever gelöst sind, man bei anderen Einstellungen aber an seinem eigenen Verständnis von Logik, oder dem der Entwickler, in Zweifel kommt.Unser Testwagen war ein T6, dahinter verbirgt sich der bekannte und bei Volvo ausschließlich zum Einsatz kommende 2,0-Liter-Benziner, der in dieser Variante von einem Turbolader und einem Kompressor unterstützt wird. Der Vierzylinder leistet derart hochgerüstet satte 228 kW/300 PS und stellt fast über das gesamte im Alltag genutzte Drehzahlband 400 Newtonmeter zur Verfügung, die dank Allradantrieb auf beide Achsen einwirken. Da wir natürlich noch ein aktuelles Modell zur Verfügung gestellt bekamen, hätten wir theoretisch 250 Sachen fahren können – haben wir mangels Gelegenheit aber nicht.Die ab Sommer zur Verfügung stehenden Fahrzeuge des Modelljahrgangs 2021 werden dann wie alle Volvos bei 180 km/h abregeln. Das kann man beklagen oder nicht, es wird sich aber sicherlich leicht positiv auf den Praxisverbrauch auswirken, denn der war mit im Schnitt 10,4 Litern, statt versprochener 8,2 Liter, viel zu hoch. Und wer noch etwas wartet, kann diesen Motor ab Spätherbst dann als Mildhybrid bestellen, was nochmals so um die 10 Prozent Ersparnis bringen dürfte.Während der Antrieb zwar nicht beim Verbrauch, so doch bei der Performance überzeugt, genauso wie übrigens die aufmerksame Achtgang-Automatik, wirkte das immerhin adaptive Fahrwerk erstaunlich indifferent. Einerseits gibt es Querfugen doch allzu ungeniert an die Passagiere weiter, andererseits ist es aber auch nicht so sportlich ausgelegt, dass man so richtig schnell durch Kurven eilen möchte.Eine solch elegante Limousine ist aber ja auch sicher eher nichts für einen extrem sportlichen Fahrer, selbst wenn die Leistung des Motors dazu animieren könnte und das Fahrzeug zudem zusätzlich im sportlich-teuren R-Design-Trim bei uns vorfuhr. Wobei Volvo offensichtlich beim S60 nur sehr potente Käufer im Blick hat, gibt es neben R-Design als Ausstattung für dieses Modell doch zusätzlich nur noch die ebenfalls üppige-teure Inscription-Variante.Wer sich also erhofft, mit dem S60 im Vergleich zu Audi A4, BMW 3er oder Mercedes C-Klasse ein Schnäppchen zu machen, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Schon der Grundpreis ist mit 52.150 Euro happig. Unser Testwagen kam auf 69.060 Euro, aber nicht jedes Extra muss ja sein. Doch selbst mit empfehlenswerten Optionen wie dem Assistenten-Paket IntelliSafe (1.750 Euro), dem LED-Licht-Paket (1.100 Euro), dem Winter-Paket (u.a. Lenkradheizung und Sitzheizung hinten, 1.500 Euro) dem Xenium-Paket (u.a. Head-up-Display, 4-Zonen-Klima, Panoramadach, 2.450 Euro), der Akustikverglasung (810 Euro) sowie dem adaptiven Fahrwerk (900 Euro) und der 360-Grad-Parkkamera (570 Euro) steht immer noch ein Preis von 61.230 Euro zu Buche. Da heißt es hart verhandeln beim Volvo-Händler, um noch ein paar Tausender rauszuschlagen.Viel wird da aber wahrscheinlich nicht zu machen sein. Der schöne, sichere, starke und gut ausgestattete Schwede aus Amerika muss einem schon was Wert sein.Volvo S60 T6 AWD R-Design – Technische Daten:Viertürige, fünfsitzige Limousine der Mittelklasse; Länge: 4,76 Meter, Breite: 1,85 Meter (mit Außenspiegeln: 2,04 Meter), Höhe: 1,43 Meter, Radstand: 2,87 Meter, Kofferraumvolumen: 442 Liter2,0-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit Turbolader und Kompressor, 228 kW/310 PS, maximales Drehmoment: 400 Nm bei 2.200-5.100 U/min, Achtgang-Automatikgetriebe, Allradantrieb, Vmax: 250 km/h, 0-100 km/h in 5,5 s, Normverbrauch (nach WLTP): 8,2 Liter/100 km, CO2-Ausstoß: 186 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-temp, Testverbrauch: 10,4 Liter/100 kmPreis: ab 52.150 EuroPreis des Testwagens: 69.060 EuroKurzcharakteristik:Warum: elegantes Design; hochwertiger Innenraum; gute Verarbeitung; kräftiger Motor; hohes Sicherheitsniveau; umfangreiche AssistenzWarum nicht: hohe Grund- und Optionspreise; hoher Praxisverbrauch; wenig ausgewogenes Fahrwerk; Platz im Fond nur durchschnittlich; kleiner KofferraumWas sonst: Audi A45 TFSI Quattro; BMW 330i X-Drive; Jaguar XE P300 AWD; Mercedes C400 4Matic oder doch die praktische Kombi-Version Volvo V60Dieser Testwagen würde nicht unbedingt als markentypisch für einen Volvo durchgehen. Ist er doch eine Limousine, wird in Amerika gebaut – und es gibt ihn ausschließlich mit Benzinmotoren bzw. als Plug-in-Hybrid. Diesel ist nicht mehr in dieser Baureihe. Und wer richtig schnell fahren will in einem Volvo muss sich sowieso beeilen.
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Fazit
Dieser Testwagen würde nicht unbedingt als markentypisch für einen Volvo durchgehen. Ist er doch eine Limousine, wird in Amerika gebaut – und es gibt ihn ausschließlich mit Benzinmotoren bzw. als Plug-in-Hybrid. Diesel ist nicht mehr in dieser Baureihe. Und wer richtig schnell fahren will in einem Volvo muss sich sowieso beeilen.

Quelle: Autoplenum, 2020-03-26

Getestete Modelle
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