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Testbericht

Wolfgang Wieland/SP-X, 25. Juli 2013

Das Jahr 2013 hat gerade erst die erste Halbzeit absolviert, da präsentiert der schwedische Automobilhersteller Volvo bereits die Modelle für das Jahr 2014. Über 4.000 Veränderungen standen für die auf Sicherheit und fortschrittliche Optik getrimmten Ingenieure und Designer im Hauptquartier von Göteborg in der Aufgabenliste. Somit ist der Modelljahreswechsel 2013/2014 für Volvo der größte in der Unternehmensgeschichte und so kann der schwedische Premium-Hersteller eine äußerst frische Modellpalette vorweisen: Acht von neun Modellen sind zurzeit jünger als ein Jahr, nur das SUV-Flagg- und Dickschiff XC 90 hat schon viel mehr Erfahrungsjahre auf dem Buckel, wird dann aber Ende nächsten Jahres als komplett neues Modell seine zahlreichen Offroadfans beglücken.
 
Die Volvo-Modelle S60, V60 und XC60 sowie der V70, XC70 und der S80 wurden von Grund auf überarbeitet. Insgesamt wirkt die Modellpalette wertiger, auch im Innenraum, wo zahlreiche Modifikationen die Augen und die Fingerspitzen erfreuen. Man merkt, dass Volvo seine Markenstrategie „Designed Around You“ äußerst ernst nimmt und viele Details sinnvoll verbessert hat. Das typisch skandinavische Design äußert sich bekanntermaßen durch klare Linien, einfache Formen und glatte Oberflächen.
 
Auch technische Innovationen, wie beispielsweise der lebenrettende Notbremsassistent wurden optimiert. Das eigentlich auf Fußgänger geeichte sensor- und kamerabasierte System erkennt nun auch Radfahrer, die vor dem Fahrzeug plötzlich ausscheren, und bremst das Fahrzeug bei einer drohenden Kollision automatisch ab. Bereits die zweite Generation des Totwinkelwarners, bei Volvo BLIS (Blind Spot Information System) genannt, kann jetzt als Option bestellt werden. Das System arbeitet jetzt radarbasiert, erkennt Fahrzeuge in bis zu 70 Metern Entfernung und warnt vor dann riskanten Spurwechseln. Ebenfalls erhältlich für den Volvo S60, V60 und XC60 ist der optionale Cross Traffic Alert. Das System warnt beim Rückwärtsfahren vor Querverkehr in einem Umkreis von bis zu 30 Metern sowie vor sich nähernden Fußgängern und Fahrradfahrern. Das Motorabwürgen bei schrägen Straßen hat nun auch ein Ende. Alle Volvo-Fahrzeuge mit Schaltgetriebe haben ab sofort serienmäßig einen Berganfahrassistenten.
 
„Sensus Connected Touch“ heißt bei den innovativen Schweden das System, dass das Internet auf die vier Räder und in die Fahrgastzelle befördert. Neu sind hier die Möglichkeiten auch in Volvo-Fahrzeugen im World Wide Web zu surfen, Online-Verkehrsinformationen, Gefahrenwarnungen und tausende Internetradiostationen zu empfangen.
 
Ein neues Volvo-Einstiegsmodell ist ab sofort für 22.550 Euro zu haben. Der 4,37 Meter lange V40 T2 leistet 88 kW/120 PS bei 4.000/min und das maximale Drehmoment von 240 Newtonmetern sorgt für einen erstaunlich knackigen Durchzug. In 9,9 Sekunden sind Tempo 100 erreicht und die Höchstgeschwindigkeit liegt knapp unter 200 Sachen, bei 195 km/h. Die fünftürige, fünfsitzige Schräghecklimousine hat mit dem Basismotor einen Durchschnittsverbrauch von 5,3 Litern Super auf 100 Kilometer. Das entspricht einer CO2-Emission von 124 Gramm je absolvierten Kilometer. Der kompakte Schwede überzeugt vor allem mit der Kombination aus Sicherheit und angenehmer Luxusausstattung. Allerdings lag der Verkaufspreis des nahezu vollausgestatteten Modells auch bei über 40.000 Euro. Man kann den Basispreis also durchaus verdoppeln. 

Das 120-PS-Triebwerk passt perfekt zu dem kleinsten Volvo-Modell. Das Sechsgang-Schaltgetriebe ließ sich hakelfrei bedienen und der Schaltknauf liegt angenehm in der rechten Hand. Auf den langgezogenen Landstraßen zeigte der V40 T2 keinerlei Schwächen, Überholmanöver konnten zügig absolviert werden und in den Kurven zeigte das Fahrwerk, dass der Premium-Anspruch nicht nur bei den großen Modellen zu Hause ist. Mit jeder Menge Fahrspaß lag unser Testverbrauch mit rund sechs Liter auf 100 Kilometer nahe am NEFZ-Durchschnittsverbrauch, die als Herstellerangabe dient. Da wird der Mehrpreis eines Dieselmodells zur Rechenaufgabe. Ich vielen Fällen reicht dieser Benziner.

Der V40 wäre eigentlich das optimale Stadtfahrzeug, wenn nur der Kofferraum nicht diese viel zu hohe Ladekante hätte. Auch das Ladevolumen hat mit 335 Liter leider nur Sportwagen-Niveau, sehr praktisch ist allerdings der Sandwichboden. So können flache Gegenstände sicher in den einzelnen Fächern verstaut werden. Erst wenn die Rücksitze umgeklappt werden, bis zu 1.032 Liter Volumen stehen dann zur Verfügung, kann man einiges Verstauen.
 
 

 
 


 
 

Volvo V40 T2 – Technische Daten:
Fünftürige, fünfsitzige Schräghecklimousine der Kompaktklasse; Länge: 4,37 Meter, Breite: 1,80 Meter (2,04 Meter mit ausgeklappten Außenspiegeln), Höhe: 1,42 Meter, Radstand: 2,65 Meter, Wendekreis: 10,8 m, Leergewicht: 1.463 kg, Kofferraumvolumen: 335 bis 1.032 Liter
 
Motor: 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer, Sechsgang-Handschaltgetriebe, Leistung: 88 kW/120 PS bei 4.000/min, maximales Drehmoment: 240 Nm zwischen 1600-3000/min, 0-100 km/h: 9,9 s, Vmax: 195 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,3 Liter, CO2-Ausstoß: 124 g/km, Euro 5, Effizienzklasse B, Preis: ab 22.550 Euro

Volvo V40 T2 - Kurzcharakteristik:
Alternative zu: Audi A3, 1er BMW, Mercedes A-Klasse
Passt zu: Sparfüchsen, die erkannt haben, dass die 120 PS perfekt zum V40 passen
Sieht gut aus: auf der Sylter Landstraße zwischen List und Hörnum
Wann kommt er: ist schon da
Was noch kommt: ab der IAA 2013 wird bei Volvo sukzessive eine neue Motorengeneration eingeführt. Und 2014 bekommt der automatische Notbremsassistent eine Tier-Erkennung

Auch ein relativ kleines Auto kann man mit Technik vollstopfen. Das treibt zwar den Preis nach oben, aber auch die Sicherheit. Zumindest wenn der Kleine aus Schweden kommt.

Fazit
Auch ein relativ kleines Auto kann man mit Technik vollstopfen. Das treibt zwar den Preis nach oben, aber auch die Sicherheit. Zumindest wenn der Kleine aus Schweden kommt.

Quelle: Autoplenum, 2013-07-25

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