Tradition: 50 Jahre Volvo 140 - Der Sicherheitsbeauftragte (Kurzfassung)

Testbericht
Wie kein anderes Modell zuvor prägte der vor 50 Jahren vorgestellte 144 das heute noch vorherrschende Image der schwedischen Marke Volvo. Die Limousine wie auch die Karosserieableger 142 und 145 zementierten das Klischee der kantigen, unverwüstlichen Trutzburgen aus Skandinavien. Vor allem dank seiner innovativen Sicherheitstechnik stieß der 144 in bis dahin für Volvo ungekannte Produktionszahlhöhen vor.
Trotz der neuen Linie war der im August 1966 vorgestellte Volvo 144 ein enger Verwandter des Amazon, der dank seiner Popularität noch bis 1970 parallel zum Nachfolger im Programm blieb. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Volvo 140 in allen Karosserieformen bereits auf einen beispiellosen Höhenflug. Die von Jan Wilsgaards geprägte Designlinie der Baureihe wurde zum stilistischen Markenzeichen aller neuen Volvo.
Mit 55 kW/75 PS bis 74 kW/100 PS starken Vierzylindern hatte Volvo im 144 zunächst recht durchschnittliche Kost im Angebot. Einen Sprung nach vorn gab es im Herbst 1968 mit der Einführung des B20-Vierzylinders, der aus 2,0-Liter-Hubraum mindestens 60 kW/82 PS und mehr Drehmoment freisetzte. Die später nachgelegte Volvo 142 GT brachte es sogar auf bis zu 103 kW/140 PS und gewann auf Anhieb Kultstatus.
Im Herbst 1968 erweiterte Volvo die 140-Familie um den 164. Dieses als Prestigelimousine ausgelegte 144-Derivat bot zehn Zentimeter mehr Radstand, einen Chrom-Kühlergrill, eine Luxusausstattung und einen Sechszylinder. Gegen BMW, Mercedes und Jaguar konnte die Luxus-Version allerdings nur einen Achtungserfolg landen.
Besonders erfolgreich war Volvo hingegen mit seinen Sicherheitsstandards. So besaßen 140/164 nicht nur eine Fahrgastzelle mit Knautschzonen und Dreipunktgurten auf allen Plätzen, sondern auch neuartige Prallschutzdetails wie mit Kunststoffen gepolsterte Armaturen sowie eine Lenksäule mit Sollbruchstelle. Auch die Bremsanlage mit Scheibenbremsen an allen vier Rädern und zwei separaten Bremskreisen setzte Maßstäbe.
In Schweden eroberte Volvo so fast ein Viertel des Neuwagenmarktes und in Nordamerika hob die Nachfrage derart ab, dass Kunden monatelange Lieferzeiten akzeptierten und die USA ab 1973 global größter Volvo-Markt wurden. Drei Jahre später wählte die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA die zum Modell 240 weiterentwickelten Nordeuropäer sogar als Referenzfahrzeuge für die Definition künftiger Sicherheitsnormen.
In Deutschland befreite das Sicherheits-Image des 144 Volvo aus dem Nischendasein. Der Jahresabsatz versechsfachte sich, obwohl die Typen 144 und 145 mit Abstand die teuersten Fahrzeuge ihrer Klasse waren.
Ab 1974 führte dann die 240er- und 260er-Reihen ein, die Volvo zur Großfamilie mit fast unüberschaubar vielen Karosserieversionen ausbaute. So blieben die Hinterradantriebsmodelle bis zum Jahr 1993 in Bestform. Vielleicht, um so dem damals neuen Modell 850 als erstem großen Volvo mit Frontantrieb wenigstens noch ihre kantigen Formen zu vererben.
Für Volvo war der vor 50 Jahren vorgestellte 144 ein Aufbruch in die Moderne. Mit seiner neuen, kantigen Optik und seiner innovativen Sicherheitstechnik bescherte er den Schweden enorme Verkaufserfolge und ein nachhaltig positives Image.
Für Volvo war der vor 50 Jahren vorgestellte 144 ein Aufbruch in die Moderne. Mit seiner neuen, kantigen Optik und seiner innovativen Sicherheitstechnik bescherte er den Schweden enorme Verkaufserfolge und ein nachhaltig positives Image.


























