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Testbericht

Patrick Broich/SP-X, 29. Juni 2012

Wer schon immer von einem britischen High-Performance Gran Turismo geträumt hat und willens wie fähig ist, die Summe von 249.995 Euro auszugeben, darf sich auf den kommenden Aston Martin Vanquish freuen. Er wird ab Ende 2012 die Speerspitze des Aston-Modellprogramms bilden. Mit 573 PS sowie 295 km/h Höchstgeschwindigkeit ist er zu diesem Preis zwar weder das stärkste noch das schnellste Auto, doch die Kombination aus klassischem 6,0-V12, einer edlen Coupéform und der Exklusivität, die das feine britische Label mit sich bringt, macht eben einen ganz besonderen Reiz aus. Satte 2.200 Stunden Handarbeit stecken in einem Vanquish – damit setzt das Topmodell die Tradition seiner Vorgänger DBS und Ur-Vanquish jenseits automobiler Massenfertigung am Fließband fort.

Als Basis dient die VH-Plattform, jenes moderne, geklebte Skelett, das die Techniker nach Lust und Laune adaptieren und so verschiedene Radstände darstellen können. Sie ist besonders wichtig für eine kleine Schmiede wie Aston Martin, denn sämtliche Modellreihen basieren auf ihr. Ganz neu beim Vanquish: Die Karosserie besteht komplett aus Kohlefaser. „Wir haben unserem neuen Spitzenmodell alles mitgegeben, was die Ingenieurkunst hergibt", sagt Jeffrey Scott, für Europa zuständiger Aston Martin-Geschäftsführer. Rund 60 Kilogramm Gewicht sparten die Techniker im Vergleich zum Vorgänger DBS.  Alleine der aus dem One-77 entliehene Auspuff bringt weitere 17 Kilogramm.

Unter der Haube des taufrischen Vanquish schlägt zwar das konstruktiv gleiche Herz wie schon beim ersten V12-Aston Martin, dem DB7 Vantage. Allerdings präsentiert sich das Kraftpaket tiefgreifend modernisiert. Ein neuer Zylinderkopf samt geänderter Motorsteuerung mit doppelter variabler Ventilsteuerung sowie der überarbeitete Ansaugtrakt sollen trotz weiterhin verwendeter indirekter Einspritzung einen Verbrauchsvorteil bewirken. Der Leistungszuwachs von 56 PS gegenüber dem abgelösten Modell mit ebenfalls potenten 517 Pferdchen hat trotzdem einen selbstbewussten Kraftstoffkonsum von 16,3 Litern zur Folge.

Derzeit arbeitet der seidenweich laufende Zwölfzylinder noch mit einer Sechsgang-Wandlerautomatik zusammen, allerdings werden die Verantwortlichen in Zukunft auf eine Achtgang-Box umstellen. Elektronisch beeinflussbare Dämpfer sollen Sorge dafür tragen, dass der Hecktriebler mit den mächtigen 20-Zöllern der 305er-Klasse verhältnismäßig sanft über Bodenwellen rollt, ohne auf einer windungsreichen Landstraße zu patzen.

Freuen dürfen sich die Kunden der teuersten zivilen Aston-Martin-Offerte mit Transaxle-Antriebsstrang übrigens auf eine optisch deutlichere Abgrenzung zu den preisgünstigeren Brüdern. Das Designerteam um Marek Reichman zeichnete vor allem die Heckpartie mit ihren filigran anmutenden LED-Rückleuchten betont eigenständig, so dass der Topliner künftig leichter auszumachen ist.

Praktischer ist er ebenfalls geworden, dank seines gegenüber dem DBS um 60 Prozent größeren Kofferraums. Aber auch die menschliche Fracht kommt halbwegs luftig unter im mit feinen Naturstoffen ausgeschlagenen Innenraum des Zweitürers. Ansonsten glänzt die umgestaltete Konsole mit auffällig vielen Knöpfchen. Echte Männer brauchen halt etwas zum Spielen. Und der neue Aston Martin Vanquish ist ein echt guter (und teurer) Spiel-Kamerad.

Sie sind inzwischen selten geworden wie Ringeltauben: Motoren mit zwölf Zylindern. Schön das mit Aston Martin gerade eine ur-britische Marke die Tradition der dutzend Herzen hochhält. Wie im neuen Vanquish, einem Fahrzeug, bei dem kühles, edles Understatement im Vordergrund steht. Und das hat seinen Preis.

Fazit
Sie sind inzwischen selten geworden wie Ringeltauben: Motoren mit zwölf Zylindern. Schön das mit Aston Martin gerade eine ur-britische Marke die Tradition der dutzend Herzen hochhält. Wie im neuen Vanquish, einem Fahrzeug, bei dem kühles, edles Understatement im Vordergrund steht. Und das hat seinen Preis.

Quelle: Autoplenum, 2012-06-29

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