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auto-news, 2011-12-14

Der neue Fiat Panda mit TwinAir Turbo im Test

4.5 von 5

Testbericht

Neapel, 15. Dezember 2011 - Im Gegensatz zur neuen Dreierkombo Up, Citigo und Mii des Volkswagen-Konzerns ist der Fiat Panda schon seit über drei Jahrzehnten im Kleinstwagensegment auf Erfolgsfahrt. Grund genug für den italienischen Hersteller, der neuen Konkurrenz gelassen entgegen zu sehen. Dennoch ruht sich Fiat nicht auf den Lorbeeren aus, ab März 2012 geht die dritte Generation des Panda in den Verkauf. Bei der jüngsten Entwicklungsstufe besinnt sich Fiat ganz auf alte Traditionen und offeriert ein funktionales Design gepaart mit einem großen Platzangebot. Wir haben das neue Modell bei einem exklusiven Vorabtermin in Italien getestet. Mehr Platz für Fond und KofferraumMit seiner leicht gewölbten Motorhaube und den abgerundeten Scheinwerfern lächelt uns der neue Panda geradezu an. Die Hauptscheinwerfer gehen jetzt bis in die Seitenpartie über und lassen die Front des Fiat dreidimensionaler wirken. Kunststoffleisten an den Flanken und dem Heck schützen vor kleinen Remplern. Um elf Zentimeter ist der nur als Fünftürer erhältliche Panda in der Länge gewachsen. Mehr Platz als im Vorgänger haben die Insassen dadurch aber nicht. Den bekommen die Fondpassagiere durch eine verschiebbare Rückbank, die zusammen mit den schmaler gewordenen Rücklehnen der Vordersitze für mehr Beinfreiheit sorgt. Der Längenzuwachs der Karosserie verteilt sich ausschließlich auf die Motorhaube und den Kofferraum, der Radstand ist gleich geblieben. In den Kofferraum passen jetzt 225 Liter Gepäck - zehn mehr als zuvor. Bei umgeklappter Rücklehne der Fondsitzbank sind es bis zu 870 Liter. Optional kann auch der Beifahrersitz mit einer vorklappbaren Lehne geordert werden. Dann steht für besonders sperrige Gegenstände eine Ladefläche von über zwei Meter Länge zur Verfügung.

Erhöhte Sitzposition sorgt für Übersicht Dank des neu gestalteten Handbremshebels und einer nach oben versetzten Schaltkonsole wirkt das Cockpit angenehm luftig. Die erhöhte Sitzposition verschafft zusätzlich einen guten Rundum-Überblick, der Seitenhalt der Vordersitze ist aber nicht gerade ausgeprägt. Das zweifarbige Interieur ist jugendlich frisch designt. Insgesamt bieten 14 Ablagefächer ausreichend Stauraum. Wie beim Ur-Panda aus den 80er-Jahren ist das Handschuhfach als geräumige Tasche ausgeführt. Die offene Ablage im Armaturenbrett darüber bietet Platz für sperrige Gegenstände. TwinAir Turbo jetzt auch im Panda Der neue Panda soll nicht nur praktisch, sondern auch sparsam sein. Zum Markstart stehen der bisherige 1,2-Liter-Benziner mit 69 PS und der 75 PS starke 1,3-Liter-Turbodiesel bereit. Neu im Motorenprogramm ist ein 65 PS starker Saugmotor sowie der aus dem Fiat 500 bekannte TwinAir Turbo. Alle Triebwerke sind an eine Fünfgang-Schaltung gekoppelt. Zu einem späteren Zeitpunkt wird auch ein automatisiertes Schaltgetriebe verfügbar sein. Der TwinAir-Motor schöpft aus 875 Kubikzentimeter Hubraum stolze 85 PS. Dank Turboaufladung ist der Panda mit dem Zweizylinder flott unterwegs, allerdings muss man das Triebwerk schon auf Drehzahlen halten, um in Schwung zu bleiben. Im höheren Drehzahlbereich ist der Ottomotor deutlich vernehmbar.Serienmäßig mit Start-StoppMit einem innerstädtischen Verbrauch laut Bordcomputer von 6,4 Liter auf 100 Kilometer haben wir zwar nicht die von Fiat angegebenen fünf Liter erreicht, für den turbulenten Stadtverkehr von Neapel ist das trotzdem ein guter Wert. Der durchschnittliche Verbrauch liegt laut Fiat bei 4,2 Liter. Beim Spritsparen hilft eine serienmäßige Start-Stopp-Automatik inklusive Schaltpunktanzeige. Per Knopfdruck kann in einen ECO-Modus gewechselt werden. Dann verfügt der TwinAir Turbo nur noch über 77,5 PS, wodurch Sprit gespart wird. Passend zum funktionalen Gesamtauftritt des wendigen Stadtflitzers ist der Panda mit einer zweistufigen Servolenkung ausgestattet. Über eine Taste in der Mittelkonsole kann der City-Modus zugeschaltet werden, wodurch die Servounterstützung deutlich erhöht wird. Das Einparken und Rangieren auf engstem Raum wird so zum Kinderspiel. Im Standard-Modus könnte die Lenkung bei höheren Geschwindigkeiten eine stärkere Rückmeldung geben und etwas direkter ansprechen.

Notbremsfunktion und TomTom-Navi Die neue Version gibt es nur mit Frontantrieb, eine Allradversion folgt im Herbst 2012. Ab Mitte 2012 ist der Panda auch mit einer City-Notbremsfunktion zu haben. Bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h erkennt das System Hindernisse automatisch und bremst den Panda selbstständig ab. Das serienmäßige Informationssystem Blue&Me kann jetzt mit einem mobilen TomTom-Navi erweitert werden. Was der Neue bei uns kosten wird, ist noch nicht bekannt. Der Einstiegspreis soll aber unter 10.000 Euro liegen. Der Umfang der Serienausstattung und die wichtige Frage, ob ESP dazu gehören wird, war bis zum Redaktionsschluss noch nicht geklärt.

Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltung
Motor Bauart:Zweizylinder-Turbo
Hubraum:875
Anzahl Zylinder:2
Leistung:63 kW (85 PS) bei 5.500 UPM
Drehmoment:145 Nm bei 1.900 UPM
Fazit

Mit einem großen Platzangebot und einem funktionalen Design legt der neue Fiat Panda einen Schwerpunkt auf den Alltagsnutzen - und das gelingt dem kleinen Italiener wie kaum einem anderen. Eine City-Notbremsfunktion erhöht die Sicherheit im Kleinstwagen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der im höheren Drehzahlbereich deutlich vernehmbare TwinAir Turbo. Dafür ist das Zweizylinder-Aggregat sparsam. Beim Einstiegspreis für den neuen Panda will Fiat unter der 10.000-Euro-Marke bleiben. Da die Preise nicht feststehen, vergeben wir für den neuen Fiat noch keine Gesamtwertung.

Testwertung
Quelle: auto-news, 2011-12-14